19.04.2017

Erneuter ERC-Grant für Laurens Molenkamp


Professor Laurens Molenkamp mit einigen der zahlreichen Preisurkunden, die er in den vergangenen Jahren erhalten hat. (Foto: Jasper Molenkamp)

Professor Laurens Molenkamp mit einigen der zahlreichen Preisurkunden, die er in den vergangenen Jahren erhalten hat. (Foto: Jasper Molenkamp)

Spitzenforschung zahlt sich aus: Nach 2011 bekommt Physik-Professor Laurens Molenkamp jetzt zum zweiten Mal einen mit 2,5 Millionen Euro dotierten Preis vom Europäischen Forschungsrat.

Mit seinen Advanced Grants zeichnet der Europäische Forschungsrat (ERC, European Research Council) exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die sich mit herausragenden Leistungen in der Forschungscommunity etabliert haben. Die Preise sind mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert. Das Geld dient dazu, innovative Projekte voranzubringen.

Laurens Molenkamp, Professor am Physikalischen Institut der Universität Würzburg, erhält nun schon zum zweiten Mal diese begehrte Auszeichnung.

Den Würzburger Professor darf man zweifellos zur Riege der etablierten Spitzenforscher zählen: In seinem Labor gelang 2007 die Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts. Molenkamp war außerdem der erste, der die neue Materialklasse der topologischen Isolatoren experimentell realisieren konnte. Seit seinem Durchbruch wird auf diesem Gebiet weltweit intensiv geforscht.

Von topologischen Isolatoren erwarten Fachleute große Fortschritte in der Informationstechnik: Mit diesem Material sollten sich in Zukunft noch kleinere und leistungsfähigere Computerchips bauen lassen.

Wofür das Geld verwendet wird

In dem neuen Projekt soll die sogenannte „exotische“ Supraleitung erforscht werden. Diese entsteht, wenn man einen topologischen Isolator mit normalen Supraleitern in Kontakt bringt. „Exotisch heißt hier, dass die Elektronenpaarung im topologischen Material auf andere Weise als in herkömmlichen Materialien stattfindet“, erklärt Molenkamp.

Wie das genau passiert, soll jetzt mit Hochfrequenz-Techniken und sehr präzise gesteuerten Magnetfeldern untersucht werden. Die neuartige Form der Supraleitung dürfte sich besonders für den Einsatz in Quantenrechnern eignen. „Ob das tatsächlich stimmt und wie einfach oder schwer das gelingen könnte, ist allerdings noch offen“, so der Professor.

Aus den ERC-Mitteln werden die für das Projekt notwendigen neuen Messplätze beschafft. Auch drei Promotionsstellen werden geschaffen; die Doktoranden werden ihre Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Beschäftigten des Lehrstuhls in Angriff nehmen.

Vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler

Für seine Forschung über topologische Isolatoren hat Laurens Molenkamp schon viele hochkarätige Auszeichnungen erhalten.

Darunter sind der Europhysics Prize 2010, der Oliver-Buckley-Preis der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft 2012 und der Physics Frontiers Prize 2013. Ein Jahr später folgte der „deutsche Nobelpreis“, der mit 2,5 Millionen Euro dotierte Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2017 kam die Stern-Gerlach-Medaille hinzu, die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Und erst vor wenigen Tagen bekam Molenkamp den renommierten King-Faisal-Preis überreicht.

Kontakt

Prof. Dr. Laurens Molenkamp, Lehrstuhl für Experimentelle Physik III der Universität Würzburg, T (0931) 31-84925, molenkamp@physik.uni-wuerzburg.de

Weblinks

Die ERC Grants an der Uni Würzburg

Website von Prof. Laurens Molenkamp

Von: Robert Emmerich

19.04.2017, 07:47 Uhr