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    Röntgenpreis für Katrin Paeschke

    Der mit 5.000 Euro dotierte Röntgenpreis der Universität Würzburg geht an Dr. Katrin Paeschke. Sie baut derzeit am Lehrstuhl für Biochemie im Biozentrum ihre eigene Forschungsgruppe auf. Erst vor Kurzem wurde sie mit einem der Leibnitz-Preise der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet.

    Katrin Paeschke ist 32 Jahre alt und in Monheim am Rhein aufgewachsen. Ihr Studium der Biologie begann sie an der Universität Bonn, nach dem Vordiplom wechselte sie 2001 an die Universität Witten/Herdecke in den Studiengang Biochemie. Dort legte sie 2003 ihr Diplom mit der Note sehr gut ab. Anschließend fertigte sie am Institut für Zellbiologie der Universität Witten/ Herdecke in Kooperation mit Dr. Daniela Rhodes vom Laboratory of Molecular Biology in Cambridge (UK) ihre Promotion an, die sie 2006 mit „summa cum laude“ abschloss.

    Forschung in Princeton (USA)

    Von 2007 bis 2011 forschte sie dann als Postdoc an der Universität Princeton in den USA. In dieser Zeit wurde sie durch ein DFG-Postdoc-Stipendium (2007-2009) und ein New Jersey Commission of Cancer Research (NJCCR) Postdoc-Stipendium (2009-2011) finanziell gefördert. Dabei blieb sie dem Forschungsgebiet treu, mit dem sie sich schon in ihrer Doktorarbeit befasst hatte, den G-Quadruplex-Strukturen. Nun konzentrierte sie sich aber, am Modellorganismus Bäckerhefe, vor allem auf die DNS-Replikation, also den Vorgang, in dem die DNS verdoppelt wird. Da es in vielen Krebszellen vor allem während dieser Phase zu Fehlregulationen kommt, können G-Quadruplex-Strukturen, die sich während der DNS-Replikation bilden, die DNS-Replikation aufhalten und so das Zellwachstum verlangsamen, was ein gewünschter Effekt in der Krebstherapie ist.

    Rückkehr nach Deutschland

    Als sich Katrin Paeschke 2011 entschloss, nach fünf Jahren Forschungstätigkeit in den USA ihre Karriere in Deutschland weiterzuführen, konnte sie gleich zwischen zwei hoch dotierten Stipendien wählen: dem Rückkehrerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Emmy-Noether-Stipendium der DFG. Sie entschied sich für das Emmy-Noether-Stipendium, das ihre Arbeit mit rund 1,5 Millionen Euro fördert, und für die Universität Würzburg, wo sie seit dem 1. Februar 2012 am Lehrstuhl für Biochemie im Biozentrum ihre eigene Forschungsgruppe etabliert.

    Hier plant sie, ihre äußerst erfolgreiche Forschung an G-Quadruplex-Strukturen und deren biologischen Funktionen weiterzuführen mit dem Ziel, das im Modellsystem Hefe gewonnene Wissen auf den Menschen zu übertragen und in einen krankheitsrelevanten Zusammenhang zu bringen.

    Publikationen und Auszeichnungen

    Die Ergebnisse ihrer Arbeit spiegeln sich nicht nur in zahlreichen Publikationen und Präsentationen auf internationalen Fachkonferenzen wider – allein die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit wurden in drei hoch zitierten Erstautor-Publikationen in international angesehenen Fachzeitschriften veröffentlicht –, sondern brachten ihr auch eine Reihe von Preisen ein. Neben den bereits erwähnten Stipendien erhielt sie mehrere Reisestipendien, den zweiten Preis im Wettbewerb für das „Paper des Jahres 2008“ der Zeitschrift Chromosome Research (2009) und einen der sechs Heinz-Maier-Leibnitz-Preise der DFG für 2012.

    Lehre hat hohen Stellenwert

    Nach ihrer eigenen Aussage lag die universitäre Forschung stets im Zentrum ihres Interesses, da hier die einzigartige Möglichkeit besteht, Forschung und Lehre zu vereinen. So engagierte sich Katrin Paeschke schon 2003 als Lehrerin bei der deutschen Schülerakademie zur Förderung von Hochbegabten und betreute während ihrer Promotions- und Postdoc-Zeit Praktikanten, Diplomanden und zuletzt auch Doktoranden.


    Geschichte des Röntgenpreises

    Die Ursprünge des Röntgenpreises gehen ins Jahr 1942 zurück: Damals richtete der Unternehmer Jakob Preh aus Bad Neustadt / Saale die Röntgenpreis-Stiftung ein und stattete sie mit 100.000 Reichsmark aus. Anlass war das 20-jährige Bestehen des Universitätsbundes.

    Der Preis wurde zunächst nur zweimal vergeben: 1942 erhielt ihn der Würzburger Botaniker Professor Hans Burgeff, ein Jahr später der Mediziner Professor Georg Schaltenbrand. Über weitere Verleihungen sind keine Unterlagen auffindbar.

    Fast 60 Jahre später, 2001, realisierte dann Rosemarie Preh ihren Wunsch, den von ihrem Schwiegervater gegründeten Röntgenpreis wieder einzuführen. Dazu stockte sie das Kapital der Walter-Preh-Stiftung, die sie 1985 unter dem Dach des Universitätsbundes eingerichtet hatte, um 150.000 Euro auf.

    Der wieder eingeführte Röntgenpreis wurde dann zur 600-Jahr-Feier der Universität Würzburg im Jahr 2002 erstmals vergeben. Seitdem wird damit jedes Jahr ein herausragender Nachwuchswissenschaftler oder eine herausragende Nachwuchswissenschaftlerin der Universität Würzburg ausgezeichnet.