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    Röntgenmedaille für Bert Hölldobler

    Erstmals hat die Universität die Röntgenmedaille, die ursprünglich für besondere Förderer der Universität vorgesehen ist, auch als Wissenschaftspreis verliehen. Präsident Alfred Forchel überreichte sie für 2012 an den Zoologieprofessor Bert Hölldobler – als Anerkennung für dessen beeindruckendes Lebenswerk.

    Bert Hölldobler wurde am 25. Juni 1936 in Erling-Andechs in Oberbayern geboren. Er studierte Biologie und Chemie an der Universität Würzburg, wo er 1966 mit einer Arbeit über das soziale Verhalten der Männchen bei den Holzameisen und die Organisation der Ameisenstaaten promoviert wurde.

    1969 habilitierte sich Hölldobler an der Universität in Frankfurt am Main. Zwei Jahre später erhielt er den Ruf auf eine Professur für Zoologie an dieser Universität. Von 1973 bis 1989 hatte Hölldobler dann Professuren an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts), an der Cornell University in Ithaca (New York) und an der Universität Zürich inne.

    Nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm Hölldobler 1989 den Lehrstuhl für Zoologie II (Verhaltensphysiologie und Soziobiologie) am Theodor-Boveri-Institut der Universität Würzburg. Im Sommersemester 2001 war er zweiter Inhaber der Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessur an der Universität Mainz. Seit seiner Emeritierung im Jahr 2004 lehrt Hölldobler an der School of Life Sciences und dem Center for Social Dynamics and Complexity der Arizona State University in Tempe (Arizona).

    Internationale Spitzenforschung über Ameisen

    Bert Hölldobler ist ein internationaler Spitzenforscher auf dem Gebiet der experimentellen Verhaltensphysiologie und Soziobiologie. Weitere Arbeitsgebiete sind Verhaltensphysiologie, Verhaltensökologie, Evolutionsbiologie, Soziobiologie, Chemische Ökologie und die Biologie sozialer Insekten.

    Seine Arbeiten über staatenbildende Insekten, insbesondere über Ameisen, haben zu zahlreichen neuen Erkenntnissen über chemische Kommunikation und den Orientierungssinn von Tieren, die Dynamik von Sozialstrukturen sowie die Evolution von Tiergemeinschaften geführt.

    Seine bahnbrechenden Forschungen trugen ihm Mitgliedschaften in führenden wissenschaftlichen Gesellschaften ein wie etwa – um nur eine Auswahl zu nennen – in der Deutschen Zoologischen Gesellschaft, in der National Academy of Sciences, in der American Academy of Arts and Sciences und der American Philosophical Society sowie in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wo er 1986 korrespondierendes und 1995 ordentliches Mitglied wurde.

    Pulitzer-Preis und weitere Auszeichnungen

    Daneben wurden Hölldoblers Arbeiten mit zahlreichen nationalen Preisen und Auszeichnungen honoriert: 1990 wurde ihm der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft verliehen, 1991 erhielt er – gemeinsam mit Edward Osborne Wilson – den Pulitzer-Preis für das Buch „The Ants“.

    Es folgten der amerikanische Wissenschaftspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (U.S. Senior Scientist Prize of the Alexander von Humboldt Foundation), die Werner Heisenberg Medal of the Alexander von Humboldt Foundation sowie der Körberpreis für die Europäische Wissenschaft. Im Jahr 2000 verlieh ihm die Universität Konstanz die Ehrendoktorwürde. 2003 erhielt er den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, ein Jahr später den Alfried-Krupp-Wissenschaftspreis, nochmals ein Jahr später kam der Spezialpreis der Jury des Jackson Hole Wildlife Film Festival für den Film „The Ants—Nature’s Secret Power“ hinzu.

    Weitere Auszeichnungen waren 2006 die Verleihung der Treviranus-Medaille des Verbandes deutscher Biologen, 2010 der Lichtenberg-Medaille und des Ernst-Jünger-Preises für Entomologie des Landes Baden-Württemberg. 2011 schließlich erhielt Hölldobler von der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina die Cothenius-Medaille in Gold.