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    Ehrenbürgerschaft für Jochen Fricke

    Um das Bayerische Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) und dessen enge Kooperation mit der Universität hat sich Physikprofessor Jochen Fricke besonders verdient gemacht. Hierfür ernannte ihn die Universität zu ihrem Ehrenbürger.

    Jochen Fricke, der in Jena geboren wurde, studierte Physik in München, wo er 1960 das Vordiplom ablegte. Seine Diplomarbeit schrieb er über ein Gebiet der Neutronenphysik. Nach dem Diplom 1963 und der Promotion 1967 – diesmal über ein Thema aus dem Bereich der Atomphysik – hatte Fricke bis Anfang 1973 eine Assistentenstelle in München inne.

    In diese Zeit fielen auch ein zweijähriger Forschungsaufenthalt als Research Associate an der Universität Pittsburgh (USA) und die Gründung der populärwissenschaftlichen Zeitschrift „Physik in unserer Zeit“, die er mit einem Kollegen aus der Taufe hob. Insgesamt 23 Jahre leitete Fricke die Redaktion der Zeitschrift. Für diese Arbeit und für seine Buchpublikationen erhielt er von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft die „Medaille für Naturwissenschaftliche Publizistik“.

    Würzburger Zeit ab 1975

    Nach seinem USA-Aufenthalt kam Jochen Fricke als wissenschaftlicher Assistent ans Institut für Physik in Würzburg. Hier habilitierte er sich in Experimenteller Physik und hier wurde er 1975 zum Universitätsprofessor ernannt. Wenig später wandte er sich der Energietechnik zu.

    Als das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr im Herbst 1991 beschloss, ein Bayerisches Zentrum für angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) mit Teilstandorten in Erlangen, München und Würzburg zu gründen, wurde als Zentrale und als Sitz des Trägervereins Würzburg ausgewählt. Am 1. Januar 1992 ernannte man Jochen Fricke zum Gründungssprecher und Vorstandsvorsitzenden des ZAE Bayern sowie zum Leiter des Würzburger Teilinstituts. Dieses Amt hatte er bis 2005 inne.

    Kooperation ZAE und Universität

    Im Juli 1993 wurde der Kooperationsvertrag zwischen der Universität Würzburg und dem ZAE genehmigt. Seitdem besteht eine ausgesprochen fruchtbare Zusammenarbeit des ZAE mit der Universität generell und speziell mit dem Physikalischen Institut.

    Wie erfolgreich diese Zusammenarbeit war, veranschaulicht der kontinuierliche Ausbau der Forschungseinrichtungen, nachdem im Januar 1994 das erste Experimentiergebäude am Hubland eingeweiht worden war. Bereits etwas mehr als vier Jahre später, im September 1998, wurde Richtfest für das Erweiterungsgebäude gefeiert. Im April 1999 dann wurde das neue Experimentiergebäude eingeweiht, in dem verschiedene Systeme zur Wärmedämmung und zur thermischen Verbesserung von Gebäudehüllen getestet werden. Im Juli 2000 schließlich wurde ein Projekt zur Entwicklung und Anwendung von Vakuum-Isolationsplatten in Gebäuden gestartet.

    Beispiele für Forschungserfolge

    In vielen Forschungs- und Entwicklungsprojekten wurden herausragende Erfolge erzielt. Besonders hervorzuheben sind internationale Spitzenwerte für die Wirkungsgrade von Dünnschicht-Silizium-Solarzellen, die Entwicklung hochdämmender Vakuumisolationspaneele mit einer zehnfach höheren Dämmwirkung als Styropor, die Realisierung des schnellen Wärmespeichers auf Graphit-Basis und der Aufbau einer Meerwasser-Entsalzungsanlage im Oman.

    Circa 120 hoch qualifizierte Mitarbeiter beschäftigt das ZAE heute. Sie erforschen in vier Abteilungen an drei Standorten verschiedene Aspekte zur rationellen Energienutzung und zu regenerativen Energien: „Energieumwandlung und -speicherung“ sowie „Solarthermie und Biomasse“ in Garching, „Funktionsmaterialien der Energietechnik“ in Würzburg und „Thermosensorik und Photovoltaik“ in Erlangen.

    Die enge Zusammenarbeit mit den Universitäten in Würzburg, München und Erlangen garantiert eine zügige Umsetzung der Grundlagenforschung in die angewandte Energietechnik und ermöglicht dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine praxisnahe Ausbildung. Für die Industriepartner, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, stellt das ZAE Bayern Know-how und Forschungsleistung zur Verfügung, um innovative, wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Techniken und Produkte zu entwickeln.