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    Verdienstmedaillen in Gold

    Für ihre außergewöhnlichen Leistungen haben fünf Persönlichkeiten beim Stiftungsfest 2012 die Verdienstmedaille „Bene Merenti“ in Gold erhalten. Geehrt wurden Franz-Ludwig Knemeyer (Jura), Ulrich Sinn (Klassische Archäologie), Josef Stoer (Mathematik), Klaus Toyka (Medizin) und Renate Schülke-Schmitt (Universitätsklinikum).

    Franz-Ludwig Knemeyer

    Ulrich Sinn

    Josef Stoer

    Klaus Toyka

    Renate Schülke-Schmitt

    Franz-Ludwig Knemeyer

    Franz-Ludwig Knemeyer wurde am 3. Mai 1937 in Münster (Westfalen) geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1964 promovierte er in Münster mit einer Arbeit über das Notariat im Fürstbistum Münster.

    Nachdem er in Düsseldorf sein zweites juristisches Staatsexamen abgelegt hatte, habilitierte sich Knemeyer 1969 an der Ruhr-Universität Bochum mit der Schrift „Regierungs- und Verwaltungsreform in Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts“. Es folgte eine kurze Tätigkeit im Bundeskanzleramt, bevor er 1970 auf den Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg berufen wurde.

    In Würzburg war Knemeyer Gründungsdirektor des Instituts für Verwaltungsrecht. 1978 gründete er außerdem das Kommunalwissenschaftliche Forschungszentrum Würzburg und wurde dessen Vorstand. Daneben war er von 1978 bis 1983 Vorsitzender des Gesprächskreises Verwaltungslehre der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer, von 1982 bis 1995 Vorsitzender des Deutschen Juristen-Fakultätentages, gleichzeitig von 1993 bis 1997 Präsident der Deutsch-Tschechischen Juristen-Vereinigung und von 1997 bis 2007 Vorstandsmitglied des Europäischen Rechtszentrums. Seit 1982 ist Professor Knemeyer zudem Studienleiter der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Würzburg/Schweinfurt/Aschaffenburg. Zu den zahlreichen Veröffentlichungen von Franz-Ludwig Knemeyer zählen unter anderem die 46-bändige Schriftenreihe „Kommunalforschung für die Praxis und Kommunalrecht – Kommunalverwaltung“ sowie die 51-bändige Reihe „Entscheidungen zum Kommunalrecht“, die er herausgab.

    Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit mit den Arbeits- und Forschungsschwerpunkten Kommunalrecht, Polizei- und Sicherheitsrecht sowie Hochschulrecht, neben seiner Tätigkeit als Verfasser und Herausgeber juristischer Werke und neben den zahlreichen Ämtern, die er innehatte, fand Franz-Ludwig Knemeyer immer auch noch die Zeit, sich für die Universität zu engagieren. Von 1982 bis 1984 war er Dekan der Juristischen Fakultät und 1999 einer der Gründer des ausgesprochen erfolgreichen Juristen-Alumni-Vereins Würzburg.

    Für seine herausragenden Verdienste um Wissenschaft und Recht hat Franz-Ludwig Knemeyer zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen erhalten: 1984 hat man ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, 1988 folgte die Bayerische Kommunale Verdienstmedaille in Silber, 1996 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse, im gleichen Jahr kam das Komturkreuz des Ordens des finnischen Löwen hinzu, 2000 der Bayerische Verdienstorden, 2004 die Kommunale Verdienstmedaille in Gold und 2007 die Verdienstmedaille Unterfranken.

    2005 wurde er zum Ritter des Päpstlichen Silvesterordens ernannt, 1993 zum Mitglied der Wissenschaftlichen Vereinigung Finnlands (Soumen tiedeseura) und zum Mitglied der „Working Group on The European Charter of Local Self-Government“ in Straßburg. Seit 1995 ist er Ehrenvorsitzender des Deutschen Juristen-Fakultätentages und seit 2005 Ehrenvorsitzender des Juristen-Alumni Würzburg e.V.

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    Ulrich Sinn

    Ulrich Sinn wurde am 4. Oktober 1945 in Bad Bevensen (Niedersachsen) geboren. Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium Johanneum in Lüneburg und nach dem Dienst bei der Bundeswehr studierte er Pädagogik, Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte in Karlsruhe und in Freiburg im Breisgau.

    1975 promovierte Sinn bei Professor Walter Herwig Schuchhardt über die „Homerischen“ Becher, hellenistische Reliefkeramik aus Makedonien. Nach einem Volontariat bei den Staatlichen Kunstsammlungen in Kassel und einem einjährigen Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts war er von 1976 bis 1979 Referent am Deutschen Archäologischen Institut in Athen, wo er unter anderem an den Grabungen im Heraion von Samos mitwirkte.

    Noch während er – von 1979 bis 1984 – eine Wissenschaftliche Assistentenstelle am Archäologischen Institut der Universität innehatte, wurde Sinn im Jahr 1982 zum Korrespondierenden Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts ernannt. Von 1985 bis 1991 war Sinn Referent am deutschen Archäologischen Institut Athen als örtlicher Leiter der Grabungen in Olympia, gleichzeitig lehrte er an verschiedenen internationalen Institutionen in Athen.

    1989 habilitierte sich Ulrich Sinn an der Universität Bonn über die griechischen Heiligtümer als Stätten der Hikesie. Ab 1992 folgte zunächst eine Professur für Klassische Archäologie an der Universität Augsburg, bevor Sinn 1994 dann nach Würzburg kam, wo er den Lehrstuhl für Klassische Archäologie und die Leitung der Antikenabteilung des Martin-von-Wagner-Museums übernahm.

    Neben Forschung und Lehre hat Ulrich Sinn immer auch die Zeit gefunden, sich auf ganz außerordentliche Weise in der akademischen Selbstverwaltung zu engagieren: Er war lange Jahre Mitglied in den einschlägigen Prüfungskommissionen der Philosophischen Fakultät I und Mitglied der Kommission zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses der Philosophischen Fakultät I (zeitweise auch deren Vorsitzender). Außerdem war er Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes, von 1998 bis 2003 Studiendekan der Philosophischen Fakultät I und von 2002 bis 2003 Mitglied der Haushaltskommission.

    Im Jahr 2003 wurde er Vizepräsident der Universität mit dem Zuständigkeitsbereich Studium und Lehre. Dieses Amt übte er bis 2009 aus. Sinn war Mitinitiator des Zentrums für Lehrerbildung, dessen Vorsitz er von 2003 bis 2010 innehatte, sowie Vorsitzender des Fördervereins dieses Zentrums. Daneben war er Initiator des Alumni-Netzes, das er von 2007 bis 2009 federführend betreute, Mitinitiator der Kinder-Uni und Leiter des Studium Generale an der Julius-Maximilians-Universität.

    Ganz besonders hat sich Ulrich Sinn auch um die Öffentlichkeitsarbeit der Universität verdient gemacht: Er hielt weit über 70 Vorträge in der jährlichen Wintervortragsreihe „Die Universität nach außen tragen“ des Universitätsbundes. Hinzu kommen mehr als 50 Vorträge, Veranstaltungen und Lehrerfortbildungen an beziehungsweise für Schulen in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg sowie bei Kulturvereinen und Firmen.

    Nicht zu vergessen sind die 46 Sonderausstellungen, die Sinn gemeinsam mit Konservatorin Dr. Irma Wehgartner in der Antikenabteilung des Martin-von-Wagner-Museums durchführte. Ab 2005 schließlich initiierte und organisierte Ulrich Sinn mehrere – weit über die Region hinaus beachtete – Kooperationen mit dem Mainfranken-Theater Würzburg.

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    Josef Stoer

    Josef Stoer wurde 1934 in Meschede im nördlichen Sauerland geboren. Von 1954 bis 1959 studierte er in Münster und München Mathematik und Physik, anschließend wechselte er nach Mainz, wo er 1961 promovierte. Von Mainz folgte er seinem Doktorvater Professor F. L. Bauer zurück nach München; dort habilitierte er sich 1964 im Alter von erst 30 Jahren.

    Von 1967 bis 1969 war Stoer Visiting Associate Professor an der University of California in San Diego. Das dort entwickelte GBS-Verfahren (nach Gragg, Bulirsch, Stoer) zählt noch heute zu den Standardverfahren zur Lösung von gewöhnlichen Differentialgleichungen. 1969 nahm Stoer einen Ruf an die Universität Würzburg an, der er dann – trotz eines Rufes an die Universität Köln – bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 treu blieb.

    Innerhalb kürzester Zeit gelang es Stoer – nicht zuletzt auch, indem er namhafte internationale Kollegen einlud, von denen viele mehrfach nach Würzburg kamen –, an der Julius-Maximilians-Universität ein exzellentes Forschungsklima zu schaffen. Dieses kam auch seinen Studierenden und Mitarbeitern zu Gute. Trotz der allgemein vorherrschenden Tendenz zur Spezialisierung hat Stoer stets zu den unterschiedlichsten Themenschwerpunkten geforscht. Dabei zog er zum Beispiel nie eine Trennung zwischen numerischer linearer Algebra und Optimierung.

    Josef Stoer war ab 1978 Herausgeber von „Numerische Mathematik“ (Mitherausgeber bereits seit 1969). Von 1975 bis 2003 war er Editor bei „Applied Mathematics and Optimization“ und von 1981 bis 1989 bei den Jahresberichten der Deutschen Mathematiker-Vereinigung sowie von 1976 bis 1995 Mitherausgeber der „Lecture Notes in Computer Science“ und ab 1982 der „Computational Mathematics“. Trotz Josef Stoers reger Forschertätigkeit kam auch die Lehre nie zu kurz. Die zeitnahe Vermittlung der neuesten Forschungsergebnisse war ihm immer ein besonderes Anliegen – sei es in Form von Vorlesungen und Seminaren oder durch Lehrwerke.

    Stoer hat vier Lehrbücher verfasst. Dass er das letzte, ausgesprochen umfangreiche dieser Bücher noch zwei Jahre nach seiner Emeritierung mit herausbrachte, zeugt von seiner Energie und seinem hohen Einsatz. Insgesamt 21 Doktorarbeiten und zahlreiche Diplomarbeiten hat Stoer betreut, jede einzelne davon mit dem für ihn typischen Engagement.

    Stoers mittlerweile klassische Bücher „Einführung in die numerische Mathematik 1“ sowie die zusammen mit Bulirsch verfasste „Einführung in die numerische Mathematik 2” und das mit Witzgall erarbeitete Buch „Convexity and optimization in finite dimensions, Teil 1” werden von Studierenden wie von Kollegen in Forschung und Lehre bis heute sehr oft benutzt und viel zitiert.

    Zweimal war Stoer Dekan und zweimal Mitglied des Senats. Er hat den Aufbau der Informatik in Würzburg – der seinerzeit in der Fakultät nicht unumstritten war – ganz wesentlich mit vorangetrieben, da er vor vielen anderen erkannte, dass eine Informatik nur als Nebenfach in Würzburg keine Zukunft gehabt hätte. Neben seinen Mitgliedschaften bei der Deutschen Mathematiker-Vereinigung DMV, der Gesellschaft für angewandte Mathematik und Mechanik GAMM, der Society for Industrial and Applied Mathematics SIAM und der Gesellschaft für Operations Research GOR war Josef Stoer von 1977 bis 1982 Mitglied des Vorstandsrates der GAMM. Von 1988 bis 1993 war er als Mitglied des DFG-Senats für Sonderforschungsbereiche engagiert, von 1994 bis 1997 im Beirat für Wissenschafts- und Hochschulfragen in Bayern. Seit 1981 ist Stoer ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Jede dieser Mitgliedschaften belegt nicht nur seinen großen Einsatz für die Wissenschaft, sondern auch die Wertschätzung, die er unter Fachkollegen im In- und Ausland genießt. 1995 erhielt Stoer für seine Arbeiten und seinen Einsatz einen Wissenschaftlichen Preis der GOR, 1997 die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität München.

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    Klaus Viktor  Toyka

    Klaus Viktor Toyka wurde am 15. April 1945 in Biberach an der Riss geboren. Auf das Studium der Medizin in München, das er mit dem Staatsexamen abschloss, folgte 1970 die Promotion über hormonale Diagnostik kindlicher Endokrinopathien. Anschließend war Toyka an der von Hauner’schen Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für Neuropädiatrie tätig.

    Von 1974 bis 1976 verbrachte Klaus Toyka zwei Jahre als Postdoctoral Fellow am Department of Neurology der Johns Hopkins University in Baltimore (USA). Dort arbeitete er an einem Mausmodell über die Autoimmunpathogenese der Myasthenia gravis und bildete sich im Bereich der Neuroimmunologie und der neuromuskulären Erkrankungen weiter.

    Wieder in Deutschland wurde Toyka wissenschaftlicher Assistent an der Neurologischen Klinik der Technischen Universität München. Dort machte er den Facharzt für Neurologie und habilitierte sich 1978 an der Medizinischen Fakultät über seine Myasthenie-Experimente. Im folgenden Jahr wurde er von der Universität Düsseldorf zum Professor berufen und baute dort den Schwerpunkt Neuroimmunologie und neuromuskuläre Krankheiten auf.

    1989 wechselte Toyka an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Hier war er bis 2010 Lehrstuhlinhaber für Neurologie und Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik, heute ist er hier Seniorprofessor. Seit 2011 ist Toyka außerdem Adjunct Professor am Department of Neurology der Johns Hopkins University in Baltimore.

    Mit seinen international herausragenden Arbeiten zur Pathogenese und Pathophysiologie neuroimmunologischer Erkrankungen (Multiple Sklerose, Myasthenia gravis) hat Toyka die Neurowissenschaften an der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zu internationalem Ansehen geführt und das biomedizinische Profil des Universitätsstandortes Würzburg entscheidend geprägt.

    Mit der Einrichtung des Instituts für Klinische Neurobiologie, verbunden mit einem Stiftungslehrstuhl der Schilling-Stiftung, der Einrichtung einer Klinischen Forschungsgruppe für Multiple Sklerose der Max-Planck-Gesellschaft und einer Klinischen Forschergruppe „Neuroregeneration“ der DFG hat er nachhaltige Strukturen für die Neurowissenschaften in Würzburg geschaffen. Als Mitglied des Gründungsvorstands des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Forschung war er maßgeblich an der Stärkung der interdisziplinären klinischen Forschung an der Medizinischen Fakultät beteiligt.

    Für seine über 400 wissenschaftlichen Arbeiten wurde Klaus Toyka mit zahlreichen internationalen Preisen, Ehrungen und Ehrenmitgliedschaften ausgezeichnet – unter anderem von der American Neurological Society, von nationalen Neurologischen Gesellschaften in Belgien, Frankreich, Polen und Rumänien, vom Royal College of Physicians London sowie von der Johns Hopkins Society of Scholars. Am 28. September 2005 wurde Klaus Toyka in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen. Im selben Jahr erhielt er aufgrund seines Engagements für Multiple-Sklerose-Betroffene den „AMSEL-Förderkreis Ursula Späth-Preis“, und im Juli 2010 wurde er mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

    Nicht nur durch seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und sein Engagement in der Selbstverwaltung (etwa als Dekan der Medizinischen Fakultät von 1996 bis 1998 und als langjähriges Mitglied des Senats) hat Klaus Toyka Herausragendes für die Universität Würzburg geleistet. Er hat diese auf vielfältige Weise auch immer wieder ideell und finanziell unterstützt. Seiner Initiative verdankt die Universität die Bestuhlung des Toscanasaals aus Spendenmitteln, zu denen er selbst einen signifikanten Beitrag leistete, sowie die Beschaffung eines Konzertflügels für den Toscanasaal und die Neubaukirche. Hinzu kommt Toykas aktive Förderung der Künste durch die langjährige Veranstaltung der Konzertreihe „Musik in der Neurologie“ sowie durch die Gestaltung akademischer Feiern als Musiker und leidenschaftlicher Geigenspieler.

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    Renate Schülke-Schmitt

    Renate Schülke-Schmitt studierte Rechtswissenschaften in Würzburg und Genf und machte eine Ausbildung zur Rechtsreferendarin. Anschließend arbeitete sie ab Juli 1986 zunächst knapp zwei Jahre im Rechtsbüro der Julius-Maximilians-Universität, bevor sie 1988 in die Klinikumsverwaltung wechselte, die damals noch zur Universitätsverwaltung gehörte.

    Anfang Juni 1988 wurde Renate Schülke-Schmitt die Leiterin des neu eingerichteten Klinikreferats (Referat III/2), und hier machte sie dann sehr rasch Karriere. Nach dem Erlass der Klinikumsordnung 1991 wurde am Universitätsklinikum Würzburg eine Direktion bestehend aus Ärztlichem Direktor, stellvertretendem Ärztlichen Direktor und Renate Schülke-Schmitt als Verwaltungsdirektorin gebildet. Von nun an bestimmte sie zwei Jahrzehnte lang (ab 2006 als Kaufmännische Direktorin) die Geschicke des Großkrankenhauses ganz maßgeblich mit – von der organisatorischen, finanzwirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Verselbstständigung des Klinikums zum kaufmännisch eingerichteten Staatsbetrieb 1999 bis hin zur rechtlichen Verselbstständigung zur Anstalt des öffentlichen Rechts im Jahr 2006.

    All dies bedeutete immer neue Herausforderungen für die Direktorin, die als Dienstvorgesetzte des gesamten nicht-wissenschaftlichen Personals die Verantwortung für über 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trug.

    Renate Schülke-Schmitt hatte, bis sie im November 2011 in den wohlverdienten Ruhestand ging, ganz wesentlichen Anteil daran, dass die vielgestaltige organisatorische Zusammenarbeit zwischen der Julius-Maximilians-Universität und dem Klinikum in allen Belangen – etwa im Bereich der Drittmittelabwicklung, des betriebsärztlichen Dienstes, der Arbeitssicherheit oder des Tierschutzes – auch nach der Verselbstständigung des Klinikums stets in bestem gegenseitigem Einvernehmen und großem Vertrauen geregelt werden konnte. Auf dieser Basis konnten die vielfältigen Kooperationen zwischen der klinischen und der nicht-klinischen Forschung gedeihen und viele Projekte im medizinischen Bereich zukunftsorientiert zur beidseitigen Zufriedenheit verwirklicht werden.

    Renate Schülke-Schmitt hat damit ganz wesentlich dazu beigetragen, dass die Würzburger Medizin heute national und international einen hervorragenden Ruf genießt. Ohne eine gut organisierte Klinikumsverwaltung hätte die medizinische Forschung an der Julius-Maximilians-Universität nicht den hohen Standard erreicht, den sie heute hat.

    Besonders hervorzuheben ist Renate Schülke-Schmitts Engagement in landes- und bundesweiten Gremien – etwa als Vorstandsmitglied im Verband der Universitätsklinika Deutschlands, als stellvertretendes Mitglied im Hauptausschuss der Bayerischen Krankenhausgesellschaft oder als Beraterin bei der Erstellung eines Papiers des Deutschen Wissenschaftsrats zur Größe der universitätsmedizinischen Einrichtungen.

    Zum Dank für ihre besonderen Verdienste um die Würzburger Universitätsmedizin wurde Renate Schülke-Schmitt am 23. November 2011 mit der Carl-Caspar-Siebold-Medaille ausgezeichnet. Am 16. Dezember 2011 wurde sie mit der Bayerischen Staatsmedaille für Verdienste um die Gesundheit geehrt. Die Universität Würzburg verleiht Renate Schülke-Schmitt – genau 30 Jahre, nachdem diese anlässlich der 400-Jahr-Feier mit dem Verkauf von Sonderbriefmarken, Jubiläums-T-Shirts, Bier- bzw. Weinkrügen ihre erste „Aufgabe“ als Mitarbeiterin der Universität übernahm – für ihre herausragende Arbeit in der Klinikverwaltung und ihren hervorragenden Beitrag zur harmonischen Zusammenarbeit zwischen Klinikum und Universität zum Stiftungsfest 2012 die Medaille „Bene Merenti“ in Gold.

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