piwik-script

Intern
    Professional School of Education

    Sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit machen – Chamisso-Preisträger Michael Stavarič in Würzburg

     

    Lesung des Chamisso-Literaturpreisträgers Michael Stavarič


    Michael Stavarič, Jahrgang 1972, gebürtiger Tscheche, der mit sieben Jahren nach Österreich kam, ist Autor von Kinderbüchern und Romanen und wurde unter anderem mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet.

    Auf Einladung der Professional School of Education und des Lehrstuhls für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur und in Kooperation mit dem Internationalen Forschungszentrum Chamisso-Literatur IFC kam er jetzt im Rahmen der Fortbildungsreihe interkulturelle Literatur nach Würzburg. Denn in den Klassenzimmern aller Schulformen und Schulstufen ist das Zusammenleben und -lernen von Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen kulturellen Hintergründen längst eine Selbstverständlichkeit geworden. Es liegt nahe, auch und gerade im Literaturunterricht die kulturelle Vielfalt zu thematisieren und zu reflektieren. Hier setzt die Fortbildungsreihe interkulturelle Literatur an:  Schülerinnen und Schüler sollen auf der Grundlage literarischer Texte zum Nachdenken beispielsweise über die Kategorien „das Eigene“ und „das Andere“ angeregt werden und sich so mit der sie umgebenden gesellschaftliche Realität auseinandersetzen. Die Beschäftigung mit der eigenen kulturellen Herkunft und der Frage nach der Identität ist wesentlich für die Sozialisation und die Enkulturationsprozesse junger Menschen. Mit Michael Stavarkonnte hier ein Autor gewonnen werden, der das Aufwachsen in verschiedenen Kulturen und Sprachen kennt und diesen Gedanken weiter trägt.

     Gemeinsam mit Kindern der 3. Klasse der Mönchbergschule arbeitete der Autor im Rahmen eines Workshops zu lautmalerischer Poesie. Die Kinder hörten und erfuhren neue Worte, die sie schnell in sich aufnehmen können. Der Gedanke dahinter: Die Fülle an neuen Worten für Altbekanntes, wie das „Quak Quak“ des Frosches oder das „Kikeriki des Hahnes in den verschiedenen Sprachen, eröffnet Einblicke in eine neue Kultur. Die Schülerinnen und Schüler der Mönchbergschule, die selbst aus verschiedenen Ländern stammen, konnten hier einiges beitragen und gleichzeitig vieles verstehen. Was ist wahr? Der Frosch quakt überall gleich – allein der Mensch macht hier den Unterschied.

    Bei einer öffentliche Lesung im Theatersaal der Mönchbergschule am Abend gab Stavarič dann für alle Interessierte Einblicke in sein Werk, das von einem kreativen Zugang zur Sprache geprägt ist. Mit seinem Buch „Europa eine Litanei“ liefert Stavarič eine „Aufzählung von seltsamen Dingen bei der etwa 50% der Wahrheit entsprechen“, wie es der Autor beschreibt. Es bleibt auch hier Aufgabe des Lesers, so er das möchte, sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit zu machen.

    Einig sind sich die Beteiligten: Diese Veranstaltungsreihe aus dem Kontext Interkulturelle Literatur mit Autoren-Workshops und einer Lesung soll auch im Wintersemester 16/17 eine Fortsetzung finden.


    Weitere Informationen zum Autor finden Sie hier

     

    Zur Fortbildungsreihe:
    In den Klassenzimmern aller Schulformen und Schulstufen ist das Zusammenleben und -lernen von Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen kulturellen Hintergründen längst eine Selbstverständlichkeit geworden. Allein dies legt nahe, auch und gerade im Literaturunterricht die kulturelle Vielfalt zu thematisieren und zu reflektieren.
    Die Beschäftigung mit der eigenen kulturellen Herkunft und der Frage nach der Identität ist wesentlich für die Sozialisation und die Enkulturationsprozesse junger Menschen. Hierzu leistet Literatur einen bedeutenden Beitrag, weil sie exemplarische Lebenslagen, Biografien oder Problemaufrisse präsentiert, die zur Grundlage einer – auch kontroversen – Auseinandersetzung bei der Suche nach eigener kultureller Identität werden können. Kulturelle Differenzen sind aus einer solchen Perspektive attraktive, aber eben nicht unüberwindbare, sondern produktiv nutzbare Potenziale.

    An der Universität Würzburg soll diese Auseinandersetzung gefördert werden, in dem einmal jährlich eine Autorin / ein Autor aus dem Bereich der Interkulturellen Literatur eingeladen wird. Je nach Zielgruppe (Schulform, Jahrgangsstufe) werden im Rahmen dieser Aufenthalte verschiedene Veranstaltungsformate angeboten: workshops mit Schulklassen, Kooperationsveranstaltungen zwischen Schulen und universitären Seminaren, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte und - in jedem Fall - eine öffentliche Lesung.

    Hinweis zum Datenschutz

    Mit 'OK' verlassen Sie die Seiten der Universität Würzburg und werden zu Facebook weitergeleitet. Informationen zu den dort erfassten Daten und deren Verarbeitung finden Sie in deren Datenschutzerklärung.

    Hinweis zum Datenschutz

    Mit 'OK' verlassen Sie die Seiten der Universität Würzburg und werden zu Twitter weitergeleitet. Informationen zu den dort erfassten Daten und deren Verarbeitung finden Sie in deren Datenschutzerklärung.

    Kontakt

    Professional School of Education (ehemals Zentrum für Lehrerbildung)
    Josef-Martin-Weg 52
    Campus Hubland Nord
    97074 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-83214
    E-Mail

    Suche Ansprechpartner

    Hubland Nord, Geb. 52