piwik-script

Intern
    Professional School of Education

    6. Dezember

    Coronabedingt konnte 2020 nur eine richtig große Veranstaltung stattfinden – die Lehramtsabsolventenfeier in der Neubaukirche im Januar.

    Weil jede Sprache wertvoll ist - „Mehrsprachigkeit“ war diesmal Thema des Vortrags von Sanna Pohlmann-Rother

    Sie sollen die deutsche Grammatik lernen. Und irgendwann flüssig Deutsch sprechen. Damit das gelingt, wird Kindern aus Migrantenfamilien oft verboten, in der Schule in ihrer Muttersprache zu reden. Das ist nicht gut, betonte Sanna Pohlmann-Rother, Inhaberin des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik an der Uni Würzburg bei der Akademischen Abschlussfeier der Lehramtsabsolventen in der Würzburger Neubaukirche. Mehrsprachigkeit, so Pohlmann-Rother, sei eine wertvolle Ressource.

    So gut wie alle Lehrer unterrichten heute Kinder aus fremden Kulturen. Auch jene 313 junge Menschen, die in diesem Wintersemester ihr Lehramtsstudium mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen haben, werden sehr wahrscheinlich Kinder aus der Türkei, aus Italien, Afghanistan oder Syrien in ihrer Klasse sitzen haben. „Lassen Sie sich auf die sprachliche Vielfalt ein“, appellierte Pohlmann-Rother. Alle Sprachen, so die Pädagogin, hätten „Bildungswert“. Mehrsprachigkeit sollte deshalb in Schulen gefördert werden: „Zum Beispiel, indem man die Sprachen der Kinder in den Unterricht einbindet.“

    Wer sich in Kinder aus Migrantenfamilien hineindenkt, erkennt unschwer, wie problematisch „Sprachverbote“ in der Schule sind. „Die Kinder erfahren ihre Sprachpraxis als Abweichung von der Norm“, so Pohlmann-Rother. Und zwar selbst dann, wenn sie in der Schule die Mehrheit stellen. Laut der Professorin gibt es keine Studie, die nachweisen könnte, dass das Unterdrücken der Familiensprache für die Kinder förderlich wäre: „In Studien zeigt sich eher, dass die systematische Einbeziehung von Mehrsprachigkeit gut für das Schulklima ist.“

    Fünf Studierende glänzten im Examen mit durchweg guten Leistungen. Als Prüfungsbeste wurden sie während der Abschlussfeier von Uni-Vizepräsidentin Ulrike Holzgrabe und PSE-Geschäftsführer Matthias Erhardt besonders geehrt. Beste von 64 Absolventen des Grundschullehrsamts war Lorena Hock. Sebastian Zechel legte das beste Staatsexamen von 38 angehenden Mittelschullehrern ab. Nina Schmolinsky war Beste unter 89 Studierenden der Sonderpädagogik. Julia Holleber schloss ihr Studium auf Realschullehramt als Beste unter 25 Absolventen ab. Nicolas Braune war Bester unter 97 angehenden Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrern.