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Habilitation für Mediziner - ist sie wirklich veraltet?


Die Habilitation - unverzichtbarer Bestandteil oder Hemmschuh für die Karriere des Wissenschaftlers? Die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg wollte sich ein Bild davon verschaffen, wie ihre eigenen Hochschullehrer zur Habilitation stehen, und startete eine Fragebogenaktion. Das Ergebnis mag manchen verblüffen.

    Kürzlich nahm der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, kritisch zur deutschen Habilitation Stellung: Er hält sie durchwegs für ein Karrierehemmnis. Im Februar 1999 äußerten sich auch der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm, Prof. Dr. Guido Adler, und der dortige Prorektor, Prof. Dr. Jürgen Aschoff, in einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu diesem Thema. Sie bezeichneten die Habilitation als "obsolet" und plädierten für ihre Abschaffung. Diese Einstellung hat schon zu politischen Konsequenzen und entsprechenden Strukturvorschlägen geführt. Auch der Medizinische Fakultätentag wird sich mit dem Thema befassen.

    Die Würzburger Medizinische Fakultät wollte die Meinung ihrer Hochschullehrer zur Habilitation selbst ergründen. Ziel der Befragung waren diejenigen, die als bereits Habilitierte nach Würzburg gekommen sind, ebenso wie diejenigen, die sich in den vergangenen zehn Jahren in Würzburg in der Medizin habilitiert haben und noch vollamtlich hier tätig sind. Dekan Prof. Dr. Volker ter Meulen und Prodekan Prof. Dr. Klaus Toyka haben die Ergebnisse zusammengefasst.

    Demnach wurde die Umfrage von 154 Hochschullehrern beantwortet. Das in Würzburg geübte Habilitationsverfahren fand bei 114 der Befragten Zustimmung, bei 18 vorsichtige und bei 6 klare Ablehnung. Die Mehrheit sprach sich für eine kumulative Habilitation - dabei fließen auch bereits veröffentlichte, eigene wissenschaftliche Arbeiten zum Thema ein - anstelle der traditionellen Habilitationsschrift aus. Beides ist in der Würzburger Habilitationsordnung möglich.

    Die von den Professoren Winnacker, Adler und Aschoff vorgeschlagenen habilitationsäquivalenten Leistungen wurden nur von einem Viertel der Befragten als sinnvolle Alternative angesehen. Auch auf den mündlichen Teil des Habilitationsverfahrens, das Kolloquium vor der Fakultät, wollte nur eine kleine Minderheit verzichten. Einige Befragte wiesen zu Recht darauf hin, dass die deutsche Habilitationsschrift ja nicht grundsätzlich anders sei als ein Doctor of Philosophy (Ph.D.) in den anglo-amerikanischen Universitäten.

    Gab es bei der Beurteilung der wissenschaftlichen Vorleistungen offenbar klare Mehrheitsverhältnisse, war bezüglich der Lehrleistungen etwa die Hälfte der Befragten der Meinung, dass die pädagogischen Fähigkeiten noch stärker berücksichtigt werden sollten. Auch sollten Pädagogikkurse angeboten werden - ein Ansatz, der bei der jüngst begründeten Veranstaltungsserie "Lehren und Lernen" an der Universität Würzburg bereits zu erkennen ist.

    Interessant auch die Antworten der jüngeren Hochschullehrer, die sich in den vergangenen zehn Jahren in Würzburg habilitiert haben: Hier waren ebenfalls drei Viertel für die Beibehaltung des ihnen vertrauten Verfahrens. Besonders viele sprachen sich für die kumulative Habilitation als bevorzugte Form der schriftlichen Habilitationsleistung aus. Die einzige Gruppe, bei der sich immerhin ein Drittel für habilitationsäquivalente Leistungen im Sinne der Winnacker-Empfehlung aussprach, waren die Hochschullehrer in den medizinisch-theoretischen Fächern, bei denen der Anteil naturwissenschaftlich ausgebildeter und promovierter Wissenschaftler besonders hoch ist.

    Die Medizinische Fakultät sieht deshalb keine Veranlassung, auf die Habilitation zu verzichten, erkennt aber durchaus eine Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten. Die Leistungsfähigkeit der medizinischen und naturwissenschaftlichen Hochschullehrer der Fakultät beweise vielmehr, dass ein wichtiger Bewährungsschritt wie die Habilitation durchaus seinen Platz in der Qualitätssicherung hat. Erfolgreich könne in der Medizin allerdings nur derjenige Wissenschaftler sein, der genügend Freiraum für seine wissenschaftlichen Aktivitäten erhält. Hier sieht die Fakultät in einer umfangreichen Drittmittelförderung, sei es in Forschungsverbünden, Forschergruppen oder Einzelvorhaben, den besten Weg, die wissenschaftliche Laufbahn junger Mediziner in ihrer Dreifachbelastung als Arzt, akademischer Lehrer und Forscher nicht zum Hemmnis für die wissenschaftliche Entwicklung werden zu lassen.



Die Bausteine Unterfrankens am Wittelsbacherplatz


Drei fast mannshohe Blöcke aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper stehen seit kurzem an der Südseite des Universitätsgebäudes Wittelsbacherplatz 1. Aus diesen Gesteinen ist Unterfranken hauptsächlich aufgebaut.

    Die drei "Bausteine Unterfrankens" dienen in erster Linie der Ausbildung von Studierenden der Didaktik der Geographie, sind aber darüber hinaus für jeden zugänglich, zum Beispiel für Schulklassen. Hauptziel sei es gewesen, "dass auch die Bürger etwas von den Steinen haben", so Prof. Dr. Dieter Böhn, Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Geographie, der die Steinblöcke unter dem Motto "Geologie zum Anfassen" bei einer kleinen Einweihungsfeier am 10. Juni vorstellte.

    Prof. Dr. Herbert Voßmerbäumer, Dekan der Fakultät für Geowissenschaften, erläuterte den geologischen Hintergrund der Lehrobjekte. Diese wurden vor 245 bis 202 Millionen Jahren in der sogenannten Trias im Erdmittelalter abgelagert. Der auffällig rot gefärbte Block aus Buntsandstein kommt aus Eichenbühl bei Miltenberg. Seine wichtigsten Merkmale sind die feine, einheitliche Kornstruktur, die Fossilarmut und der hohe Quarzgehalt. Spessart, Odenwald und Südrhön stammen überwiegend aus Buntsandstein. Dessen hoher Quarzgehalt äußert sich in wenig fruchtbaren Böden, auf denen sich ausgedehnte Wälder angesiedelt haben. Das Landschaftsrelief wird von weit gespannten Hochflächen mit scharf eingeschnittenen Tälern bestimmt.

    Das Beispiel für den Muschelkalk stammt aus Kirchheim, einem Zentrum der Kalkstein-Industrie im Landkreis Würzburg. In diesem Gestein zeigen sich die Ablagerungsbedingungen eines flachen Meeres in Äquatornähe. An seinem Aufbau sind die Kalkschalen von Meeresorganismen beteiligt; die Hohlräume entstanden durch den nachträglichen Abbau der leichter löslichen Schalenbruchstücke. Der Muschelkalk baut den westlichen Teil der Mainfränkischen Platten auf.

    Als Beispiel für den Keuper schließlich steht ein Rhät-Sandstein aus Buch im Landkreis Haßberge vor dem Gebäude Wittelsbacherplatz. Fast alle Keuperschichten weisen einen hohen Tongehalt auf. Die wechselnden Korngrößen und Kreuzschichtungen in diesem Stein zeigen ungleichmäßige Ablagerungsbedingungen an. Das Keupergebiet umfasst den östlichen Teil von Grabfeld und Mainfränkischen Platten, die Windsheimer Bucht sowie Haßberge, Steigerwald und Frankenhöhe.



Linux-Arbeitsplätze im Rechenzentrum


Das Rechenzentrum der Universität Würzburg unterstützt seit Jahren das frei erhältliche Betriebssystem Linux und bietet dazu seit 1995 auch regelmäßig Workshops an. In den Benutzerräumen am Hubland stehen nun außerdem zunächst zwei Arbeitsplätze zur Verfügung, auf denen SuSE Linux 6.1 installiert ist.

    Als Server-Plattform für Internet-Dienste oder Datenbanken hat Linux einer Mitteilung des Rechenzentrums zufolge mittlerweile weltweit große Bedeutung gewonnen. So würden nach unabhängigen Erhebungen im Internet bereits mehr WWW-Server unter dem leistungsfähigen und kostengünstigen Betriebssystem Linux als unter Windows betrieben. Siehe dazu:
http://www.heise.de/newsticker/data/fr-27.02.99-000/


    Mit den neueren Entwicklungen bei Benutzeroberflächen und verfügbarer Anwendersoftware werde Linux zunehmend auch im Desktop-Bereich eine ernstzunehmende Alternative zu Windows. Die zwei neuen Linux-Arbeitsplätze im Rechenzentrum sind mit Prozessoren des Typs Pentium II mit einer Taktfrequenz von 450 Megahertz ausgestattet. Sie sind als Ergänzung zu den seit 1994 betriebenen Unix-Workstations von DEC gedacht und bieten eine Alternative zu den Windows 95-Arbeitsplatzrechnern im Benutzerbereich.

    Neben allen gängigen Kommunikationsprogrammen für Mail, News, WWW usw., die bei Linux zum Standardlieferumfang gehören, steht an diesen Arbeitsplätzen mit StarOffice 5.0 auch ein Office-Paket zur Verfügung, das sich der Mitteilung des Rechenzentrums zufolge durchaus mit Microsoft Office 97 messen kann. Über X-Windows können die Benutzer außerdem auf die gesamte auf den Computeservern des Rechenzentrums installierte Software zugreifen.

    Bei entsprechender Nachfrage ist daran gedacht, mittelfristig einen ganzen Benutzerraum mit Linux auszustatten. Weitere Informationen finden sich im Internet:
http://www.rz.uni-wuerzburg.de/system/linux/




Prof. Dr. Josef Stoer wird 65


Der Mathematiker Prof. Dr. Josef Stoer feiert am Montag, 21. Juni, seinen 65. Geburtstag. An der Universität Würzburg lehrt und forscht er seit nunmehr 30 Jahren im Bereich der Angewandten Mathematik.

    Die Arbeitsgebiete des Wissenschaftlers sind die Numerische Mathematik sowie Optimierungsmethoden und ihre Theorie. Fünf Jahre lang hat er zudem im Schwerpunktprogramm "Anwendungsbezogene Optimierung und Steuerung" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mitgearbeitet. Von Prof. Stoer stammt unter anderem das Lehrbuch "Numerische Mathematik I", dessen achte Auflage in diesem Jahr auf den Markt kommen wird. Ein anderes seiner Bücher, bei dem er Mitautor ist, liegt in englischer, italienischer, polnischer und chinesischer Sprache vor.

    Josef Stoer, 1934 in Meschede geboren, studierte Mathematik und Physik in Münster und München. 1961 promovierte er in Mainz, drei Jahre später folgte die Habilitation an der Technischen Hochschule München. Bevor er 1969 nach Würzburg kam, hielt sich der Mathematiker von 1967 bis 1969 als "Visiting Associate Professor" an der Universität von Kalifornien in San Diego auf. Einen Ruf nach Köln lehnte Prof. Stoer 1972 ab.

    Außer in Würzburg engagierte er sich auch an der Universität Augsburg: Deren Strukturbeirat gehörte er Anfang der 70er Jahre an; von 1980 bis 1984 wirkte er dort zudem als Vorsitzender der Berufungskommission Mathematik bei der Gründung der Naturwissenschaftlichen Fakultät mit. An der Alma Julia wurde Prof. Stoer zweimal zum Dekan seiner Fakultät und zweimal in den Senat gewählt.

    In der internationalen Vereinigung für Informationsverarbeitung, der "International Federation for Information Processing" (IFIP), war der Mathematik-Professor von 1973 bis 1985 als deutscher Vertreter im Technischen Komitee "System Modelling and Optimization" tätig, und zwar mehrere Jahre als Vorsitzender. 1977 leitete er die 8. IFIP-Konferenz über Optimierungstechniken in Würzburg.

    Prof. Stoer ist Mitherausgeber mehrerer wissenschaftlicher Zeitschriften. Seit 1981 gehört er der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an und er erhielt 1995 den wissenschaftlichen Preis der Gesellschaft für Mathematik, Ökonomie und Operations Research. Die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität München wurde ihm im Jahr 1997 verliehen.



Schnupperstudium soll Bild vom Lehrbetrieb vermitteln


Sechs Wochen als "Student auf Probe" - das Schnupperstudium an der Universität Würzburg macht das möglich. Es läuft seit Montag, 14. Juni.

    Bis 22. Juli haben Abiturientinnen und Abiturienten die Gelegenheit, sich beim Schnupperstudium ein anschauliches Bild vom Lehrbetrieb an der Universität zu machen. Dabei ist es möglich, an einer Vielzahl von regulären Lehrveranstaltungen aller zwölf Fakultäten teilzunehmen. Weil das Schnupperstudium mehrere Wochen dauert, können einzelne Seminare oder Vorlesungen regelrecht "auf Probe" studiert werden.

    Mit diesem Angebot will die Universität Würzburg zu einem erfolgreichen Studienstart beitragen. Die Studieninteressenten können die Zeit zwischen Abitur und Bewerbung nutzen, um zu testen, ob ihr Wunschstudium ihren Erwartungen entspricht. Eine solche Orientierungsphase vor dem Beginn des Studiums hilft Missverständnisse und falsche Erwartungen zu erkennen - beides häufige Ursachen für einen Studienabbruch bzw. Fachwechsel in den ersten Semestern.

    Die in der Zentralverwaltung der Universität angesiedelte Studienberatung hat zum Schnupperstudium ein Programmheft erstellt. Es liegt bei den Gymnasien in Unterfranken und im Main-Tauber-Kreis sowie bei den Berufsberatungen der Arbeitsämter Würzburg, Aschaffenburg, Schweinfurt und Tauberbischofsheim für Abiturienten bereit.

    Zudem kann das Programmheft montags bis freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr bei der Zentralen Studienberatung in der Ottostraße 16, 97070 Würzburg, abgeholt oder gegen Einsendung eines Freiumschlags im Format DIN C 5 angefordert werden. Das Programm steht natürlich auch im Internet:
http://www.zv.uni-wuerzburg.de/studentenkanzlei/framesti.htm




Vorträge von Frauen, aber nicht nur für Frauen


Die Vortragsreihe "blick - wechsel: geschlechter verque(e)r" an der Universität Würzburg will einen fachlichen Austausch, einen Blick- und Wortwechsel zwischen den Geschlechtern in Gang setzen.

    Die Begriffe "quer" bzw. das englische "queer" (sonderbar) sollen ausdrücken, dass dabei ein unkonventioneller Umgang mit den traditionellen Geschlechterrollen angestrebt wird. Die Reihe mit "Vorlesungen von Frauen, aber nicht nur für Frauen" wird veranstaltet vom Frauenbüro der Universität Würzburg und der Gruppe "chrysothemis" in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten der Universität. Die Vorträge beginnen um 19.15 Uhr in der Bibliothek des Instituts für Philosophie im Südflügel der Residenz.

    Am Donnerstag, 24. Juni, spricht Dr. Susanne Bär, LL.M., vom Institut für öffentliches Recht (Bereich der Rechtstheorie und Rechtsvergleichung, unter anderem feministische Ansätze der Rechtswissenschaft) der Humboldt-Universität Berlin. Ihr Thema: "Bürgerinnen in Europa? Anmerkungen zur Konstruktion von Bürgerschaft durch Recht".

    "Die Ethik der sexuellen Differenz - ein Tabu?" ist der Titel des Referats von Diplom-Psychologin Ingrid Buchfeld, die zur Zeit an einer Promotion zur Philosophie an der Universität Würzburg arbeitet. Sie spricht am Donnerstag, 8. Juli.



Prof. Dr. Alfred Herold gestorben


Im Alter von 70 Jahren ist am 2. Juni der Würzburger Geograph und Mainfrankenspezialist Dr. Alfred Herold gestorben. Er wirkte bis 1994 als Professor am Lehrstuhl für Kulturgeographie II der Universität Würzburg.

    Der am 29. Januar 1929 in Würzburg als ältester Sohn einer Kaufmannsfamilie geborene Alfred Herold wurde schon früh von großem Fernweh erfasst: Bereits als kleiner Knirps erkundete er, oft gegen den Willen der Eltern, per Rad oder Anhalter seine Heimat. Über seine Wahrnehmungen fertigte er dann, meist während der Schulstunden, Landkarten, Stadtpläne und ganz besonders Gleispläne an. Keine Gelegenheit auslassend, befand er sich häufig wochenlang auf Rundreise. Wegen der Kriegswirren waren seine Erkundungszüge zuerst auf das damalige Deutsche Reich beschränkt. Als es dann aber die Möglichkeit gab, ins Ausland reisen zu können, gehörte er zu den ersten "deutschen Touristen" in Italien. Es folgten mehrere hundert Auslandsreisen und Exkursionen, zuerst studiumsbegleitend als Reiseleiter, später als Hochschullehrer und Wissenschaftler.

    Sein ursprünglicher Berufswunsch war Lokomotivführer, um die Welt auf dem Führerstand erkunden zu können. Aufgrund seiner schulischen Leistungen wurden er und ein Mitschüler seines Abiturjahrganges jedoch zum Studium vorgeschlagen. Die Entscheidung, Geographie zu studieren, erfolgte auf den Rat eines väterlichen Lehrers, der schon früh die Berufung des jungen Alfred Herold dafür erkannte. Hier konnte er sein Fernweh und seinen Wissensdurst stillen. Seiner Liebe zur Eisenbahn blieb er aber bis zuletzt treu: So widmete er sich nicht nur in zahlreichen Untersuchungen und Veröffentlichungen der geographischen Bedeutung der Bahn, sondern wirkte auch an verschiedenen Eisenbahnbüchern mit.

    1949 nahm er das Studium der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Geographie an der Universität Würzburg auf. 1956 folgte die Promotion mit einer Dissertation über den Obstanbau in Franken, die in der Festschrift zum Deutschen Geographentag Würzburg abgedruckt wurde. Es folgte ein zweijähriger Forschungsauftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft über das Fränkische Gäuland, dessen erste Ergebnisse er 1959 als jüngster Wissenschaftler auf dem Deutschen Geographentag in Berlin vorstellte.

    Anschließend erhielt er von der Studienstiftung des Deutschen Volkes ein "Stipendium zur Förderung des Hochschullehrernachwuchses". Er war Assistent am Institut für Geographie bei Prof. Dr. Julius Büdel. Im Alter von 35 Jahren habilitierte er 1964 über den zelgengebundenen Anbau im Fränkischen Gäuland. 1966 ernannte ihn die Universität Würzburg zum Universitätsdozenten, 1967 folgte die Umhabilitation an die Universität Mainz, wo er 1968 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt wurde. 1973 erhielt er den Ruf als Professor für Regional- und Wirtschaftsgeographie an seine Heimatuniversität Würzburg, der er trotz manch verlockendem Angebot bis zu seinem Ruhestand treu blieb.

    Zu den Schwerpunkten der Forschungs- und Lehrtätigkeit Prof. Herolds gehörte die Landeskunde Nord-, Mittel- und Südosteuropas. Nach Forschungsaufenthalten in Kanada, Mitte der 80er Jahre, eröffnete er sich mit Nordamerika ein weiteres Lehr- und Forschungsgebiet. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hat er unter anderem in zahlreichen Spezialuntersuchungen zur Wirtschafts-, Siedlungs- und Verkehrsgeographie dargelegt. Er war zudem Mitarbeiter bzw. Mitherausgeber von Lexika, Handbüchern, Atlanten, Reiseführern und Sachbüchern.

    Sein besonderes Interesse galt seiner fränkischen Heimat. Herold arbeitete hier vor allem auf dem Gebiet der agrargeographischen Entwicklung und Differenzierung Frankens. Außerdem beschäftigte er sich mit kulturgeographischen Einzel- und Übersichtsstudien zu Städten und Landkreisen in Unterfranken. Ein weiterer regionaler Forschungsbereich war der Ausbau der Verkehrswege in Franken und Südthüringen und ihre räumlichen Verflechtungen aus geographischer Sicht.

    Dem als Mainfrankenspezialisten geltenden Dozenten wurde vom Geographischen Institut anlässlich seines 65. Geburtstages die Festschrift "Mensch und Umwelt in Franken" gewidmet. Durch seine forscherische Praxis habe er die Einheit der Geographie an der Berührungsstelle zwischen Mensch und Natur sichern helfen, den Stil des Würzburger Geographischen Institutes mitgeprägt und damit zu einem positiven Image der Studienabgänger als angewandte Geographen, nicht nur auf dem Arbeitsmarkt beigetragen. Sein enzyklopädisches Wissen und sein ganzheitlicher Ansatz ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Aktivitäten. Sein wissenschaftliches Vermächtnis umfasst über 100, zum Teil preisgekrönte Veröffentlichungen. Er war Mitglied zahlreicher regionaler, nationaler und internationaler Institutionen und Mitwirkender in verschiedenen Ausschüssen. Von 1962 bis 1967 war es zudem Generalsekretär der Geographischen Gesellschaft Würzburg.

Dr. Bernhard Herold




Prof. Lohse hält Festvortrag bei der DFG-Jahresversammlung


"Die Sprache der Zellen", so heißt der Festvortrag, den Prof. Dr. Martin Lohse vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg am Dienstag, 22. Juni, im Bremer Rathaus halten wird. Anlass ist die Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die vom 20. bis 23. Juni in der Hansestadt abgehalten wird. Prof. Lohse hat als einer von zehn deutschen Forschern den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 1999 der DFG zugesprochen bekommen. Diese Auszeichnung ist mit drei Millionen Mark der höchstdotierte deutsche Wissenschaftspreis. Seinen Vortrag hält der Würzburger Pharmakologe bei einer Festveranstaltung, bei der unter anderem Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn Grußworte spricht. Außerdem berichtet DFG-Präsident Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker über die Arbeit der Forschungsgemeinschaft sowie über deren augenblickliche Fragestellungen.



Eine nationale Genominitiative für Deutschland


Die Genomforschung steht für die Bemühungen, die Erbanlagen aller lebenden Organismen zu entschlüsseln und zu verstehen, wie sie die Lebensprozesse steuern. Zu den "Perspektiven der Genomforschung" hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt eine Stellungnahme verabschiedet. Darin regt sie eine gemeinsame Anstrengung der Wissenschaft und des Staates im Interesse der Genomforschung an.

    Die Genomtechnologie stellt nicht nur die Biologie auf eine neue Grundlage, sondern wird laut DFG Technologien hervorbringen, die ganze Wirtschaftszweige revolutionieren werden. Dazu zählen Branchen wie die Arznei- und Nahrungsmittelindustrie oder die Umwelttechnik. Insbesondere die Medizin werde von den Fortschritten profitieren: Zum Beispiel könnten die molekularen Ursachen von Krankheiten aufgeklärt und schneller diagnostiziert werden und es ließen sich neuartige Therapiekonzepte, Medikamente und Impfstoffe entwickeln.

    "Diese Entwicklungen werden die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und Industrienationen untereinander verschieben, wobei die Wertschöpfung für die neuen Produkte in den Ländern stattfinden wird, die diese Technologien beherrschen und die entsprechenden Firmen beherbergen. Das Innovationspotential der Gentechnologie schafft dabei eine neue Kategorie von Arbeitsplätzen", so teilt die DFG mit.

    Die USA hätten diese Chancen erkannt. Auch Grossbritannien und Frankreich befänden sich durch ihren frühzeitigen Einstieg in die Genomforschung in einer guten Ausgangsposition. Die französische Regierung beabsichtige, in den kommenden drei Jahren zusätzliche 330 Millionen US-Dollar in die Genomforschung zu investieren.

    Auch in Deutschland sind nach Einschätzung der DFG die vielversprechenden Perspektiven und das große Potential inzwischen erkannt worden. Der sich klar abzeichnende Nutzen in Hinblick auf Diagnostik und Therapie werde von der Bevölkerung positiv bewertet. Die BioRegio-Initiative zur Unternehmensgründung habe erste Impulse gegeben und zu Neugründungen im Kernbereich der Biotechnologie geführt. Um den begonnenen Aufschwung zu nutzen und um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, brauche Deutschland eine nationale Genominitiative, so die Stellungnahme.

    Für eine solche, von der Öffentlichkeit getragene Initiative empfiehlt die DFG, die derzeitigen projektbezogenen Fördermittel in den kommenden fünf Jahren um eine Milliarde Mark aufzustocken. Ein nationales Gremium solle die Genomprojekte koordinieren. Zudem schlägt die DFG vor, die Projekte mit einer interdisziplinären Forschung über ethische, rechtliche und soziale Fragestellungen zu begleiten, um der Gesellschaft eine Abwägung der Risiken und Chancen zu ermöglichen.

    Die DFG-Stellungnahme zu den "Perspektiven der Genomforschung" kann im Internet abgerufen werden:
http://www.dfg.de/aktuell/




Fortbildung für Augenärzte


Die neuesten Erkenntnisse über Liderkrankungen und die Lidchirurgie sollen bei der Würzburger Augenärztlichen Fortbildung am Mittwoch, 23. Juni, zur Sprache kommen. Diese Veranstaltung der Augenklinik der Universität Würzburg beginnt um 17.15 Uhr im Hörsaal der Klinik, Josef-Schneider-Straße 11. Die Vorträge befassen sich unter anderem mit der modernen Lidchirurgie mittels Kohlendioxid-Laser oder mit Bissverletzungen im Lidbereich. Zum Schluss gibt es ein Quiz über Lidbefunde. Weitere Informationen unter T (0931) 201-5601, Fax (0931) 201-2245, E-Mail:
k-augen@augenklinik.uni-wuerzburg.de



NEU AN DER UNIVERSITÄT




Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz


Zum Sommersemester 1998 hat Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz (43) an der Universität Würzburg den Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts übernommen. Er trat damit die Nachfolge von Prof. Dr. Paul Neuenzeit an.

    Hans-Georg Ziebertz wuchs am Niederrhein auf und studierte in Münster Katholische Theologie, Erziehungswissenschaften und Soziologie. Bereits während des Studiums engagierte er sich in der kirchlichen Jugendarbeit. Nach dem Diplom in Theologie und Pädagogik arbeitete er dann von 1984 bis 1990 als Referent im Jugendhaus Düsseldorf. Berufsbegleitend schrieb Ziebertz an der Katholischen Universität Nijmegen (Niederlande) eine empirisch-theologische Doktorarbeit "Moralerziehung im Wertpluralismus". Die Herausforderung des modernen Pluralismus für Kirche und Theologie ist ein Grundmotiv seiner Arbeit geblieben.

    Von 1990 bis 1995 schloss sich eine Dozentur an der Universität Nijmegen an, wo Ziebertz den Bereich der Religionspädagogik und Lehrerausbildung betreute und durch eine Unterrichtstätigkeit Kontakt zur Schule hielt. Bei Prof. Van der Ven erlernte er das Handwerk der empirischen Arbeit in der Theologie. Daraus erwuchsen unter anderem Studien zur Berufsmotivation von Lehrern, zu den Studienkarrieren von Theologiestudierenden, zur Einstellung von Schülern und Lehrern zu Konzepten (inter-)religiösen Lernens und zu Fragen religiöser Sozialisation in der Moderne.

    Sein interdisziplinäres Interesse war ein wesentliches Motiv, 1993 in Tübingen mit einer historisch-empirischen Untersuchung zur Sexualerziehung in der Pädagogik zu promovieren. 1994 habilitierte sich Prof. Ziebertz dann in der Religionspädagogik an der Universität Mainz. 1995 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Katholisch-Theologischen Universität Utrecht, verbunden mit der Leitung der Fachgruppe für Praktische Theologie. Gemeinsam mit der protestantischen Fakultät entwickelte er ein Forschungsprogramm über "Religion und Moderne", aus dem sich zahlreiche internationale Kontakte und Kooperationen ergaben. In seiner Utrechter Zeit machte Ziebertz auch Bekanntschaft mit dem anglo-amerikanischen Evaluationssystem, und zwar als Mitglied einer Kommission, die alle theologischen Fakultäten in Belgien und den Niederlanden evaluierte.

    Was die Forschung betrifft, will Prof. Ziebertz in Würzburg seine Studien zur religiösen Sozialisation fortsetzen. Zur Bündelung der Forschungsaktivitäten an seinem Lehrstuhl hat er das Programm "Religionspädagogik in der Pluralität" entwickelt. Im methodischen Bereich plant er, die empirisch-theologischen Arbeitsweisen in der Religionspädagogik voranzubringen. Ziebertz erachtet ein Miteinander von Forschung und Lehre für wichtig: Praxis ohne Forschungseinflüsse werde oberflächlich und laufe leer, wogegen eine Forschung ohne Bezug zur Praxis sich leicht verselbständigen könne. Der Professor hält es für geboten, Studierende in dieses Spannungsfeld hineinzuziehen. Bei der Vorbereitung auf akademische Berufe ist seiner Meinung nach nicht stets mehr Praxis nötig, sondern eine bessere "Theorie der Praxis". Die Universität könne nicht auf spezielle Situationen vorbereiten, wohl aber das Rüstzeug vermitteln, damit Akademiker in der Praxis nicht ins Straucheln geraten.


FORSCHUNGSPROJEKTE




Neue Mittel zur Behandlung stärkster Schmerzen


Starke Schmerzen können durch Tumoren oder auch durch große Operationen verursacht sein. Ihre Bekämpfung ist bei der Behandlung entsprechender Patienten ein wichtiges, aber nicht immer erreichbares Ziel. An der Universität Würzburg arbeiten Wissenschaftler deshalb an der Entwicklung neuer Mittel, mit denen sich stärkste Schmerzen bekämpfen lassen.

    Seit Jahrtausenden kennt die Menschheit die schmerzlindernde Wirkung des Morphiums, eines klebrigen Saftes, der aus den reifen Kapseln des Schlafmohns gewonnen wird. Vor rund 200 Jahren isolierte der Apotheker Friedrich Sertürner aus diesem Saft, der ein Gemisch aus vielen, meist chemisch ähnlichen Substanzen darstellt, den gegen Schmerzen wirksamen Arzneistoff, das Morphin.

    Dieses kann zwar ausgezeichnet stärkste Schmerzen lindern, andererseits verursacht es Atmungsbeschwerden, Verstopfung und einen starken Harndrang. In der breiten Öffentlichkeit wird Morphin vor allem mit Abhängigkeit und Sucht in Zusammenhang gebracht, was bei der medizinischen Therapie aber keine Rolle spiele, so Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, Inhaberin des Würzburger Lehrstuhls für Pharmazeutische Chemie. Nichtsdestoweniger sei die Anwendung von Morphin bei schwerstkranken Patienten nicht problemlos. So wundert es nicht, dass schon seit Jahrzehnten nach Verbindungen gesucht wird, die dem Morphin ähneln, aber weniger Nebenwirkungen haben - bislang jedoch ohne Erfolg.

    Im Arbeitskreis von Prof. Holzgrabe wurden vor einigen Jahren Verbindungen mit dem zungenbrecherischen Namen Diazabicyclononanone gefunden, die dem Morphin chemisch kaum ähneln, aber mindestens so gut, wenn nicht noch besser Schmerzen lindern können - und zwar ohne dass sie bei hohen Dosierungen Atembeschwerden oder Verstopfung verursachen. Auch ein Suchtpotential konnte im Tierversuch nicht nachgewiesen werden.

    Die Arbeiten der Würzburger Professorin, die mit der pharmazeutischen Industrie vorangetrieben und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden, zielen darauf ab, die schmerzlindernde Wirkung dieser Verbindungen weiter zu steigern und gleichzeitig die sogenannte Bioverfügbarkeit, also das Anfluten des Arzneistoffes im Körper, zu erhöhen. Diese Ziele werden mit den modernen Methoden der Arzneistoffentwicklung, dem "Molecular Modelling" (Computerchemie), sowie mit systematischen Veränderungen der Leitstruktur der Wirkstoffe verfolgt.

    Die dabei neu synthetisierten Substanzen werden beim Pharmaunternehmen Grünenthal GmbH (Aachen) untersucht: Im Reagenzglas wird getestet, wie stark die Substanzen an die sogenannten Opioid-Rezeptoren binden, also an den Wirkort der morphinartigen Schmerzmittel. Geeignete Vertreter kommen dann in den Tierversuch, um ihre Wirkung zu beobachten und um toxikologische Daten zu gewinnen. Prof. Holzgrabe: "Bereits heute ist abzusehen, dass einige unserer neu synthetisierten Verbindungen das Zeug haben, um bei einer klinischen Studie am Menschen getestet zu werden. Bis zur Marktreife ist es aber noch ein sehr langer, dornenreicher Weg, der viel Geld kostet."

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Ulrike Holzgrabe, T (0931) 888-5460, Fax (0931) 888-5494, E-Mail:
holzgrab@pharmazie.uni-wuerzburg.de




Wissenschaftler arbeiten an neuartigem Knochenersatz


Der Ersatz von Knochen ist zum Beispiel dann nötig, wenn im Kieferbereich eines Patienten ein Tumor und mit diesem auch großräumig Knochen entfernt werden musste. Ein neuartiger Knochenersatz mit deutlichen Vorteilen soll am Lehrstuhl für experimentelle Zahnheilkunde der Universität Würzburg entwickelt werden.

    Das Ausgangsprodukt liegt den Wissenschaftlern um Prof. Dr. Roger Thull bereits vor: Es ist ein Pulvergemisch aus unterschiedlichen Kalziumphosphaten, das mit Wasser vermengt wird und so einen formbaren Zement zum Verschließen von Knochendefekten oder zum Aufbau fehlenden Knochens liefert. Nach seiner Aushärtung liegt der Zement als Hydroxylapatit vor - und dieser Stoff ist mit dem nicht-organischen Bestandteil von natürlichen Knochen identisch.

    Bislang seien Knochenzemente vor allem auf der Basis von plexiglasartigen Werkstoffen bekannt, so Prof. Thull. Doch diese würden sich, wie alle Kunststoffe, im Körper des Menschen mit der Zeit zersetzen. Dabei gelangen einerseits Bruchstücke der Kunststoff-Moleküle in den Organismus, andererseits wird der Werkstoff mechanisch geschwächt. Zudem lassen sich Abstoßungsreaktionen des Körpers beobachten - bei Hydroxylapatit dagegen sei all dies nicht der Fall, so der Würzburger Forscher.

    Trotz dieser Vorteile erfüllen die Hydroxylapatit-Zemente noch nicht alle klinischen Anforderungen. Ihre Abbindezeit und ihre mechanischen Eigenschaften nach dem Abbinden fallen mal so, dann wieder anders aus, sind also "nicht reproduzierbar", wie die Wissenschaftler sich ausdrücken. Die Ursachen dafür liegen im Abbindemechanismus und in der Struktur der Kalziumphosphat-Komponenten des Pulvergemisches.

    Deshalb versuchen die Mitarbeiter in der experimentellen Zahnmedizin zunächst, die Phosphatpulver sowohl einzeln als auch im Gemisch besser charakterisieren zu können - von Interesse sind Partikelgröße, die Verteilung der verschiedenen Größen im Gemisch und die elektrischen Oberflächeneigenschaften. Anschließend sollen die Anforderungen an die optimalen Komponenten festgelegt und der Zement im Kliniklabor als Prototyp hergestellt werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert diese Arbeiten.

    Außerdem wollen die Wissenschaftler verschiedene Beimischungen prüfen. So ließe sich der Zement etwa mit Antibiotika versetzen, um Infektionen im Anwendungsgebiet vorzubeugen. Oder man könnte Zytostatika beimengen: Diese Medikamente hemmen das Wachstum von Zellen und eignen sich damit für Zemente, die nach der Entfernung bösartiger Tumore als Knochenersatz verwendet werden.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Roger Thull oder Diplom-Chemiker Uwe Gbureck, T (0931) 201-7352, Fax (0931) 201-7350, E-Mail:
rthezm@mail.uni-wuerzburg.de



WISSENSCHAFTLICHE TAGUNGEN




Wie Bakterien, Viren und Parasiten dem Immunsystem entwischen


Die Strategien, mit denen sich Krankheitserreger dem Zugriff des menschlichen Immunsystems entziehen können, werden bei einem internationalen Workshop an der Universität Würzburg diskutiert.

    Trotz großer Fortschritte bei der Erforschung und Bekämpfung von Infektionen mit mikrobiellen Erregern sind diese nach wie vor weltweit von großer klinischer Bedeutung und für Millionen von Erkrankungen und Todesfällen verantwortlich. Der Mensch kann eine Infektionskrankheit dank seiner immunologischen Abwehrmechanismen überstehen: Das Immunsystem dämmt die Ausbreitung des Erregers im Organismus ein und sorgt dafür, dass er letztlich eliminiert wird.

    Doch sind die infektiösen Erreger ihrerseits auf eine bestimmte Verweildauer im Organismus angewiesen, um sich vermehren zu können und auf den nächsten Wirt überzugehen. Sie haben deshalb im Laufe der Evolution Strategien entwickelt, mit denen sie sich der Immunabwehr zumindest zeitweise entziehen. Dieser Aspekt wird bei dem internationalen Workshop "Immune Modulation by Pathogens" dargestellt. Veranstalter sind der Sonderforschungsbereich (SFB) 479 "Erregervariabilität und Wirtsreaktion bei infektiösen Krankheitsprozessen" und das Zentrum für Infektionsforschung der Universität Würzburg.

    Der Workshop in englischer Sprache findet von Donnerstag bis Samstag, 24. bis 26. Juni, im Hörsaal des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie in der Versbacher Straße 9 statt. Vorgetragen werden neuere Befunde über die Strategien, mit denen parasitäre, bakterielle und virale Erreger dem Immunsystem entgegentreten. Neben den 25 Referenten erwarten die Veranstalter etwa 300 Teilnehmer.

    Weitere Informationen: Sekretariat des SFB 479, Institut für Virologie und Immunbiologie, T (0931) 201-3845, Fax (0931) 201-3934, E-Mail bzw. Internet:
sfb-165@vim.uni-wuerzburg.de

http://www.uni-wuerzburg.de/SFB479/workshop.html




Europarecht im Informationszeitalter


Die rasante Entwicklung der Informationstechnologie stellt das Recht vor neue Herausforderungen, die nicht zuletzt durch den grenzüberschreitenden Charakter des Internet offensichtlich werden. Kein Wunder also, dass sich auch die Europäische Union als Gesetzgeber der entsprechenden Probleme annimmt. Mit dieser Thematik befassen sich die 5. Würzburger Europarechtstage.

    Wie ist der Einzelne gegen die unbefugte Weitergabe personenbezogener Daten im Internet zu schützen? Wie kann sichergestellt werden, dass Urheberrechte auch beim Herunterladen von Musik aus dem Netz geachtet werden? Wer kann überhaupt verantwortlich gemacht werden, wenn im Internet Inhalte auftauchen, die gegen Strafgesetze verstoßen oder die Rechte anderer - seien es Urheber-, Marken- oder Persönlichkeitsrechte - verletzen? Und zuletzt: Ist Europa nicht schon wieder zu klein, um das weltweite Internet juristisch erfassen zu können?

    Solche Fragen werden unter dem Titel "Europarecht im Informationszeitalter" am Freitag und Samstag, 25. und 26. Juni, in der Würzburger Neubaukirche erörtert. Veranstalter der für jedermann zugänglichen Europarechtstage ist die Juristische Fakultät der Universität Würzburg; der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung beginnt am Freitag um 15.30 Uhr. Zunächst referiert Prof. Dr. Spiros Simitis von der Universität Frankfurt über Probleme des Datenschutzes. Es folgt ein Vortrag von Dr. Margot Fröhlinger von der Europäischen Kommission, die über den Richtlinienentwurf zum "Electronic Commerce", dem über das Internet abgewickelten Handel, sprechen wird.

    Am Samstag geht es dann ab 9.00 Uhr um das Urheberrecht; es referieren Dr. Silke von Lewinski (München) und Prof. Dr. Wihelm Nordemann (Berlin). Nach einer Pause wird um 11.30 Uhr Prof. Dr. Thomas Hoeren aus Münster die Möglichkeiten und Grenzen einer europäischen Regulierung im Bereich des Informationsrechts ausloten.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Josef Drexl, T (0931) 31-2501, Fax (0931) 31-2503, E-Mail:
jdrexl@jura.uni-wuerzburg.de




Reaktionen zwischen Implantaten und Körpergewebe


Für Werkstoffe, die als Implantate in den Körper des Menschen eingebracht werden, hat sich in der Wissenschaft die Bezeichnung "Biomaterialien" eingebürgert. Beim Wullstein-Symposium an der Universität Würzburg diskutierten internationale Experten die Erfordernisse an Biomaterialien, ihre Anwendung im klinischen Alltag und die wissenschaftlichen Grundlagen. Dabei ging es vor allem um Mittelohr und Skelettsystem.

    Das Symposium fand am 29. und 30. April 1999 in der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke (HNO) der Universität Würzburg statt. Es wurde gemeinsam von der Klinik und dem Lehrstuhl für Experimentelle Zahnheilkunde ausgerichtet. Organisiert wurde die Veranstaltung von PD Dr. Konrad Schwager, Oberarzt an der HNO-Klinik, der auch die wissenschaftlichen Sitzungen moderierte. Der Name dieser Tagung geht auf Prof. Dr. Horst L. Wullstein zurück, den ehemaligen Inhaber des Lehrstuhls für HNO-Heilkunde in Würzburg, Mitbegründer der modernen Mittelohr-Chirurgie und Gestalter des Würzburger Kopfklinikums.

    In der Mittelohr-Chirurgie ist der Ersatz der durch chronische Ohrerkrankungen zerstörten oder unbrauchbar gewordenen Gehörknöchelchen tägliche Routine. So werden allein in der HNO-Klinik der Universität Würzburg pro Jahr an die 600 Mittelohrprothesen eingesetzt. Ein grundlegendes Problem bei allen Implantaten ist ihre Akzeptanz im Organismus: Viele Materialien, die anfangs günstig beurteilt wurden, zeigten sich in der längerfristigen Anwendung als wenig geeignet und wurden vom Körper abgestoßen. Deshalb ist die Suche nach verträglichen Werkstoffen für alle Fachrichtungen von Bedeutung, die sich mit Fremdmaterialien beschäftigen.

    Sehr lebhaft wurden beim Wullstein-Symposium vor allem die Möglichkeiten diskutiert, mit denen sich die Oberfläche von Biomaterialien gestalten lässt. Dabei soll mit den modernen Methoden der physikalischen, chemischen und biologischen Oberflächenmodifizierung eine Verbesserung der Verträglichkeit von Implantaten erreicht werden.

    Großes Interesse galt auch der Wechselwirkung zwischen Implantat und Körperzellen. Diese wird, wie die Forschung zunehmend erkennt, über Proteine vermittelt. Da die Gestalt von Proteinen von der Oberflächenladung beeinflusst wird, gelten Materialien mit einem Ladungsnullpunkt nahe dem physiologischen pH-Wert von 7,4 als bioverträglich. Dies sollte bei der Veränderung von Werkstoffoberflächen berücksichtigt werden, wie beim Symposium zu hören war.

    Dessen Teilnehmer befassten sich auch mit immunologischen Problemen, zum Beispiel mit allergischen Reaktionen auf Biomaterialien. Diese sind bei weit verbreiteten Werkstoffen wie Titan im allgemeinen selten. Derzeit liegen über allergische Erscheinungen nur Einzelfallberichte vor. Doch auch ungewöhnliche Reaktionen sollten immer Anlass für eine genaue Analyse sein.

    Zu dem Symposium mit Referenten aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Großbritannien und den USA waren rund 100 Teilnehmer gekommen. Die Veranstaltung zog nicht nur Mediziner und Grundlagenwissenschaftler an, sondern auch Vertreter der Industrie, insbesondere aus der Implantatherstellung. Die Teilnehmer bewerteten Zusammenkünfte wie das Würzburger Symposium als sehr wertvoll und wichtig für das interdisziplinäre Gespräch zwischen den verschiedenen medizinischen Fachrichtungen wie auch für die Einbindung von Grundlagenforschung und Industriefirmen.


PERSONALIA


Dr. Ingrid BUTTERHOF, Wissenschaftliche Angestellte, Klinik für Anaesthesiologie, wurde mit Wirkung vom 02.06.1999 zur Akademischen Rätin z.A. ernannt.

Prof. Dr. Kurt KOCHSIEK, ehem. Direktor der Medizinischen Universitätsklinik, wurde von der Universität Leipzig im April 1999 die Ehrendoktorwürde verliehen.

PD Dr. Hans-Bernd REITH, Oberassistent, Chirurgische Klinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 08.06.1999 zum Akademischen Rat z.A. ernannt.

Dr. (Univ. Buenos Aires) Flavio ROCES DIPIAZZA, wissenschaftlicher Assistent, Lehrstuhl für Zoologie II, wurde mit Wirkung vom 14.06.1999 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Zoologie" erteilt.

Prof. Dr. Wolfgang SCHNEIDER, Lehrstuhl für Psychologie IV, hat einen Ruf an das Institut für Pädagogische Psychologie an der Universität München erhalten.

Prof. Dr. Ulrich SIEBER, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozeßrecht, Informationsrecht und Rechtsinformatik, wurde von der Europäischen Kommission zum Mitglied des Steering Committees ernannt, das für das EU-China Legal & Judicial Co-operation Programme zuständig ist.

Prof. Dr. Bernhard SPENGLER, Institut für Physikalische Chemie, hat einen Ruf auf eine C4-Professur für Analytische Chemie an der Universität Gießen erhalten.

Gäste an der Universität

Dr. Pudji ASTUTI, Departement Matematika, Institut Teknologi Bandung (Indonesien), ist im Rahmen eines durch ein Stipendium des DAAD mitfinanzierten Forschungsaufenthaltes zum Projekt "Polynomiale Modelle bei nicht-kausalen Systemen" seit 05. Mai 1999 als Gast am Mathematischen Institut.

Prof. Dr. Gerd GÄDE, Zoology Department, University of Cape Town, Rondebosch, South Africa, ist vom 08. bis 30. Juni 1999 zu Gast am Lehrstuhl für Zoologie I (Zell- und Entwicklungsbiologie).

Dr. Marcel O. VLAD, Department of Chemistry, Stanford University, ist vom 12. bis 30. Juni 1999 als Humboldt-Stipendiat zu Gast am Institut für Physikalische Chemie. Es werden spezielle Problemen der nichtlinearen Dynamik bearbeitet.

Dienstjubiläen

25 Jahre
Beate GRIEB, Krankenschwester, Klinik und Poliklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten, am 13.06.1999


FORSCHUNGSFÖRDERUNG


Für Rückfragen steht die Abteilung VIII der Zentralverwaltung, Ottostraße 16,
T 31-2294, 31-2233 und 31-2529
(EU-Forschungsreferent und Technologietransferbeauftragter) zur Verfügung.




Innovation in der Medizintechnik


Zur Anwendung innovativer Medizintechniken hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zwei Wettbewerbe ausgeschrieben. Die Bewerbungsfristen enden am 30. Juli.

    Zum einen sollen Konzepte für Kompetenzzentren für die Medizintechnik eingereicht werden. Gefördert werden dann der Aufbau der Zentren sowie Forschungs- und Entwicklungsverbundprojekte, welche die beteiligten Kompetenzen optimal und modellhaft nutzen. Zum anderen handelt es sich um einen Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik, der künftig jährlich durchgeführt werden soll. Kontaktadresse für beide Wettbewerbe: DLR Projektträger des BMBF, Gesundheitsforschung, Südstraße 125, 53175 Bonn, T (0228) 38 21-210. Dort sowie im Internet (erst "Veröffentlichungen", dann "Mitteilungen" anklicken) gibt es weitere Informationen:
http://www.bmbf.de



STELLENMARKT


Auskünfte zu den Stellengesuchen erteilt unter Angabe der Chiffre Nr.
Referat IV/4 der Zentralverwaltung T 31-2536


Fremdsprachenkorrespondentin in Englisch (Anglistikstudium) mit guten Spanischkenntnissen und Grundkenntnissen in Französisch, Unterrichtserfahrung, sucht Stelle im Universitätsbereich. Stellensperre kann wegen Schwerbehinderung entfallen (Info Nr.: 1999-52).

Fremdsprachenkorrespondentin/gepr. Sekretärin/Sachbearbeiterin im Rechnungswesen, Berufserfahrung als Chef-/Institutssekretärin, sucht Stelle im Universitätsbereich (Info Nr.: 1999-53).

Sekretärin mit Fremdsprachenkenntnissen in Englisch, Französisch, Italienisch sowie mit Kenntnissen in Ivrit und Bibel-Hebräisch sucht Stelle im Universitätsbereich (Info Nr.: 1999-54).


Am Institut für Organische Chemie ist ab sofort eine Stelle als

Verwaltungssekretär/in


zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach BAT. Erwartet wird die selbständige Erledigung von Verwaltungsaufgaben im Bereich des Instituts, Textverarbeitung (Word 97) und Datenbankverwaltung (Excel, Access) sowie organisatorische Tätigkeiten. Englischkenntnisse sind sehr erwünscht. Bei gleicher Qualifikation werden Schwerbehinderte bevorzugt.

Schriftliche Bewerbungen bis 15. Juli 1999 an: Institut für Organische Chemie, Am Hubland, 97074 Würzburg.



VERSCHIEDENES




Videokonferenz-Einrichtung: Ordnung für Betrieb und Benutzung


Nachfolgend ist die Ordnung für den Betrieb und die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung im Bereich Mediendidaktik des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik der Universität Würzburg vom 12.04.1999 dokumentiert.

    Aufgrund von Art. 32 Abs. 3 Satz 1 Bayerisches Hochschulgesetz (BayHSchG) erläßt die Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Benehmen mit der Leitung des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik folgende Ordnung für den Betrieb und die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung in dem Bereich Mediendidaktik:

Vorbemerkung zum Sprachgebrauch

    Mit allen im Text verwendeten Personenbezeichnungen sind stets beide Geschlechter gemeint.

Präambel

    Die Universität Würzburg betreibt in dem Bereich Mediendidaktik des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik am Wittelsbacherplatz eine Videokonferenzeinrichtung. Sie wurde in großzügiger Weise durch die Dr.-Herbert-Brause-Stiftung finanziert.

A. Erster Abschnitt: Benutzungsordnung

§ 1 Zweck

(1) Die Videokonferenzeinrichtung steht vorrangig für den Forschungs- und Lehrbetrieb der Universität Würzburg zur Verfügung. Sie kann für dienstliche Zwecke der Universität Würzburg genutzt werden.

(2) Darüber hinaus kann bei vorhandener Kapazität die Videokonferenzeinrichtung auch Dritten zur Verfügung gestellt werden.

§ 2 Benutzerkreis

(1) Die Videokonferenzeinrichtung steht der Hochschulleitung sowie allen Professoren, den wissenschaftlichen Assistenten und Mitarbeitern zur Verfügung.

(2) Auf Antrag kann der Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik oder eine von ihm beauftragte Person weiteren Hochschulmitgliedern sowie Doktoranden und Habilitanden die Benutzungsberechtigung erteilen.

(3) Andere Personen können auf Antrag vom Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik oder einer von ihm beauftragten Person eine Benutzungsberechtigung im Einzelfall erhalten.

§ 3 Benutzungszeiten

(1) Die Videokonferenzeinrichtung steht von Montag bis Freitag während der üblichen Dienstzeiten für die Übertragung von Videokonferenzen zur Verfügung. Der Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik kann Ausnahmen von Satz 1 genehmigen.

(2) Reservierungen der Videokonferenzeinrichtung haben schriftlich und möglichst eine Woche vor dem beabsichtigten Nutzungstermin zu erfolgen. Die Anträge auf Reservierung der Videokonferenzeinrichtung sind an den Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik, Am Hubland, 97074 Würzburg, zu richten.

(3) Es besteht kein Anspruch auf die Nutzung der Videokonferenzeinrichtung zu einem bestimmten Termin. Der Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik kann bei Vorliegen triftiger Gründe bereits vergebene Termine stornieren. Eine Stornierung ist dem Antragsteller unverzüglich mitzuteilen.

§ 4 Leistungsbeschreibung und Haftung

(1) Bei der Videokonferenzeinrichtung handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Universität Würzburg, die in dem Bestreben angeboten wird, die Nutzung der Videokonferenzeinrichtung dauerhaft zu ermöglichen. Da es sich um eine freiwillige Leistung handelt, kann keine Gewähr für den Betrieb und die Fehlerfreiheit der Einrichtung übernommen werden; die Haftung der Universität Würzburg für Schäden jeglicher Art wird auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt.

(2) Für festgestellte Schäden an der Videokonferenzeinrichtung haftet der Verursacher; im Zweifelsfalle hat der letzte Benutzer zu beweisen, daß er den Schaden nicht verursacht hat.

(3) Für die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung wird ein Aufwandsersatz nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen des 2. Abschnitts erhoben.

§ 5 Allgemeine Benutzungsregelungen

(1) Vor der Inbetriebnahme und nach der Benutzung der Videokonferenzeinrichtung erfolgt deren Übergabe an den Benutzer bzw. an den Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik oder an eine von ihm beauftragte Person.

(2) Bei der Übergabe ist die Videokonferenzeinrichtung zu überprüfen.

(3) Über die Übergabe ist ein Protokoll zu erstellen, wobei fehlende Teile oder aufgetretene Mängel auf dem Übergabeprotokoll zu vermerken sind.

(4) Der Benutzer ist weiterhin verpflichtet,
  1. sich über den sachgemäßen Umgang mit der Videokonferenzeinrichtung zu informieren,
  2. darauf zu achten, daß er mit den vorhandenen Betriebsmitteln verantwortungsvoll und sorgfältig umgeht,
  3. alles zu vermeiden, was Schäden an der Videokonferenzeinrichtung verursachen kann,
  4. bei der Benutzung der Anlage aufgetretene Störungen sowie andere Vorkommnisse dem Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik oder einer von ihm beauftragten Person unverzüglich mitzuteilen.

(5) Es ist dem Benutzer untersagt, Eingriffe in die Videokonferenzeinrichtung vorzunehmen, um aufgetretene technische Mängel selbst zu beseitigen.

§ 6 Mißbrauchsregelungen

(1) Bei Verstößen gegen die Nutzungsordnung oder gesetzliche Bestimmungen, die ergänzend zu der Nutzungsordnung gelten, kann vom Leiter des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik zur Verhinderung weiteren Mißbrauchs der zeitweise oder dauernde Ausschluß von der Benutzung der Videokonferenzeinrichtung angeordnet werden. Das Aufsichtspersonal ist befugt, die erforderlichen vorläufigen Maßnahmen zu treffen.

(2) Unberührt davon bleiben die Möglichkeiten, vom Benutzer Ersatz des aus dem Mißbrauch entstandenen Schadens zu verlangen sowie das mißbräuchliche Verhalten strafrechtlich verfolgen zu lassen. Ferner bleibt es vorbehalten, gegenüber Hochschulmitgliedern Ordnungsmaßnahmen einzuleiten.

B. Zweiter Abschnitt: Aufwendungsersatz

§ 7 Grundsatz

    Die Universität Würzburg macht für die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung einen Aufwendungsersatz von den Hochschulmitgliedern und den anderen Personen nach Maßgabe der nachfolgenden Bestimmungen geltend.

§ 8 Anspruchsgrundlage

    Grundlage des Aufwendungsersatzes soll eine Vereinbarung mit
  1. dem jeweiligen Hochschulmitglied sein, soweit die Videokonferenzeinrichtung lediglich auf seinen Antrag hin und somit intern benutzt wird, wobei der Ausgleich des Aufwendungsersatzes auf der Grundlage eines internen Mittelausgleichs in Form eines Deckungsbeitrages mit dem Hochschulmitglied bzw. der Hochschuleinrichtung, der er angehört, zu suchen ist,
  2. den anderen Personen sein, soweit die Videokonferenzeinrichtung auf Veranlassung und im Auftrag dieser Personen benutzt wird, falls nicht nach Maßgabe der Bayerischen Haushaltsordnung innerhalb der Staatsverwaltung intern zu verrechnen ist.

§ 9 Höhe des Aufwendungsersatzes

(1) Der Aufwendungsersatz setzt sich zusammen aus
  1. einem Entgelt für die Raumüberlassung samt Unkostenpauschale (für Reinigung, Beleuchtung, Heizung, etc.): Es beträgt 100 DM pro Videokonferenz, bei einer maximalen Nutzungsdauer von bis zu 7 Stunden.
  2. einem Entgelt für die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung: Es beträgt 100 DM je angefangener Stunde der Benutzung der Videokonferenzeinrichtung.
  3. einer Betriebskostenumlage: Sie beträgt 30 DM je angefangener Stunde der Benutzung der Videokonferenzeinrichtung.
  4. einer Personalkostenpauschale bei der Inanspruchnahme staatlichen Personals zur Bedienung der Videokonferenzeinrichtung: Sie beträgt 60 DM je angefangener Stunde der Benutzung der Videokonferenzeinrichtung.
  5. den Gesprächsgebühren entsprechend den Einzelgesprächsnachweisen.

(2) Für besondere Leistungen und für den Einsatz zusätzlicher Geräte können besondere Aufwendungsvereinbarungen getroffen werden.

(3) Der Mindestbetrag für die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung beträgt ohne Personalkostenpauschale 230 DM, mit Personalkostenpauschale 290 DM jeweils zuzüglich den Gesprächsgebühren entsprechend den Einzelgesprächsnachweisen.

§ 10 Aufrundung

    Der geschuldete Betrag ist auf volle deutsche Mark aufzurunden.

§ 11 Schuldner

(1) Zur Zahlung des Aufwendungsersatzes ist verpflichtet
  1. wer die Videokonferenzeinrichtung in Anspruch nimmt,
  2. in wessen Interesse die Anspruchnahme erfolgt,
  3. wer die Schuld gegenüber der Universität Würzburg schriftlich übernimmt.

(2) Mehrere Schuldner haften als Gesamtschuldner.

(3) Für unbefugte Reservierungen gelten die Bestimmungen für die Haftung des Vertreters ohne Vertretungsmacht.

§ 12 Entstehen des Ersatzanspruchs

(1) Der Ersatzanspruch entsteht mit der Bestätigung der Reservierung der Videokonferenzeinrichtung durch das Zentrum für Sprachen und Mediendidaktik der Universität Würzburg.

(2) Wird ein Konferenztermin nicht wahrgenommen, zurückgenommen oder erledigt er sich auf andere Weise, so kann ein Aufwendungsersatz bis zur vollen Höhe des Mindestbetrages (mit Personalkostenpauschale, sofern der Einsatz staatlichen Personals vorgesehen war) geltend gemacht werden, sofern aufgrund dieser Reservierung anderen Antragstellern die Reservierung versagt wurde.

§ 13 Befreiung vom Aufwendungsersatz

(1) Für die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung durch Benutzungsberechtigte zu Ausbildungszwecken im Rahmen von Lehre und Studium wird ein Aufwendungsersatz - mit Ausnahme der Gesprächsgebühren entsprechend den Einzelgesprächsnachweisen (§ 9 Abs. 1 Ziff. 5) - nicht geltend gemacht.

(2) Im übrigen kann die Hochschulleitung im Benehmen mit der Leitung des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik und im Einvernehmen mit der Dr.-Herbert-Brause-Stiftung über weitere Befreiungen beschließen.

§ 14 Ermäßigungen

(1) Bei Benutzung der Videokonferenzeinrichtung durch Benutzungsberechtigte anläßlich der Durchführung von Forschungsvorhaben setzt sich der Aufwendungsersatz nach § 9 nur aus den Ziffn. 2, 3 und 5 zusammen. Im übrigen verbleibt es bei den Regelungen des 2. Abschnitts.

(2) Bei Benutzung der Videokonferenzeinrichtung durch Benutzungsberechtigte im Rahmen einer Nebentätigkeit oder privater Nutzung verbleibt es uneingeschränkt bei den Regelungen des 2. Abschnitts.

(3) Im übrigen kann die Hochschulleitung im Benehmen mit der Leitung des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik und der Dr.-Herbert-Brause-Stiftung über weitere Ermäßigungen im Umfang nach Absatz 1 beschließen.

§ 15 Abrechnung, Vorschuß, Zurückbehaltungsrecht

(1) Die Abrechnung des Aufwendungsersatzes erfolgt mittels einer Rechnung, die an den/die Schuldner gerichtet wird.

(2) Der Schuldner hat die Begleichung des geschuldeten Betrages unverzüglich auf das angegebene Konto unter Benennung des Zahlungsgrundes zu veranlassen.

(3) Die Reservierung der Videokonferenzeinrichtung kann von der Zahlung eines angemessenen Vorschusses abhängig gemacht werden. Aufzeichnungen und dgl. können bis zur Bezahlung des geschuldeten Betrages zurückbehalten oder an den Schuldner per Nachnahme übersandt werden.

C. Dritter Abschnitt: Inkrafttreten

§ 16 Inkrafttreten

    Die Ordnung für den Betrieb und die Benutzung der Videokonferenzeinrichtung in dem Bereich Mediendidaktik des Zentrums für Sprachen und Mediendidaktik der Universität Würzburg tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft.



Arbeitsplätze für Gastwissenschaftler in den USA


Am Deutsch-Amerikanischen Zentrum für Gastwissenschaftler (GACVS) in Washington D.C. stehen für bis zu sechs Monate acht voll ausgestattete Arbeitsplätze für jüngere deutsche und amerikanische Wissenschaftler, besonders aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, zur Verfügung.

    Dies soll den Wissenschaftlern Forschungs- und Arbeitsmöglichkeiten sowie die Gelegenheit verschaffen, Kontakte zu Universitäten, Bibliotheken und anderen wissenschaftlichen oder politischen Institutionen im Raum Washington zu knüpfen. Wie das GACVS mitteilt, verfüge es nicht über Stipendienmittel, könne aber einen Zuschuss zu den Mietkosten gewähren. Geleitet wird das Zentrum von der Stiftung Deutsch-Amerikanisches Akademisches Konzil (DAAK) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut Washington D.C. und dem American Institute for Contemporary German Studies der Johns Hopkins-Universität.

    Die Bewerbungen in englischer Sprache sollten enthalten: Lebenslauf, zwei Referenzen, Beschreibung der geplanten Forschungsarbeiten, Liste der zu besuchenden Institutionen und gewünschte Aufenthaltsdaten. Der Einsendeschluss für einen Aufenthalt zwischen November 1999 und Ende 2000 ist der 30. August 1999. Weitere Informationen gibt es beim DAAK, Jean-Paul-Straße 9, 53173 Bonn, T (0228) 95 677-0, Fax (0228) 95 677-19, E-Mail bzw. Internet:
kontakt@gaac.org

http://www.gaac.org/cvs.html




TransCoop fördert transatlantische Forschungen


Kooperationen zwischen deutschen sowie US-amerikanischen und/oder kanadischen Wissenschaftlern werden im Rahmen des TransCoop-Programms von der Stiftung Deutsch-Amerikanisches Akademisches Konzil (DAAK) gefördert.

    Bezuschusst werden gemeinsame Forschungsvorhaben von Forschergruppen bzw. promovierten Wissenschaftlern in den Geistes-, Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Die Mittel stammen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Ausgewählte Projekte mit einer Laufzeit bis zu drei Jahren können derzeit mit bis zu 90.000 Mark gefördert werden. Voraussetzung: Die Partner jenseits des Atlantik müssen in ihrem Land mindestens genausoviel Geld einwerben wie die deutschen Beteiligten. Aus den Mitteln können gegenseitige Forschungsbesuche von bis zu drei Monaten, gemeinsame Tagungen und Workshops, Material- und Druckkosten sowie in begrenztem Rahmen wissenschaftliche Hilfskräfte finanziert werden.

    Das Antragsverfahren für Vorhaben, die frühestens im Frühjahr 2000 beginnen können, endet am 30. Oktober 1999. Weitere Informationen gibt es bei Dr. Lynda Lich-Knight vom DAAK, Jean-Paul-Straße 9, 53173 Bonn, T (0228) 95 677-0, Fax (0228) 95 677-19, E-Mail:
lich-knight@gaac.org