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Zu ihrer 600-Jahr-Feier ließ die Universität Würzburg einen Film produzieren, in dem sie sich der Öffentlichkeit präsentiert. Das Rechenzentrum der Uni hat den Film jetzt im Real-Format ins Internet gestellt. Der Film heißt "600 Jahre Universität Würzburg - Adresse mit Zukunft" und wurde erstmals am 7. Januar nach dem Festakt zur Eröffnung des Jubiläumsjahres im Audimax am Sanderring gezeigt. In gut 20 Minuten vermittelt der Streifen einen Überblick über die Universität als Stätte von Forschung, Lehre und Dienstleistung. Er informiert unter anderem auch über die Geschichte der Hochschule und über die herausragenden Persönlichkeiten, die hier gewirkt haben. Zielgruppe ist die breite Öffentlichkeit. Der Film ist auf dieser Internet-Seite des Rechenzentrums abgelegt: Dort werden zwei Versionen angeboten. Das Rechenzentrum empfiehlt die Fassung mit der hohen Bandbreite für alle, die den Film über das Hochschul- oder Wissenschaftsnetz sehen wollen. Wer von zu Hause aus per Modem oder ISDN-Leitung auf den Film zugreifen will, solle dagegen die Version mit der niedrigen Bandbreite wählen. Um den Film anschauen zu können, benötigt man die Software RealPlayer, von der eine Basic-Version kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden kann. Zu dieser Download-Seite hat das Rechenzentrum einen Link gesetzt. Dort muss man den weiteren Weg zum kostenlosen Basic-Player suchen (der entsprechende Link ist nicht besonders auffällig angebracht). Erstmals in Bayern trafen am Mittwoch, 23. Januar, mit der Universität Würzburg und der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt zwei verschiedene Hochschulen vertragliche Vereinbarungen mit dem Ziel, offiziell als Institutionen die Ausbildung von Studierenden der Universität zu gewährleisten: Es geht dabei um die Einführung des von der Universität angestrebten Ingenieurstudiengangs "Technologie der Funktionswerkstoffe". Die Präsidenten Prof. Dr. Theodor Berchem (Universität) und Prof. Dr. Heribert Weber (Fachhochschule) unterzeichneten im Senatssaal der Universität im Beisein von Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und Oberbürgermeister Jürgen Weber den im vergangenen Sommer ausgehandelten Kooperationsvertrag. Sowohl der Regierungspräsident als auch der Oberbürgermeister haben sich bei der Staatsregierung wiederholt und nachhaltig für den Studiengang eingesetzt. Präsident Berchem sagte, Universität und Fachhochschule hätten damit bereits ihre "Hausaufgaben gemacht: Wenn das Ministerium den von uns gewünschten Studiengang einführen will, müsste es die Kooperationsvereinbarungen einfordern. Um das vorgesehene Lehrprogramm erfüllen zu können, ist es erforderlich, dass die Fachhochschule ihr Know-how im ingenieurwissenschaftlichen Bereich einbringt. Dass uns dies zusammen mit der Fachhochschule gelungen ist, macht das freundliche Miteinander der Hochschulen am Standort Würzburg deutlich." Gegenstand der Kooperation ist die Sicherstellung der ingenieurwissenschaftlichen Grundausbildung mit Unterstützung der Fachhochschule. Der Studienplan für den geplanten Studiengang mit dem Abschluss "Bachelor of Science" umfasst auch die Lehrveranstaltungen "Grundgebiete der Elektronik I und II", "Grundlagen der Technischen Mechanik", "Rechnergestützte Konstruktion und Fertigung (CAD/CAM)" sowie "Ingenieurwissenschaftliches Grundpraktikum". Die Fachhochschule gewährleistet künftig, dass diese der ingenieurwissenschaftlichen Grundausbildung dienenden Lehrveranstaltungen den Anforderungen des Studienganges an der Universität entsprechend durchgeführt werden. Die Universität hat bereits 1996 ihren Vorschlag zur Einführung des geplanten Studiengangs gemacht. Der Ministerrat in München hat in seiner Sitzung am 26. Mai 1998 den Beschluss gefasst, die Einführung anzustreben und die hierfür erforderlichen Schritte umgehend einzuleiten. Das Wissenschaftsministerium leitete die Pläne der Universität zur Begutachtung an den Wissenschaftsrat. Dieser verabschiedete seine Zustimmung im Januar 2001, wobei die Universität für ihr Konzept ausdrücklich gelobt wurde. Beim Studiengang "Technologie der Funktionswerkstoffe", bei dem die Fakultät für Chemie und Pharmazie der Universität und insbesondere die Lehrstühle für Silicatchemie sowie Pharmazeutische Technologie beteiligt sind, handle es sich, so der Wissenschaftsrat, um einen zukunftsträchtigen und innovativen Studiengang aus dem Bereich der Materialwissenschaften. Insbesondere die Konzeptionierung des Studiengangs zusammen mit Vertretern der Wirtschaft biete aus der Sicht des Wissenschaftsrats die Chance, im zunehmenden nationalen und internationalen Wettbewerb qualifizierte Ingenieure für die regionalen Unternehmen zu gewinnen. Die Zeit war knapp: In sechs Wochen mit nur fünf Euro Startkapital ein Unternehmen gründen und erste Umsätze machen - dieser Herausforderung stellten sich 14 Studierende von der Uni Würzburg und der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt beim "5-Euro-Business-Wettbewerb". Das Gewinnerteam wird am Montag, 4. Februar, gekürt. Ende 2001 bekamen die Teilnehmer Crashkurse zu den Themen Projektmanagement, Marketing, Finanzierung und Recht. Dann bildeten sie vier Teams und gingen an die Arbeit. Die Siegerprämierung findet am 4. Februar ab 18.00 Uhr im Casino der Sparkasse Mainfranken Würzburg in der Hofstraße statt. Grußworte sprechen Dr. Rudolf Fuchs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, Uni-Kanzler Bruno Forster und Heinrich Haas, Vorsitzender des Vorstands der Interessengemeinschaft süddeutscher Unternehmer. Danach stellen sich die vier Teams mit Messeständen und Kurzpräsentationen vor. Die Siegerehrung und Vergabe der Geldpreise wird voraussichtlich um 19.30 Uhr stattfinden. Träger des Wettbewerbs sind das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft und das Aktionsprogramm "Hochsprung", mit dem im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern die Firmengründung aus Hochschulen heraus gefördert werden soll. Die regionale Organisation lag in den Händen der Universität Würzburg und der Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft GmbH. Außer in Würzburg läuft der "5-Euro-Wettbewerb" in diesem Wintersemester auch an den Hochschulstandorten Bamberg, Regensburg und Passau. Unterstützt und gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie, vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, von der Interessengemeinschaft süddeutscher Unternehmer und der Sparkasse Mainfranken Würzburg. Weitere Informationen: Karin Falkenberg, Gründerberaterin an der Uni Würzburg, T (0931) 31-2654, Fax (0931) 31-2605, E-Mail und Internet: Eine Kooperation des Lehrstuhls für Didaktik der Geographie mit dem Schullandheimwerk Unterfranken macht es möglich: Geographielehrer bekommen direkt aktuelles Wissen aus der Universität Würzburg vermittelt, und im Gegenzug werden die Wissenschaftler zu neuen, anwendungsbezogenen Forschungen angeregt. Diese Zusammenarbeit haben Kanzler Bruno Forster und der Vorsitzende des Schullandheimwerkes Unterfranken e.V., Rudolf Gampl, nun in einem Vertrag geregelt. Ziel der Kooperation ist es, aktuelle Forschungsergebnisse mit der Unterrichtspraxis zu verbinden. Hierfür stellt das Schullandheimwerk den Würzburger Geographie-Didaktikern im Schullandheim Bauersberg bei Bischofsheim (Rhön) die notwendigen Einrichtungen kostenlos zur Verfügung. In Bauersberg wurde ab 1995 unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Peter Pfriem das Konzept einer geowissenschaftlichen Erziehung im Schullandheim entwickelt. Dabei entstand das Studienhaus Geographie für Forschung und Lehre in enger Verflechtung mit der Unterrichtspraxis. Beispiel: Am Lehrstuhl entwickelte didaktische Konzepte, etwa zur Einführung in das Kartenverständnis, werden bewertet und verbessert. Oder es werden Exkursionsrouten in der Rhön erarbeitet, bei denen sich geographische und geologische Erkenntnisse vermitteln lassen. In Zusammenarbeit mit Lehrern und Schülern sollen vor Ort geographiedidaktisch begründete Unterrichtskonzepte entstehen. Hierzu gibt es auch Fortbildungsveranstaltungen für Referendare und Lehrkräfte aller Schularten. Laut Ruth Klawitter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl, bietet das Studienhaus Geographie vielfältige und sich ständig erweiternde Nutzungsmöglichkeiten. Auf lange Sicht solle das Schullandheim Bauersberg darum zu einem Kompetenzzentrum für geowissenschaftliche Erziehung ausgebaut werden, in dem Wissenschaft und Unterrichtspraxis eng miteinander verflochten sind. Weitere Informationen: Prof. Dr. Dieter Böhn, T (0931) 888-4804, Fax (0931) 888-4808, E-Mail: Am Mittwoch, 30. Januar, feiert Prof. Dr. Andreas Möckel, der 16 Jahre lang den Lehrstuhl für Sonderpädagogik I an der Universität Würzburg innehatte, seinen 75. Geburtstag. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Geschichte der Heilpädagogik, Grundfragen zur Erziehung behinderter, besonders lernbehinderter Kinder, und das Lesenlernen unter erschwerten Bedingungen. Zu diesen Themen hat Prof. Möckel zahlreiche Publikationen geschrieben und herausgegeben. Die wichtigste Aufgabe der Heilpädagogik sieht er nach wie vor darin, die gesellschaftliche Akzeptanz behinderter Kinder historisch-systematisch zu begründen und in der Öffentlichkeit mit Nachdruck zu vertreten. Er unterstützt die Forderung der Eltern, die ihre geistig behinderten Kinder zusammen mit deren Geschwistern in Grundschulen unterrichten lassen möchten, und befürwortet eine Öffnung der Grundschulen für die Zusammenarbeit mit Förderzentren. Andreas Möckel wurde 1927 in Siebenbürgen geboren. Er studierte in Tübingen, Berlin und München Pädagogik, Geschichte und Philosophie. Von 1963 bis 1976 war er Dozent und Professor an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen und Leiter des Instituts für Sonderpädagogik. In Würzburg vertrat er von 1976 bis zu seiner Entpflichtung im Jahr 1992 die Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Lernbehindertenpädagogik. Von 1969 bis 1973 wirkte Prof. Möckel als Mitglied der Kommission Sonderpädagogik des Deutschen Bildungsrates an der "Empfehlung zur Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder" mit. Von 1986 bis 1992 war er Präsident der internationalen Eugen Rosenstock-Huessy-Gesellschaft, von 1990 bis 1997 wissenschaftlicher Beirat der Akademie für Schullandheimpädagogik. Er hat auch den berufsbegleitenden "Interdisziplinären Fortbildungskurs Lese-Rechtschreibschwäche" für Grund- und Förderschullehrer mitinitiiert. Dieser Kurs wird seit September 2001 bis Juli 2002 vom "bentheim verlag" der Blindeninstitutsstiftung und vom Schulverein Main-Spessart in Verbindung mit der Universität Würzburg ausgerichtet. Prof. Dr. Klaus Ganzer ist ein Begriff für alle, die in den vergangenen 30 Jahren in Würzburg Theologie studiert haben. Seit seiner Emeritierung 1999 lebt er in Bad Wörishofen. Am Samstag, 2. Februar, feiert er seinen 70. Geburtstag. Den Würzburger Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit hatte der Theologe seit 1972 inne. Schwerpunkte seiner Forschungen sind die Edition der Akten des Konzils von Trient sowie die katholischen Reformbewegungen des 16. Jahrhunderts. Klaus Ganzer, 1932 in Stuttgart geboren, studierte in Tübingen Theologie und Philosophie. 1957 wurde er zum Priester geweiht. Mit der Dissertation "Die Entwicklung des auswärtigen Kardinalates im hohen Mittelalter" wurde er 1962 in Tübingen promoviert. Dort habilitierte er sich auch vier Jahre später für das Fach Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit mit der Arbeit "Die Päpste und die Besetzung von Bistümern in der Zeit von Gregor IX. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Geschichte der päpstlichen Reservationen." Von 1966 bis 1968 lehrte Klaus Ganzer dann als Universitätsdozent in Tübingen. Bevor er nach Würzburg kam, war er vier Jahre lang als Professor an der Theologischen Fakultät der Universität Trier tätig. Prof. Ganzer gehört als ordentliches Mitglied seit 1988 der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz an, seit 1993 als korrespondierendes Mitglied der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Frankfurt. Er ist zudem Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates des Istituto Trentino di Cultura und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Im normalen Studienablauf sei oft zu wenig Zeit, um aktuelle Fragestellungen eines Fachgebiets zu vertiefen - diesen Missstand wollte der Würzburger Wirtschaftsinformatik-Professor Dr. Rainer Thome beheben. Darum organisierte er mit 20 wissenschaftlichen Mitarbeitern seines Lehrstuhls ein Intensivseminar und lud dazu alle Studierenden des Wahlfachs in die Neubaukirche ein. An zwei Tagen wurden in Form von Vorträgen Themen wie IT-Projektmanagement, Customer Relationship Management oder Geschäftsprozessmodellierung behandelt. Besonders bei den Diskussionsrunden hätten die Studierenden von den vielen, bei praktischen Projekten gewonnenen Erfahrungen der wissenschaftlichen Mitarbeiter profitiert, wie es in einer Mitteilung des Lehrstuhls heißt. Die Theatergruppe des Lehrstuhls für Slavische Philologie der Uni Würzburg spielt am Sonntag, 3. Februar, um 20.00 Uhr im Toscanasaal der Residenz ein Stück in russischer Sprache. Hierfür wurden unter der Regie von Lilja Petricev die zwei Dramen "Metel" und "Cervonnyj Valet" - 1918/19 von der russischen Dichterin Marina Cvetaeva geschrieben - zusammengefasst. Bindeglied und Hauptfigur des Stücks sei der Traum, so eine Mitteilung der Theatergruppe: Der Zuschauer werde eingeladen, in die Traumwelt der handelnden Personen einzutauchen. Für Zuschauer mit nicht ausreichenden Russischkenntnissen gebe es eine deutsche Übersetzung sowie eine kurze Einführung. Der Eintritt ist frei. Die Absolventen, die ihr Studium im Wintersemester 2001/02 an einer der drei Philosophischen Fakultäten der Uni Würzburg abgeschlossen haben, bekommen ihre Magister- und Promotionsurkunden in der Neubaukirche überreicht. Die Feier beginnt am Montag, 4. Februar, um 17.00 Uhr. Den Festvortrag über die Frage "Lesen - wozu?" hält Prof. Dr. Horst Brunner vom Institut für deutsche Philologie. Anschließend händigen die Dekane die Urkunden aus. Für Musik sorgen Angehörige des Instituts für Musikwissenschaft. Gleich zwei Mal treten Studierende und Schüler von Professor Bernd Glemser von der Würzburger Hochschule für Musik zu einem Klavierabend an: Sie spielen am Donnerstag, 7. Februar, und am Donnerstag, 14. Februar, jeweils um 19.00 Uhr im Hörsaal der Neurologischen Klinik der Universität, Josef-Schneider-Straße 11. Beim ersten Konzert stehen unter anderem Werke von Bach, Debussy, Haydn, Brahms und Chopin auf dem Programm, beim zweiten Konzert gibt es dann Stücke von Mozart, Grieg, Liszt, Rachmaninoff, Schubert und anderen zu hören. Der Eintritt ist jeweils frei; die Konzerte finden im Rahmen der Reihe "Musik in der Neurologie" statt. Unter dem Motto 'Eine Bibliothek für Alle' findet am Freitag, 8. Februar, rund eine Stunde lang eine Führung durch die Universitätsbibliothek am Hubland statt. Der Rundgang beinhaltet eine Einführung in die Literatursuche am Computer und in das Internet-Angebot der Bibliothek. Interessierte treffen sich um 16.30 Uhr in der Eingangshalle. Ein zukunftsträchtiger Bereich der Wissenschaft, die Bioinformatik, wird an der Uni Würzburg aufgebaut: Der Freistaat Bayern hat zur Finanzierung eines entsprechenden Lehrstuhls 13 Millionen Mark aus seiner High-Tech-Offensive bereit gestellt. Seit Anfang Dezember 2001 ist der neue, im Biozentrum angesiedelte Lehrstuhl mit Prof. Dr. Thomas Dandekar besetzt. Thomas Dandekar, 1960 in Alpen bei Moers geboren, war schon während seines Medizinstudiums an der Uni München von Biomolekülen fasziniert. In seiner Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München analysierte er Moleküle der Schmerzwahrnehmung, die Opioidpeptide. Anschließend untersuchte er als Postdoc am Pasteur-Institut in Paris spezielle Nukleinsäuren, die snRNAs. Das Schlüsselerlebnis, das ihn zur Bioinformatik führte, hatte er am Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie in Heidelberg, wo er ab 1988 tätig war: "Dort machte ich die Erfahrung, dass sich RNA-Strukturen mit einem selbst geschriebenen Computerprogramm vorherberechnen ließen und dass damit viele der mühsamen Experimente gespart werden konnten." Seit dieser Zeit betreibt Dandekar Bioinformatik, wobei er immer schwierigere Projekte in Angriff nahm: Nach RNA-Motivsuchen folgten Vorhersagen von Proteinstrukturen. Mit einem Thema aus diesem Bereich habilitierte er sich 1994 an der Uni Heidelberg. Wozu solche Vorhersagen nützlich sind? Dandekar erläutert das anhand von Arbeiten, die er zusammen mit Matthias Leippe vom Würzburger Zentrum für Infektionsforschung an Amöben gemacht hat. Diese Krankheitserreger, die beim Menschen schweren Durchfall auslösen können, besitzen ein Protein, mit dem sie regelrecht Löcher in die Darmwand schneiden. Bekannt war nur die Abfolge der Aminosäuren in diesem Protein. Mit einem Computeralgorithmus ließ sich seine dreidimensionale Struktur sehr gut vorhersagen. Seit 1997 beschäftigt sich Prof. Dandekar auch mit der Genomik, also der bioinformatischen Analyse des Erbguts insbesondere von Infektionserregern. Zusammen mit dem Heidelberger Bioinformatiker Peer Bork hat er zum Beispiel das Erbgut von Mycoplasmen sehr genau untersucht. Dabei handelt es sich um kleine Parasiten, die andere Zellen gewissermaßen von innen her auffressen. In Würzburg ist eine enge Kooperation mit dem "Kompetenzzentrum Pathogenomik" zur Erforschung des Erbguts von Krankheitserregern geplant. Eine Spezialität des neuen Würzburger Professors ist es, bei Krankheitserregern Stoffwechselwege und deren Dynamik zu analysieren. Mit Hilfe des Computers lassen sich hier Puzzles zusammensetzen: Wenn viele einzelne Gene eines Organismus bekannt sind, dann kann man mit Hilfe des Computers erkennen, ob diese Gene so zueinander passen, dass ihr Zusammenspiel einen bestimmten Stoffwechselweg ermöglicht. So hat Prof. Dandekar zum Beispiel herausgefunden, dass Mycoplasmen das Kohlenhydrat Mannitol umbauen und zur Gewinnung von Energie verwenden. Ein Mittelpunkt dieser Arbeiten zur Genomanalyse sind auch die Erreger der Tuberkulose und der Malaria. Stoffwechselwege laufen in einem Lebewesen nicht isoliert ab, sondern sind untereinander verknüpft. Dandekar spricht in diesem Zusammenhang von einem Stoffwechselnetz: "Wir haben auch Algorithmen, mit denen wir Abläufe in einem solchen Netz aufspüren können." An solchen "Elementarmodenanalysen" arbeitet er zusammen mit Stefan Schuster vom Max-Delbrück-Centrum in Berlin. Das Fernziel all der geschilderten Arbeiten ist die Bekämpfung von Krankheitserregern. Doch in diesen Tagen ist Dandekar erst einmal daran, die eigens für die Bioinformatik neu entstandenen Räume am Hubland mit Leben zu füllen. Im Sommersemester will Dandekar den Studierenden der Naturwissenschaften und Medizin zunächst eine in die Bioinformatik einführende Vorlesung anbieten. Zum Semesterende lasse sich möglicherweise auch ein Grundpraktikum realisieren, dessen Schwerpunkt auf den Anwendungen der Bioinformatik in Medizin und Biologie liegen soll. Wer einen ersten Eindruck von den Arbeiten des neuen Professors gewinnen will, sollte sich am Donnerstag, 31. Januar, um 16.00 Uhr in den Zuse-Hörsaal des Instituts für Informatik am Hubland begeben. Dort spricht Dandekar im Rahmen der Vortragsreihe "Angewandte Bioinformatik" über metabolische Netzwerke. Erstmals haben Biologen eine Fleisch fressende Pflanze gefunden, die sich auf eine Beute spezialisiert hat: Es handelt sich um eine tropische Kannenpflanze mit einer Vorliebe für Termiten. Über diese Entdeckung berichteten die Wissenschaftler von den Universitäten Frankfurt/Main, Brunei und Würzburg Anfang Januar in der Zeitschrift "Nature". Kannenpflanzen verhalten sich beim Beutefang in der Regel nicht wählerisch. Ihre Blätter sind zu schlauchartigen Gebilden geformt, deren oberer Rand und Innenflächen sehr rutschig sind. Um Beute anzulocken, geben sie zuckerhaltigen Nektar ab. Damit verführen diese Gewächse verschiedenste Insekten dazu, sich am Rand der Kannen niederzulassen. Geraten die Gäste dort auf die gefährlichen Stellen, dann rutschen sie in die Kannen hinein und werden mit Hilfe einer speziellen Flüssigkeit verdaut. In Brunei auf der Insel Borneo fanden die Wissenschaftler jetzt eine Kannenpflanze, die sich auf den Termitenfang spezialisiert hat. Bei der Art namens Nepenthes albomarginata moderten in der Regel Tausende von Termiten in einer einzigen Kanne vor sich hin. Alle Opfer gehörten zur selben Art und waren in einem ähnlich weit fortgeschrittenen Stadium der Zersetzung. Sie mussten also alle innerhalb eines kurzen Zeitraums in die Falle geraten sein. Die Kannen dieser Termiten fangenden Pflanze tragen rund um ihre Öffnungen einen Saum aus weißen Haaren, die von den Insekten offenbar gern gefressen werden: Entdecken einzelne Termiten eine behaarte Kanne, dann eilen sie in ihre Kolonie und kommen mit vielen Nestgenossen zurück. Zusammen weiden sie die Haare ab und tragen sie zum Nest, wie die Forscher beobachteten. Bei dieser Beschäftigung fallen sehr viele Termiten in die Kannen - die Wissenschaftler zählten bis zu 22 pro Minute. Sie meinen, dass diese Fangquote in Gegenden mit einer dichteren Termitenpopulation noch höher sein kann. Andererseits verlieren die Termiten das Interesse an den Kannen, sobald deren Haarsaum abgegrast ist. Gibt es gar keine Termiten in der Umgebung, dann ist der Fangerfolg der weiß behaarten Nepenthes gering: Die Forscher zählten im Laufe eines halben Jahres nur wenige Dutzend Ameisen, Käfer oder Fliegen in den Fallen. An diesen Forschungen war die Biologin Dr. Brigitte Fiala vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie der Universität Würzburg im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts beteiligt. Marlis A. Merbach, Dennis J. Merbach, Ulrich Maschwitz, Webber E. Booth, Brigitte Fiala und Georg Zizka: "Mass march of termites into the deadly trap", Nature Vol. 415, 3. Januar 2002, Seiten 36 - 37. Die Geomed-Klinik Gerolzhofen und das Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg führen eine seit Jahren bestehende Zusammenarbeit fort: Ihr Ziel ist der Aufbau eines modernen Qualitätsmanagementsystems für die im Landkreis Schweinfurt liegende Klinik. Wenn ein Patient ins Krankenhaus eingewiesen wird, will er dort optimal behandelt werden und baldmöglichst wieder nach Hause kommen. Um diesen Wunsch zu erfüllen, arbeiten im Krankenhaus viele Menschen aus verschiedenen Berufsbereichen zusammen, darunter Ärzte, Pflegefachkräfte, Verwaltungsangestellte, Köche und andere. Die Abläufe, die dieser Zusammenarbeit zu Grunde liegen, müssen immer wieder auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft und nötigenfalls angepasst werden - dieses Vorgehen wird als Qualitätsmanagement bezeichnet. In größeren Unternehmen werden viele Ansätze gleichzeitig verwendet, um derartige Prozesse der Unternehmensentwicklung zu unterstützen. Bereits 1994 wurden in der Geomed-Klinik mit Unterstützung des Instituts für Psychotherapie und Medizinische Psychologie die Mitarbeiter befragt. Auch die Erwartungen der wichtigsten Kunden, in diesem Fall der niedergelassenen Ärzte und der Patienten, wurden erhoben. Die Ergebnisse flossen in die Weiterentwicklung der Klinik ein und dienten der Anpassung von Organisationsformen und Angeboten des Krankenhauses an die Bedürfnisse der Kunden und Mitarbeiter. Die Patientenbefragung, die sich auf die Zufriedenheit mit dem Aufenthalt im Krankenhaus und auf Beschwerden oder Probleme während der Behandlung konzentriert, wird seither regelmäßig durchgeführt. Sie dient unter anderem dazu, aus Patientensicht bestehende Probleme im Krankenhausbetrieb kurzfristig zu erkennen und frühzeitig darauf eingehen zu können. Das neue Forschungs- und Entwicklungsprojekt soll die weitere Organisationsentwicklung wissenschaftlich begleiten und in den Aufbau eines modernen Qualitätsmanagementsystem münden. Es ist zunächst auf ein Jahr angelegt und läuft unter der Leitung von Dr. Heiner Vogel und Diplom-Psychologin Renate Schieweck. Das Projekt umfasst eine grundlegende Weiterentwicklung der Patientenbefragung, eine aktualisierte Mitarbeiterbefragung und insbesondere die Durchführung von themenzentrierten Arbeitsgruppen (Qualitätszirkel) zur Lösung von spezifischen Problemen. Verfahrensabläufe sollen systematisiert und zusammengestellt werden, so dass letzten Endes die Grundlagen für eine Zertifizierung des Qualitätssicherungssystems nach gängigen Standards (DIN-ISO 9000:2000 bzw. KTQ oder EFQM) beantragt werden kann. Damit soll gewährleistet werden, dass sich die Versorgung der Patienten dauerhaft positiv weiterentwickelt. Heiner Vogel: "Eine besondere Herausforderung ist es dabei unter den gegenwärtigen gesundheitspolitischen Entwicklungen sowie angesichts der regionalen Lage des Hauses im Landkreis Schweinfurt und der geringen Größe mit 129 Betten, eine effektive und sachgerechte Aufgabenteilung mit den Krankenhäusern der Schwerpunkt- und Maximalversorgung in Würzburg und Schweinfurt zu erreichen." Aber auch die eigenen Leistungsschwerpunkte der Geomed-Klinik sollen zu einer gleichmäßig hohen Qualität weiterentwickelt werden. Als solche Leistungsstärken sind laut Vogel die sehr persönliche Patientenversorgung, die Wohnortnähe und die fachgerechte Versorgung bei vielen Routineeingriffen bekannt. Hier solle die weitere fachliche Entwicklung ansetzen. Weitere Informationen: Heiner Vogel, T (0931) 31-2718, Fax (0931) 57 20 96, E-Mail: Dienstjubiläen: 25 Jahre Annegret KRIENER, Frauenklinik und Poliklinik, am 01.02.2002 Ingrid LINDNER, Küche, Klinikum der Universität, am 01.02.2002 Maria LORIS, Zentralverwaltung, am 28.01.2002 zu Forschungsanträgen: Ref. V/4, T 31-2294 Die Forschung und Entwicklung im Bereich von Software wird im Rahmen des EUREKA-Projekts ITEA (Information Technology for European Advancement) gefördert. Gefragt sind Projekte aus den Bereichen Heim, Unternehmen, Mobilität, Vermittlungsdienste und -infrastrukturen sowie komplexes System-Engineering. Es sollen Fortschritte unter anderem bei der Verwaltung von Daten und Inhalten, beim Netzwerktransport und bei der Sicherheit erzielt werden. Zunächst müssen bis 12. April Projektskizzen eingereicht werden. Weitere Informationen unter: Im Rahmen seines Programms "Neue Medien in der Bildung" fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung Projekte zur Entwicklung und Erprobung innovativer, netzbasierter, multimedialer Lehr- und Lernformen für den Einsatz in der IT-Weiterbildung. Das Antragsverfahren ist zweistufig. Interessenten können bis 30. April unter Angabe des Stichwortes "ITW" zunächst eine Projektskizze abgeben, die nicht mehr als zehn Seiten umfassen sollte. Der Text der Ausschreibung steht im Internet zur Verfügung: Mit ihren Marie Curie-Stipendien fördert die Europäische Union (EU) Nachwuchswissenschaftler (Postdocs, Habilitanden). Es gibt Individualstipendien zur Durchführung von Forschungsprojekten in einem anderen europäischen Land. Hier können Postdocs und Wissenschaftler mit vergleichbarer Forschungserfahrung Projekte beantragen, die 12 bis 24 Monate dauern. Die EU vergibt auch Individualstipendien für erfahrene Forscher, wenn dadurch ein Austausch zwischen benachteiligten und anderen Regionen bzw. zwischen öffentlicher und industrieller Forschung stattfindet. Mit den Industriestipendien schließlich bietet die Union Unternehmen die Möglichkeit, Nachwuchswissenschaftler aus dem europäischen Ausland aufzunehmen. Weitere Informationen und Unterlagen: Mit 50.000 Euro schreibt die Bayerische Landesstiftung den diesjährigen Umweltpreis aus. In Frage kommen "hervorragende praktische und wissenschaftliche Leistungen", die "in besonderem Maße zur Erhaltung und Verbesserung der Umwelt beitragen" und einen engen Bezug zu Bayern haben. Dabei kann es sich um Projekte im Naturschutz oder im technischen Umweltschutz wie Abfallwirtschaft, Wasserreinhaltung oder Lärmschutz handeln. Auch "übergreifende Ansätze eines ökologisch nachhaltigen Wirtschaftens" kommen in Betracht. Bei der Preisvergabe spielt privates ehrenamtliches Engagement unter Umständen eine besondere Rolle. Der Preis kann sowohl an Einzelpersonen als auch an Gruppen vergeben werden. Es ist mit einer Teilung auf zwei Preisträger mit je 25.000 Euro zu rechnen. Zur fachlichen Vorprüfung sollen die Vorschläge bis 31. März beim Bayerischen Landesamt für Umweltschutz eingereicht werden. Weitere Informationen und Anforderung der Bewerbungsbögen bei Elisabeth Süß, T (0821) 9071-5223, E-Mail: Für junge Hochschullehrer und -lehrerinnen der Natur- und Ingenieurwissenschaften ist der Alfried-Krupp-Förderpreis gedacht. Diese von der Essener Krupp-Stiftung ausgeschriebene und mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung kommt für Kandidaten in Frage, die trotz einer hervorragenden Qualifikation aufgrund von Stellenengpässen noch keinen Ruf auf eine C4-Professur erhalten konnten. Die Bewerber sollten nicht älter als 38 Jahre sein und eine C3-Professur innehaben. Selbstbewerbungen sind nicht möglich; das Vorschlagsrecht liegt bei Einzelpersonen oder Hochschulen. Bewerbungsunterlagen gibt es bei der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Hügel 15, 45133 Essen, T (0201) 188-4809, Fax (0201) 41 25 87, E-Mail:
Die Deutsche Messe AG bietet in Zusammenarbeitet mit der Technischen Universität Berlin Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen die Möglichkeit, sich auf der IT- und Telekommunikationsmesse CeBIT asia in Shanghai vom 2. bis 5. September vorzustellen. An einem Gemeinschaftsstand "Research and Technology" sollen Themen aus Studium, Forschung und Entwicklung einem Publikum aus Investoren, Firmen und Hochschulvertretern vorgestellt werden. Die CeBIT asia ist laut Mitteilung der Deutschen Messe AG die größte IT-Fachmesse in Ostasien. Kontakt: TU Berlin, Wissenstransfer, T (030) 31 42-32 00, Fax (030) 31 42-40 87; Deutsche Messe AG, T (0511) 89-0, E-Mail: Für Unternehmen, die aus bayerischen Hochschulen heraus entstehen, ist ein Hochschul-Gründer-Preis vorgesehen. Er gehört ins Umfeld des Businessplan-Wettbewerbs Nordbayern, an dem Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter, Professoren und andere Hochschulangehörige teilnehmen können. Es muss bis 19. März ein Geschäftsplan eingereicht werden, der den Anforderungen der Phase 2 des Wettbewerbs genügt und folgende Themen behandelt: "Executive Summary", Produkt oder Dienstleistung, Markt und Wettbewerb, Marketing und Vertrieb, Geschäftssystem und Organisation, Chancen und Risiken. Zu gewinnen gibt es Preise von 10.000 Euro sowie ein Finanzcoaching durch die Bayerische Landesbank. Weitere Informationen sind erhältlich bei Stefan Ulrich, T (0911) 59 724-8028, oder im Internet: Das neue Hochschulrahmengesetz regelt die Bestimmungen über den Abschluss befristeter Arbeitsverträge mit wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeitern und Hilfskräften neu. Für all diejenigen, die Fragen zum neuen Zeitvertragsrecht haben, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Telefon-Hotline eingerichtet. Sie ist montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 15.00 Uhr zu erreichen: (0 18 88) 57 20 05. Außerdem verweist das Ministerium auf ein Rechtsgutachten des Kölner Professors Dr. Ulrich Preis, das im Internet abgerufen werden kann: Das Institut für Angewandte Mathematik und Statistik hat einige PCs abzugeben:
Anfragen an: Wolfgang Pavel, E-Mail: Institut für Angewandte Mathematik und Statistik, Am Hubland, 97074 Würzburg, T (0931) 888-5077. |