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Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

Topographie des Traumas - wie entsteht Resilienz?

Datum: 16.05.2019, 19:00 - 20:30 Uhr
Kategorie: GSIK-Kalender, A, D, Vorträge/Workshops
Ort: Burkardushaus, Am Bruderhof 1
Veranstalter: Forschungsgruppe "Vulnerabilität, Sicherheit und Resilienz" // Fachbereich: fächerübergreifend
Vortragende*r: Prof. Dr. M. Schult, E. Barnewitz

Eva Barnewitz, Psychologin und Systemische Therapeutin, ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin von „victims voices – vivo international e.V.“ der Universität Konstanz in Deutschland, aber auch global unterwegs, z.B. in Äthiopien, Ruanda, Syrien. Schwerpunkte liegen auf Diagnostik und Therapie für Folteropfer sowie auf der Aus- und Weiterbildung von TraumatherapeutInnen, und zwar direkt vor Ort in Krisengebieten. In ihrem Vortrag untersucht sie die „Wunden der Seele“ und fragt, wie Kriegserfahrungen, Folter und sequenzielle Trauma­tisierungen von Menschen, die zu uns nach Deutschland geflohen sind, überwunden werden können. Anhand konkreter Beispiele erläutert sie, wie ein kompetenter Umgang mit kultureller Komplexität und Heterogenität aussieht.

Maike Schult, die an der Universität Marburg Praktische Theologie lehrt, geht aus theologischer Sicht auf die Frage ein, wie aus Traumatisierung Resilienz erwachsen kann. Sie versteht traumatische Ereignisse wie Flucht und Krieg als Zäsuren, die sich über einen langen Zeitraum, mitunter für immer, in die Lebensgeschichte einschreiben – eine Topographie des Traumas entsteht. Können Religionen spezifische Ressourcen anbieten? Wo stößt religiöse Kommunikation auf Grenzen? An biblischen Beispielen zeigt Maike Schult Möglichkeiten der Bewältigung, die die Angst vor weiterer Verwundung durchleben und offene Kommunikation eröffnen – damit sich das gewaltpotenzierende Trauma nicht bis in die dritte und vierte Generation fortschreibt.
Neuerscheinung im August 2019: Traumaarbeit als Aufgabe der Seelsorge. Evangelische Verlagsanstalt

 

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Ringvorlesung "Gemischtes Doppel II: Theologische und humanwissenschaftliche Perspektiven zur menschlichen Verwundbarkeit" statt.

Der Vortrag kann einzeln auf das GSiK-Zertifikat angerechnet werden.

Weitere Termine der Veranstaltungsreihe:
02.05.2019: Zärtlichkeit - die Schwester der Verletzlichkeit
06.06.2019: Sexueller Missbrauch - Gewalt überwinden, Leben eröffnen
27.06.2019: Homosexuelle Liebe - Verletzlichkeit hoch zwei
04.07.2019: Familienbande - Wunden verbinden

Weitere Informationen auf dem angefügten Pdf.

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