piwik-script

Intern
Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

Filmabend und Diskussion zum Film: "Schleudertrauma"

Datum: 29.05.2018, 16:00 - 19:00 Uhr
Kategorie: Vorträge/Workshops, C, D
Ort: Hubland Süd, Geb. PH1 (Philosophiegebäude), Raum 4U6
Veranstalter: Europäische Ethnologie/ Volkskunde
Vortragende*r: Torsten Näser, Oliver Becker

Filmabend und Diskussion

Inhalt des FIlmes:

Schleudertrauma

Dokumentarisch-ethnografischer Film von Oliver Becker und Torsten Näser

D 2017, ca. 90 Min.

Im Herbst 2014 feierte das Theaterstück „Schön, dass Ihr da seid“ vor einem ausverkauften Haus Premiere. Die Aufführung markierte den Höhepunkt einer über einjährigen Kooperation zwischen dem Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität sowie dem „Jungen Theater“ Göttingen. Das Stück thematisiert die wechselvolle Geschichte des Grenzdurchgangslagers Friedland in Südniedersachsen und basiert auf Forschungen, die Studierende des Instituts im Rahmen eines Masterprojekts durchgeführt haben. Was im Applaus allerdings unterging, war der spannungsgeladene Prozess, in dem die Beteiligten um die Fassung des Stücks gerungen hatten.

Der Film rückt die Interaktionen zwischen Universität und Theater in den vier Wochen bis zur Uraufführung in den Fokus. Zusammen mit dem Schauspielensemble sowie Studierenden und Dozierenden entwickelt der Regisseur Kai Tuchmann die Textfassung des Stücks. Parallel dazu laufen die Arbeiten der unterschiedlichen Gewerke am Theater auf Hochtouren. In der Verschränkung der verschiedenen Praxen wird ersichtlich, wie abweichende Routinen, ungleiche Arbeitsethiken sowie disparate Hierarchieverständnisse an der institutionellen Schnittstelle zunehmend  Reibungspunkte erzeugen. Auf einer zweiten Erzählebene erinnern sich die Beteiligten an die Geschehnisse, ringen um Worte oder korrekte Formulierungen. Sie  mühen sich, um das Erlebte in einen Diskurs zu überführen, in dem das Spannungsfeld zwischen redlichem kooperativen Bemühen und der Kollision zweier Wissensmilieus zu Tage tritt, manchmal aber auch nur Schweigen hinterlässt. Die dritte Ebene der Narration markieren Ausschnitte aus dem fertigen Stück. Deutlich wird, dass der gewählte kollaborative Ansatz aller Konflikte zum Trotz die Grenzen eingeübter Wissensformate um kritische, performative und rezeptionswirksame Repräsentationen fruchtbar zu erweitern vermochte.     

 

Der Abend kann als "Vortrag" auf das GSiK-Zertifikat angerechnet werden.

Zurück