piwik-script

Intern
Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

Familienbande - Wunden verbinden

Datum: 04.07.2019, 19:00 - 20:30 Uhr
Kategorie: GSIK-Kalender, A, D, Vorträge/Workshops
Ort: Burkardushaus, Am Bruderhof 1
Veranstalter: Forschungsgruppe "Vulnerabilität, Sicherheit und Resilienz" // Fachbereich: fächerübergreifend
Vortragende*r: Prof. Dr. H. Keul, Priv. Doz. Dr. T. Müller

Die Vereinten Nationen konstatieren, dass fast 70 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht sind. So wenig fassbar diese Zahl erscheint, so konkret ist das Leid der einzelnen Menschen. In migrierenden Familien erhöht sich die Vulnerabilität dramatisch: sei es, dass eine Flucht sie über Jahre oder für immer auseinanderreißt, sei es, dass einzelne Familien­mit­glieder Gewalt erfahren oder getötet werden. Die Wunden, die dabei entstehen, verbin­den die Men­schen inner­halb ihrer Familien unheilvoll miteinander, aber auch die Familien untereinan­der: Bindungs­traumata, die sich über Generationen auswirken, zeigen, wie Wun­den Menschen über Genera­tionen miteinander verbinden, aber auch die wachsende Notwendig­keit, die entstandenen Wunden zu verbinden. Zudem führt Migration auch in Europa zu einer Pluralisierung multikultureller Familienbindungen. Diese sind besonders von Vulneranz bedroht, entwickeln aber auch die Fähigkeit, gezielt Verwundungen zu verhindern oder notfalls zu verbinden.

„Familienbande“, die in globalen Umbrüchen wurzeln, bedürfen human­wissenschaftlicher wie theo­logischer Analysen. Der humanwissenschaftliche Beitrag zeigt auf, welcher Art familiäre Wunden im globalen Kontext sind und wie sie entstehen können. Der theologische Beitrag geht der Frage nach, wie sich hier Vulnerabilität und Gewaltbereitschaft zueinander verhalten („Von der Heiligen Familie zum Rosenkrieg?“) und welche interkulturellen Kompetenzen die Pluralisierung multikultureller Familienbeziehungen erfordern.

 

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Ringvorlesung "Gemischtes Doppel II: Theologische und humanwissenschaftliche Perspektiven zur menschlichen Verwundbarkeit" statt.

Der Vortrag kann einzeln auf das GSiK-Zertifikat angerechnet werden.

Weitere Termine der Veranstaltungsreihe:
02.05.2019: Zärtlichkeit - die Schwester der Verletzlichkeit
16.05.2019: Topographie des Traumas - wie entsteht Resilienz?
06.06.2019: Sexueller Missbrauch - Gewalt überwinden, Leben eröffnen
27.06.2019: Homosexuelle Liebe - Verletzlichkeit hoch zwei

Weitere Informationen auf dem angefügten Pdf.

Zurück