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Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

Dinge, Menschen, Biografien: Warum das Amulett an die Oma und das Denkmal an den Krieg erinnert

Datum: 16.04.2018, 14:00 - 16:00 Uhr
Kategorie: (Block-)Seminare, A, C
Ort: Hubland Süd, Geb. Z6 (Zentrales Hörsaal- u. Seminargebäude), R 1.003
Veranstalter: Europäische Ethnologie/ Volkskunde
Vortragende*r: Daniel Best

Dinge spielen eine wichtige Rolle für die Identität von Menschen und für die Konstitution von Gesellschaft insgesamt. Sie fungieren als Brücken zu individuellen und gemeinsamen Erinnerungen. Die Dinge unserer Alltage können als „Aufzeichnungsgeräte“ verwendet werden, sind Abbilder der Vergangenheit oder evozieren in bestimmten Situationen Erinnerungen: Der Knoten im Taschentuch erinnert uns an eine alltägliche Aufgabe, öffentliche Denkmäler weisen auf historische Ereignisse hin, das Elternhaus erinnert uns an unsere Kindheit und das Taschenmesser aus Jugendtagen erinnert an den ersten Campingausflug mit Freund*innen.  Auch finden sich Erinnerungsdinge als Teil des institutionellen und kollektiven Gedächtnisses in Museen. Musealisierung, die Art wie Objekte inszeniert werden, welche Narrative sie erzählen und in welche Kontexte sie in einer Ausstellung eingebettet sind, verändert Dinge und ihre Bedeutsamkeit. Museumsdinge erzählen somit ebenso von ihren Biografien. Doch auch die Dinge des Alltags haben Lebensläufe. Sie durchlaufen Lebensspannen und werden in diesem Zeitraum in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Häufig sind solche Objektbiografien schwer von menschlichen Biografien zu trennen, denn vertraute Dinge geben dem Leben eine Ordnung. Sie sind fester Bestandteil unserer Alltage und Grundlagen unseres Handeln, Fühlens und Denkens. Seit Ihrer Fachgründung versucht die volkskundliche Kulturwissenschaft diesen Verbindungen zwischen Objekten und Menschen sowie deren gegenseitigen biografischen Bedingtheiten nachzuspüren. Das Seminar führt in das kulturwissenschaftliche Arbeitsfeld der „Erinnerungsdinge“ ein und gibt einen Überblick über grundlegende Probleme, Positionen und Diskurse hinsichtlich der Analyse von (musealisierten) Alltagsdingen und Mensch-Ding-Beziehungen. Ausgehend vom Konzept der Objektbiografie werden die Grundlagen volkskundlich-kulturwissenschaftlicher Sachkulturforschung an konkreten Beispielen erarbeitet. Dabei bewegen sich Themenschwerpunkte und Inhalte des Seminars zwischen alltäglichen Dingen und Museumsobjekten.

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