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Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz

„Für die Freiheit!“ - Lesung mit Deniz Yücel

26.11.2019

„Ich fange erst an, wenn ihr alle reingekommen seid!“ - Am 15.11.2019 war Deniz Yücel für eine Lesung aus seinem Buch "Agentterrorist" zu Gast in Würzburg. Hier findet ihr unseren Rückblick.

Deniz Yücel bei seiner Lesung im Audimax der Universität / Foto: Jaakob Hansen, GSiK-Projekt


Der Journalist Deniz Yücel las am Freitag, den 15. November 2019, auf Einladung des Projekts „Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz“ (GSiK) und des Würzburger KUlturS e.V. im vollbesetzten Audimax aus seinem Buch „Agentterrorist“.

„Ich fange erst an, wenn ihr alle reingekommen seid!“, ruft Deniz Yücel der wartenden Schlange vor dem Audimax der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zu. Mehr als 400 Studierende und Interessierte sind an diesem Freitagabend, den 15. November 2019, in die Universität für die Lesung des WELT-Journalisten Deniz Yücel gekommen. 

Der Würzburger Kulturverein KUlturS e.V. und das interdisziplinäre Lehrprojekt „Globale Systeme und interkulturelle Kompetenz“ (GSiK) an der JMU hatten Yücel eingeladen. Die Zusammenarbeit auf Seiten des Vereins koordinierten Nuri Sağlam und Barış Yüksel, Carina Odenbreit und Dominik Egger für das GSiK-Projekt. Der Sprecher des GSiK-Projekts Prof. Andreas Dörpinghaus freute sich in seinem Grußwort über die gelungene Zusammenarbeit mit dem KUlturS-Verein und drückte seine Bewunderung darüber aus, wie Deniz Yücel in türkischer Haft für seine Freiheit gekämpft habe.

Über diesen „Kampf für die Freiheit“ schlug Yücel im Gespräch mit Moderator Barış Yüksel selbstkritische Töne an. Mit manch einer Initiative aus dem türkischen Hochsicherheitsgefängnis Silivri Nr. 9 habe er auch seine engsten Vertraute, Freunde und seine Frau in Gefahr gebracht. In Silivri Nr. 9 saß Yücel zunächst für seine journalistische Arbeit als Korrespondent der Zeitung Die Welt, dann als, wie er sagt, „Geisel“ des türkischen Präsidenten  Recep Tayyip Erdoğan, der Yücel in der Manier eines „Gangsters und Teppichhändlers“ (Deniz Yücel) als Pfand gegenüber der Bundesregierung einzulösen versuchte.

Recep Tayyip Erdoğan war es auch, der Yücel als „Agentterrorist“ bezeichnete und damit verantwortlich ist für den Titel von Deniz Yücels Buch über seine Zeit als Korrespondent und seine Inhaftierung in der Türkei. Wie er trotz einer solchen Vorverurteilung als „Agentterrorist“ für seine Freiheit kämpfte und mittels der türkischen Ausgabe des „Kleinen Prinzen“ von Saint-Exupéry einen ersten Text über seine Haftumstände zur Veröffentlichung aus dem Gefängnis schmuggeln konnte, erzählte er Barış Yüksel. Diese ihm „heilige“ Ausgabe des „Kleinen Prinzen“ hatte Yücel dabei und zeigte sie dem Würzburger Publikum. Barış Yüksel betonte in seinem Schlusswort, dass weiterhin in der Türkei zahlreiche Journalisten für ihre Arbeit im Gefängnis seien und man ihr Schicksal nicht vergessen dürfe.

Im Anschluss an Lesung und Gespräch nahm sich Deniz Yücel sehr viel Zeit für sein Publikum und dessen Fragen und erfüllte alle Wünsche einer persönlichen Widmung seines Buches. Passend schrieb er dort: „Für die Freiheit!“

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