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UniZeit - Zeitung für Schüler

Studieren an der Uni Würzburg - 2017/18

Max Gröschner, Pädagogikstudent in Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)
Max Gröschner in einer seiner Würzburger Lieblingskneipen. (Foto: Robert Emmerich)

Pädagogik: Zum Glück geirrt

Warum geht ein Abiturient aus der Nähe von Kassel zum Studium nach Unterfranken? Max Gröschner erzählt: „Die Kombination Sport und Pädagogik gibt es unter anderem in Bielefeld, Frankfurt und Würzburg.“ Diese drei Städte nahm er in die engere Wahl.

Beeindruckt von der Stadt

Als er zum ersten Mal nach Würzburg kam und eine Runde durch die Stadt drehte, war er beeindruckt – vom Main, den Weinbergen, der hügeligen Landschaft, dem schönen Blick von der Festung hinunter auf die Stadt. In der Jugendherberge freundete er sich mit einem anderen Studenten an; gemeinsam machten sie sich auf die Wohnungssuche. Schnell fanden sie eine WG-taugliche Wohnung in der Innenstadt. Spätestens jetzt war klar, dass er in Würzburg bleiben würde.

Am Anfang stand ein Irrtum

Eigentlich wollte Max Sportwissenschaft studieren und es mit einem anderen Fach kombinieren. Wie er auf Pädagogik kam? „Ich habe früher Wanderjugendfreizeiten betreut und dachte, dass es bei Pädagogik um ähnliche Sachen geht, um Erziehung und ihre praktische Umsetzung.“ Dass das nicht ganz stimmt, stellte er bald fest. Doch der Irrtum sollte sich als Glücksfall erweisen: Mittlerweile gefällt ihm Pädagogik fast besser als Sportwissenschaft.

Zwei Schwerpunkte machen das Studium spannend

„Die Pädagogik in Würzburg hat zwei Schwerpunkte, und diese Kombination macht das Studium spannend“, sagt der Student. Im empirischen Bereich geht es darum, die Bildungsrealität zu beschreiben. Im zweiten Schwerpunkt beschäftigen sich die Studierenden theoretisch-philosophisch mit den Begriffen Bildung, Erziehung, Sozialisation und Lernen.

Intensive Textarbeit gehört dazu

Trockener Stoff ist das offenbar nicht: „Ich finde es faszinierend, welche Ideen dahinter stecken und welche verschiedenen Strömungen es in der Bildungs- und Erziehungswissenschaft dazu gibt“, sagt Max. Für diesen Teil des Studiums solle man unbedingt die Bereitschaft mitbringen, sich intensiv mit Texten zur Bildungstheorie zu beschäftigen. Dabei biete das Studium Wissen an, aber vor allem könne man das Handeln in der Praxis vor dem theoretischen Hintergrund reflektieren.

Pädagogen arbeiten auf vielen Gebieten

Zur Theorie kommt die selbstständige Suche nach Anwendungsmöglichkeiten: Viele freiwillige Praktika zu machen, das sei wichtig. Max war als Praktikant in einer Jugendbildungsstätte in Stuttgart; andere Studierende sammeln Erfahrung in Umweltbildungsprojekten oder in der Bahnhofsmission.

Diese Beispiele zeigen, dass Pädagogen auf vielen Gebieten arbeiten. „Als Teambuilding-Seminarleiter in Firmen, ganz klassisch in der Jugendarbeit, in der Personalentwicklung, der Erwachsenenbildung oder beim Bildungsfernsehen: Für Pädagogen ist vieles möglich, und durch Eigeninitiative tun sich immer wieder Nischen auf.“

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Carina Odenbreit, Masterstudentin in Würzburg (Foto: Robert Emmerich)
Carina Odenbreit in der Cafeteria auf dem Hubland-Campus. (Foto: Robert Emmerich)

Bildungswissenschaft: Positives Gefühl

"Wer sich im Masterstudium spezialisieren will, ist hier falsch. In Würzburg ist die Bildungswissenschaft inhaltlich sehr breit aufgestellt, und das mag ich total gern“, sagt Carina Odenbreit. Drei Bereiche sind es, die in etwa gleich viel Raum einnehmen: Erwachsenenbildung, Bildungsphilosophie und empirische Bildungsforschung.

Forschungsprojekt zum Jugendfußball

Was der Studentin auch sehr gut gefällt: Zum Masterstudiengang gehört ein Forschungsprojekt, das über zwei Semester hinweg in kleinen Gruppen bearbeitet wird. Carinas Thema kommt aus dem Jugendfußball: „Es gibt für Jungs etablierte Leistungsdiagnostiktests, die aber auch bei Mädchen angewendet werden.

Wir untersuchen, ob die Tests dem Mädchenfußball gerecht werden oder ob man sie dafür eventuell anpassen muss.“ Für die Arbeit an diesem Projekt sei es besonders motivierend, dass die Ergebnisse am Ende vielleicht sogar in die Sportpraxis einfließen werden.

Mädchenfußball und Bildungswissenschaft? Ja, das passt zusammen: Auch die Nachwuchsförderung im Sport, die Trainingsarbeit mit Kindern und Jugendlichen, fällt schließlich in den Bereich „Bildung und Erziehung“.

Fließende Grenzen zu Nachbargebieten

Im Pädagogikstudium sind die Grenzen zu benachbarten Feldern fließend. Das zeigt sich auch an demPraktikum, das Carina fast vier Monate lang in Berlin absolviert hat: Sie war im Programmplanungs- und Redaktionsteam der re:publica, einer Veranstaltung, die sich selbst als „Europas größte Konferenz der digitalen Gesellschaft“ bezeichnet.

Drei Tage lang diskutierten Gäste aus aller Welt auf 16 Bühnen unter anderem über Zukunftstechnologien oder Netzpolitik. „Bei der Vorbereitung hat unser Team zum Beispiel die Redner ausgewählt und sie dann auf der Tagungshomepage mit Texten und Fotos vorgestellt“, erzählt Carina. Bei diesem Job bekam sie also auch Einblicke in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Aktiv in der Kulturszene der Stadt

Kulturelle Events planen, organisieren und durchführen – „auch das können wir als Pädagogen“, sagt Carina. Sie selber macht das offensichtlich sehr gerne und ist in Würzburg auch außerhalb der Uni auf diesem Feld aktiv: Im Jugendkulturhaus Cairo leitet sie die offene Montagsprobe an und stellt in einem Team das jährliche Improtheater-Festival auf die Beine.

Was sie von der Kulturszene der Stadt hält? „Super vielseitig, super sympathisch und toll vernetzt“, so ihre Einschätzung. Im kulturellen Bereich kann sich Carina auch ihre berufliche Zukunft vorstellen, selbst wenn ihr bewusst ist, dass „die Stellensituation dort nicht einfach ist“.

Trotzdem blickt sie mit einem positiven Gefühl auf die Zeit nach dem Universitätsabschluss: „Ich bin sicher, dass ich für mich einen schönen Platz finden werde.“

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