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    Würzburger Altertumswissenschaftliches Zentrum

    Der Zauberer von Nazareth // Frühchristliche Wunder im Spiegel heidnischer Magiekritik

    Datum: 25.11.2019, 18:15 Uhr
    Kategorie: Vorträge, Ringvorlesung
    Ort: Residenzplatz 2 (Residenz), Toscanasaal // Südflügel der Residenz
    Vortragende*r: Dr. theol. Johannes Pfeiff

    Für den heidnischen Philosophen Kelsos, dem vielleicht profiliertesten Kritiker des noch jungen christlichen Glaubens im zweiten Jahrhundert, war Jesus Christus nicht der Sohn Gottes, sondern ein Scharlatan. Kelsos vertrat die Auffassung, Jesus habe als junger Mann magische Kunststücke – etwa Totenerweckungen und Exorzismen – in Ägypten erlernt und mit ihnen schließlich in seiner Heimat einfache Gemüter geblendet, die ihn deshalb als Messias verehrten. Ebenso schien die Gegenwart die Aversionen des Kelsos gegenüber der christlichen „Sklavenreligion“ zu bestätigen: noch immer rekrutierten sich größere Teile der Christen aus eher einfachen und ungebildeten Schichten der römischen Gesellschaft. Und viele von ihnen waren offenbar ihrerseits den „Zaubertricks“ der Apostel auf den Leim gegangen, die ihre Missionsbestrebungen mit ähnlichen Wundern wie der Religionsstifter untermauerten. Die christliche Replik auf Kelsos durch Origenes von Alexandrien macht indes deutlich, dass die frühen Christen durchaus im dämonistischen Weltbild ihrer antiken Umwelt verhaftet waren. Sie lenkt den Blick gleichzeitig aber auch auf charakteristische Akzentuierungen, mit denen sich die christlichen Wundertäter von magischen Praktiken der heidnischen Umwelt abzusetzen versuchten, und eröffnet zudem interessante mentalitätsgeschichtliche Einblicke in die frühen christlichen Gemeinden.

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