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Forschung

Globale Herausforderungen

Das globale Bevölkerungswachstum von 1,6 Mrd. Menschen im Jahr 1900 auf fast 8 Mrd. Menschen im Jahr 2020 und die parallel zunehmende Industrialisierung, der steigende Nahrungsmittelverbrauch und neue Technologien wie die Telekommunikation und das Internet haben in praktisch allen Lebensbereichen zu durchgreifenden Veränderungen geführt. Die schon heute gewaltigen globalen Herausforderungen werden sich bei dem prognostizierten Bevölkerungswachstum auf fast 10 Mrd. Menschen im Jahr 2050 dramatisch weiter verschärfen. Hierzu gehören anthropogene Klimaveränderungen und der Rückgang der Biodiversität ebenso wie die zunehmende Migration und Alterung der Gesellschaft oder Veränderungen des globalen Wirtschaftsraums. Die Suche nach adäquaten Antworten auf diese Herausforderungen ist Gegenstand der Forschung in vielen Fakultäten der JMU, die in Themen mit starkem gesellschaftlichem Bezug, wie demographischem Wandel, Zukunft der Arbeit oder Fragen der Rechtsfindung, sowie mit stärker naturwissenschaftlichem Bezug, wie Klima, Umwelt oder Biodiversität, gegliedert werden können.

Sozioökonomisch benachteiligte Gruppen bzw. Länder des globalen Südens sind häufig überproportional von den Folgen des Klimawandels und anderer globaler Transformationen betroffen. Die damit einhergehenden sozialen Ungleichheiten werden im Forschungsschwerpunkt „Diversity“ der Fakultät für Humanwissenschaften untersucht. Hierbei werden Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Bewältigung der durch Diversität bedingten Benachteiligungen im Bildungsbereich und in der Arbeitswelt erforscht.

Im Forschungsschwerpunkt „Demographischer Wandel: Alter und Migration“ der Philosophischen Fakultät werden kulturelle, sprachliche und geographische Untersuchungen zur gesellschaftlichen Alterung und der Immigration aus anderen Kulturen durchgeführt. Beispiele für Forschungsthemen sind die Konsequenzen der alternden Gesellschaft in China, wie auch Sprachstörungen und Sprachrehabilitation in der Folge von Altersdemenz.

Globalisierung, Digitalisierung, die Alterung der Gesellschaft, der demographische Wandel, steigende Diversität und Ungleichheit sowie nicht zuletzt die aktuelle COVID-19-Pandemie stellen die Arbeitswelt und ihre Akteure vor vielfältige Herausforderungen. Diese gilt es durch innovative und zielorientierte Maßnahmen in Chancen umzuwandeln. Der Forschungsschwerpunkt „Zukunft der Arbeit“ der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät betrifft die Ursachen dieser akuten Probleme und entwickelt Vorschläge für effektive und effiziente Maßnahmen auf individueller, betrieblicher und politischer Ebene.

Zur Erhaltung von intakten Ökosystemen ist ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen essentiell. In der Juristischen Fakultät bildet das Thema „Nachhaltigkeit und Recht“ einen besonderen Schwerpunkt, wobei ein Fokus auf der entsprechenden Ausgestaltung von Verfahren und materiell-rechtlichen Regelungen im Bau-, Verkehrs- und Umweltrecht liegt. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Verhaltenspflichten privatrechtlich organisierter Unternehmen in der globalen Lieferkette.

An der Philosophischen Fakultät werden globale Herausforderungen im Forschungsschwerpunkt „Spatial Humanities, Cultural Heritage and Global Change“ aus der Perspektive der „Environmental Humanities“ adressiert. Im Themenkreis „Umweltstudien – Umweltbildung“ wird die Rolle literarischer Diskurse in der Kommunikation und Reflexion ökologischer Probleme und Wissensbestände erforscht. Gemeinsam mit der Fakultät für Humanwissenschaften werden nachhaltigkeitsorientierte didaktische Ansätze wie „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ oder „environmental learning“ in die Lehramtsausbildung einbezogen.

Neben den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen globaler Transformationsprozesse stehen im Profilbereich „Globale Herausforderungen“ naturwissenschaftliche Fragestellungen im Vordergrund, wobei die komplexen Veränderungen der Umwelt eine interdisziplinäre Herangehensweise erfordern. Auch die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen sowie ihre Umwelt werden untersucht. An der Fakultät für Biologie durchgeführte Forschungsarbeiten zur Biodiversität leisten dazu einen wichtigen Beitrag, mit gleichzeitigem Bezug zum Profilbereich „Moleküle, Zellen und Organismen“. Im Forschungsschwerpunkt „Insektenforschung“ werden die Auswirkungen des globalen Wandels auf Insekten und ihre Funktionen sowie deren Anpassungsfähigkeit an eine komplexe und sich verändernde Umwelt analysiert. Der Schwerpunkt „Pflanzenwissenschaften“ versucht die evolutionär unterschiedlich entwickelten Anpassungsprozesse von Pflanzen auf molekularer, physiologischer und ökologischer Ebene zu verstehen, um die Fitness und den Ertrag von Pflanzen unter den Bedingungen des globalen Wandels zu sichern.

An der Philosophischen Fakultät untersuchen Arbeitsgruppen Klima- und Umweltveränderungen in Modellen, Beobachtungen und Experimenten.