piwik-script

Deutsch Intern

     

    Verdienstmedaillen in Silber

    Zwei Persönlichkeiten wurden auf dem Stiftungsfest 2012 posthum für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet: Horst Pfrang (Psychologie / Zentralverwaltung) und Norbert Wilken (Biologie). Ihnen wurden die Verdienstmedaillen „Bene Merenti“ in Silber zugesprochen.

    Horst Pfrang

    Norbert Wilken

    Horst Pfrang

    Horst Pfrang wurde am 17. September 1955 im Bad Kissinger Ortsteil Poppenroth geboren. Im Juni 1974 legte er das Abitur am Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt ab und nahm anschließend an der Universität Würzburg das Studium der Pädagogik und Psychologie auf. Dieses schloss er 1980 als Diplom-Psychologe ab.

    Nachdem Horst Pfrang seinen Zivildienst am Psychiatrischen Landeskrankenhaus Weissenhof in Weinsberg abgeleistet hatte, arbeitete er zunächst als Psychologe in der Saaletalklinik in Bad Neustadt. 1982 begann er am Institut für Psychologie der Universität Würzburg seine Doktorarbeit, die er drei Jahre später mit Auszeichnung (summa cum laude) abschloss. 1993 habilitierte sich Horst Pfrang für das Fach Psychologie.

    Dem Institut für Psychologie gehörte Pfrang zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, dann als Oberassistent bis 1997 an. Anschließend führte ihn sein Berufsweg in die Zentralverwaltung der Universität Würzburg, wo er im Referat „Organisation und Controlling“ Aufgaben im Bereich der Hochschulplanung übernahm.

    Der Wissenschaft und der Lehre blieb er auch nach seinem Wechsel in die Verwaltung verbunden. Er publizierte weiterhin sehr erfolgreich seine Forschungsergebnisse und wirkte an der Ausbildung der Studierenden mit. Dieses Engagement würdigte die Philosophische Fakultät III im Jahr 2005, indem sie Pfrang zum außerplanmäßigen Professor bestellte.

    Aufgrund seines außergewöhnlichen Engagements und der profunden Sachkompetenz, die Horst Pfrang sich bei seiner Tätigkeit in der Zentralverwaltung innerhalb kürzester Zeit aneignete, wurde er rasch ein ausgewiesener Experte auch in diesem Bereich. Im Jahr 2007 wurde er daher zum Teamleiter der Sachgebiete „Innenrevision“ und „Controlling und Qualitätsmanagement“ der Stabsstelle Planung und Qualitätsmanagement unserer Universität ernannt. Nach der Neuorganisation der Zentralverwaltung im November 2010 schließlich übernahm Horst Pfrang, der 2007 zum Akademischen Direktor ernannt worden war, die Leitung des neuen Referats 1.1 „Planung und Qualitätsmanagement“.

    Er leitete das Referat mit hoher Sachkompetenz und unermüdlichem Einsatz und leistete in dieser Funktion einen herausragenden Beitrag zum Ausbau der Universität: Er war einer der Ideengeber für die Ausbauplanung und die Erweiterung der Universität auf dem Campus Nord, die mit der offiziellen Campuseröffnung im Sommer 2011 ihr erstes Etappenziel erreicht hat.

    Ein hohes Maß an Eigeninitiative, Entschlussfreudigkeit und Verantwortungsbereitschaft, kreatives Denken und Planen in komplexen Zusammenhängen, eine weit über das zu Erwartende hinausgehende Einsatzbereitschaft und eine bedingungslose Loyalität in allen Belangen, die unsere Universität betreffen – dies sind nur einige der Eigenschaften, die Horst Pfrang dabei und bei seinem Mitwirken an einem gerechten bayernweiten Mittelverteilungssystem auszeichneten.

    Horst Pfrangs unermüdliches Engagement für die Sache war gepaart mit einem ausgeglichenen und ausgleichenden Wesen, mit Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber jenen, mit denen er zusammenarbeitete. Dies machte ihn zu einem überaus geschätzten und beliebten Kollegen, der weit über den Kreis der Angehörigen unserer Universität hinaus auch in den zuständigen Gremien, Kommissionen und Ministerien, die mit der bayerischen Universitätsentwicklung befasst sind, große Achtung genoss. Am 28. Dezember 2011 ist Horst Pfrang nach kurzer Krankheit im Alter von nur 56 Jahren gestorben.

    To top

    Norbert Wilken

    Norbert Wilken wurde am 27. Mai 1962 in Hamburg geboren. In seiner Heimatstadt legte er am Goethe-Gymnasium 1981 sein Abitur ab. Nach dem Grundwehrdienst verpflichtete er sich als Zeitsoldat für vier Jahre bei der Bundesmarine. Während dieser Zeit vertiefte er sein Fachwissen speziell auf dem Gebiet der Kryptographie und Informationssicherheit.

    Nach Beendigung seiner militärischen Dienstzeit begann Norbert Wilken zum Wintersemester 1985/86 das Biologiestudium an der Universität Würzburg. Gleichzeitig belegte er Lehrveranstaltungen in Geologie und Paläontologie. Für die Diplomprüfung wählte er die ungewöhnliche Kombination aus den Fächern Zell- und Entwicklungsbiologie, Genetik, Paläontologie und Geologie – ein Beleg für sein breites naturwissenschaftliches Interesse.

    Im April 1997 wurde Norbert Wilken zum Dr. rer.nat. promoviert. Anschließend wurde er am Lehrstuhl für Zell- und Entwicklungsbiologie zum wissenschaftlichen Assistenten ernannt. Dort etablierte er ein hocheffizientes Computer-Netzwerk und trug damit bereits damals entscheidend zum Aufbau der IT-Netzwerkstruktur im Biozentrum bei.

    Ein Jahr später wechselte Norbert Wilken an die Neurologische Universitätsklinik der Technischen Universität Dresden. Dort übernahm er als Koordinator und Informatiker den Aufbau einer IT-Struktur für das Kompetenznetz Parkinson. Außerdem arbeitete er an diagnostischen Verfahren für genetische Veränderungen im mitochondrialen Genom mit.

    Im Juni 2001 kehrte Wilken an die Universität Würzburg zurück. Hier trat eine Stelle als Akademischer Rat am Lehrstuhl für Zell- und Entwicklungsbiologie an. Bereits nach Kurzem übernahm er eine Reihe wichtiger Aufgaben in Forschung, Lehre und Selbstverwaltung. Er war unter anderem Beauftragter für Sicherheit, für Strahlenschutz und für gentechnische Sicherheit.

    Aufgrund seiner umfassenden EDV-Kenntnisse wurde Norbert Wilken bald in die Unterkommission „IT-Betreuungskonzept“ der Ständigen Kommission für Angelegenheiten des Rechenzentrums berufen. Für das Biozentrum übernahm er die Aufgabe des EDV-Koordinators.

    Außerdem war er Mitglied der zentralen Kommission zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und stellvertretender Sprecher des Konvents der wissenschaftlichen Mitarbeiter. Er übernahm die federführende Ausarbeitung von WAP- und CIP-Anträgen für das Biozentrum und war aktiv an dem Projekt „Bio-Logisch“ der Bosch-Stiftung beteiligt.

    Auch in der Lehre hat sich Norbert Wilken stets auf herausragende Weise engagiert. Seine Veranstaltungen wurden, obwohl sie als anspruchsvoll galten, von den Studierenden immer mit Bestnoten bewertet. Ab 2002 führte er im F1-Praktikum 16 Semester lang einen eigenständigen Block Molekularbiologie durch, in dem er Praxis und Theorie der DNA- und Proteinanalytik vermittelte, einschließlich Übungen zum Einsatz von Datenbanken im CIP-Pool des Biozentrums.

    Daneben übernahm er viele Jahre einen Teil der Übungen in Biologie für angehende Mediziner und bot mehrfach spezielle Vorlesungen über Bilderfassung und Bildbearbeitung an, die sich vor allem an Mitarbeiter, Diplomanden und Doktoranden des Lehrstuhls richteten. Mit dem Wechsel in der Leitung des Lehrstuhls im April 2009 kamen neue Herausforderungen auf Norbert Wilken zu: Mit Freude und voller Energie schickte er sich an, zusammen mit dem neuen Lehrstuhlinhaber die Neugestaltung und Neuausrichtung durchzuführen.

    Am 2. Juli 2011 ist Norbert Wilken im Alter von 49 Jahren gestorben. Mit ihm hat die Julius-Maximilians-Universität Würzburg einen außergewöhnlich engagierten, kompetenten und charismatischen Kollegen verloren. Er hat sein profundes Wissen weit über den Lehrstuhl hinaus in den Dienst des Biozentrums und der gesamten Universität gestellt. Die Julius-Maximilians-Universität verleiht Norbert Wilken posthum die Medaille „Bene Merenti“ in Silber für seine herausragende Arbeit beim Aufbau der IT des Biozentrums sowie für sein großes Engagement für das Biozentrum und für die Universität insgesamt.

    To top