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    Eine Theologengeneration geprägt

    10/22/2013

    Im Alter von 79 Jahren ist Anfang Oktober Professor Winfried Weier gestorben. Weier war von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1999 Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Philosophie an der Universität Würzburg.

    Professor Winfried Weier (Foto: POW)
    Professor Winfried Weier (Foto: POW)

    Winfried Weier wurde am 26. April 1934 in Fulda geboren. Er studierte Philosophie, Germanistik und Theologie für das Lehramt an der Universität Mainz und erwarb dort 1959 den Doktorgrad der Philosophie. 1962 schloss Weier sein Studium mit dem Staatsexamen mit Auszeichnung ab. Von 1962 bis 1972 war er als Assistent und Dozent im Fach Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Würzburg tätig. 1966 habilitierte er sich im Fach Philosophie an der Universität Salzburg. Dort lehrte er von 1967 bis 1999 neben seiner Tätigkeit in Würzburg als Universitätsdozent als außerordentlicher Professor. 1972 erhielt er einen Lehrauftrag an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät, später an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg und war dort von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1999 Professor für Christliche Philosophie. Am 5. Oktober starb Weier.

    Winfried Weier veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Monographien und Aufsätze zu grundlegenden und speziellen Fragen der Philosophie, der Philosophiegeschichte und der Religionsphilosophie. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand setzte er seine wissenschaftliche Arbeit fort und publizierte zwei weitere Werke: „Idee und Wirklichkeit. Philosophie deutscher Dichtung“ (2005) sowie „Gott als Prinzip der Sittlichkeit, Grundlegung einer existenziellen und theonomen Ethik“ (2009). Eine Erkrankung erschwerte ihm in den vergangenen Jahren das wissenschaftliche Arbeiten und den Kontakt zur Katholisch-Theologischen Fakultät.

    In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um die katholische Kirche wurde Weier am 8. März 2004 von Papst Johannes Paul II. mit dem Päpstlichen Silvesterorden ausgezeichnet. In seiner Laudatio betonte der Würzburger Weihbischof Helmut Bauer damals, dass Weier eine ganze Theologengeneration entscheidend geprägt habe. Seine Lehrtätigkeit habe er nicht nur als Wissensvermittlung, sondern als Anstoß zu eigenständigem philosophischen Denken verstanden. Stets sei es ihm ein wichtiges Ziel gewesen, die rationale Verantwortbarkeit des christlichen Glaubens herauszustellen. „Es war ihm ein Anliegen, seine Studenten dazu zu befähigen, relativistischen und reduktionistischen philosophischen Ansätzen argumentativ begegnen zu können.“

    Prof. Dr. Heribert Hallermann 

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