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    Theologe Andreas Bieringer erhält Pius-Parsch-Preis

    12/17/2013

    Theologe Andreas Bieringer ist von der Liturgiewissenschaftlichen Gesellschaft Klosterneuburg mit dem "Pius-Parsch-Preis" 2013 ausgezeichnet worden. Bieringer, der am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der Universität Würzburg arbeitet, teilt sich den Preis mit dem Koblenzer Michael Schneider.

    Professor Hans- Jürgen Feulner (Wien), Preisträger Andreas Bieringer, Abtprimas Bernhard Backovsky, Preisträger Michael Schneiders (Vallendar), Professor Andreas Redtenbacher bei der Verleihung des "Pius-Parsch-Preises". (Bild: Stift Klosterneuburg)
    Professor Hans- Jürgen Feulner (Wien), Preisträger Andreas Bieringer, Abtprimas Bernhard Backovsky, Preisträger Michael Schneiders (Vallendar), Professor Andreas Redtenbacher bei der Verleihung des "Pius-Parsch-Preises". (Bild: Stift Klosterneuburg)

    Mit Bieringer und Schneider teilen sich 2013 somit zwei Deutsche Theologen den mit insgesamt 5.000 Euro Fördergeld dotierten Preis der österreichischen Gesellschaft. Den Rahmen für die Verleihung bildete ein Festgottesdienst in der Kirche St. Gertrud in Klosterneuburg in der Nähe von Wien anlässlich der Verabschiedung der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils "Sacrosanctum Concilium" vor 50 Jahren, am 4. Dezember 1963.

    Herausragende Leistungen in der Liturgiewissenschaft

    Der "Pius-Parsch-Preis" prämiert alle zwei Jahre herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Liturgiewissenschaft. Bieringer dissertierte an der Universität Wien mit einer Arbeit unter dem Titel "A Halfway House to Aggiornamento? Die ersten muttersprachlichen Messbücher in den USA von 1964 bis 1966".

    "Die Verleihung des Pius-Parsch-Preises 2013 ist eine doppelte Auszeichnung für mich. Zunächst freue ich mich natürlich, dass nun meine Dissertation von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Darüber hinaus ist es aber auch eine persönliche Anerkennung für die oft anstrengenden Stunden in schwer zugänglichen Archiven in Washington DC und im Vatikan in Rom", sagt Bieringer, der heute Akademischer Rat am Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft an der Universität Würzburg ist.

    Schwierige Recherche in den Archiven des Vatikans

    In der Recherche stellte sich für Bieringer gerade die Arbeit mit den Primärquellen im Vatikan als schwierig heraus. Er sieht seine Hartnäckigkeit als einen Grund für die Auszeichnung: "Ich musste immer wieder um den Zugang zu Akten kämpfen, die zudem mit schwer durchschaubaren Sperrfristen belegt sind".

    "Zudem ist es auch einen Ehre, Träger eines Preises zu sein, der nach Pius Parsch benannt ist", sagt Bieringer. Pius Parsch war katholischer Priester und Ordensmann aus Klosterneuburg. "Er gehört zu den wichtigsten Figuren innerhalb der liturgischen Bewegung, ohne die die umfassenden liturgischen Reformen auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) kaum möglich gewesen wären", berichtet Bieringer und ergänzt: "Darüber hinaus kann ich mit dem Preisgeld die Druckkostenlegung der Arbeit finanzieren."

    In seiner an der Universität Wien eingereichten Dissertation befasste sich Bieringer mit der frühen Rezeption der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in den USA. "Dies ist zunächst interessant, da die Liturgiewissenschaft als Teildisziplin der Theologie über weite Strecken noch immer stark eurozentrisch geprägt ist", sagt Bieringer.

    Katholiken in den USA konnten durch Konzil ihre Situation verbessern

    Neben den liturgiewissenschaftlichen Erkenntnissen, verfolgen Bieringers Studien aber auch soziokulturelle und mentalitätsgeschichtliche Zielsetzungen. "Reformen im Bereich der Liturgie verändern immer auch Selbst- und Außenwahrnehmung von kirchlichen Gruppierungen. Den Katholiken in den USA gelang es aufgrund der Veränderungen, die durch das Zweite Vatikanische Konzil ausgelöst wurden, ihre gesellschaftliche Position stark zu verbessern", sagt Bieringer.

    Zweites Vatikanisches Konzil vor genau 50 Jahren

    Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der "hohen wissenschaftlichen Qualität, Aktualität und Interdisziplinarität" der Arbeit, sagt Bieringer. Das Thema hat zudem einen aktuellen Bezug: 2013 jährte sich die Verabschiedung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils am 4. Dezember zum 50. Mal. Die Umsetzung des Konzils in den USA steht im Mittelpunkt von Bieringers Arbeit.

    Bis zum Abschluss der Dissertation im Dezember 2012 arbeitete Bieringer an der Universität Wien am Institut für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Im Januar 2013 wechselte er als Akademischer Rat auf Zeit zu Professor Martin Stuflesser an den Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft der Universität Würzburg.

    Aktuell arbeitet Bieringer an seiner Habilitationsschrift. Sie trägt den Arbeitstitel "Fundamentalliturgie im Geist des Poetischen". "Ziel ist es dabei, liturgische Spuren in der modernen Literatur mit der Liturgiewissenschaft ins Gespräch zu bringen", sagt Bieringer.

    Kontakt:

    Andreas Bieringer, Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, T: +49 (0) 931 31-81853,
    E-Mail: andreas.bieringer@uni-wuerzburg.de

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