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    Neuer Herr über CT und MRT

    04/30/2013

    Seit Anfang April leitet Professor Thorsten Bley das Institut für Röntgendiagnostik am Universitätsklinikum Würzburg. Das Großkrankenhaus hat damit einen jungen, international renommierten Experten gewonnen, dessen spezieller Schwerpunkt auf der Herz-Kreislauf-Bildgebung liegt.

    Professor Thorsten Bley, seit 1. April 2013 neuer Direktor des Instituts für Röntgendiagnostik am Universitätsklinikum Würzburg. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)
    Professor Thorsten Bley, seit 1. April 2013 neuer Direktor des Instituts für Röntgendiagnostik am Universitätsklinikum Würzburg. (Foto: Universitätsklinikum Würzburg)

    Einer der Punkte, die Professor Thorsten Bley an der universitären Radiologie begeistern, ist deren Schnittstellenfunktion: „Als klinisch tätige Ärzte werden wir täglich mit Fragen aus der Krankenhauspraxis konfrontiert. Gleichzeitig stehen uns hochmoderne Werkzeuge zur Verfügung, wie Computer- und Magnetresonanztomografen. In Kooperation mit anderen Disziplinen, wie der Medizin-Physik, haben wir das Wissen und die Mittel, neue Lösungen für klinische Probleme zu erarbeiten.“

    Forschungserfolg bei Riesenzell-Arteriitis

    Dieses Vorgehen hat dem 39-Jährigen seinen bisher größten wissenschaftlichen Erfolg eingebracht: Es gelang ihm, eine Methode zu entwickeln, mit der die Riesenzell-Arteriitis per Magnetresonanztomografie (MRT) sichtbar gemacht werden kann.

    Die Riesenzell-Arteriitis ist die häufigste entzündliche Gefäßerkrankung. Pro Jahr kommen in Deutschland auf 100.000 Menschen, die älter als 50 Jahre sind, etwa 20 Neuerkrankungen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Krankheit gilt als schwer zu diagnostizieren, doch mit seiner Forschungsarbeit hat Bley hier neue Wege aufgezeigt, die in der Fachwelt mit größtem Interesse aufgenommen wurden.

    Als besondere Anerkennung für diese wissenschaftliche Leistung bekam Bley vor zwei Jahren den Röntgenring verliehen. Der Röntgenring ist neben dem Röntgenpreis die bedeutendste Auszeichnung der Deutschen Röntgengesellschaft.

    Münster, Freiburg, Madison, Hamburg, Würzburg

    Zum 1. April 2013 hat Thorsten Bley die Nachfolge von Dietbert Hahn als Direktor des Instituts für Röntgendiagnostik am Universitätsklinikum Würzburg angetreten. Sein Karriereweg bis dahin lässt sich in vier Phasen unterteilen.

    Nach dem Medizinstudium in Münster erarbeitete sich der gebürtige Frankfurter am Universitätsklinikum Freiburg die Basis seines radiologischen Wissens. Dort sammelte er Oberarzterfahrungen und habilitierte sich für das Fach Radiologie.

    Den akademischen Facetten seines Berufs spürte Bley dann in einer intensiven, 18-monatigen Forschungszeit an der University of Wisconsin-Madison (USA) nach. Für seinen vierten Karriereschritt vor seiner Berufung nach Würzburg wählte er das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Dort vervollkommnete er seine Kenntnisse und Fertigkeiten in der interventionellen Radiologie.

    Neuer Direktor – neues CT-Gerät

    Als Leiter der Röntgendiagnostik am Uniklinikum kann Bley seine Interessen und Fähigkeiten voll einbringen. „Die kardio-vaskuläre Bildgebung als einer der Leitfäden meiner Karriere ist auch einer der Schwerpunkte der Würzburger Medizinischen Fakultät. Ich treffe hier auf exzellente personelle, organisatorische und technologische Strukturen, mit denen ich sehr gut weiterarbeiten kann“, freut sich der Experte.

    Begleitend zu seinem Amtsantritt wird die bereits sehr gute Geräteausstattung des Instituts weiter aufgestockt. „Wir werden einen neuen, noch schnelleren Hochleistungs-Computertomografen anschaffen“, so Bley. „Insbesondere die Darstellung des bewegten Herzens und der Blutgefäße wird dadurch deutlich verbessert. Dies ermöglicht uns Ärzten noch bessere Diagnosemöglichkeiten und verkürzt über ein schnelleres Prozessmanagement die Wartezeiten für die Patienten.“

    Ausbau der interventionellen Radiologie

    Neben der Stärkung der kardio-vaskulären Bildgebung plant Bley den Ausbau der interventionellen Radiologie: „Als universitäres Institut ist es unsere Aufgabe, den Patienten radiologische Interventionen mit höchstem Standard und bestmöglicher Fachexpertise anzubieten und diese mit universitärer Forschung und Lehre zu flankieren.“

    Onkologie und Traumatologie

    Weitere Schwerpunkte des Universitätsklinikums Würzburg sind die Onkologie und die Traumatologie. „Daher werden wir uns auch in Zukunft im Schulterschluss mit den Ärzten diverser Disziplinen sehr intensiv mit der Diagnostik und der interventionellen Behandlung onkologischer und traumatologischer Patienten beschäftigen“, betont der neue Institutsdirektor.

    Entzündung von Arterien weiter erforschen

    In der Forschung sollen die Arbeiten rund um die Riesenzell-Arteriitis weiter vorangetrieben werden. Bley: „Obwohl ich mich schon seit nunmehr zehn Jahren mit diesem Thema beschäftige, stehen wir immer noch vor einem weiten Feld. Aus jeder gewonnenen Erkenntnis erwachsen weitere Fragen.“ Neue Antworten hofft er in Würzburg zum Beispiel in enger Zusammenarbeit mit der Nuklearmedizin über die Einbeziehung der PET-Diagnostik zu finden.

    Lehre mit US-amerikanischen Einflüssen

    Neben den Möglichkeiten zur Forschung ist auch die Lehre einer der Gründe, warum der neue Professor gerne an einem Universitätsklinikum arbeitet. „In mein didaktisches Angebot werde ich Einflüsse aus der US-amerikanischen Lehre einfließen lassen, wie zum Beispiel die Arbeit in möglichst kleinen Gruppen mit viel 'Hands-on' oder den 'Heißen Stuhl'", kündigt er an.

    Beim „Heißen Stuhl“ müssen in erster Linie Assistenzärzte in einer prüfungsartigen Situation vor einer Gruppe einzeln Diagnose- und Therapieentscheidungen treffen. „Wenn es gelingt, hierfür das richtige Gruppenklima zu schaffen, ist dies kein Vorführen des Einzelnen, sondern ein sehr effizientes und intensives Lernformat“, weiß Bley aus eigener Erfahrung.

    Gut in Würzburg eingelebt

    Privat ist der Neu-Franke mit seiner Frau und seinen drei Kindern bereits Anfang März von Hamburg an den Main umgesiedelt. „Schon in dieser kurzen Zeit haben wir erkannt, dass Würzburg speziell für Familien ein wunderbarer Ort zum Leben ist“, freut er sich. Für die kommenden Monate plant er, gemeinsam mit seiner Familie die vielen Kulturschätze der Region zu erkunden.

    Quelle: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Würzburg

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