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    Läuft bei denen – Sprache in Sozialen Medien

    03/24/2015

    Drei Germanistikstudenten stellten am Schülertag des Unterfränkischen Dialektinstituts die Sprache in Sozialen Medien dar. Ziel war ein Unterrichtsentwurf im Rahmen eines Seminars.

    Die Germanistik Studenten referierten beim Schülertag (von links):Maximilian Queck, Adrian Erben, Maximilian Barz. (Foto:Patricia Schätzler)
    Die Germanistik Studenten referierten beim Schülertag (von links):Maximilian Queck, Adrian Erben, Maximilian Barz. (Foto:Patricia Schätzler)

    Die Germanistikstudenten Maximilian Queck, Adrian Erben und Maximilian Barz stellten sich im Rahmen eines Seminars die Frage, wie Sprache in den Sozialen Medien aussieht. Denn schließlich benutzen wir alle täglich verschiedene Soziale Medien, von WhatsApp über Facebook bis zu Instagram.

    „Die Sprache in den neuen Medien ist super schnelllebig. Da sind viele Trendwörter auch schnell wieder out“, sagt Adrian Erben. Auf die Frage, wie sie auf das Thema gekommen seien antwortet Maximilian Barz: „Das Thema war vorgegeben, hat uns drei aber wirklich angesprochen - sonst hätten wir es ja nicht gewählt“.

     „Läuft bei ihnen“, würde die Jugend laut des Langenscheidt-Verlags zu den drei Jungs sagen. Der Verlag hat 2014 mit „Läuft bei dir“ erstmals mehrere Wörter zum Jugendwort des Jahres gekürt.

    „Neue Medien und Dialekt als Gegensatz“

    Auch Maximilian Queck ist nach wie vor von dem Thema begeistert. „Am spannendsten war für mich der Gegensatz von aktuellen Sozialen Medien und dem Dialekt. Denn bei Dialekt denken die Meisten eher an alte Leute als an die Nutzer neuer Medien.“

    Die Ergebnisse des Seminars präsentierten die Studenten am Schülertag des Unterfränkischen Dialektinstituts Mitte März. Dabei veranschaulichten sie Besonderheiten und beantworteten die Frage, ob überhaupt eine einheitliche Sprache in Sozialen Medien verwendet wird. Die gesammelten Erkenntnisse wollen die drei anschließend in einer Hausarbeit zusammentragen.

    Reden, Schreiben oder multimedial Kommunizieren

    Die Frage nach der Einheitlichkeit der Sprache sei laut Aussage der Studenten schnell beantwortet. Am Beispiel der E-Mail werde klar, dass die Art der Sprache vielmehr von Adressaten und Themen abhänge, als vom Medium an sich. Das besondere an der Kommunikation über das Internet sei die Geschwindigkeit. Dadurch ähnle die Online-Sprache auch der Face-to-Face-Kommunikation.

    Akronyme oder Leetspeak, in der Buchstaben ähnlich aussehende Ziffern ersetzen, helfen Zeit oder Platz zu sparen. Dadurch hätten sich Ausdrücke wie YOLO, kurz für You only live once“, oder w8, für „wait“, in die Alltagssprache Jugendlicher integriert. Eine andere Möglichkeit sei es, Endungen wegzulassen. Sso werde beispielsweise „is“ aus „ist“.

    Die Schnittstelle von gesprochener und geschriebener Sprache zeige sich auch in Ausdrücken, die dem Dialekt entstammen. Ob von „Kinnern“ statt „Kindern“ oder „ned“ statt „nicht“ die Rede sei - im Rahmen der neuen Medien sei das durchaus üblich.

    Ersatz für Betonung und Körpersprache

    „Außerdem muss schriftliche Kommunikation kreativ sein, um das Fehlen von nonverbalen Äußerungen oder paraverbaler Unterstützung, also beispielsweise von Gesten oder der Betonung, zu kompensieren“, erklären die Studenten in ihrem Vortrag. Daher bieten die meisten neuen Kommunikationsmedien eine Auswahl von Emoticons an, zusätzlich zu den Buchstaben einer Tastatur.

    Ursprünglich waren das vor allem Smileys, aber inzwischen kann man von der Sonne bis zum Elefant zahlreiche andere kleine Bildchen auswählen. Außerdem können multimediale Elemente, wie Videos oder Audioaufnahmen den Inhalt einer Nachricht unterstützen.

    Doch auch die Art des Schreibens könne die Bedeutung einer Aussage deutlich machen, erklären die Germanisten. Wenn man eine Aussage betonen möchte, dann können Großbuchstaben oder eine Häufung von Buchstaben oder Zeichen den Ausdruck in der Stimme ersetzen - damit die Aussage dem anderen auch „suuuuuuper“ klar werde.

    Zielsetzung im Seminar

    Auftrag des Seminars war es nicht nur, sich mit den Sozialen Medien und deren sprachlichen Besonderheit auseinanderzusetzen, sondern auch einen Unterrichtsentwurf vorzubereiten. Ziel ist es, dass Schüler Ausschnitte aus Sozialen Medien eigenständig analysieren. Beim Schülertag des Unterfänkischen Dialektinstituts wurden die Entwürfe gleich von den Schülern getestet.

    Aus Franken kommt von den Studenten nur Maximilian Queck. Alle drei sind sich einig, dass es für die Gruppe hilfreich ist, aus verschiedenen Regionen Deutschlands zu stammen. „So konnten wir eine Vielfalt an Material sammeln und durch unsere persönliche Erfahrung Vergleiche ziehen.“

    Mehr Informationen über den Schülertag

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    By Patricia Schätzler

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