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    Förderer der humanen Sprache

    11/26/2019

    Der Theologe Erich Garhammer hat den diesjährigen Ökumenischen Predigtpreis für sein Lebenswerk erhalten. Garhammer hatte von 2000 bis 2017 den Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg inne.

    Preisverleihung in Bonn mit Erich Garhammer (r.), dem Juryvorsitzender Eberhard Hauschild (l.) sowie den ebenfalls Ausgezeichneten Daniel Steigerwald und Regina Laudage-Kleeberg.
    Preisverleihung in Bonn mit Erich Garhammer (r.), dem Juryvorsitzender Eberhard Hauschild (l.) sowie den ebenfalls Ausgezeichneten Daniel Steigerwald und Regina Laudage-Kleeberg. (Image: Friederike Nordholt / Universität Bonn)

    „Wir zeichnen heute Dr. Erich Garhammer, Professor der Universität Würzburg im Unruhestand, für sein Lebenswerk mit dem ökumenischen Predigtpreis aus, weil er die christliche Rede in der katholischen Kirche im deutschen Sprachraum zu hohem Ansehen gebracht und weit über den akademischen Unterricht hinaus gefördert hat. Wir ehren einen mutigen Förderer der humanen, klärenden und heilenden Sprache.“

    Die Predigtlehre bereichert

    Mit diesen Worten begründete Laudator Reinhard Schmidt-Rost die Verleihung der Auszeichnung an Garhammer bei dem Festakt am 20. November in der Bonner Schlosskirche. Schmidt-Rost ist emeritierter Professor für Praktische Theologie und Universitätsprediger an der Universität zu Bonn und Mitglied der Jury, die für die Auswahl der Preisträger verantwortlich ist.

    Garhammer habe die Predigtlehre vielfältig durch seine Anregungen bereichert – und dies immer im ökumenischen Gespräch. Mit seinem Werk habe er „auf das Leben seiner Mitmenschen spürbar fördernd eingewirkt und viele Menschen durch sein Wort und Werk beeinflusst“, so Schmidt-Rost.

    Garhammer hatte von 2000 bis 2017 den Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Universität Würzburg inne. Entsprechend seiner Fächerwahl im Studium – Theologie und Germanistik – galt sein Forschungsschwerpunkt dem Gespräch und der Auseinandersetzung mit der modernen Literatur. In seinen zahlreichen Büchern hat er sich immer wieder mit dem Anregungspotential der Literatur für die Theologie beschäftigt.

    Die Gegenwartsliteratur ins Gespräch gezogen

    Erich Garhammer habe mit seinem Werk die Predigt „aus Zumutungen eines neuscholastischen Traditionalismus einerseits und einer erlebnishungrigen Event-Kultur andererseits“ zu befreien gewusst, so Laudator Schmidt-Rost. Dazu habe er sich zunächst auf den Reichtum der biblischen Erzählungen mit der Fülle ihrer lebensvollen Metaphern gestützt, um dann auch die Sprachkünstler der Gegenwartsliteratur ins Gespräch zu ziehen. Zu diesen Sprachkünstlern zählen beispielsweise die Schriftsteller Reiner Kunze und Christoph Ransmayr. Für diese Nähe zur Literatur stand konsequenterweise auch das Motto von Garhammers Abschiedsvorlesung im Mai 2017: „Wer nichts erzählen kann, hat auch nichts zu sagen“.

    Von seinem Lehrstuhl an der Universität Würzburg ist Garhammer seit gut zwei Jahren emeritiert. Weniger aktiv ist er deshalb nicht. Und so konnte ihm Schmidt-Rost zum Ende seiner Laudation wünschen, „dass er das Werk seines Lebens noch viele Jahre fortsetzen könne, zum Wohl der Menschen und zu Gottes Lob.“

    Der Predigtpreis

    Der undotierte Predigtpreis in Form einer Bronzeskulptur wurde im Jahr 2000 vom Bonner Verlag für die Deutsche Wirtschaft gestiftet. Seit dem Ende der Sponsorentätigkeit 2018 führt die Evangelische Theologische Fakultät der Universität Bonn die Preisvergabe durch. Ziel der Auszeichnung ist es, dem Dialog zwischen Kirche, Wissenschaft und Gesellschaft zu dienen und „das verkündigte Wort transparent und zugänglich“ zu machen. Frühere Preisträger sind beispielsweise der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (2000), der Rhetorik-Professor Walter Jens (2002) und der ehemalige Präsident des Bundestags Norbert Lammert (2017).

    Mehr Informationen zum Predigtpreis

    Kontakt

    Prof. Dr. Erich Garhammer, e.garhammer@uni-wuerzburg.de

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