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    Die Campus-Kids

    07/30/2013

    In beinahe allen Schulferien bietet der Familienservice der Universität Würzburg eine Ferienbetreuung für Schulkinder an. Judith Dauwalter hat sich das Angebot in den vergangenen Pfingstferien angesehen – und einen Höhepunkt erlebt, der ins Hochwasser gefallen ist. Hier ihr Bericht:

    Klar, dass Masken gebastelt werden, wenn das Thema des Ferienprogramms „Afrika“ heißt. Die bunt bemalten Pappdeckel, verziert mit Federn, Schnüren und Perlen, sind der Stolz ihrer Besitzer. (Foto: Judith Dauwalter)
    Klar, dass Masken gebastelt werden, wenn das Thema des Ferienprogramms „Afrika“ heißt. Die bunt bemalten Pappdeckel, verziert mit Federn, Schnüren und Perlen, sind der Stolz ihrer Besitzer. (Foto: Judith Dauwalter)

    Es ist ein sonniger Tag in der zweiten Woche der Pfingstferien, der die Hoffnung auf einen richtigen Frühling beflügelt. In Sichtweite von der Hublandmensa, eingerahmt von dichtem Gebüsch und Bäumen, sind 25 Kinder schwer beschäftigt. Statt über Büchern zu brüten, wie Studierende es ein paar Meter weiter machen, haben sie etwas viel Wichtigeres zu tun: Spielen. Da bauen die Jungs konzentriert eine Mauer aus Pflastersteinen, die Mädels lassen sich bunte Bänder in die Haare flechten; ein paar Kinder spielen Fußball und im Haus werden Masken gebastelt – bunt angemalte Pappdeckel mit Federn und Schnüren, mit Sichtschlitzen für die Augen und aufgeklebten Perlen.

    Regelmäßige Gäste in der Betreuung

    Sie sind sechs bis zehn Jahre alt, die Kinder, die im Garten und Haus der ehemaligen Hausmeisterwohnung unterwegs sind. Ihre Eltern arbeiten an der Uni Würzburg – als Dozenten oder Wissenschaftliche Mitarbeiter, in der Verwaltung oder an der Mensa. Manche studieren auch noch. Die meisten Grundschüler sind schon oft bei der Ferienbetreuung dabei gewesen und kennen sich. Und deshalb kennt auch Claudia Keupp fast alle hier mit Namen, obwohl heute Montag ist, der erste Tag der neuen Ferienbetreuungswoche. Seit sechs Jahren leitet die 28-Jährige den Familienservice an der Uni Würzburg – eine ihrer Hauptaufgaben ist es, die Themenwochen in der schulfreien Zeit zu organisieren und vor Ort zu begleiten. Dabei helfen ihr in dieser Woche fünf Studierende.

    Viel Abwechslung im Programm

    Die Ritterrüstungen in der Festung Marienberg bestaunen, einen Diebstahl am Campus aufklären, von den alten Ägyptern über Mumien, Hieroglyphen und Pyramiden lernen – so sahen Programmpunkte in den vergangenen Ferien aus. Auch in den Ferien des Schuljahrs 2012/13 hat sich die gelernte Erzieherin Keupp eine Menge einfallen lassen. Jede Woche steht im Zeichen eines neuen Themas, dazu passen die Ausflüge, die Spiele, die Bastelaktionen, ja manchmal sogar das Essen. Jetzt ist – passend zum Africa Festival – die Afrika-Woche ausgerufen. Und dazu soll es heute Pilau geben – ein Gericht, das zum Beispiel in Tansania an Festtagen gekocht wird, serviert mit Bohnen und Spinatsoße. Ausnahmsweise mischen sich die Kids deshalb mal nicht unter die Studierenden in der Mensa, sondern dürfen selber beim Essen-Schnippeln in der ehemaligen Hausmeisterküche mithelfen.

    Betreuung für Alle

    „Ich liebe meinen Job einfach, er ist so abwechslungsreich – wenn ich lange im Büro war, dann freu ich mich richtig, wenn endlich wieder Ferien sind“, sagt Claudia Keupp. Denn nicht nur die Schulkinderbetreuung organisiert die Leiterin des Familienservice, gemeinsam mit ihrer Kollegin Marion Vogler: Zur Einrichtung gehören auch die Zwergenstube – eine flexible, stundenweise Kurzzeitbetreuung für Kleinkinder ab dem zweiten Monat – und eine Babysitter- und Tagesmüttervermittlung. Eine Kooperation besteht außerdem mit der Kirchengemeinde St. Johannis und deren Krippengruppen mit 24 Kindern unter drei Jahren. „Besonders angenehm sind diese Serviceangebote zum Beispiel für Gastdozenten aus anderen Ländern. Bevor sie nach Würzburg kommen, müssen sie so nicht extra nach Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder suchen – sondern finden Angebote gleich vor Ort“, sagt Keupp.

    Am Campus Hubland Nord werden außerdem gerade die Pavillons der ehemaligen Day Nursery umgebaut; hier soll bald Platz für drei weitere Krippen- und eine Kindergartengruppe entstehen. „Ein Kinder- und Familienzentrum unter einem einzigen Dach, wo die Kinder vom Krippenalter an groß werden können“, das ist Claudia Keupps Traumvorstellung.

    Hochwasser macht einen Strich durch die Rechnung

    Kindlich-idyllisch wirkt es schon jetzt, im verwilderten Garten der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Wo die studentischen Betreuerinnen den Mädchen typisch afrikanische Haarbänder machen – auch die Erstklässlerin Teresa hat schon eins bekommen. Der elfjährige Nikolas ist bei den Mauerbauern dabei, die „komische Strähne“ seiner Schwester belächelt er ein bisschen. Einig sind sie sich aber trotzdem – was nämlich die Ferienbetreuung betrifft, so ist sich zumindest Mutter Heike Bömmel sicher: „Das ist ein super Programm, an dem die Kinder gern teilnehmen. Gerade, weil sie auch so viele Ausflüge machen.“ Und so ist das Highlight der Pfingstwoche klar: der Besuch auf dem Africa Festival am Freitag. Dass dieser dann buchstäblich ins Wasser fallen muss, ist eine andere Geschichte. Erzählt sei nur so viel: Das Ersatz-Eis auf der Alten Mainbrücke half zwar nicht ganz über die Enttäuschung weg, war aber zumindest ein „Trostpflaster“.

    Übrigens: Das Team der Ferienbetreuung sucht immer Unterstützung. Studierende, die Lust auf eine oder mehrere Wochen Aktionen und Freizeitspaß mit Schulkindern haben, können sich unter claudia.keupp@uni-wuerzburg.de bewerben.

    Judith Dauwalter

    Zum Angebot des Familienservice

     

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