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    "Baumzwerge" fürs Kinder-und Familienzentrum

    04/30/2018

    Mitarbeiter des Universitäts-Forstamtes Sailershausen haben beim Kinder- und Familienzentrum am Hubland Nord Bäume gepflanzt. Die Kinder sollen sie von nun an gießen und können sich später einmal hinter ihnen verstecken.

    Zum "Angießen" hatten die Kinder Kannen und Eimer dabei. In der hinteren Reihe: Florian Schmidt, Matthias Hoch, Sven Neeb, Marion Vogler und Bernd Hölzner. (Foto: Marco Bosch)

    Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) ist eine der wenigen Hochschulen, die über einen eigenen Forst verfügt. Vergleichbares gibt es in Deutschland lediglich in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) und München. Daher war es dem Verwaltungschef Kanzler Uwe Klug ein Anliegen, dass ein Aspekt der Arbeit der Männer im Sailershäuser Forst in der Nähe von Haßfurt auch auf dem Campus sichtbar wird.

    "Ich finde es auch toll", so der knappe Kommentar eines der Kindergartenkinder. Warum? "Da können wir ordentlich gießen." Und das müssen die Kleinen auch: "Gerade am Anfang brauchen die Bäume viel Wasser", sagt Bernd Hölzner, Leiter der Forstdienststelle Mariaburghausen. Zudem bekommt das Gelände des Kinder- und Familienzentrums viel Sonne ab. Ein weiterer Grund für die Pflanzung demnach: die Fläche um Schatten spendende Bäume zu ergänzen.

    Sieben widerstandsfähige "Baumzwerge"

    Die Sorten hat Hölzner mit seinen Kollegen sorgfältig ausgesucht: zwei Mal Walnuss und je ein Exemplar Spitzahorn, Feldahorn, Baumhasel, Elsbeere und Traubeneiche. "Sie eignen sich alle gut, sind widerstandsfähig und kommen gut mit Trockenheit klar", sagt Hölzner über die sieben "Baumzwerge".

    Neben Schatten und Spaß beim Gießen bieten die Bäume den Kindern noch mehr: ihre Früchte. Auch die  Früchte der Elsbeere sind genießbar. "Sehr gut kann man aus den etwas mehligen Früchten Marmelade machen", sagt Experte Hölzner. Er muss es wissen, schließlich werden alle Baumsorten, die im Sailershäuser Forst wachsen, auch "beerntet" – das bedeutet nichts anderes, als dass die Früchte auch abgenommen werden. Dies passiert auf unterschiedlichste Arten: "Bei großen Weißtannen klettern Baumsteiger hinaus und nehmen die Zapfen ab", sagt Hölzner.

    Uni-Forst mit langer Geschichte

    Hölzner leitet das Revier Mariaburghausen, eines von zwei Revieren, die von der Universitätsverwaltung betreut werden. Das andere ist Revier Buch. Die Gesamtleitung hat Hans Stark inne. Ein Büroleiter, sieben Forstwirte und zwei Auszubildende betreuen den insgesamt 2.300 Hektar umfassenden Forstbetrieb, wobei etwa 100 Hektar als Wege- und Ausgleichsfläche nicht bearbeitet werden. "Unsere Aufgabe ist es, dieses Gut zu verwalten und wirtschaftlich zu führen", sagt Hölzner.

    Die Wurzeln des Forsts reichen weit zurück: Bereits Uni-Namensgeber Julius Echter sorgte dafür, dass die Forstwirtschaft zur Finanzierung der Uni beitrug. Auch heuer trägt der Forst mit Gewinnen aus der Holzwirtschaft zum Haushalt der JMU bei. Zur Uni gehört in der Gegend auch eine landwirtschaftliche Fläche von etwa 350 Hektar – sie ist bereits in der dritten Generation an eine Familie verpachtet, die hier unter anderem Saatgutvermehrung betreibt.

    Gemeinsame Forschungsprojekte und Exkursionen

    Das Besondere am Uni-Forst: "Wir haben hier eigentlich alle Baumarten, die es gibt", sagt Hölzner. Edellaubbäume, Nadelbäume; Eichen, Buche, Fichten, Kirsche, Elsbeere und viele mehr. Daher sind oft Gruppen internationaler Studierender zu Gast, um bei Exkursionen die Vielfalt des Sailershäuser Forsts kennen zu lernen.

    Und obwohl es sich vorrangig um einen Wirtschaftsbetrieb handelt, gibt es auch Kooperationen mit den Forschenden an der JMU. So aktuell zum Thema Biodiversität mit der Ökologischen Station der JMU im Steigerwald (Fabrikschleichach). Und von nun an auch mit dem Kinder- und Familienzentrum der Universität: Im Herbst kommen die Forstwirte erneut. Sie machen sich ein Bild von den gepflanzten Bäumen und bringen ein paar Sträucher mit. Auch, damit die Kinder beim Spielen dann noch ein paar Möglichkeiten mehr haben, sich zu verstecken.

    Kontakt

    Bernd Hölzner, Leiter der Forstdienststelle Mariaburghausen im Universitätsforst Sailershausen, E-Mail: bernd.hoelzner@uni-wuerzburg.de

    Marion Vogler, Familienservice der Universität Würzburg, T.: +49 931 31-89521, marion.vogler@uni-wuerzburg.de

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    By Marco Bosch

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