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    Ausgabe 40 - 19. Dezember 2006


    Ausgabe 40 vom 19. Dezember 2006


    Uni erlebt Boom bei Studienanfängern

    Gut 13 Prozent mehr Erstimmatrikulierte

    Bei Studienanfängern ist die Uni Würzburg offensichtlich besonders begehrt: Sie zog in diesem Wintersemester insgesamt 3.413 junge Leute an, die sich hier zum ersten Mal in ihrem Leben an einer Hochschule einschrieben – 13,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

    Im bayerischen Durchschnitt dagegen stieg die Zahl der Studienanfänger nur um 2,2 Prozent, bundesweit sank sie sogar um 2,5 Prozent. Das steht seit Anfang Dezember fest. Zu diesem Zeitpunkt erscheinen alljährlich die Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

    Die Steigerung der Studienanfängerzahlen in Würzburg liegt vor allem an dem Zulauf, den die Lehramtsstudiengänge zu verzeichnen haben: Für das Lehramt an Gymnasien haben sich 738 Anfänger eingeschrieben, fast 32 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Lehramt an Hauptschulen hat mit jetzt 126 Anfängern sogar eine Steigerung um 34 Prozent erfahren. Im Lehramtsstudiengang für Realschulen sitzen 298 Neulinge in den Hörsälen, eine Zunahme um fast elf Prozent.

    Insgesamt hat die Universität jetzt 20.336 Studierende, das sind 958 bzw. 4,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Anteil von Studentinnen beträgt 57 Prozent. Die Zahl der ausländischen Studierenden ist geringfügig (0,5 Prozent) auf 1.662 zurückgegangen. Die meisten Studierenden hat die Philosophische Fakultät II (4.211), gefolgt von der Phil III (3.532) und der Medizin (2.703) sowie den Rechts- (1.802) und den Wirtschaftswissenschaften (1.560).

    Der amtlichen Hochschulstatistik zufolge haben sich an Bayerns Hochschulen in diesem Wintersemester insgesamt 259.130 Studierende eingeschrieben. Das bedeutet eine Steigerung um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit dagegen ging auch die Gesamtzahl der Studierenden zurück, und zwar um 0,4 Prozent.

    Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel warnte davor, diese bundesweite Momentaufnahme zu verallgemeinern. Demographisch bedingt würden die Studierendenzahlen allen Prognosen zufolge stark ansteigen, so der Minister in einer Pressemitteilung. Zusätzlich werde auf diesem hohen Plateau in Bayern der doppelte Abiturjahrgang im Jahr 2011 an die Hochschulen kommen.

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    Sanierung der Chemie in Angriff genommen

    Bis 2013 werden am Hubland 64 Millionen Euro investiert

    Nicht nur auf dem Gelände des Klinikums betätigt sich die Uni Würzburg derzeit als Großinvestorin: Auch am Hubland wird ein neues Gebäude hochgezogen. Wer auf der Zeppelinstraße zum Campus am Stadtrand fährt, stößt direkt auf die Baustelle.

    Der Neubau ist für das Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie bestimmt. Er kostet 22 Millionen Euro, die jeweils zur Hälfte vom Bund und dem Freistaat Bayern aufgebracht werden. Voraussichtlich im Sommersemester 2009 können die Wissenschaftler aus ihrem direkt benachbarten Altbau in das neue Domizil umziehen.

    Doch damit ist die Bautätigkeit in diesem Bereich noch lange nicht beendet, denn der gesamte Chemie-Komplex im Südwesten des Hubland-Campus wird nach und nach modernisiert.

    Der Neubau für die Pharmazie, von der Zeppelinstraße aus gesehen. Foto: Robert Emmerich

    Unter anderem bekommen die Fassaden eine zeitgemäße Wärmedämmung. Die Sanierung ist nötig, weil die Bauten schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben: Sie waren von 1969 bis 1972 zusammen mit der Mineralogie und dem Philosophiegebäude die ersten Institute überhaupt, die auf dem Unigelände am Stadtrand errichtet wurden.

    Der zu sanierende Komplex besteht aus den Instituten für Anorganische und Organische Chemie sowie dem Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie. Hinzu kommt das Zentralgebäude, das die einzelnen Institutsblöcke miteinander verbindet. Es beheimatet unter anderem fünf Hörsäle und 13 Praktikumssäle, die Teilbibliothek für Chemie und Pharmazie, Werkstätten sowie ein Chemikalien- und Materiallager. Das Institut für Physikalische Chemie ist von der Baumaßnahme nicht betroffen. Es wurde erst im Jahr 1997 aus der Innenstadt in einen eigenen Neubau ans Hubland verlagert.

    Wenn die Pharmazeuten und Lebensmittelchemiker die neuen Räume bezogen haben, wird ihr Altbau entkernt und saniert. Dieser Block soll im Sommer 2011 fertig sein und dann die Organische Chemie aufnehmen. Ein ganzes Stockwerk im Gebäude ist für Praktikumssäle reserviert, die sich die Chemiker mit den Pharmazeuten teilen.

    Es folgt die Entkernung und Sanierung des Instituts für Organische Chemie. Für diese Maßnahme sind wiederum zwei Jahre eingeplant. Läuft alles glatt, kann die Anorganische Chemie den renovierten Bau im Sommer 2013 mit Leben füllen. Die Sanierung dieser beiden Gebäudeteile ist auf 42 Millionen Euro veranschlagt.

    Das Luftbild von 1970 zeigt den Chemie-Komplex am Hubland in der Bauphase (roter Pfeil). Das einzelne Gebäude links davon ist die Mineralogie, der größere Neubau in der Bildmitte der erste Bauabschnitt des Philosophiegebäudes. Foto: Archiv Universitätsbauamt

    Die dann leer stehende Anorganik soll der Fakultät für Chemie und Pharmazie als Verfügungsgebäude dienen. Der letzte Baustein im Sanierungsplan ist die Modernisierung des Zentralgebäudes Chemie. Dafür wurde bislang aber noch kein Bauantrag gestellt, mit einem Baubeginn ist frühestens 2015 zu rechnen.

    Zwei weitere Großbaustellen der Universität befinden sich im Stadtteil Grombühl: Neubau des Zentrums für Innere Medizin, ZIM (156 Millionen Euro, Fertigstellung 2009 geplant); Umbau der Alten Chirurgischen Klinik für das Rudolf-Virchow-Zentrum und das Institut für Molekulare Infektionsbiologie (62,5 Millionen Euro, Fertigstellung 2009 vorgesehen). Hinzu kommt am Pleicherwall der Umbau der Zahnkliniken (80 Millionen Euro, Fertigstellung ca. 2010).

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    Eine große Forschungsbilanz der Fachbereiche?

    Serie über Forschungs-Rankings, Teil III: Das Focus-Ranking                                              

    Eine „Große Forschungsbilanz der Fachbereiche (exklusiv mit ISI Index)“ versprach das Nachrichtenmagazin Focus 2004 auf dem Titelblatt seiner Nummer 39, in der erstmals ein Focus-Ranking veröffentlicht war. „Mit Ausnahme der Exklusivität des ISI-Zitationsindex wird dieses Versprechen aber bis heute nicht eingelöst“, sagt Professor Horst Pfrang, Ranking-Fachmann an der Uni Würzburg.

    Im Unterschied zum Ranking des Gütersloher Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) verrechne nämlich Focus Forschungs- und Lehrindikatoren zu einem Gesamtergebnis für ein Fach und bestimme aus dem Mittelwert der Gesamtergebnisse aller pro Universität untersuchten Fächer ein Ranking der deutschen Spitzenuniversitäten.

    Für 2004 sah diese Rangliste so aus: 1. TU München, 2. LMU München, 3. Freiburg, 4. Heidelberg, 5. Humboldt-Uni Berlin. Wie im CHE-Ranking ist die Uni Würzburg nicht unter den besten zwölf, die weiteren Plätze sind nicht publiziert. „Durch die Konzentration auf die wichtigsten Fächer bleibt bei Focus mehr als die Hälfte der Universität Würzburg unberücksichtigt; das ist noch mehr als beim CHE-Forschungsranking“, so Pfrang.

    Ein Ranking mit schweren Fehlern

    Während das CHE auch Lehramtsstudiengänge erfasst, beschränkt sich Focus auf Diplomstudiengänge. Zudem werden die bei der Mittelwertsbildung berücksichtigten Fächer nicht nach Größe gewichtet: Die Medizin zählt genau so viel wie die Anglistik – trotz der drastisch unterschiedlichen Professorenzahl. „Konzeptionell und statistisch sind beide Punkte so schwere Fehler, dass dieses Universitätsranking nicht interpretiert werden kann und gar nicht erst hätte erstellt werden dürfen“, kritisiert Pfrang.

    Innerhalb eines Faches teilt Focus die Universitäten mittels eines statistischen Verfahrens (Cluster-Analyse) in eine Spitzen-, eine Mittel- und eine Schlussgruppe ein. Grundlage dafür sind sechs bis sieben Indikatoren aus Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung. Vier der Indikatoren (Drittmittelquote, Betreuungsrelation, Studiendauer in Semestern, Promotionsquote) bezieht das Magazin vom Bundesamt für Statistik. Die Reputation in Forschung und Lehre erfragte das Blatt 2005 bei 1.600 Dekanen, 1.400 außeruniversitären Wissenschaftlern und 2.200 Personalverantwortlichen aus Unternehmen. Der ISI-Zitationsindex stammt von Thomson Scientific und basiert auf den Zitationsdatenbanken Science Citation Index (SCI) und Social Science Citation Index (SSCI). Problem hierbei: Etwa 80.000 von circa einer Million Publikationen können aufgrund der Adressangaben nicht eindeutig einer Universität zugeordnet werden.

    Bei den Daten aus der amtlichen Statistik sind Datengrundlage und Berechnung der jeweiligen Kennzahl prinzipiell nachvollziehbar und überprüfbar. Die Roh-Daten sind zwar nicht veröffentlicht, können aber gegen Bezahlung beschafft werden. Die Drittmittelquote geht auch in das DFG-Förderranking ein und die mittlere Studiendauer wird vom Wissenschaftsrat in wesentlich differenzierterer Form (alle auswertbaren Studiengänge) als Grundlage eines systematischen Fachvergleichs benutzt.

    Problemfall Promotionsquote

    Die Promotionsquote ist auch in anderen Rankings enthalten. Für Pfrang stellt sich hier aber die Frage, ob dadurch die Leistung einer Universität oder das Vorhandensein fachlich passender außeruniversitärer Forschungseinrichtungen abgebildet wird. Universitäten mit einer sehr hohen Promotionsquote, zum Beispiel Heidelberg, verfügen in der Umgebung über besonders viele solcher Einrichtungen, die kein eigenes Promotionsrecht haben.

    Besonders problematisch ist die Aussagekraft der Betreuungsrelation (Studenten pro Professor), die als Lehrindikator gilt. Üblicherweise wird angenommen, dass die Betreuung einzelner Studierender umso besser sei, je weniger Studenten auf einen Professor kommen. Die Zahl selbst lässt nach Ansicht von Pfrang aber auch die umgekehrte Interpretation zu, nämlich dass es den Professoren dieser Universität nicht gelungen ist, das Fach für Studierende attraktiv zu machen. Weiterhin sei ein umgekehrter Zusammenhang zwischen Betreuungsrelation und Drittmittelquote nachgewiesen worden. Das bedeute dann nicht, dass eine Universität in einem bestimmten Fach (zum Beispiel die TU München in Chemie) in Forschung und Lehre sehr gut dasteht, sondern möglicherweise nur, dass bei einer geringen Belastung in der Lehre mehr geforscht werden kann.

    Äußerst problematisch sind Reputationsurteile, und zwar in allen Rankings. „Doch Focus geht hier noch einen Schritt weiter als andere. Während bei der Befragung von Fachkollegiaten der DFG Kenntnis und Expertise vorausgesetzt werden können, stellt sich bei Dekanen und noch viel mehr bei Personalverantwortlichen die Frage, wie gut sie alle Universitäten kennen, um daraus die besten benennen zu können“, sagt Pfrang.

    Ein undurchschaubarer Zitationsindex

    Völlig undurchschaubar sei der exklusive Zitationsindex, denn alle prüfbaren Angaben (Zahl der berücksichtigten Publikationen, Summe der Zitationen, Zitationen pro Publikation) fehlen. Man sollte erwarten, dass zwei Zitationsindizes aus zwei zeitgleichen Rankings ähnliche Rangreihen der Universitäten in einem Fach ergeben. Das durchschaubare CHE-Ranking erbringt aber regelmäßig völlig andere Rangreihen als das Focus-Ranking.

    Auch die Gruppenbildung kann nicht nachvollzogen werden. Die Ergebnisse der Cluster-Analysen sind nicht öffentlich zugänglich. Die veröffentlichten Zahlen zeigen nur, dass in der Spitzengruppe auch Universitäten zu finden sind, die „forschungsschwach“ sind, während forschungsstarke Universitäten in der Mittelgruppe enden. Pfrangs Fazit: „Focus publiziert kein echtes Forschungsranking.“

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Horst Pfrang, Planung und Qualitätsmanagement, E-Mail: pfrang@zv.uni-wuerzburg.de

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    Verhaltensforscher des Biozentrums glänzen

    In Zitationsvergleich stark vertreten

    Das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk: Im neuesten Zitationsvergleich des Fachmagazins Laborjournal schneiden Verhaltensforscher der Uni Würzburg sehr gut ab. Gleich sieben derzeitige oder frühere Würzburger finden sich unter den besten 50, drei davon sogar unter den ersten zehn.

    „Hochburgen der Verhaltensforschung scheinen Wien, Berlin, Würzburg und Leipzig zu sein.“ Diese Feststellung trifft das Magazin in seiner Dezember-Ausgabe. Und: „Die Verhaltensforschung im deutschsprachigen Raum zeigt eine klare Tendenz hin zur Erforschung von Kommunikation – bei Vögeln, Primaten und sozialen Insekten.“

    Bert HölldoblerDie zuletzt genannte Tiergruppe – zu ihr gehören Honigbienen, Ameisen oder Hummeln – ist auch die Spezialität der Forscher vom Würzburger Biozentrum. Als „Ameisenpapst“ wurde zum Beispiel Bert Hölldobler gelegentlich bezeichnet. Im Zitationsvergleich des Laborjournals landet der Professor auf Platz zwei, mit 416 Zitierungen und 32 Artikeln. Übertroffen wird er nur knapp von Christophe Boesch aus Leipzig (421 Zitierungen und 19 Artikel). Die Häufigkeit, mit der Wissenschaftler von ihren Kollegen zitiert werden, gilt als wichtiger Gradmesser für die Qualität der Forschung.

    Hölldobler, der 1991 gemeinsam mit Edward O. Wilson den Pulitzer-Preis für das Buch „The Ants“ bekam, hat seinen Lebensmittelpunkt inzwischen wieder in die USA verlegt. Dort war er ab 1973 Biologieprofessor in Harvard und kam 1990 nach Würzburg zurück. Am Biozentrum der Uni leitet er jetzt nach wie vor ein Teilprojekt eines Sonderforschungsbereichs.

    Jürgen TautzPlatz fünf in der Rangliste der meistzitierten Köpfe geht an Professor Jürgen Tautz (299 Zitierungen und 26 Artikel). Der Bienenforscher hat in den vergangenen Jahren immer wieder aufregende Erkenntnisse aus der Welt der Insekten gewonnen. Mehrfach wurden seine Ergebnisse in international hochrangigen Journals publiziert. Ein Mitarbeiter aus seiner „Beegroop“, Christian W. Pirk, nimmt in dem Ranking Platz 50 ein.

    Auf Rang sieben findet sich Jürgen Heinze wieder. Der Zoologe kam seinerzeit zusammen mit Hölldobler aus den USA nach Würzburg. Zehn Jahre später wechselte er nach Erlangen, kooperierte aber auch danach noch eng mit Hölldobler. Inzwischen ist er an der Uni Regensburg tätig.

    Auch Jürgen Gadau, der in der Rangliste Platz 14 einnimmt, ist ein Würzburger Hölldobler-Schüler. Im Jahr 2005 wechselte er nach Tempe in den USA. Schließlich ist da noch Lars Chittka, der lange Zeit am Biozentrum forschte und 2002 nach London ging: Ihm gebührt Rang 22 im Zitationsvergleich der Verhaltensforscher.

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    Was bei Entzündungen in Blutgefäßen passiert

    Nachwuchsgruppe wird weiter von der DFG gefördert

    In der Biomedizin der Uni Würzburg und hier besonders in der molekular ausgerichteten Herz-Kreislauf-Forschung stellt die Nachwuchsgruppe von Thomas Renné einen wichtigen Teilbereich dar. Die jungen Wissenschaftler werden nun weiterhin von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert: Sie bekamen für ein weiteres Jahr gut 200.000 Euro für ihre Arbeit bewilligt.

    Die Nachwuchsgruppe erforscht am Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie/Zentrallabor Entzündungsvorgänge in den Blutgefäßen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Regulation der Blut-Gefäßschranke sowie Wechselwirkungen von Gerinnungsfaktoren mit Zellen des Blutes und mit den so genannten Endothelzellen, die die Blutgefäße auskleiden. Exemplarisch hierfür analysieren die Wissenschaftler Signalwege, die vom Blutgerinnungsfaktor XII (Hageman-Faktor) gestartet werden.

    In Zusammenarbeit mit Gruppen des Würzburger Sonderforschungsbereiches (SFB) 688 hat die Nachwuchsgruppe gezeigt, dass dem Gerinnungsfaktor XII bei der Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) eine wesentliche Funktion zukommt. Die medikamentöse Blockade des Gerinnungsfaktors schützt im Mausmodell vor Schlaganfällen, erhöht dabei aber die Blutungsneigung nicht. „Dadurch ergeben sich neue, viel versprechende Ansätze für eine sichere Form einer blutverdünnenden Therapie“, wie Dr. Renné erklärt.

    Außerdem startet der Faktor XII einen Signalweg, über den die Durchlässigkeit der Blutgefäße gesteuert wird. Hierbei zeigt eine aktuelle Arbeit erstmals, dass die molekulare Ursache einer klinisch wichtigen Ödemneigung – den erblichen Angioödemen des Typs III – in einer Mutation des Faktors XII liegt. Diese Mutation bewirkt eine überschießende Bildung eines sehr potenten Botenstoffes, des Bradykinins, der dann zu den potenziell lebensbedrohenden Schwellungen bei den betroffenen Patienten führen kann. Veränderungen der durch Faktor XII aktivierten Signalwege in Gefäßen scheinen auch für Stoffwechselstörungen wie das metabolische Syndrom von Bedeutung zu sein, bei dem die Schrankenfunktion des Endothels gestört ist.

    In einem weiteren Projekt gelang den Nachwuchsforschern der Nachweis, dass das Protein VASP in den Zellen des Endothels spezifisch an ein neues, zur Spektrin-Familie gehörendes Protein bindet, was für die Ausbildung von Zell-Zellkontakten in Gefäßen wichtig sein könnte.

    Weitere Informationen: Dr. Thomas Renné, T (0931) 201-36116, thomas@renne.net

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    Ruinenrest soll Neubau schmücken

    Stiftung legt Grundstein in der Virchowstraße 10                                                                      

    Die Wilhelm H. Ruchti-Stiftung zur Förderung der Wissenschaften an der Uni Würzburg hat den Grundstein für ein neues Wohn- und Geschäftshaus in der Virchowstraße 10 gelegt. Im Erdgeschoss wird die Anzeigen- und Werbekontor Ruchti GmbH angesiedelt. Hinzu kommt ein Seminar- und Vortragsraum für rund 30 Personen, der der Universität zur Verfügung gestellt werden soll.

    An der Stelle, an der nun der Neubau hochgezogen wird, stand zuvor Würzburgs letzte Kriegsruine, das Wohnhaus von Wilhelm H. Ruchti. Dieser wohnte darin bis zu seinem Tod am 16. März 2005. Auch sein Anzeigenkontor war seit 1948 in dem Haus beheimatet. Ruchti hatte die Ruine nie herrichten lassen, um die Erinnerung an den Krieg sowie an die Zerstörung Würzburgs und seines Elternhauses im Jahr 1945 wach zu halten.

    Ignacio Czeguhn (links) und Unipräsident Axel Haase bei der Grundsteinlegung der Wilhelm H. Ruchti-Stiftung. Das Bild im Hintergrund zeigt den Stifter. Foto: Ruchti-Stiftung

    Der Stiftungsvorsitzende Dr. Ignacio Czeguhn wies bei der Grundsteinlegung am 9. Dezember darauf hin, dass Ruchti sich ausdrücklich einen Neubau gewünscht hatte. Diesem wird zur Virchowstraße hin ein Teil des alten Hauses vorgeblendet. Das historische Fragment soll abends beleuchtet sein.

    Die Ruchti-Stiftung vergibt Druckkostenzuschüsse für wissenschaftliche Werke, sie fördert Tagungen, Kongresse und Vorträge. Außerdem hat sie für Nachwuchsforscher einen Preis für wissenschaftliche Leistungen ausgelobt. Weiterhin unterstützt die Stiftung Forschungsreisen und die Anschaffung von Forschungsgeräten. Weitere Informationen:

    http://www.anzeigen-ruchti.de/firma/stiftung.htm

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    3000 Euro für Mukoviszidosekranke

    Der „Ordre de Saint Fortunat“ ist ein internationaler weltlicher Orden, der sich für karitative und kulturelle Zwecke einsetzt. Seine Priorin Marie-Luise Biedermann übergab nun einen Scheck über 3.000 Euro an Professor Helge Hebestreit von der Christiane-Herzog-Ambulanz für Mukoviszidosekranke am Uniklinikum.

    Priorin Marie-Luise Biedermann (links) übergibt den Spendenscheck an Professor Helge Hebestreit. Rechts Ordensmitglied Helena Gerstner: Die Spende wurde initiiert, nachdem bekannt wurde, dass ihre Enkel Mukoviszidose haben. Foto: Uniklinikum

    Das Geld stammt aus Benefiz-Aktionen. Es soll verwendet werden, um die psychosoziale Betreuung der Patienten und ihrer Familien weiter zu verbessern, wie das Klinikum mitteilt.

    Die Mukoviszidose ist eine unheilbare Erbkrankheit, die zu einer meist deutlich verringerten Lebenserwartung führt. Bei den Betroffenen verdicken sich unter anderem die Sekrete in den Atemwegen. Deren zeitaufwändige Behandlung steht bei der medizinischen Betreuung im Vordergrund: Mehrfach täglich sind zum Beispiel Inhalationen oder Atemgymnastik nötig.

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    Winterpause für Carillon-Konzerte

    Immer mittwochs am späten Nachmittag sind rund um die Neubaukirche Glockenklänge zu hören – das gefällt gerade in der Adventszeit vielen Passanten. Pünktlich um 17.00 fängt Universitätscarilloneur Jürgen Buchner im Turm der Kirche damit an, auf dem Glockenspiel (Carillon) der Universität etwa 30 Minuten lang ein Gratis-Konzert zu geben. Wer seine Kunst in diesem Jahr nochmals bewundern möchte, sollte sich am 20. Dezember in der Nähe der Kirche aufhalten. Nach Weihnachten legt Buchner dann bis Ende März eine Spielpause ein. Im Frühling soll das Carillon erstmals wieder am 4. April erklingen, wenige Tage vor Ostern.

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    Mobbing in der Schule

    Die sozialen Kompetenzen im Umgang mit Mobbing in der Schule stehen im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Studie am Lehrstuhl für Psychologie IV der Uni Würzburg. Hierfür werden noch Schülerinnen und Schüler im Alter von acht bis zehn Jahren benötigt. Die Untersuchung soll am Donnerstag oder Freitag, 4. oder 5. Januar, in den Räumen des Lehrstuhls am Röntgenring 10 stattfinden und wird etwa 90 Minuten in Anspruch nehmen. Die individuellen Termine werden telefonisch vereinbart. Als Dankeschön für das Lösen der spielerischen und kindgerechten Aufgaben erhalten die Schüler ein Geschenk; die Eltern bekommen ihre Parkgebühren erstattet. Interessenten können sich bei Michaela Pirkner melden, T (0931) 31-2036 (Montag bis Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr).

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