piwik-script

Deutsch Intern

    Ausgabe 38 - 5. Dezember 2006


    Ausgabe 38 vom 5. Dezember 2006


    Würzburg nur in Lebenswissenschaften spitze?

    Serie Forschungs-Rankings Teil II: Das DFG-Förder-Ranking

    Nach den Förderrankings der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat sich die Uni Würzburg seit 1991 von Platz 14 über 10 und 8 auf jetzt Platz 4 verbessert. Deutlich mehr Bewilligungen von der DFG haben nur die Uni München und die RWTH Aachen, der Unterschied zu Heidelberg (Platz 3) ist marginal. Auf der Ebene der Fachgebiete hat sich die Verbesserung allein in den Lebenswissenschaften ergeben, die Naturwissenschaften sind vom 3. zum 4. Ranking sogar etwas „schlechter“ geworden. So fiel zum Beispiel die Chemie von Rang 8 auf Rang 19. In den Geistes- und Sozialwissenschaften traten keine größeren Änderungen auf.

    Innerhalb der DFG-Rankings entsteht der Eindruck zunehmender Spezialisierung und Profilierung: In Würzburg gibt es nur Lebenswissenschaften (80% der Bewilligungen für Biologie und Medizin; Medizin Rang 1, Biologie Rang 2, Chemie Rang 19, Physik Rang 17; Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften Rang 23).

    Dieses Bild kontrastiert stark mit den Auswertungen der Amtlichen Hochschulstatistik, nach denen sich die Universität Würzburg fast in ihrer gesamten Breite nach oben entwickelt hat: Für 1991 liegen noch alle ihre Fächergruppen eindeutig unter dem Bundesdurchschnitt. Mit Ausnahme der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aber sind 2004 dann alle an der Universität vertretenen Fächergruppen im eindeutig überdurchschnittlichen Bereich: die Sprach- und Kulturwissenschaften, die Naturwissenschaften, die Humanmedizin sowie die kleineren Fächer Kunst und Sport.

    Warum passen die Amtliche Hochschulstatistik und das DFG-Förder-Ranking nicht zusammen? Das hat zwei Ursachen: die unterschiedliche Fächersystematik und der unterschiedliche Gegenstand der Klassifikation. Die DFG betrachtet bewilligte Anträge, die Statistik organisatorische Einheiten und Personen. Beide Faktoren wirken im DFG-Ranking zu Ungunsten der Naturwissenschaften sowie der Sprach- und Kulturwissenschaften.

    Unterschiedliche Fächersystematik

    Sehr hart trifft dies die Naturwissenschaften. Drei Fächer, die nach der Amtlichen Hochschulstatistik den Naturwissenschaften zuzurechnen sind, werden im DFG-Ranking anders zugeordnet: die Pharmazie der Medizin und damit den Lebenswissenschaften, die Biologie den Lebenswissenschaften und die Informatik den Ingenieurwissenschaften. Teildisziplinen wie Biophysik (=Physik) oder Biochemie (=Chemie) werden der Biologie und damit den Lebenswissenschaften zugeschlagen. Ändert man nur ein Element in der Klassifikation und ordnet die Biologie den Naturwissenschaften (Biologische Grundlagenforschung) zu, so wäre Würzburg in den Naturwissenschaften auf Rang drei und in den Lebenswissenschaften auf Rang eins.

    Würden Sprach- und Kulturwissenschaften bei der DFG wie in der Hochschulstatistik definiert, hätte Würzburg auch hier einen hervorragenden Platz. Im DFG-Förder-Ranking wird aber der drittmittelstarke Bereich der Sprach- und Kulturwissenschaften (einschließlich Kunst und Sport) zusammen mit dem drittmittelschwachen Bereich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (Wissenschaftsbereich: Geistes- und Sozialwissenschaften) ausgewiesen und es resultiert ein Rang zwischen 20 und 30. Auch die Differenzierung nach Fachgebieten geschieht abweichend von der Amtlichen Statistik. Das drittmittelstarke Fach Psychologie, das in früheren DFG-Rankings immer zusammen mit Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften eine Gruppe bildete, wurde im neuesten Ranking 2006 aus den Geisteswissenschaften herausgenommen und zusammen mit den drittmittelschwachen Fächern Jura, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der neuen Kategorie „Sozial- und Verhaltenswissenschaften“ zugeordnet.

    Klassifikation von Anträgen

    Während in der Hochschulstatistik Institute und Fakultäten Fachbereichen und Fächergruppen zugeordnet sind, klassifiziert die DFG Anträge (nicht die Antragsteller und ihre institutionelle Einbettung!) nach Wissenschaftsbereichen und Fachgebieten. Im Einzelverfahren ist entscheidend, welchem Fachkollegium ein Antrag vorgelegt wurde. Kooperative Programme werden nachträglich klassifiziert (z.B. Rudolf-Virchow-Zentrum: 55% Medizin, 45% Biologische Grundlagenforschung).

    Dieses Verfahren benachteiligt insbesondere die Teile der Naturwissenschaften, die die Grenzen zwischen den Fächern überwunden und Methoden zur Lösung von Problemen auch anderer Fachgebiete entwickelt haben. In manchen Fällen ist dies offensichtlich. Zum Beispiel gehört die Biophysik organisatorisch und statistisch zur Physik, in der DFG-Fachsystematik zur Biologie und nach DFG-Antragsklassifikation häufig in die Medizin.

    In anderen Fällen wird dies nicht so deutlich. Die Fakultät für Chemie und Pharmazie zählt statistisch zu den Naturwissenschaften, in der DFG-Fachsystematik geht die Biochemie an die Biologie und die Pharmazie an die Medizin, nach Antragsklassifikation werden große Teile (z.B. der SFB 630) den Lebenswissenschaften – speziell der Biologie – und kleinere den Ingenieurwissenschaften zugerechnet.

    Interpretation Ranking-Ergebnis

    Das DFG-Förder-Ranking ist nur auf der Ebene der Universität eindeutig interpretierbar. Auf der Ebene der Wissenschaftsbereiche und Fachgebiete kommt es zu erheblichen Inkonsistenzen zwischen der Fakultäts- und Institutszugehörigkeit, bzw. der Fachzugehörigkeit in der Hochschulstatistik und dem DFG-Ranking. Zum Beispiel werden Anträge in Höhe von 30 Millionen Euro Bewilligungssumme von 2002 bis 2004 als Biologie klassifiziert. Die Fakultät für Biologie hat in diesem Zeitraum aber „nur“ Einnahmen von 13 Millionen aus DFG geförderten Projekten – was ein Spitzenwert ist!

    Das heißt: Etwa die Hälfte der Anträge sind aus der Fakultät für Biologie, der Rest aus anderen Fakultäten. Für Chemie und Physik gilt das umgekehrte: Anträge aus diesen Fakultäten werden fachlich nicht selten anders zugeordnet und für diesen „Verlust“ gibt es kaum eine Kompensation durch Anträge aus anderen Fakultäten, die eindeutig der Physik oder der Chemie zugeordnet werden könnten.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Horst Pfrang, Planung und Qualitätsmanagement, E-Mail: pfrang@zv.uni-wuerzburg.de

    To top


    Weihnachtskonzert der Universität

    Das Weihnachtskonzert der Universität findet mit dem Titel „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ am Freitag, 15. Dezember, um 20.00 Uhr in der Neubaukirche statt. Der Kammerchor und Mitglieder des Akademischen Orchesters der Universität führen Chor- und Instrumentalmusik aus fünf Jahrhunderten auf. Die Karten kosten sechs Euro, der Vorverkauf beginnt am Montag, 11. Dezember, in Raum 13 der Universität am Sanderring. Die Abendkasse ist ab 19.00 Uhr geöffnet.

    To top

     


    Delegation aus Kuba besuchte die Uni

    Stationen im ZAE, in der Robotikhalle und im Mikrostrukturlabor

    Mit der Raumfahrttechnik befasst sich der internationale Studiengang „Space Master“, in dem an der Uni Würzburg zurzeit 57 Studierende aus aller Welt eingeschrieben sind. Darunter befinden sich auch spanisch sprechende Studenten. Zwei von ihnen waren – natürlich rein zufällig – anwesend, als eine Wirtschaftsdelegation aus Kuba am Donnerstag die Robotikhalle der Uni Würzburg besuchte.

    Drei Kubaner informierten sich auf dem nebelkalten Hubland-Campus über einige technische Bereiche der Uni Würzburg: Ariel Marianeo Felipe Gόmez, Programmkoordinator im Büro des Wissenschaftlichen Beraters, Hugo Gutiérrez Escurra, Spezialist für Energie und Qualität im Ministerium für die Grundstoffenergie, und Fernando Guzmán Martínez, Rektor des Instituts für Technologie und angewandte Wissenschaften.

    Nachdem Univizepräsident Georg Kaiser die Delegation im Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) begrüßt hatte, stellte Vizepräsidentin Heidrun Moll kurz die Universität vor. ZAE-Vorstand Professor Vladmir Dyakonov führte die Gäste dann durch einige Labors des Energieforschungszentrums.

    Weiter ging es zu Professor Klaus Schilling und seinen Mitarbeitern in die Robotikhalle. Dort erfuhren die Kubaner unter anderem Details über die Würzburger Satellitenprojekte und Roboter-Fahrzeuge. Mit den Space-Master-Studenten Misel Eduardo Bejarano Jiménez aus Mexiko und Martin Giacomelli aus Argentinien gerieten sie in ein lebhaftes Gespräch, das sich in spanischer Sprache um den Space-Master-Studiengang und die aktuellen Arbeiten der Studenten drehte.

    Es folgte eine Führung durch das Mikrostrukturlabor mit Professor Alfred Forchel. Nach dem Mittagessen fuhren die Gäste dann weiter zum Fraunhofer-Institut für Silicatforschung.

    Die Studenten Martin Giacomelli und Misel Eduardo Bejarano Jiménez (von links) im Gespräch mit der kubanischen Delegation. In der Mitte hinten Professor Klaus Schilling, rechts Professor Vladimir Dyakonov. Foto: Robert Emmerich

    Die Studenten Martin Giacomelli und Misel Eduardo Bejarano Jiménez (von links) im Gespräch mit der kubanischen Delegation. In der Mitte hinten Professor Klaus Schilling, rechts Professor Vladimir Dyakonov. Foto: Robert Emmerich

    To top


     

    Viel Platz für Würzburg in „Spektrum der Wissenschaft“

    Universität stellt sich in der neuesten Ausgabe auf acht Seiten vor

    Es geht um den Untergang der Rapanui-Kultur auf der Osterinsel, Kernexplosionen im All, Bären in Alaska – und die Julius-Maximilians-Universität. Unter der Überschrift „Das ganze Spektrum im Visier - Die Universität Würzburg bietet Spitzenforschung und eine breite Fächerpalette“ stellt sich die Uni in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ in einem Sonderteil vor.

    Angefangen bei den Zentren für Altertumswissenschaften, Musikforschung und Verkehrswissenschaft über Forschungsprojekte aus Informatik, Nanostrukturtechnik und Biomedizin bis hin zur Graduate School of Life Sciences präsentiert die Universität auf acht Seiten ihr breites Spektrum, „das wir in Lehre ebenso wie in Grundlagen- und angewandter Forschung anbieten“, wie Unipräsident Axel Haase in seinem Vorwort schreibt.

    Entstanden ist das Produkt in einer Zusammenarbeit der beteiligten Einrichtungen mit der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Universität. Wer die acht Seiten lesen möchte, kann sie hier im pdf-Format herunterladen.

    „Spektrum der Wissenschaft“ erscheint seit 1978 mit zwölf Ausgaben pro Jahr. Es handelt sich dabei um die deutschsprachige Variante der amerikanischen Fachzeitschrift „Scientific American“. Im Zentrum des Heftes stehen Artikel aus Wissenschaft und Forschung unterschiedlichster Fachgebiete, die sich auch an den interessierten Laien richten. Die Auflage betrug im dritten Quartal 2006 rund 120.000 Exemplare.

     

    To top


    Zur Aufarbeitung des DDR-Unrechts

    Das Institut für Politikwissenschaft und Sozialforschung der Uni lädt am Dienstag, 12. Dezember, zu einem Gastvortrag ein. Thema: „Opfer ohne Lobby – zur Aufarbeitung des DDR-Unrechts“. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr im Hörsaal I des Unigebäudes am Wittelsbacherplatz. Der Referent Jörg Siegmund ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geschwister-Scholl-Institut der Uni München. Er hat sich bereits während seiner Promotion ausführlich mit der Wiedergutmachung des politischen Unrechts in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. in der DDR auseinandergesetzt. Professor Franz Kohout, der den Referenten nach Würzburg eingeladen hat, behandelt in diesem Semester im Rahmen eines Hauptseminars den Umgang mit der Vergangenheit in Deutschland, Südafrika und Chile.

    To top


    Randzonen der Sprache erkunden

    Die Schriftstellerin Anne Duden als Gast bei den Werkstattgesprächen

    Anne Duden zählt seit 25 Jahren zu den prominentesten Persönlichkeiten der neuen deutschen Literatur. Zu öffentlichen Lesungen findet sie sich allerdings selten bereit. Dennoch hat sie eine Einladung zu den „Werkstattgesprächen mit Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur” angenommen. Am Mittwoch, 13. Dezember, wird sie ab 19.30 Uhr im Foyer der Universitätsbibliothek am Hubland aus ihren neuesten Werken vortragen.

    Veranstalter der Reihe ist das Institut für deutsche Philologie, gefördert wird sie vom Universitätsbund. Eingeladen hat Professor Helmut Pfotenhauer vom Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte I. Er übernimmt auch die Vorstellung der Autorin.

    Anne Duden ist in der Literaturszene, in den Feuilletons kaum präsent. Die Schriftstellerin – mit Wohnsitzen in London, Hamburg und Berlin – lebt und schreibt zurückgezogen, ist nicht an Bestsellern und an Auftritten vor Massenpublikum interessiert. Die wissenschaftlichen Arbeiten über sie füllen mittlerweile eine kleine Bibliothek. Sie wurde bekannt durch den Prosatext „Das Judasschaf“ von 1985 und veröffentlichte seither mehrere Prosa-, Lyrik- und Essay-Bände, etwa 1993 den Gedichtband „Steinschlag“, Prosagedichte unter dem Titel „Wimpertier“, 1995, Essays wie in „Der wunde Punkt im Alphabet“, 1996, und „Zungengewahrsam“, 1999. Für ihr Oeuvre wurden ihr zahlreiche Preise zuerkannt – zuletzt der Literaturpreis der Bayerischen Akademie der schönen Künste (2000) und der Heinrich-Böll-Preis (2003).

    Anne Dudens Texte erkunden die Randzonen der Sprache. Sie wollen nicht mitteilen oder erzählen, sondern ausloten, was wir noch nicht gesagt haben, was unerhört ist. Deshalb suchen sie auch immer die Nähe zu dem anderen, dem nicht-sprachlichen Ausdrucksmedium, dem Bild. Bild-Übersetzungen ziehen sich denn auch wie ein roter Faden durch das Werk. Sie werden auch im Mittelpunkt der Würzburger Lesung stehen. Die Bilder, von denen die Rede ist, vom zeitgenössischen Aquarell bis zu Carpaccios Berliner Grabbereitung Christi, sind zum Vergleich auch in digitalen Reproduktionen zu sehen.

    Nähere Informationen: Institut für deutsche Philologie, T (0931) 888-5640, E-Mail: barbara.schuster@mail.uni-wuerzburg.de

    To top

     


    Erfolgreicher Forschungsaufenthalt in Streiktagen

    Würzburger Juristin arbeitet in Frankreich an ihrer Doktorarbeit

    Friederike V. Lange ist Rechtsreferendarin und Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht bei Professor Horst Dreier. Anfang des Jahres ist sie mit Unterstützung der Jubiläumsstiftung der Uni Würzburg für einen Forschungsaufenthalt nach Frankreich gereist. In Montpellier und in Paris hat sie sich mit dem französischen Verfassungsrecht auseinandergesetzt. Für UNI-INTERN hat sie einen kurzen Bericht über eine spannende Zeit geschrieben:

    „Ob mein geplanter Forschungsaufenthalt überhaupt durchführbar sein würde, war mir selbst bei meiner Ankunft in Montpellier noch nicht ganz klar. Anfang April befand sich das französische Universitätsleben aufgrund der Studentenstreiks in Aufruhr. Obwohl sich die juristische Fakultät bei Streikaktivitäten zurückhielt, waren der Lehrbetrieb völlig zum Erliegen gekommen und die meisten Gebäude und Bibliotheken geschlossen.

    Glücklicherweise gingen die Streikposten mit Ausländern gnädig um, und so konnte ich meinen Antrittsbesuch im Zentrum für Vergleichendes Verfassungsrecht (CERCOP) der Universität Montpellier I machen, das von meinem dortigen Betreuer Professor Dominique Rousseau geleitet wird. Die Struktur des Zentrums ist für Frankreich fast einzigartig. Ein akademischer Mittelbau in unserem Sinne existiert in Frankreich nicht, so dass Doktoranden meist extern und auf sich allein gestellt sind. Das CERCOP aber, ausgestattet mit eigener Bibliothek und Sekretariat, ist als ein Ort des Austauschs zwischen universitärem Lehrpersonal, Doktoranden und Ehemaligen konzipiert. Bei der Organisation des Zentrums helfen Doktoranden dafür freiwillig mit.

    Friederike V. Lange in Frankreich.

    Ziel meines Forschungsaufenthalts war es, im Rahmen meiner rechtsvergleichenden Dissertation zur Grundrechtsbindung des Gesetzgebers die Untersuchung zu den allgemeinen Grundrechtslehren und der Rolle des Verfassungsgerichts (Conseil constitutionnel) in Frankreich zu vertiefen. Das Verfassungsrecht ist in Frankreich noch eine recht junge und überschaubare Disziplin, Montpellier gilt hier neben Paris und Aix-en-Provence als besonders aktiv. Dies bot mir die Möglichkeit, eine ganze Reihe der Verfasser einschlägiger Arbeiten persönlich kennen zu lernen. Ich bekam einen Arbeitsplatz und wurde in die Aktivitäten des Zentrums einschließlich Konferenzen und Tagungen eingebunden.

    Das Universitätsleben unterscheidet sich deutlich von dem, was ich aus Deutschland kannte. Nicht nur erscheinen die Doktoranden selbst bei Temperaturen von über 35 Grad in schwarzen Anzügen. Auch das wissenschaftliche Arbeiten unterliegt strengeren Regeln. So sollte ich einen detaillierten Arbeitsplan und eine Bibliographieliste vorlegen und wurde in die Formalia zur Komposition eines Textes eingeführt: Eine Arbeit muss streng symmetrisch aus zwei Partien bestehen, die sich in zwei Abschnitte teilen dürfen, welche wieder in zwei teilbar sind; die Länge der jeweiligen Teile soll identisch sein.

    Auch ansonsten finden sich Unterschiede in der Arbeitsweise der Doktoranden. Eine Doktorarbeit wird zunächst in Form eines Konzepts zum Teil oft jahrelang inhaltlich erarbeitet, bevor erst gegen Ende die eigentliche Niederschrift begonnen wird. Die Universitätsbibliotheken sind – realistischerweise – nicht nur als Orte des Lektüre, sondern auch des Lernens und Arbeitens konzipiert und mit extrem großzügigen Arbeitsflächen ausgestattet; dass sie selbst an den großen Universitäten nur bis sieben Uhr abends geöffnet sind, machte mir allerdings die guten Arbeitsbedingungen in Deutschland bewusst. In einem im Internet zugänglichen Doktorarbeitenverzeichnis werden in Arbeit befindliche rechtswissenschaftliche Themen aller französischen Universitäten angekündigt. Dies vermeidet nicht nur Kollisionen, sondern erleichtert auch die Kontaktaufnahme und den Austausch. Eine Veröffentlichung von Dissertationen ist dagegen grundsätzlich eher unüblich, so dass selbst wichtigere Arbeiten oft nur als Manuskript per Fernleihe erhältlich sind.

    Ein Höhepunkt meines Aufenthaltes in Frankreich war ein durch Professor Rousseau vermittelter Besuch in Paris, bei dem ich in Gesprächen an der Universität Panthéon-Sorbonne, im Verfassungsgericht und im Parlament gleich drei ganz besondere Einblicke erhielt. Im Conseil constitutionnel nahm sich der Verfassungsrichter Luchaire die Zeit, mir die aktuellen Rechtsprechungslinien zu erläutern und in einem Rundgang die ehrwürdigen Räumlichkeiten zu zeigen. Das seit 1959 bestehende Verfassungsgericht ist nach anfänglichen Unklarheiten über seine Unterbringung – es sollte weder Räume bei der Exekutive oder der Legislative noch bei der Verwaltungsgerichtsbarkeit beziehen – jetzt im prachtvollen Palais Royal angesiedelt und tagt im ziemlich femininen Dekor des ehemaligen Arbeitszimmers von Prinzessin Clotilde von Savoyen. In der „Assemblée nationale“ bekam ich einen Einblick in die praktische Parlamentsarbeit und auch einen Eindruck von der höchsten Aufregung, in der sich das Parlament gerade aufgrund der Clearstream-Affäre befand.

    Der Forschungsaufenthalt in Frankreich von April bis Mitte Juli 2006 war für mich wissenschaftlich sehr fruchtbar und hat es mir erlaubt, den französischen Teil meiner Doktorarbeit fertigzustellen. Darüber hinaus werden die geknüpften wissenschaftlichen Kontakte erhalten bleiben. So habe ich die Möglichkeit, ein Praktikum im Conseil constitutionnel abzuleisten und einen Aufsatz in einer französischen Zeitschrift zu veröffentlichen. Für die großzügige Unterstützung meines Aufenthaltes durch die Würzburger Jubiläumsstiftung möchte ich mich ganz besonders bedanken.“

    To top


    Studieren in Australien und Neuseeland

    Kängurus, Koalas und Kiwis: Wen es zum Studium nach Australien oder Neuseeland zieht, der kann sich bei einer Veranstaltung informieren lassen, die der Lehrstuhl für Finanzwissenschaft zusammen mit dem Institut Ranke-Heinemann anbietet. Sie findet am Mittwoch, 13. Dezember, von 16.00 bis 18.00 Uhr im Hörsaal 318 der Sanderring-Uni statt und steht Studierenden aller Fachrichtungen offen. Behandelt werden Fragen rund um die Vorbereitung und Durchführung eines Studienaufenthaltes in Australien oder Neuseeland. Foto: PixelQuelle.de

    To top


    Wenn der Islam kein türkisches Gesicht hat

    Religiöse Erziehung in Deutschland und der Türkei

    Christliche und muslimische Religionspädagogen kamen Ende November auf Einladung des katholischen Theologen Professor Hans-Georg Ziebertz an der Uni Würzburg zusammen. Hier diskutierten sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen christlichem und muslimischen Religionsunterricht. Differenzen gebe es zwar in dogmatischer, aber kaum in pädagogischer Hinsicht, so die einhellige Meinung der Beteiligten.

    In Bayern sind die Weichen für die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts gestellt. Professor Harun Behr, ein zum Islam konvertierter Katholik aus Rheinland-Pfalz, ist an der Universität Erlangen-Nürnberg Bayerns erster Verantwortlicher für die Ausbildung von muslimischen Religionslehrern. Er berichtete von den Schwierigkeiten bei der Erstellung eines Lehrplans für das neue Fach.

    Zu unterschiedlich seien die Interessen gewesen: Für die einen soll der islamische Religionsunterricht die Lehren des Islam bekannt machen, für andere soll er helfen, den christlich-konfessionellen Religionsunterricht zu stabilisieren. Wieder andere meinten, der Islamunterricht müsse Terrorismus verhindern und die Moscheevereine austrocknen.

    Am Ende, so Behr, sei ein Konzept herausgekommen, das den Vergleich mit katholischem und evangelischem Unterricht nicht zu scheuen brauche. Bildungstheoretisch habe man sich an den Standards orientiert, die für alle Unterrichtsfächer gelten.

    Dass Islamunterricht nicht gleich Islamunterricht ist, wurde an den Ausführungen des türkischen Professors Recep Kaymakcan von der Universität Sakarya deutlich. Zum einen, so Kaymakcan, wache seit neuestem nicht mehr nur der türkische Staat über die Ziele und Inhalte der islamischen Unterweisung, sondern ein Gremium aus Schulpraktikern und Wissenschaftlern. Ausgeschlossen seien die religiösen Gemeinschaften selbst. Damit erhalte sich die Öffentlichkeit die Hoheit über die Ausrichtung der islamischen Unterweisung und beuge der Gefahr vor, dass der Unterricht für religiös-fundamentalistische Zwecke missbraucht werden könne.

    Wie dialogfähig ist der Islamunterricht?

    Auf die Frage angesprochen, wie dialogfähig der Islamunterricht in der Türkei sei, gab Kaymakcan zum einen zu bedenken, dass der Islam die Freundschaft zu den beiden anderen „heiligen Religionen“ Judentum und Christentum betone. Zum anderen gebe es keinen Zweifel, dass der Islam sich als die überlegene Religion verstehe. Daher wundere es auch nicht, dass muslimische Schüler in der Türkei in sehr hohem Maße exklusivistische Positionen vertreten, nach denen der Islam die einzige und wahre Religion ist, während christliche Schüler in Deutschland solche Aussagen über ihre Religion ablehnen. „Selbst die besonders Frommen teilen solchen Exklusivismus nicht“, sagt Ziebertz.

    Damit war die Kernfrage des Forums ausgesprochen: Wie pluralitätsfähig ist islamische religiöse Bildung? In der Türkei, so Kaymakcan, käme im Religionsunterricht das Christentum zur Sprache, aber meist nur bestimmte Epochen des Mittelalters. Das neuzeitliche Christentum spiele im Lehrplan kaum eine Rolle. Zudem werde das Christentum aus der Perspektive des Islam dargestellt, also als eine zwar heilige, aber letztlich korrupte Religion. Die Teilnehmer des Forums waren sich einig, dass hier Reformbedarf bestehe.

    Problem: Innere Pluralität im Islam

    Wie hält es der islamische Religionsunterricht in Deutschland mit dem interreligiösen Dialog? Nach Harun Behr sei nicht so sehr die religiöse Pluralität in Deutschland das Problem muslimischer Bildung, sondern eher die innere Pluralität im Islam. Ein türkischstämmiger Schüler müsse erst einmal anerkennen, dass sein Tischnachbar aus Marokko ebenfalls Muslim sei und dass es einen Islam gibt, der kein „türkisches Gesicht“ hat.

    Der Veranstalter Professor Ziebertz fragte die eingeladenen Experten, ob es gesellschaftspolitisch hinreiche, dass jeweils in konfessioneller Geschlossenheit in die je eigene religiöse Überzeugung eingeführt werde, ohne dass es zur faktischen Begegnung und zum direkten Dialog komme. Der emeritierte Würzburger Religionswissenschaftler Norbert Klaes betonte hierzu, dass es keine Alternative zur Kooperation gebe. Man müsse anerkennen, dass der konfessionelle Unterricht Stärken und Schwächen habe, aber das gelte auch für einen so genannten „Religionsunterricht für Alle“, in dem bekenntnisfrei die unterschiedlichen Religionen vorgestellt werden.

    In einem abschließenden Podium fügte Hauptschulrektor Franz Wolf aus Lohr hinzu, dass es in der Praxis zahlreiche Kooperationsformen gebe. Man richte nicht immer erst den Blick nach oben und frage, was erlaubt sei. Lehrer handelten aus den Nöten der Praxis heraus und da gebe es viel mehr Initiativen, als der Öffentlichkeit bekannt seien.

    Nicht auf eigene Inhalte konzentrieren

    In seinem Schlussresümee betonte Ziebertz, dass konfessionelle religiöse Bildung gleich welcher Formation im Jahre 2006 die faktische religiöse Pluralität nicht mehr ausblenden könne und sich nicht ausschließlich auf die Weitergabe der eigenen Inhalte konzentriert dürfe. Vielmehr müsse die konfessionelle religiöse Bildung auf einen Dialog angelegt sein. Sie müsse die andere Religion einbeziehen, wenn sie die Frage nach dem Ziel des Lebens und nach der Existenz Gottes stelle. Christlicher und islamischer Religionsunterricht hätten die Aufgabe, junge Menschen für dieselbe pluralistische Gesellschaft auszubilden, in der sie friedvoll und engagiert zusammenleben sollen.

    Bei allen dogmatischen Unterschieden, so der Tenor unter den Experten, gebe es in bildungstheoretischer Hinsicht eine große Einigkeit, dass der Religionsunterricht nicht ausschließlich die eigene religiöse Auffassung bestärken soll, sondern den faktischen Dialog mit „den Anderen“ suchen muss. Die öffentliche religiöse Bildung stehe unter dem Anspruch, junge Menschen auf eine verantwortungsbewusste Teilnahme an der demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Bildung dürfe nicht Vorurteile verstärken und Konflikte schüren, sondern müsse aufklären und Reflexionsfähigkeit fördern, Dazu gehöre auch Kritikfähigkeit gegenüber religiösen Ansprüchen.

    Das nächste Forum dieser Art soll sich im Sommersemester 2007 mit der Frage beschäftigen, welche Geschlechterrollen von den beiden Religionen vertreten werden.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz, T (0931) 888-4839, hg.ziebertz@mail.uni-wuerzburg.de

    To top


    Einblicke in ein kostbares Rundbuch

    Universitätsbibliothek lädt zur besonderen Führung ein

    Der Universitätsbibliothek (UB) Würzburg ist es in diesem Jahr gelungen, bei Christie's in New York ein einzigartiges Buch aus Würzburger Provenienz zu ersteigern: das einzige bekannte kreisrunde Buch der Renaissance.

    Wie das fürstbischöfliche Wappen auf dem vergoldeten und farbig bemalten Buchschnitt zeigt, gehörte der Sammelband einst zur Hofbibliothek des Würzburger Fürstbischofs und Gründers der Universität Würzburg Julius Echter von Mespelbrunn (1545 bis 1617, Bischof seit 1573).

    Dieses Buch und Vergleichsstücke aus der Echterzeit präsentiert und erläutert die UB im Rahmen ihrer nächsten offenen Führung als einen besonderen Höhepunkt. Davor gibt es eine kurze Einführung in die Katalogrecherche und einen Rundgang durch die Lesesäle.

    Die Bibliothekführung findet statt am Freitag, 8. Dezember, in der Universitätsbibliothek am Hubland. Beginn ist um 16.30 Uhr, Dauer ungefähr 90 Minuten. Treffpunkt: Informationstheke in der Eingangshalle. Anmeldung unter T (0931) 888-5906.

    To top


    Lassen sich O-Beine beim Dackel nachbessern?

    Tagung über Schuldrecht und Europäisches Vertragsrecht

    In einer überregionalen Tageszeitung hieß es kürzlich: „Rettet das Bürgerliche Gesetzbuch vor Brüssel“. Doch eine Tagung an der Juristischen Fakultät der Universität Würzburg hat gezeigt, dass weder Brüssel noch Berlin als Gesetzgeber rechtliche Perfektion bieten.

    Die Tagung befasste sich mit dem Thema „Schuldrechtsmodernisierung und Europäisches Vertragsrecht“. Ihre Teilnehmer bewerteten manche Einzelpunkte der deutschen Schuldrechtsmodernisierung des Jahres 2002 durchaus positiv.

    Doch es wurde auch Kritik laut – etwa über den so genannten „Vorrang der Nacherfüllung“. Das bedeutet: Falls ein Käufer eine mangelhafte Sache erwirbt, muss er zunächst eine Nachbesserung oder Nachlieferung verlangen, bevor er von dem Kauf zurücktreten oder Schadensersatz verlangen kann.

    Handelt es sich bei der mangelhaften Sache zum Beispiel um einen Dackel mit O-Beinen oder um einen schadhaften Gebrauchtwagen, dann treten in der Praxis allerdings erhebliche Rechtsprobleme auf. Dem Dackel wurde eine am Schienbein verschraubte Platte eingesetzt, die jedes halbe Jahr tierärztlich kontrolliert werden musste – damit war nach dem Bundesgerichtshof eine vollständige Mangelbeseitigung nicht möglich. Da der Züchter den genetischen Defekt nicht zu vertreten hatte – die anderen Welpen waren einwandfrei –, haftete er dennoch nicht auf Schadensersatz wegen der Operationskosten. Kauft jemand zum Beispiel einen mangelhaften Gebrauchtwagen, dann muss er dem Verkäufer erst eine Frist zur Nacherfüllung setzen und verliert seine Rechte, wenn er voreilig selbst die Reparatur bei einem Dritten in Auftrag gibt.

    Kritisch beurteilt wurden bei der Tagung zudem die Komplexität der vielen Unterscheidungen der Schadensersatzregelungen sowie die Exportfähigkeit der „culpa in contrahendo“ (Verschulden bei Vertragsverhandlungen). Diese stellt im BGB zwischen die Haftung aus Vertrag und Delikt eine „vorvertragliche“ Haftung und verwirrt so manchen europäischen Juristen.

    Auch die Brüsseler Gesetzgebung – übrigens der Ursprung der deutschen Schuldrechtsmodernisierung – ist nicht gegen Schwierigkeiten gefeit. Ihr Ausbau im Vertragsrecht wird derzeit in einem nur vage definierten, aber ambitiösen Projekt namens „Gemeinsamer Referenzrahmen“ propagiert. Auch wird in anderen Mitgliedstaaten der EG über eine Schuldrechtsmodernisierung nachgedacht oder ist eine solche bereits erfolgt. Deutschland war hier nach den Niederlanden ein Vorreiter.

    Veranstalter der international besetzten Tagung war der Lehrstuhl von Professor Oliver Remien. Bei den Referenten handelte es sich um Universitätsprofessoren aus Dänemark, Deutschland, England, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien und Ungarn. Sie zeigten auf, dass ihre jeweiligen nationalen Schuldrechtsmodernisierungen soweit vorhanden teils europäisch, teils national geprägt sind. In Italien zum Beispiel hat der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi vor seinem Abgang noch ein Verbrauchergesetzbuch geschaffen, das europäische Richtlinien zusammenfasst, zugleich aber in einem Spannungsverhältnis zum italienischen Zivilrecht steht.

    „Das gemeinsame europäische Gespräch über Rechtsfragen müsste daher noch weiter intensiviert werden“, fordert Remien: „Dazu gibt die deutsche Schuldrechtsmodernisierung zwar einen Anstoß, aber mancher Europäer mag mit dem spanischen Referenten ausrufen: ‚Rettet uns vor dem BGB!’“

    Europäische und nationale Ebene stehen, wie der englische Referent aus Cambridge zeigte, heute rechtlich in einem Interaktionsverhältnis. Dem tragen die europarechtlichen Würzburger Studiengänge Rechnung, deren Teilnehmer sich in großer Zahl an der Tagung beteiligten.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Oliver Remien, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäisches Wirtschaftsrecht, Internationales Privat- und Prozessrecht sowie Rechtsvergleichung, T (0931) 31-2500, Fax (0931) 31-2503, remien@jura.uni-wuerzburg.de

    To top


    Bachs Weihnachtsoratorium im originalen Klanggewand

    Chor und Orchester führen alle Teile des Werks in der Neubaukirche auf

    Der Ökumenische Hochschulchor Würzburg präsentiert am kommenden Samstag und Sonntag in der Neubaukirche das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Erstmalig werden in Würzburg alle sechs Teile dieser berühmten Vertonung der Weihnachtsgeschichte auf historischen Instrumenten zu hören sein.

    Johann Sebastian BachFür das Konzert wurden Künstler der Alten Musikszene aus ganz Deutschland verpflichtet, so Thibaud Robinne, Preisträger der „Premier Prix du Conservatoire de Rouen“, der zu den interessantesten und gefragtesten jungen europäischen Trompetern zählt. Als Vokalsolisten konnten Margriet Buchberger (Sopran), Barbara Bräckelmann (Alt), Hermann Oswald (Tenor) und Clemens Morgenthaler (Bass) gewonnen werden. Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Matthias Beckert, Dozent für Chorleitung an der Hochschule für Musik Würzburg.

    Alle Instrumentalisten spielen auf Nachbauten barocker Instrumente und lassen damit einen Klangeindruck wie zur Zeit Bachs entstehen. So sind etwa die Barocktrompeten und -hörner reine Naturinstrumente, d. h. sie haben keine Ventile oder andere moderne Spielhilfen – alle Tonveränderungen müssen mit der Lippenspannung erreicht werden. Heute gibt es nur noch wenige Spezialisten der Alten Musik, die eine historische Naturtrompete in der für Bachs Weihnachtsoratorium erforderlichen Virtuosität beherrschen.

    Die Aufführungen finden statt am Samstag, 9. Dezember, ab 20.00 Uhr (Teile I bis III) und am Sonntag, 10. Dezember, ab 17.00 Uhr (Teile IV bis VI). Platzkarten können im Vorverkauf (15, 20 und 25 Euro, ermäßigt: 8, 12 und15 Euro) im Musikhaus Deußer, Karmelitenstr. 34, T (0931) 57526 erworben werden.

    Weitere Informationen: www.hochschulchor.de

    To top


    Im Qualitätstest: Reha-Einrichtungen für Eltern

    Würzburger Wissenschaftler führen bundesweites Projekt durch

    In der Gesundheitsversorgung ist die Qualitätssicherung wegen gesetzlicher Bestimmungen und der angespannten finanziellen Lage der Krankenkassen unverzichtbarer denn je. Im Bereich der Rehabilitation chronisch kranker Erwachsener haben die gesetzlichen Renten-, Kranken- und Unfallversicherungen als Leistungsträger in den vergangenen zehn Jahren bereits umfangreiche Qualitätssicherungsprogramme realisiert, um die bestmögliche Versorgung der Patienten zu gewährleisten.

    Um nun im Bereich der Rehabilitation und Vorsorge von Müttern und Vätern sowie in Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen (frühere Bezeichnung: Müttergenesungskuren) die Qualität messen zu können, wurde ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt in die Wege geleitet. Die wissenschaftliche Durchführung und Auswertung liegt beim Arbeitsbereich Rehabilitationswissenschaften am Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg. Auftraggeber des auf eineinhalb Jahre angelegten Projektes sind die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen, die sich in dieser Sache eng mit den Verbänden der Leistungserbringer abgestimmt haben, zum Beispiel mit dem Müttergenesungswerk oder der Caritas.

    Bei dem Projekt sollen Instrumente und Verfahren für die Praxis geschaffen werden, die faire Vergleiche zwischen den Einrichtungen ermöglichen. Die Wissenschaftler sollen die Leistungserbringung transparent machen und zudem klinikinterne Ansätze der Qualitätssicherung unterstützen und fördern. Qualitätssicherung lebt von der Akzeptanz der Beteiligten. Daher ist es wichtig, die teilnehmenden Einrichtungen des Modellprojektes (deutschlandweit über 35 Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen) frühzeitig in die Konzeption der Instrumente sowie in die Planung der Auswertungs- und Rückmeldestrategien einzubeziehen.

    Wesentliche Impulse für die Projektentwicklung gab ein Workshop, der am 6. und 7. November von der Universität Würzburg unter Beteiligung der Krankenkassenspitzenverbände, mit Leistungserbringerverbänden und den Kliniken im Haus St. Klara in Zell bei Würzburg stattfand. Dort bekamen die Piloteinrichtungen das Projekt detailliert vorgestellt und die Aufgaben der Kliniken wurden skizziert. Für Februar ist ein zweiter Workshop geplant, auf dem die Konkretisierung und Umsetzung der entwickelten Verfahren diskutiert werden soll. Die "Messung" der Qualität der Einrichtungen wird im Laufe des Jahres 2007 vorgenommen. Jede teilnehmende Einrichtung wird anschließend einen detaillierten Bericht erhalten, in dem ihre Stärken und Schwächen detailliert dargestellt sind.

    Weitere Informationen: Heiner Vogel, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, T (0931) 31-2718, h.vogel@uni-wuerzburg.de

    To top


    Fränki – Dialektforschung an unterfränkischen Schulen

    Lehrerfortbildung des UDI und der Robert-Bosch-Stiftung

    Im Rahmen von „Fränki – Schüler in Unterfranken erforschen ihren Dialekt“ treffen sich am 8. und 9. Dezember 23 Lehrer zu einer Fortbildung in Veitshöchheim.

    Bei dem Projekt handelt es sich um eine neue Zusammenarbeit des Unterfränkischen Dialektinstituts (UDI) der Uni mit neun Schulen und rund 300 Schülern aus den achten Jahrgangsstufen. Gefördert wird die Kooperation aus Mitteln der Robert-Bosch-Stiftung (Stuttgart), die mit ihrem Programm „Denkwerk: Schüler, Lehrer und Geisteswissenschaftler vernetzen sich“ Partnerschaften zwischen Wissenschaftlern, Lehrern und Schülern aus einer Region unterstützen möchte (siehe auch Uni-Intern 31/06).

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Norbert Richard Wolf, T (0931) 888-5626, nrwolf@germanistik.uni-wuerzburg.de

    Das UDI im Internet: www.unterfraenkisches-dialektinstitut.de

    To top


    Frauen für Tunnelstudie gesucht

    Der Lehrstuhl für Psychologie I der Uni Würzburg sucht für eine wissenschaftliche Studie noch Frauen zwischen 40 und 65 Jahren. Ziel der Untersuchung ist es, zu einer verbesserten Gestaltung von Tunneln beizutragen. Die Aufgabe der Probandinnen besteht darin, mehrere Fahrten durch einen virtuellen Tunnel zu absolvieren. Hierfür wird ihnen eine kleine Aufwandsentschädigung gewährt. Der zeitliche Aufwand ist auf einen Termin beschränkt, der persönlich abgesprochen wird. Interessentinnen sollen sich unter der Telefonnummer (0931) 31-2687 anmelden und dort eine Nachricht hinterlassen (Stichwort: Tunnelstudie).

    To top


    Mit allen Sinnen Gesteine erforschen

    Kann man Gesteine am Geruch erkennen? Gibt es Minerale, die man schmecken kann? Bei einem Kindersonntag im Mineralogischen Museum der Uni am Hubland dürfen alle interessierten Kinder und Jugendliche selbst ausprobieren, wie man mit seinen fünf Sinnen Gesteine und Minerale erforschen kann. Das Museumsteam wird am Sonntag, 10. Dezember, von 14.00 bis 17.00 Uhr zu fünf Stationen im Museum führen. Bei Gewinnspielen gibt es tolle Preise, die jeweils um 14.45, 15.45 und 16.45 Uhr verlost werden. Kleine und große Edelsteinfreunde haben außerdem die Gelegenheit, sich gegen ein geringes Entgelt als Schatzgräber zu betätigen.

    To top


    2.000 Euro für krebskranke Kinder

    Bei dem Benefizkonzert „Kinder für Kinder“, das unter der Leitung von Olga Neuberger-Rakowsky am 26. November in der Neubaukirche gegeben wurde, kamen 2.000 Euro Spenden zusammen. Das Geld ist für die Elterninitiative leukämie- und tumorkranker Kinder Würzburg vorgesehen. In diesem Verein haben sich seit 1983 betroffene Familien zusammengetan, die sich während der Krankheit ihrer Kinder und in der Zeit danach gegenseitig unterstützen wollen. Darüber hinaus ist es ihr Ziel, das Krankenhaus und das gesamte Umfeld positiv zu beeinflussen. Das Benefizkonzert fand mit Unterstützung der Universität statt.

    To top


    Personalia

    Dr. Christiane BIRR wurde mit Wirkung vom 14.11.2006 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte, Kirchenrecht und Bürgerliches Recht“ erteilt.

    Dr. Christian GLASSER, Wissenschaftlicher Assistent, Lehrstuhl für Informatik IV, wurde mit Wirkung vom 27.11.2006 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Informatik“ erteilt.

    Prof. Dr. Alexander MARX, Pathologisches Institut, wurde mit Wirkung vom 30.08.2006 unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zum Universitätsprofessor an der Universität Heidelberg ernannt. Sein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit zum Freistaat Bayern hat daher mit Ablauf des 29.08.2006 kraft Gesetzes geendet.

    PD Dr. Germann OTT, Pathologisches Institut, ist mit Wirkung vom 01.11.2006 unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Zeit für die Dauer von sechs Jahren zum Universitätsprofessor der BesGr. W 2 für Angewandte Zytopathologie und Tumorzytogenetik an der Universität Würzburg ernannt worden.

    Prof. Dr. Peter SEFRIN, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, trat mit Ablauf des Monats September 2006 in den Ruhestand.

    Prof. Dr. Niels SÖRENSEN, Abteilung für Pädiatrische Neurochirurgie, ist mit Ablauf des Monats September 2006 in den Ruhestand getreten.

    PD Dr. Wilma ZIEBUHR, Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie, wird für die Zeit vom 01.01.2007 bis 31.12.2008 Sonderurlaub unter Fortfall der Leistungen des Dienstherrn gewährt für die Tätigkeit als Reader for Bacteriology an der Queen’s University Belfast.

    Jubiläen

    25 Jahre

    Elke ALBUS, Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, am 1. Dezember
    Norbert LEIB, Philosophische Fakultät II, am 30. November

    To top


    Geräte abzugeben

    Schreibmaschine und Aufnahmegerät

    Am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Industrieökonomik, ist eine funktionsfähige Typenradschreibmaschine "Triumph SE 1010 L" mitsamt Farb- und Korrekturbändern entbehrlich geworden, ebenso ein Philips Aufnahme-/Wiedergabegerät LFH 515 mit Fußschalter, Klein(Kopf)hörer und Mikrofon. Anfragen an Ute Reich, T 31-2961, ute.reich@mail.uni-wuerzburg.de

    Monitor und PC abzugeben

    Bei der Universitätsbibliothek sind ein Nokia Monitor 447xi (17 Zoll) sowie ein PC Artist P150 Pentium 1 entbehrlich geworden. Beide Gegenstände können ohne Werterstattung an andere bayerische staatliche Stellen abgegeben werden. Kontakt: Brigitte Baumann, T 888-5967, beschaffung@bibliothek.uni-wuerzburg.de

    To top