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    Lehre

    Lernziele

    Die Angabe von Lernzielen ist auf mehreren Ebenen wichtig. Zum einen hilft es Ihnen, den auf einer didaktischen Ebene den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren. Zum anderen müssen Studierende wissen, was von Ihnen am Ende des Semesters – und ganz konkret in der Prüfung – erwartet wird. Lernziele müssen damit operationalisierbar sein: Sie können sich nur sicher sein, dass Ihre Studierenden etwas gelernt haben, wenn Sie ein sichtbares, konkretes Verhalten als Ziel beschreiben, das Ihre Studierenden nach Beenden der Lehrveranstaltung an den Tag legen können. Das Auftreten oder Fehlen dieses Verhaltens bildet gleichzeitig die Grundlage für die Leistungsbeurteilung.

    Lernziel ist dabei nicht gleich Lernziel. Auf universitärer Ebene gibt es Leitziele, die die überfachlichen Kompetenzen eines jeden Absolventen beschreiben – kritisches Denken, ethisches Verhalten oder Teamfähigkeit. Sie lassen sich nicht binnen eines Semesters erreichen, sondern können nur über Jahre hinweg erreicht werden. Daneben gibt es fachspezifische Leitziele, die sich konkret auf Absolventen eines Fachbereichs beziehen. Grobziele hingegen befinden sich auf Modulebene und können auch für einzelne Lehrveranstaltungen formuliert werden. Wenn Sie ganz genau sein wollen, formulieren Sie für jede einzelne Sitzung Feinziele.

    Die HRK empfiehlt bei der Formulierung von Lernzielen den Rückgriff auf die Lernzieltaxonomien von Bloom bzw. die überarbeiteten Taxonomien von Krathwohl und Anderson. Der teilweise berechtigten Kritik zum Trotz sind diese behavioristisch geprägten Taxonomien gute Instrumentarien für die Lernzielformulierung – besonders aufgrund der Vielzahl an Verben, die sie zur Verfügung stellen.

    Wichtig ist, dass Sie sich zunächst über die Tätigkeit im Klaren sind, die die Studierenden am Ende Ihrer Veranstaltung durchführen können sollen. Erst danach sollten Sie sich die Frage stellen, welche Lerngegenstände am ehesten geeignet sind, genau die gewünschten Tätigkeiten zu trainieren.

    Ein Lernziel besteht damit stets aus drei Elementen:

    1. Ein Verb aus einer der Listen der Lernzieltaxonomie
    2. Ein Lerngegenstand, auf den sich das Verb bezieht
    3. Der Kontext, in dem die vom Verb ausgedrückte Handlung ausgeführt wird

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