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Ein altägyptisches Relief mit blinden Musikern

Herkunft des Originals

Felsgrab des Merire I. in Tell el-Amarna, Ägypten

Maße: Höhe 42 cm, Breite 79 cm
 

Beschreibung:

Im alten Ägypten war der „blinde Musiker“ ein regelrechter Topos. Man vermutet, dass Menschen sogar geblendet wurden, um ausschließlich der Musik im Kult zu dienen.

Diese Darstellung von blinden Musikern stammt aus dem Felsgrab des Hohepriesters Meryre I., der  in Tell el-Amarna unter dem berühmten Pharao Echnaton eine bedeutende Stellung innehatte. Als oberster Priester des Reiches war er für den Kult an den neuen, von Echnaton zum Reichsgott erhobenen Gott Aton zuständig. In seinem Grab wird die persönliche Beziehung des Priesters zum König besonders hervorgehoben, u.a. bei den Opferzeremonien. Teil einer solchen waren die im Relief abgebildeten acht Musiker. An vorderster Stelle sitzt ein Harfenist, der mit seinem siebensaitigen Instrument die Sänger begleitet. Diese klatschen gleichzeitig mit ihren erhobenen Händen den Takt der Melodie. Alle sind kahl und mit Spuren des Alters in den Gesichtern dargestellt. Außerdem verraten ihre halb geschlossenen Augen, dass es sich um Blinde handelt.

Die Amarna-Zeit mit ihren religiösen und staatlichen Umwälzungen war nur von kurzer Dauer, da sie mit dem Tod von König Echnaton endete. Es schloss sich eine Phase der Restauration an, in der man zu den alten Traditionen zurückkehrte.

Aus diesem Grund sind Zeugnisse aus der Regierungszeit des Echnaton besonders interessant. Der Gipsabguss der blinden Musiker ist eine Bereicherung für das Martin von Wagner-Museum und ermöglicht den Besuchern neben Einblicken in die altägyptische Musikgeschichte auch einen stilistischen Vergleich mit Objekten der Prä- und Post-Amarna-Zeit.


Hersteller: Gipsformerei, Berlin

Kosten: 450 Euro