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    Aufenthaltsbericht Wettbewerbsreise NMUN New York 2022

    11/08/2022

    Model-United-Nations-Konferenzen (MUNs) sind Planspiele, bei denen die Teilnehmer in die Rolle von Delegierten bei den Vereinten Nationen schlüpfen. Die Alumni der Uni Würzburg unterstützen das Projekt und freuen sich über einen Einblick in die Projektreise nach New York.

    (Bild: Privat)

    Der Aufenthalt in New York war in zwei Abschnitte unterteilt, eine Aufteilung der dieser Bericht entsprechend folgt:

    Vom 05.04. bis zum 09.04. hatte die Delegation abschließende Gelegenheiten für Expertengespräche und Zeit, um finale Vorbereitungen in den Zweierteams der jeweiligen Committees zu treffen. Aufgrund der vertraulichen Natur der Gespräche mit den Experten ist es abgesehen von einem groben Überblick nicht möglich, genauere Details in den Bericht einzubinden.

    Um azerbaijanische Kultur näher kennenzulernen, nutzte die Delegation am Abend des 05.04. die Möglichkeiten, die die kulturelle Vielfalt New Yorks bietet und begann bei einem Abendessen in einem azerbaijanischen Restaurant in Brooklyn den Aufenthalt als Gruppe.  Die folgenden Tage der Vorbereitung beinhalteten in der Regel jeweils ein Expertengespräch am Vormittag, um am Nachmittag einer Mischung aus individuellem Sightseeing und Vorbereitung in den Committees Raum zu geben. 

    Am Mittwoch, 06.04. fand als Expertengespräch der Besuch bei der ständigen Vertretung Azerbaijans bei den Vereinten Nationen statt, ein dreieinhalbstündiges, angeregtes und intensives Treffen, während dem Fragen zu Azerbaijan als Land, Akteur in der internationalen Politik im Allgemeinen und Mitglied der Vereinten Nationen im Besonderen beantwortet wurden. Zudem erhielt die Delegation grundlegende Einblicke in das Handwerk der Diplomatie und darauf basierend Tipps für die Arbeit während der Konferenz.

    Wie für NMUN-Delegationen üblich, traf sich die Gruppe am 07.04. zudem mit der ständigen Vertretung Deutschlands. In der einstündigen Fragerunde erhielten die Studierenden Input zu den Zielen Deutschlands bei den UN, welche Rolle die UN in der deutschen und internationalen (Außen-)Politik spielt sowie detailreiche Einblicke in die Feinheiten der Arbeitsweise der UN außerhalb der jährlichen, medienwirksamen General-Assembly Session im September.

    Passend zur Betonung der besonderen Rolle eines EU-Mitgliedstaats bei der Arbeit mit der EU und den UN durch die deutsche ständige Vertretung hatte die Delegation am 08.04. Gelegenheit, die ständige Vertretung der Europäischen Union bei den Vereinten Nationen für eineinhalb Stunden zu treffen. Während des Gesprächs wurde unter anderem die Rolle und Aufgabe der EU bei den UN, ihre besondere Position als einziger Staatenbund/mehrstaatliche Organisation mit weitreichenden Befugnissen sowie die besonderen Aufgaben der Mitgliedstaaten in ihrem Handeln vor den UN erläutert. Am Nachmittag hatte die Gruppe Gelegenheit, sich mit der Präsidentin der Azerbaijan Society of America zu treffen und währenddessen die Sichtweise im Ausland lebender Azeris auf ihr Land, die Politik ihres Landes sowie die Aufgaben als Sprecher der azerbaijanischen Diaspora bei der US-amerikanischen Regierung kennenzulernen. Zudem gab es Einblicke in das Leben der azerbaijanischen Community in den USA.

    Direkt im Anschluss ergab sich kurzfristig die Gelegenheit, zwei der ersten Besuchertermine seit Beginn der COVID-19 Pandemie im Hauptquartier der Vereinten Nationen wahrzunehmen. Die Führung machte eindrücklich und deutlich die Aufgaben und Grenzen der Möglichkeiten der UN klar und beinhaltete die Besichtigung der Säle des Security Councils, Trusteeship Councils, ECOSOC (bei einer der zwei Gruppen während laufender Session) sowie der General Assembly Hall. 

    Am Samstag, 09.04. bereitete sich die Delegation ein letztes Mal als große Gruppe auf die anstehende Konferenz vor und gab sich gegenseitig letzte Tipps zu den vorbereiteten Reden.  Die NMUN-Konferenz 2020 begann am 10.04. mit einem Q&A zu den Rules of Procedure und der Opening Ceremony, während der eine Repräsentantin der ständigen Vertretung der Ukraine zur Lage in ihrem Land berichtete sowie ein enger Vertrauter des ruandischen Menschenrechtlers Paul Rusesabagina Aufmerksamkeit auf dessen völkerrechtswidriger Verhaftung und Verurteilung lenkte.

    Sonntagabends begann die Konferenz zudem auch mit ihrer inhaltlichen Arbeit in den einzelnen Committees, für Azerbaijan waren dies General Assembly First, Second and Third Committee, Food and Agriculture Organization, United Nations Environmental Assembly, International Organization for Migration sowie die International Atomic Energy Agency. Während der ersten Session ist es der Delegation durch die Bank gelungen, die Präferenzen Azerbaijans bei der Wahl des zu debattierenden Themas einzubringen und darüber hinaus in den meisten Committees eine erste Rede zu halten. Abschließend traf sich die Gruppe zum gemeinsamen Debriefing und Weitergabe von Kritik und Anmerkungen an Coaches und Faculty Advisor.  Während der Sessions am 11.04. begann die Arbeit an den Themen. In allen Committees gelang es den Teilnehmenden sich aufzuteilen, in verschiedenen working groups die Interessen Azerbaijans zu vertreten und in die Arbeit des Committees einzubringen. Zudem konnten die Delegierten in allen Committees Reden halten. Im Rahmen der Treffen der Head Delegates und Faculty Advisors konnte darüber hinaus die Kritik vom Vorabend an die übrigen Delegationen und die Organisatoren weitergegeben werden; der Tag endete erneut mit einem gemeinsamen Debriefing.

    Der längste Konferenztag war der 12.04., mit Sessions von 8:30 bis 22:30. Während dieser Zeit gelang in starker Zusammenarbeit mit den Delegierten anderer Universitäten die meiste und intensivste Arbeit an den working papers. Die Gruppe konnte erneut in allen Committees mindestens eine Rede halten und sich zudem aktiv an den Prozessen des Kombinierens zwei oder mehrerer kleiner working paper beteiligen, ein Prozess der viel Zeit und Verhandlungen zwischen den beteiligten Delegationen benötigt. Die Kritik aus dem vorigen Debriefing wurde erneut über die dafür vorgesehenen Wege weitergegeben; trotz der Länge des Konferenztags hielt die Delegation ein kurzes Debriefing am späten Abend ab. 

     

     

    Der Reisebericht wurde verfasst von Clemens Kaiser.

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