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    M.p.med.q.1

    Die Anatomie des Schweines und des Menschen

    Medizinische Sammelhandschrift

    Italien, 13. Jahrhundert; Pergament, Holzdeckelband, 157 Blatt

    Herkunft: Zisterzienserkloster Ebrach

    Signatur: M.p.med.q.1

    Inhalt: Von der „Anatomia porci“ lassen sich Rückschlüsse auf die Anatomie des Menschen ziehen – davon ging man schon im Mittelalter aus. Deshalb wurden Organe des Schweines wie beispielsweise Herz, Lunge, Zwerchfell, Milz und Leber von Copho im 11. Jahrhundert untersucht, deren Funktion gedeutet und Erkenntnisse auf den Menschen übertragen.

    Im 12. Jahrhundert hat sich der englische Mediziner Ricardus Anglicus, zeitweise Leibarzt des Papstes Gregor IX., ebenfalls mit der Anatomie beschäftigt. Allerdings wurde aus diesen anatomischen Ausführungen zunächst eine Reihe von falschen Schlüssen gezogen. Dies lag zum Teil an der Flüchtigkeit und Unerfahrenheit des Abschreibers. Heutzutage weiß man, dass Äußerungen wie „an den Haaren festzuhalten“ einem falsch abgeschriebenen Buchstaben geschuldet sind. Festzuhalten bleibt: Die „Anatomia Richardi“ ist von großem Wert für die Geschichte der mittelalterlichen Medizin.

    Schadensbild:

    Einband:

    Alle Lederbünde sind im Falz und in der Buchblockmitte gebrochen, daher besteht keine Verbindung mehr zwischen Buchblock und Einband. Auch das umwickelte Lederkapitalband oben und unten ist gebrochen. Beide Überwurfschließen und Riemenbänder sind Verlust, es sind nur noch Fragmente der Lederriemen und Nägel auf dem Rückdeckel vorhanden. Das Bezugsleder sowohl des Vorder- als auch des Rückdeckels ist stark abgeschabt und weist intensive Gebrauchsspuren auf. Im Lederüberzug des Rückens sind ein großer Riss und weitere kleine Fehlstellen sichtbar.

    Buchblock:

    Der komplette Buchblock ist deformiert und sehr fragil durch die gebrochenen Bünde. Die vordersten Blätter sowohl der ersten als auch der letzten Lage sind sehr verschmutzt. Darüber hinaus sind die vordersten Blätter der ersten Lage stark verbräunt und im unteren Drittel des Blattes sehr gewellt. Das letzte Blatt der letzten Lage weist Spuren von Wurmfraß und Knicke auf.

    Kosten (Restaurierung inkl. Digitalisierung): 2200,- €