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    M.ch.f.629

    Fürstliche Geheimrezepte

    Arznei- und Geheimmittelbuch

    Würzburg, letztes Drittel des 16. Jh., mit späteren Nachträgen aus dem 17. und 18. Jahrhundert; Papier, Pergamenteinband mit durchgezogenen Lederbünden, 349 Blatt

    Vorbesitzer: Johann Veit Freiherr von Würtzburg, Propst des Stifts Neumünster und in den Jahren 1725 - 1729 und 1736 - 1745 Rektor der Universität Würzburg

    Signatur: M.ch.f.629

    Inhalt: Das Arznei- und Geheimmittelbuch beinhaltet eine reiche Sammlung von Rezepten zur Bereitung von Arznei- und Geheimmitteln, die zur damaligen Zeit an den deutschen Fürstenhöfen und vornehmen Haushalten in Umlauf waren oder sogar an den fürstlichen Häusern selbst zubereitet wurden.

    Obwohl Fürstbischof Christoph Franz von Hutten ein Verbot gegen das Praktizieren fahrender Ärzte erlassen hatte, da diese nur seinen unerfahrenen Untertanen das Geld aus der Tasche ziehen würden, konnte er nicht verhindern, dass selbst in den höchsten Kreisen selbst ernannte Medizinmänner- und frauen unzählige Mittel und Salben gegen die unterschiedlichsten Krankheiten und Leiden zusammenrührten. Und das mit großer Begeisterung: so hatte die Fürstin von Henneberg ein Gesichtswasser erfunden, das sämtliche Blattern und Flecken vertreiben sollte. Die Herzogin von Württemberg schwor bei eitrigen Wunden auf Schwalbenwasser. Bei geringem Appetit und Magengrummeln sollte es ein Aquavit wieder richten und gegen kalte Füße gab es ebenfalls ein Heilmittel. Aber auch Rezepte angesehener Mediziner und Gelehrter finden sich im Arznei- und Geheimmittelbuch, so steuerten die Doctores Florentz von Feminger, Meister Ludwig von Würzburg, der Würzburger Hofmedicus Jörg Bair und Stoffel von Würzburg ihr Wissen bei. Zu guter Letzt konnte man sich über die Heilkräfte der in Europa neu eingeführten Tabakpflanze informieren, die von vielen Ärzten als Heilmittel gegen Zahnschmerzen, Gicht, Koliken, Tetanus und als Desinfiziens gegen die Pest empfohlen wurde.

    Schadensbild:

    Einband:

    Der Pergamentumschlag mit durchgezogenen Lederbünden ist aufgrund eines Wasserschadens sehr stark gewellt, mit zahlreichen Rissen und Knicken. Der Buchrücken ist mehrfach im Falz eingerissen.

    Buchblock:

    Durch den gesamten Buchblock ziehen sich Flecken, vor allem im hinteren Bereich sind Stockflecken und ein leichter Schimmelschaden erkennbar. Beide Spiegel zeigen massive Risse und Fehlstellen. Das Papier des Buchblocks ist stark verbräunt und weist vor allem auf den Blättern der ersten sowie auf den Blättern der letzten Lage große Risse, Knicke und Fehlstellen auf. Die zwei vordersten Lagen sind locker, zudem sind einzelne Blätter im Falz gerissen und lose. Die Heftung ist teilweise lose.

    Kosten (Restaurierung inkl. Digitalisierung): 3860,- €