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    M.ch.f.316b

    Vom heiligen Kilian bis Johann Philipp von Schönborn

    Kurzes Geschichtsbüchlein der Bischöfe von Würzburg

    Würzburg, um 1600; Papier, flexibler Pergamenteinband, 86 Blatt

    Vorbesitzer: Familie Zettner, Würzburg

    Signatur: M.ch.f.316b

    Inhalt: Die 1580 verfasste Handschrift wird dem Würzburger Adam Kahl zugeschrieben, ein gut betuchter Verwaltungsbeamter und Botenmeister des Bischofs Friedrich von Wirsberg. Zudem wird Kahl der Posten als Rechnungsführer der Alten Universität und Universitätskirche zugeschrieben. Adam Kahl wurde (1539) als Sohn eines Domvikars und Kapitelschreibers am Domstift geboren, wie aus seiner selbst verfassten Familienchronik hervorging.

    Der dreimal Verheiratete war Mitglied einer kulturtragenden, alteingesessenen Bürgerschicht und befasste sich in seiner Freizeit mit der Dichtkunst, Rhetorik und Geschichte. Sein Verwandten- und Bekanntenkreis bestand aus angesehenen Humanisten und einflussreichen Persönlichkeiten. Der Titel: „Kurtz Register oder Geschichtsbüchlein aller von des heiligen Kilian Gezeiten an bis hierher gewesenen Bischofen zu Wirzburg und Herzogen zu Franken und der fürnehmsten Handlung, so sich bei jeder Regierung begeben und zugetragen, mit Fleiß zusammengebracht“ ist in großen Frakturbuchstaben abwechselnd rot und schwarz gezeichnet. Kahl beschrieb auf neun Seiten in Textform die Stadtgeschichte „Von dem Namen der Stadt“ bis hin zu „Von den Herzogen“. 

    Anschließend  werden  in einer Reihe vom heiligen Kilian bis Julius Echter 36 Bischöfe erläutert.  Dazu gehören die jeweilige Regierungszeit und die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse. Hervorragend kalligraphisch ausgeführt, in zierlicher Kanzleifraktur folgen die ausführlichen jeweiligen „Kuntsprüche“ der Bischöfe. Durch seine Bemühungen um die Stadtgeschichte wurde ihm vom Bürgermeister und vom Stadtrat sogar das Bürgergeld erlassen. Diese Ausgabe enthält auf den letzten Seiten Nachträge aus späterer Zeit bis Johann Philipp Freiherr von Schönborn.

    Schadensbild:

    Einband:

    Der flexible Pergamentumschlag zeigt einen massiven Wasserschaden, Fehlstellen, Knicke, Risse, Wurmfraß und Verwerfungen.

    Buchblock:

    Beide Spiegel sind stark verschmutzt und verwellt, zudem sind Stockflecken, Risse, Knicke und Wurmfraß erkennbar. Auch die Blätter der ersten Lage weisen zahlreiche Risse, Knicke, Fehlstellen und Wurmfraßlöcher auf. Im Falz der letzten Lage finden sich weitere Risse und Fehlstellen. Blatt 77 ist stark geknickt und lose.

    Kosten (Restaurierung inkl. Digitalisierung): 1290,- €