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    I.t.f.599

    Ein Buch über den Schwarzen Tod

    Hieronymus Brunschwig: Liber pestilentialis de venenis epidemie (Pestbüchlein)

    Straßburg: Johann Grüninger,1500; Ganzlederband, Holzdeckel, 179 Blatt

    Provenienz: Karmelitenkloster Würzburg

    Signatur: I.t.f.599

    Inhalt: Der Verfasser Hieronymus Brunschwig war ein Wundarzt und vor allem auf die Behandlung von Schussverletzungen spezialisiert. Im Jahre 1466 hielt er sich in Würzburg auf. Zu seinen medizinischen Texten gehört unter anderem dieses Pestbuch aus dem Jahre 1500. Zu dieser Zeit hatte Europa schon mehrere Wellen des Schwarzen Todes hinter sich, unter anderem die schweren Pestjahre von 1347-1351. Aber auch ein Jahrhundert später, während Hieronymus Brunschwigs Leben, wütete die Pest furchtbar. An dieser Krankheit starb insgesamt etwa ein Drittel der damaligen europäischen Bevölkerung.

    Die Holzschnitte im Pestbüchlein stellen das Leiden und Bangen dieser Zeit bildlich dar. Dieses Pestbuch wurde mit mehreren anderen Drucken zusammengebunden, enthalten ist noch das Werk „Der heiligen Kirchen und des Römischen Reichs Wagenfur“ von Johannes Hug. Mindestens ein weiterer Beiband zwischen den beiden Drucken wurde herausgenommen. Der Einband, der in einer Nürnberger Buchbinderwerkstatt entstand, hat darunter sehr gelitten. Die Pest war zur Entstehungszeit dieses Druckes nicht heilbar – aber dieses Pestbüchlein kann verarztet werden.

    Schadensbild:

    Einband:

    Das Bezugsleder ist leicht abgeschabt, der Rückdeckel einmal längs komplett gebrochen. Der Verlust des kompletten mittleren Teiles des Buchblocks führte zu Rissen und Brüchen im Rückenleder, das zudem am Fuß eine Fehlstelle aufweist. Die Bünde sind zum Teil in der Mitte des Buchblocks gebrochen, zum Teil Verlust der Kapitalfäden an Kopf und Fuß. Die Schließenbänder mitsamt der greifenden Schließenteile sowie die Eckbeschläge auf Vorder- und Rückdeckel fehlen komplett.

    Buchblock:

    Auf beiden Spiegeln findet sich Wurmfraß. Die Ränder des Buchblocks sind verschmutzt und weisen teilweise Stockflecken und Risse auf.

    Kosten (Restaurierung inkl. Digitalisierung): 2320,- €