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    35/A 10.5

    Querdenker in unruhigen Zeiten

    Martin Luther: Das Newe Testament deutzsch

    Wittenberg: Döring, 1522; Ganzledereinband, Holzdeckel, 222 Blatt

    Signatur: 35/A 10.5

    Inhalt: Martin Luther wollte das Buch der Bücher, die Heilige Schrift, in ein leicht lesbares und anschauliches Deutsch übertragen, um die Bibel breiten Bevölkerungsschichten zugänglich und verständlich zu machen. Als erstes begann er mit dem Neuen Testament. Innerhalb von nur elf Wochen vollendete Luther seine grandiose und wortgewaltige Übersetzung, die bis heute als Meilenstein für die Standardisierung und Vereinheitlichung der deutschen Sprache gilt. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im September 1522 druckte Melchior Lotter in Wittenberg eine für die damalige Zeit gigantisch hohe Auflage von 3000 Exemplaren, die in kürzester Zeit vergriffen war und aufgrund der großen Nachfrage bereits im Dezember 1522 nachgedruckt wurde - ein früher Bestseller also.

    Nicht nur die volksnahe Sprache Luthers, sondern auch ein neues Schriftbild trug zu diesem großen Verkaufserfolg bei: so wurde das Neue Testament in der „Schwabacher“ gesetzt, eine im Vergleich zur behäbigen Frakturschrift viel offenere, schwungvollere und leicht lesbare Schrift mit runden Buchstaben. In Kombination mit den einspaltigen Textkolumnen konnte Luthers Neues Testament nun auch der ungeübteste Leser bewältigen. Mit insgesamt 21 Holzschnitten illustrierte Luthers Freund und Wegbegleiter Lucas Cranach d. Ä. den Text, zum Teil in sehr drastischen Szenen.

    Ein Exemplar des Septembertestaments ist auch an der Universitätsbibliothek Würzburg vorhanden, allerdings in einem derart beklagenswerten Zustand, dass eine Restaurierung unabdingbar ist.

    Schadensbild:

    Einband:

    Das Bezugsleder ist stark abgeschabt und weist intensive Gebrauchsspuren auf. Wurmfraßlöcher sind vor allem im Rückdeckel zu finden. Beide Schließenriemen und die greifenden Schließenteile sind verloren gegangen. Das Rückenleder hat am Kopf eine große Fehlstelle, am Fuß ist es im Falz gebrochen.

    Buchblock:

    Der gesamte Buchblock zeigt beträchtliche Schäden in Form von zahlreichen Rissen, Knicken, Fehlstellen, Wasserrändern und Stockflecken. Mehrere Lagen sind locker. Auf der ersten Lage ist die Papiersubstanz bereits stark abgebaut.

    Kosten (Restaurierung inkl. Digitalisierung): 1630,- €