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    35/A 10.2

    Als das Deutsch ins Reine kam ...

    Martin Luther: Biblia: Das ist: Die gantze Heilige Schrifft / Deudsch. Auffs new zugericht.

    Wittenberg: Lufft, 1546; Ganzledereinband, Holzdeckel, 766 Blatt

    Herkunft: Kapuzinerkloster Würzburg

    Signatur: 35/A 10.2

    Inhalt:

    Pünktlich zur Leipziger Michaelismesse im Herbst des Jahres 1534 erschien bei Hans Lufft in Wittenberg die erste Gesamtausgabe der Bibel in neuer Übersetzung, illustriert mit Holzschnitten eines unbekannten Meisters mit dem Monogramm MS und versehen mit dem Druckprivileg von Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen. Dank des herausragenden Übersetzerteams unter Leitung Martin Luthers war die Sprache der Heiligen Schrift nun um ein vielfaches verständlicher als jemals zuvor. Denn Martin Luther war nicht der erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte: zwischen 1466 und 1522 erschienen sechzehn oberdeutsche und zwei niederdeutsche Bibeldrucke, deren Übersetzungen allerdings meist sehr unbeholfen und sprachlich veraltet waren: «sie stammelten, er redete», wie der katholische Reformtheologe Ignaz Döllinger überaus treffend die Sprachgewalt und Übersetzerkunst Luthers beschrieb. Entsprechend begeistert waren die Leser. Und trotz des hohen Preises waren die 3000 Exemplare der ersten Auflage binnen kürzester Zeit vergriffen, so dass in den darauffolgenden Jahren fleißig nachgedruckt werden musste. 1545 schließlich erschien bei Hans Lufft die «Ausgabe letzter Hand», also die letzte, noch zu Luthers Lebzeiten erschienene Ausgabe, die von ihm und seinen Übersetzerkollegen gründlich überarbeitet und revidiert worden war. Dank Martin Luthers Sekretär und Korrektor Georg Rörer, der nach Luthers Tod die Herausgabe der Bibeln betreute und die Drucklegung überwachte, konnten auch in die darauffolgende Ausgabe von 1546 weitere Korrekturen Luthers eingearbeitet werden. Kein anderes seiner Werke hat Luther so oft durchgesehen und überarbeitet wie seine Bibelübersetzung - ein Zeichen dafür, wie sehr ihm eine für alle verständliche und eingängige Übersetzung der Heiligen Schrift am Herzen lag.

    Schadensbild:

    Einband:

    Das Bezugsleder ist an einigen Stellen stark abgeschabt und weist intensive Gebrauchsspuren auf. Zwei der vier Buckel des Rückdeckels fehlen, die noch vollständig vorhandenen vier Buckel des Vorderdeckels sind leicht deformiert. Das Rückenleder ist im Falz beidseitig gebrochen. Am Vorder- sowie am Rückdeckel sind die untersten zwei bzw. die untersten drei Bünde gebrochen. Beide Kapitalbänder sind gerissen. Der Rückdeckel weist unten links eine bis auf den Holzdeckelkern abgesplitterte Fehlstelle auf. Verlust der Schließenelemente.

    Buchblock:

    Der gesamte Buchblock zeigt beträchtliche Schäden in Form von zahlreichen, zum Teil auch größeren Rissen, Knicken, Fehlstellen, Wasserrändern und Stockflecken. Auf einigen Blättern wurden Überklebungen mit holzschliffhaltigem Papier vorgenommen. Die Papiersubstanz ist an einigen Stellen stark abgebaut. Das Titelblatt weist unten rechts eine große Fehlstelle auf. Auf dem Titelblatt und dem hinteren Spiegel finden sich Wurmfraßlöcher. Die Blätter der vordersten Lagen sind locker.

     

    Kosten (Restaurierung inkl. Digitalisierung): 1350,- €