piwik-script

Deutsch Intern
    Occupational Health and Safety, Animal Welfare and Environmental Protection

    Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

    ... sollte bei gefährlichen Arbeiten und Tätigkeiten verwendet werden, um Verletzungen zu vermeiden oder zu minimieren, die durch andere Maßnahmen nicht verhindert werden können. Neben den technischen (Gefahrvermeidung) und organisatorischen Maßnahmen (Gefahreinwirkung z.B. Zeitlich begrenzen) zählen die persönlichen Maßnahmen (PSA und Unterweisung) zu den klassischen Maßnahmen des Arbeitsschutz und der Arbeitssicherheit.

    Schutzausrüstungen finden Verwendung zum Beispiel in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, bei der Feuerwehr oder im Katastrophenschutz, in Fertigungsbetrieben (z.B. Chemie) oder in der Bauwirtschaft. Aber auch in der Freizeit oder beim Sport können sie unerlässliche Hilfsmittel darstellen (z.B. Kopfschutz, Rettungsweste oder Schutzbrille). Sie sollten/müssen den jeweiligen nationalen Normen und Gesetzen entsprechen.

    Eine Unterteilung der PSA kann in verschiedene Kategorien erfolgen.

    Diese zeigen die Gefährdung auf, vor der die PSA schützen soll:

    Die Unterscheidung erfolgt aufgrund des zu erwartenden Schadensausmaßes (Verletzungsschwere):

    Dabei kann das Spektrum des Schadensausmaßes breit gestreut sein. Die Systematik konzentriert sich auf vier Gruppen:

    • S 1: leichte Verletzung, nicht meldepflichtig, krankheitsbedingter Ausfall kleiner 3 Tage
    • S 2: leichte Verletzung, meldepflichtiger Unfall, krankheitsbedingter Ausfall größer 3 Tage
    • S 3: mittelschwere bis schwere irreversible Verletzung einer oder mehrerer Personen, Arbeits- / Gewerbeunfähigkeit
    • S 4: Tod einer oder mehrerer Personen

    Da S3 und S4 inakzeptable Folgen haben, gliedert sich die PSA nur in drei Klassen.

    Je höher die Kategorie desto anspruchsvoller sind die Bedingungen, die bei der Herstellung und Gestaltung des Produktes zu realisieren sind.

    Kategorie I: einfache PSA zum Schutz gegen minimale Gefahren

    Beispiele:

    • Leichte mechanische Tätigkeiten mit oberflächlichen Auswirkungen (beispielsweise Gartenarbeit)
    • Schwach wirkende bzw. in der Wirkung nachlassende Reinigungsmaterialien (beispielsweise verdünnte Reinigungslösungen)
    • Gefahren durch Hitze nicht über 50 °C

    Kategorie II: PSA zum Schutz vor mittleren Risiken

    Hierzu zählen alle PSA, die weder in Kategorie I noch in Kategorie III einzustufen sind, Beispiele:

    Kategorie III: komplexe PSA zum Schutz vor tödlichen Gefahren und irreversiblen Gesundheitsschäden

    Beispiele:

    • Für einen zeitlich begrenzten Schutz gegen chemische Einwirkungen oder ionisierende Strahlung
    • Für den Einsatz in heißer Umgebung von 100 °C und mehr, mit oder ohne Infrarotstrahlung, Flammen oder großen Spritzern von geschmolzenem Material
    • Für den Einsatz in kalter Umgebung von −50 °C und weniger
    • Für den Einsatz zum Schutz gegen Absturz

    Wann gilt welche Kategorie?

    Für die Hersteller von PSA gilt die EU-Richtlinie 89/686/EWG, für Anwender die EU-Richtlinie 89/656/EWG in der Umsetzung des jeweiligen Landes. In Deutschland ist die PSA-BV die Umsetzung der beiden Richtlinien. Es ist jedoch keine pauschale Aussage machbar, wann welche PSA getragen werden muss. So kann ein Hitzeschutzhandschuh als Kategorie-I-, -II-, -III-Produkt – je nach auftretender Hitze – oder als keine PSA bei Anwendung im Privatbereich verwendet werden. Die sogenannten PSA-Leitlinien (PPE-Guidelines) legen die Richtlinie aus bzw. erläutern sie näher und nehmen teilweise produktspezifisch Einstufungen in die Kategorien vor.

     

    Rechtliche Grundlagen, Normen und Gütesiegel

     Spezielle PSA

    • Persönliche Schutzausrüstung für Forstwirte (PSA-Forst)
    • Persönliche Ausrüstung eines Feuerwehrmannes

     Die wichtigsten Fragen zum betrieblichen Einsatz von PSA

    Wann brauche ich Persönliche Schutzausrüstungen?
    Wenn Sie auf einer Baustelle arbeiten, beispielsweise einen Schutzhelm. Denn auch bei guter Organisation kann Ihr Chef nicht ausschließen, dass Ihnen ein Werkzeug auf den Kopf fällt. Ein anderes Beispiel: Chemikalienschutzhandschuhe. Diese verhindern eine Schädigung IhrerHaut und das Eindringen von chemischen Wirkstoffen in Ihren Körper. Schließlich gibt es noch Ausrüstungen der höchsten Kategorie, die beispielsweise bei Arbeiten auf einem Dach vor der tödlichen Gefahr eines Absturzes bewahren können.Grundsätzlicher gesagt: Sie brauchen „PSA“, wie wir die Persönlichen Schutzausrüstungen abkürzen, wenn Sie bei der Arbeit einer gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt sind, vor der Sie nicht durch organisatorische oder technische Maßnahmen geschützt werden können.

    Woher soll ich das wissen?
    Von Ihrem Chef oder Vorgesetzten. Denn der Arbeitgeber hat die Pflicht, Sie vor den Gefährdungen zu schützen, denen sie bei Ihrer Tätigkeit ausgesetzt sind. In manchen Fällen ist das eindeutig wie beim Kopfschutz auf der Baustelle. Bei den Chemikalienschutzhandschuhen hingegen ist es nicht so einfach. Hier muss eine Gefährdungsbeurteilung zeigen, welcher Schutzhandschuh erforderlich und geeignet ist. Auch diese Beurteilung gehört zu den Pflichten des Arbeitgebers.

    Nun gibt es ja auch den umgekehrten Fall: Der Arbeitgeber stellt PSA zur Verfügung, aber keiner benutzt sie. Was geht da schief?
    Eine ganze Menge. Offensichtlich ist den Mitarbeitern nicht klar, dass sie sich schützen müssen.  Also gab es keine oder keine guteUnterweisung dazu. Diese ist jedoch sowohl zielführend als auch verpflichtend,wenn sich der Einsatz von PSA als notwendig erwiesen hat.

    Wer hat denn den Schwarzen Peter, wenn ich eine Verletzung davontrage, vor der mich eine PSA mutmaßlich bewahrt hätte?
    Falls Ihnen eine geeignete PSA zur Verfügung stand und der Arbeitgeber die Unterweisung nachweisen kann: Sie. Es gibt nämlich nicht nur die Pflicht des Arbeitgebers, PSA bereitzustellen, sondern auch die Pflicht des Arbeitnehmers, diese zu benutzen. Wenn Sie das nicht tun, riskieren Sie nicht nur Ihre Gesundheit, sondern dann hat Ihr Verhalten auch Auswirkungen auf Ihren Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung, die Sie ansonsten bei Arbeitsunfällen umfassend absichert. Deshalb hat Ihr Chef auch das Recht, Sie abzumahnen oder Ihnen gar zu kündigen, wenn Sie sich hartnäckig weigern, Ihre PSA zu benutzen.

    Weitere Themen im Bereich "PSA"

    Sonstiges