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    Occupational Health and Safety, Animal Welfare and Environmental Protection

    Defibrillator/en

         >> Ein Defibrillator, auch Schockgeber, ist ein medizinisches Gerät zur

              Defibrillation und Kardioversion. Es kann durch gezielte Stromstöße
              Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern und Kammerflattern
              (Defibrillation) oder ventrikuläre Tachykardien,Vorhofflimmern und
              Vorhofflattern (Kardioversion) beenden. <<

    Rettungszeichen E017

    Die Defibrillation

    Der „plötzliche Herztod“ stellt die Todesursache Nummer 1 in der westlichen Welt dar. Alleine in Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern an einem plötzlichen Versagen der Herzfunktion. Der „plötzliche Herztod“, der zunehmend auch jüngere Menschen trifft, kann überall auftreten, insbesondere zu Hause, aber auch beim Sport und am Arbeitsplatz. Sehr häufig ist der „plötzliche Herztod“ Folge eines Herzinfarktes. Der „plötzliche Herztod“ ist daher eine Herausforderung im Rahmen des Gesundheitsschutzes und der betrieblichen Ersten Hilfe.

    Direkte Ursache für den „plötzlichen Herztod“ ist in den meisten Fällen Herzkammerflimmern. Die Defibrillation (Elektroschockbehandlung) ist in dieser Situation die einzig wirksame Maßnahme zur Lebensrettung. Je früher defibrilliert wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Herz-Kreislauf Stillstand von Patienten überlebt wird. Medizinproduktehersteller haben Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) entwickelt, die auch von Laien bedient werden können, so dass noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes defibrilliert werden kann.

    Herzkammerflimmern

    In über 80 % der Fälle wird der plötzliche Herztod durch Herzkammerflimmern verursacht. Dieses kann nicht nur aufgrund einer „inneren Ursache“, wie z. B. Herzinfarkt, sondern auch infolge einer „äußeren Ursache“, wie z. B. durch einen Elektrounfall, auftreten. Beides bringt die Reizbildung und die Reizleitung im Herzen in elektrische Unordnung, so dass kein rhythmischer Herzschlag mehr möglich  ist.

    Das Herz flimmert unkoordiniert. Ein schlagartiger Herz-Kreislauf-Stillstand ist die Folge. Das Herz ist nicht mehr in der Lage, den Transport von Blut bzw. Sauerstoff zu den lebenswichtigen Organen zu gewährleisten. Die Zellen des menschlichen Körpers sterben langsam ab; am empfindlichsten reagieren die Gehirnzellen auf den Sauerstoffmangel. Bereits wenige Sekunden nach Einsetzen des Herzkammerflimmerns tritt Bewusstlosigkeit auf, dann setzt die Atmung aus. Die Defibrillation hat zum Ziel, das Herzkammerflimmern in einen normalen Herzschlag zu überführen.

    Faktor Zeit

    Mit jeder Minute sinkt die Überlebenschance eines Patienten mit Herzkammerflimmern um 7 - 10 %. Bereits nach drei bis fünf Minuten beginnen die Gehirnzellen abzusterben. Aber selbst in rettungsdienstlich optimal versorgten Gebieten benötigt ein Notarztwagen/der Rettungsdienst im Durchschnitt 8 bis 10 Minuten, bis er beim Patienten eintrifft.

     

    Optimierter Zeitablauf nach einem Notfall

    Die Eintreffzeit des Rettungsdienstes nach einem Notruf kann kaum weiter verkürzt werden. Rechtzeitig können die Wiederbelebungsmaßnahmen (Herzdruckmassage, Beatmung usw.) nur durch Personen erfolgen, die schon vorher am Ort des Geschehens anwesend sind, z. B. Ersthelfer. Mit diesen Maßnahmen muss ein Minimalkreislauf erzeugt werden, um so das Absterben der Gehirnzellen zu verhindern. Die Wiederbelebung allein kann jedoch das Herzkammerflimmern nicht beenden. Hier kann nur eine zusätzliche, möglichst frühzeitige, Defibrillation helfen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Defibrillation wird entscheidend durch den Faktor Zeit begrenzt. Je früher die Wiederbelebungsmaßnahmen und die Defibrillation durchgeführt werden können, umso größer ist der Erfolg.

    Wenn die Defibrillation frühzeitig nach Eintritt des Ereignisses erfolgt und durch weiterführende Maßnahmen der Wiederbelebung des Rettungsdienstes (Intubation, Infusion, Medikation etc.) ergänzt wird, werden Überlebensraten von mindestens 30 - 40 % erreicht. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten sogar zeigen, dass die Überlebenschancen des Betroffenen auf über 70 % steigen, wenn innerhalb von drei Minuten nach Eintritt des Herzkammerflimmerns eine Defibrillation durchgeführt wird.

    Wirkungsweise der Defibrillation

    Die Defibrillation hat zum Ziel, das Herzkammerflimmern in einen nomalen Herzschlag zu überführen. Der Elektroschock, der bei der Defibrillation über zwei auf den Brustkorb des Patienten geklebten Elektroden verabreicht wird, bewirkt eine Gleichrichtung des flimmernden Herzens. Nach einer erfolgreichen Defibrillation kann das Herz wieder geordnet schlagen.

    Durchführung der Automatisierten Defibrillation

    Ersthelfer führen die Defibrillation mit AED durch. Diese sind in der Handhabung einfach und haben nur wenige Bedienungselemente. AED haben zwei Flächenelektroden, die auf den Brustkorb fest aufgebracht werden müssen. Alle Schritte, die zu tun sind, werden über eine Sprachsteuerung per Ansage und/oder über gut sichtbare Text- oder Piktogrammhinweise mitgeteilt. Nach Aufkleben der Elektroden erfolgt automatisch eine EKG-Analyse. Danach erhält man bei Vorliegen von Herzkammerflimmern die Aufforderung, durch Knopfdruck einen Elektroschock auszulösen.

    1. Einschalten

    2. Elektroden anbringen 

    3. Schock auslösen (nach Anforderung)

    Nach der Schockabgabe gibt das Gerät Anweisungen zum weiteren Vorgehen. Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Defibrillation wird mittels modernster Medizintechnik von AED übernommen, so dass sie auch von Ersthelfern, die über keinerlei EKG-Kenntnisse verfügen, einfach und sicher eingesetzt werden können. 

                    

                     Anbringen der Flächenelektroden

    Eine versehentliche oder falsche Schockabgabe durch den Anwender ist ausgeschlossen. Denn nur wenn der AED ein Herzkammerflimmern sicher erkannt hat, gibt er dem Anwender die Möglichkeit frei, durch Drücken einer Taste den notwendigen Elektroschock an das flimmernde Herz abzugeben. Selbstverständlich ist wie bei jedem Notfall auch beim Einsatz eines AED der Rettungsdienst sofort zu rufen, damit frühzeitig die erweiterten Maßnahmen eingeleitet werden können. 

    Warnhinweise / Gefahrenhinweise 

    Bei der Defibrillation wird hohe Energie abgegeben. Diese kann auch dem Helfer gefährlich werden, wenn dieser während der Stromabgabe den Betroffenen berührt. Ein Sicherheitsabstand, der der Länge der Kabel zwischen Elektroden und Gerät entspricht, schützt ausreichend vor einem Stromschlag. Die für Ersthelfer geeigneten Geräte sind so konstruiert, dass selbst bei Stromabgabe auf feuchter Unterlage (Regen, Schnee) keine Gefahr für den Helfer ausgehen soll - halten Sie unter diesen Umständen jedoch den größtmöglichen Abstand, knien Sie sich nicht direkt neben den Betroffenen. Nach Abgabe des Stromstoßes kann der Betroffene sofort wieder gefahrlos berührt werden. Der Betroffene ist nicht "aufgeladen".

    Da mit hoher Energie gearbeitet wird, ist es wichtig, im Moment der Stromabgabe (wenn das Gerät uns sagt, dass wir Abstand halten sollen) den Betroffenen nicht zu berühren. 

    Werden AED im Unternehmen angeschafft, sollen betriebliche Ersthelfer und das medizinische Personal im Betrieb in der Anwendung des AED qualifiziert sein.

    Qualifizierung der Ersthelfer

    Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung

    Im Rahmen der Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung erlangt der Ersthelfer neben den Basismaßnahmen der Wiederbelebung grundlegende Kenntnisse zum AED.

    • Funktionsweise der Defibrillation
    • Anwendungsgebiete und Gefahren der Defibrillation
    • Einbindung eines AED in den Ablauf der Wiederbelebung

    Der Universität Würzburg wurden durch die Herstellerfirma der AED neben der Power-Point-Präsentation und einem Kurzfilm auch mehrere AED-Trainer zur Verfügung gestellt.


    Mitarbeiter der Universität Würzburg können sich unter der Telefonnummer 0931/31-83791 oder -82684 einen Trainer reservieren lassen!

    Die ausgebildeten Multiplikatoren der Universität werden die Ersthelfer vor Ort mit dem zur Verfügung stehenden Informationsmaterial über den Einsatz der AED in regelmäßigen Abständen schulen. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit Kenntnisse zu lebensrettenden Maßnahmen durch simulierte realitätsnahe Notfälle zu erlernen und zu vertiefen.

    Multiplikatoren/Ansprechpartner für die Standorte der Defibrillatoren an der Universität Würzburg.

    Unterweisung der Mitarbeiter

    Im Rahmen der jährlichen Unterweisung über Erste Hilfe im Betrieb (§ 4 UVV „Grundsätze der Prävention“ DGUV Vorschrift 1) sind die Mitarbeiter auch über die Standorte der AED und die Erreichbarkeit der Ersthelfer zu informieren.

    Rechtliche Grundlagen

    Die Anwendung des AED geschieht genauso wie die Wiederbelebung immer im Rahmen des "rechfertigenden Notstandes" entsprechend § 34 Strafgesetzbuch (StGB) und der mutmaßlichen Einwilligung des Betroffenen. Demnach ist davon auszugehen, dass der Ersthelfer bei Anwendung eines AED strafrechlich nicht belangt werden kann, sofern er nicht die gebotene Sorgfaltspflicht verletzt. Informationen hierzu:"Rechtsfragen bei Erste-Hilfe-Leistungen durch Ersthelfer".

    Analysesicherheit der AED

    Die Analysesicherheit der eingesetzten Geräte (HeartSave Pad METRAX - PRIMEDIC) ist sehr groß: Die Wahrscheinlichkeit dass ein defibrillationspflichtiger Rhythmus richtig erkannt wird, wenn er nach objektiven Kriterien vorliegt, liegt bei über 97 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Gerät fälschlicherweise eine Defibrillation empfiehlt, wenn hierzu keine Notwendigkeit besteht, ist kleiner 0,04 %.

    Energieversorgung

    AED der Universität Würzburg sind batteriebetrieben. Die Geräte testen sich automatisch täglich selbst. Der Anwender muss lediglich überprüfen, ob die Statusanzeige "OK" anzeigt! Die Geräte der Universität Würzburg verfügen über eine Batterie-Stand-by-Zeit von  3 Jahren oder 200 Schocks a` 360 J (Herstellergarantie).

    Verwendung der Elektroden und Energieabgabe

    Beim AED erfolgt die Energieabgabe über großflächige Klebeelektroden. Die Klebeelektroden sind mit einem Haltbarkeitsdatum versehen, nach dessen Ablauf sie nicht mehr benutzt werden dürfen. Durch das Austrocknen der Klebeelektroden erhöht sich der elektrische Widerstand, die Analyse und die Schockabgabe werden u. U. gestört und es könnten am Patienten erhebliche Verbrennungen verursacht werden. Über die geklebten Elektroden sind sowohl die EKG-Ableitung, deren Analyse und die Schockabgabe gleichermaßen möglich. Der Wechsel der Klebeelektroden erfolgt alle 3 Jahre.

    Aufbewahrungsorte

    Aufbewahrt werden sollen AED an zentralen Standorten oder Standorten mit hohem Personenverkehr, z.B. Empfangs-/Eingangsbereich.

    Es muss gewährleistet sein, dass auch auf weitläufigem Betriebsgelände die Anwendung des AED im Notfall innerhalb kürzester Zeit möglich ist (siehe Kapitel „Faktor Zeit“).

    Einrichtungen der Ersten Hilfe müssen gekennzeichnet sein, damit sie leicht und schnell aufzufinden sind und ihr Zweck eindeutig bestimmt ist. Die AED-Geräte sind mit dem Rettungszeichen E017 Automatisierter Externer Defibrillator zu kennzeichnen. Ferner sollten die Standorte der AED im Flucht- und Rettungsplan gekennzeichnet sein.  

    Beispiel einer Anbringung:

    Marcusstraße 9-11 (1. Stock), 97070 Würzburg

      

    Aufhängung in Verbindung mit der Betriebsanweisung (links)

    Defibrillatoren an der Universität Würzburg

    An der Universität Würzburg wurden bis heute insgesamt 41 Defibrillatoren installiert. Diese Geräte wurden an zentralen Standorten mit hohem Personenverkehr (wie in Foyerbereichen, in der Nähe von Hörsaalen/Schulungsräumen etc.) angebracht.

    Standorte an der Universität Würzburg

    hier finden Sie alle bereits installierten Defibrillatoren im Bereich der Universität Würzburg

    Das Gerät im Detail

     

    Hier der  -Defibrillator der Firma METRAX GmbH
    Rheinwaldstraße 22 | 78628 Rottweil | Deutschland | Tel.: 0741 - 257 - 0

    Verhalten nach Einsätzen und bei Störung von AED

    Einsätze und Störungen von Defibrillatoren sind unverzüglich dem zuständigen Ersthelfer vor Ort und der Stabsstelle Arbeitssicherheit, Tier- und Umweltschutz (Stabsstelle AU) zu melden. Nach Überprüfung der Störung oder nach dem Einsatz des AED kann die Stabsstelle AU oder der zuständige Ersthelfer ein Siegel auf dem Wandkasten anbringen. Somit ist sofort ersichtlich, wenn dieser zwischenzeitlich geöffnet wurde.

    Dieses Siegel erhalten Sie bei der Stabsstelle Arbeitssicherheit unter folgender Telefonnummer:      0931/31-82684

     

    Achtung:
    Batterie- und Klebeelektrodenwechsel werden durch die Stabsstelle Arbeitssicherheit, Tier- und Umweltschutz organisiert.

    Aushänge, Betriebsanweisungen u.ä.

    Weitere Informationen, Links, Sonstiges

    Kurzfilm über Defibrillatoren zur Unterweisung