Von der Baumwolle zum T-Shirt: Ein Aktionsprogramm zum Thema Nachhaltigkeit für Grundschulkinder im Botanischen Garten
11.02.2026Wie wird aus einer Pflanze eigentlich ein fertiges Kleidungsstück? Was hat unsere Kleidung mit Umweltschutz und globaler Gerechtigkeit zu tun? Wie kann ich nachhaltig und umweltbewusst mit Kleidung umgehen? Diesen und vielen weiteren Fragen gingen zwei vierte Klassen im Rahmen eines interaktiven BNE-Aktionsprogrammes (Bildung für nachhaltige Entwicklung) im Botanischen Garten auf den Grund.
Mit allen Sinnen auf Entdeckungsjagd im Tropenhaus
Das Aktionsprogramm folgte dem Weg unseres täglichen Begleiters vom Feld in den Kleiderschrank. Bei tropischen Temperaturen im Gewächshaus durften die Kinder die Baumwollpflanze als lebendiges Original erfahren. Sie untersuchten den Aufbau der Pflanze, lernten die Samenkapseln kennen und durften diese und auch die Baumwolle selbst in die Hand nehmen und erfühlen. Hautnah erlebten die Schüler:innen, unter welchen klimatischen Bedingungen die Pflanze wächst. In kleinen Gruppen erarbeiteten sie anschließend die Schritte der globalen Produktionskette eines T-Shirts. Zudem wurden der hohe Wasserverbrauch der Baumwollpflanze sowie die ökologischen und sozialen Folgen thematisiert, die mit der künstlichen Bewässerung, dem Anbau und der Verarbeitung der Pflanze einhergehen.
In die Rolle von Forschenden schlüpfen, kreativ werden und Zukunft gestalten
Im Hörsaal durften die Kinder selbst zu jungen Forscher:innen werden. In vergleichenden Experimenten untersuchten sie unterschiedliche Stoffarten auf ihre Eigenschaften, Unterschiede und Gemeinsamkeiten sowie damit einhergehende Vor- und Nachteile. Neben der Thematisierung von ökologischen und sozialen Problemen der Textilindustrie wie den Arbeitsbedingungen lernten die Kinder verschiedene Textilsiegel und ihre Bedeutung kennen und reflektierten ihr eigenes Konsumverhalten. Gemeinsam wurden kreative Ideen gesammelt, wie man im Alltag nachhaltig und umweltfreundlich mit Kleidung umgehen kann.
Ziel des Aktionsprogrammes war es, den Kindern nicht nur Wissen über die Baumwollpflanze mit auf den Weg zu geben, sondern auch ein Verständnis für den Zusammenhang zwischen Eigenschaften und Anbau der Pflanze und den ökologischen Folgen sowie den sozialen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie zu schaffen. Mit dem Blick auf BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) sollten die Kinder lernen, ihr eigenes Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen, nachhaltige Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und bewusste Kaufentscheidungen zu treffen.
Das Programm entstand im Rahmen einer Zulassungsarbeit von Lisa-Marie Liebisch am LehrLernGarten.




