Vanille – Das schwarze Gold der Gewürze
23.06.2026Auf vielen Verpackungen steht "Vanille", in der Zutatenliste findet sich aber meist nur "Vanillin" oder „Vanillearoma“. Dieser Widerspruch war Ausgangspunkt eines Workshops, welchen eine achte Klasse des Deutschhaus Gymnasiums Würzburg im Botanischen Garten erlebte.
Zwei Fragen für einen Tag
Warum ist echte Vanille so teuer? Und warum landet deshalb in den meisten Produkten künstliches Vanillearoma statt echter Vanille? Diesen beiden Fragen ging die Klasse Station für Station nach.
Mit allen Sinnen in die Tropen
Mit verbundenen Augen tastete sich die Klasse durch das tropische Gewächshaus und bekam so ein Gefühl für den natürlichen Lebensraum der Vanille (siehe Bild 1). Im Nutzpflanzenhaus wurde die Pflanze dann sichtbar: eine Kletterpflanze aus der Familie der Orchideen.
Bestäuben wie ein Profi
Warum Vanille so kostbar ist, zeigte die Handbestäubung am Modell: In freier Natur kann nur eine einzige Bienenart die Vanilleblüte bestäuben. Überall sonst übernehmen Menschen diesen Schritt von Hand, ein filigraner Griff, den die Klasse selbst ausprobieren durfte (siehe Bild 2).
Vom geruchslosen Rohling zum Aromastoff
An einer Stationenarbeit zur Fermentation verglich die Klasse kalte und erwärmte Schoten und fand heraus: Erst durch Wärme, Lagerung und Enzyme entsteht über mehrere Wochen der eigentliche Aromastoff Vanillin.
Echte Vanille gegen künstliches Vanillearoma
An einer weiteren Station stellte die Klasse Geschmacksproben mit Vanilleextrakt und echtem Vanillemark her und verkostete beide im Vergleich. Dabei wurde klar: Echtes Vanillearoma schmeckt komplexer als reines Vanillin, welches oft günstiger industriell hergestellt wird und deshalb in vielen Produkten steckt.
Vom Wissen zur eigenen Entscheidung
Mit diesem Hintergrundwissen diskutierte die Klasse abschliessend, für welchen Konsum sie sich persönlich entscheiden würden.
Hinter dem Workshop
Entwickelt und durchgeführt wurde der Workshop von Lea Rützel, Lehramtsstudentin für Realschule im Fach Biologie, im Rahmen ihrer Zulassungsarbeit. Unterstützt wurde sie von einem Kommilitonen und betreut durch ihre Dozentin Emily Schweitzer-Martin, LehrLernGarten.




