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Häufige Fragen zum Praktikum in Zeiten des Coronavirus

Auch ein Praktikum zu absolvieren ist in Zeiten der Corona-Pandemie schwieriger geworden. Zum Teil sind solche Praxiserfahrungen aber auch aktuell möglich – vor Ort unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen z.B. in den Laboren der Universität, oder von zu Hause aus, aus dem Home Office, als sogenanntes Remote Praktikum, virtuelles oder digitales Praktikum.
Studierenden Checkliste: Remote Praktikum
Arbeitgeber:innen Checkliste: Remote Praktikum

Möglich sind Praktika zur Zeit vor allem in Feldern, die gut digital im Home Office bearbeitet werden können, z.B. in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Marketing oder auch in Anwaltskanzleien. In Arbeitsbereichen, in denen der persönliche Kontakt für die Tätigkeit wichtig ist, sind Praktika nach wie vor mit Einschränkungen zu realisieren.

Die Nachteile des Praktikums aus dem Home Office liegen auf der Hand: Man lernt die Kollegen und ihre Arbeitsbereiche nicht persönlich kennen, ist situationsbedingt weniger eingebunden in das Team und sozial zurückgezogener. In machen Erfahrungsberichten wird beklagt, dass sowohl Einarbeitung als auch Kommunikation schwieriger seien. Ein gravierender Nachteil kann unter Umständen auch sein, dass man im Remote Praktikum eher auf einen engeren eigenen Tätigkeitsbereich beschränkt und konzentriert ist und darüber weniger Einblick nehmen kann in die  vielschichtigen Aufgaben und Abläufe im Arbeitsalltag  eines Unternehmens – was an sich ein zentrales Erkenntnisinteresse eines Praktikums ist. Ob trotzdem ein guter Einblick möglich ist, hängt – so besagen es Erfahrungsberichte – sehr davon ab, wie weit es im Einzelfall gelingt, den Arbeitsalltag in die Virtualität zu übertragen, z.B. durch tägliche Online-Meetings mit dem ganzen Team, konstanten Austausch, eine gelebte Feedback-Kultur und indem die Kolleg/-innen bereit sind, stets ansprechbar zu sein. 

Wenn ein derartiger kollegialer Austausch praktiziert wird, kann ein Remote Praktikum durchaus eine Erfahrung sein, die für die Zukunft rüstet: Zum einen, indem man einen komplett digital vermittelten Arbeitsalltag kennengelernt und ein Unternehmen in Krisenzeiten erlebt hat. Erfahrungsberichte besagen unter anderem auch, dass die Studierenden im Home Office besser gelernt hätten, ihre Zeit selbständig einzuteilen und auf Probleme eigenständig zu reagieren. Des Weiteren könnten auch eine Reihe praktischer Vorteile angeführt werden: Man kann bei Unternehmen an anderen Orten in Deutschland oder weltweit ein Praktikum absolvieren ohne umziehen zu müssen. Wenn es keine strikte Anwesenheitspflicht gibt, können Praktikum und Studium eventuell leichter miteinander vereinbart werden. Unter Umständen wird der Berufseinblick z.B. für junge Eltern erleichtert.

Ein gutes Praktikum zeichnet sich dadurch aus, dass man die Ziele, die man damit verbindet, verwirklichen kann (siehe dazu auch: FAQ: Was zeichnet ein gutes Praktikum aus?) Dabei könnte zu den individuellen Zielen aktuell auch das Interesse hinzu kommen, bereits als Praktikant/-in für die Zukunft Einblicke und Erfahrungen sammeln, wie ein digital vermittelter Arbeitsalltag aussehen und gelingen kann. Für die Entscheidung, ob ein Praktikum im Home Office absolviert oder lieber verschoben werden soll, ist dann abzuklären, welche der wichtigen Ziele im Remote Praktikum umgesetzt werden können. Dabei ist aber auch zu bedenken, dass ein Praktikum nie punktgenau auf die eigenen Ziele zugeschnitten sein kann.

Die Tagesgestaltung ist der Praktikantin/dem Praktikanten im Home Office oft selbst überlassen. Wie produktiv man ist, wie sehr man vom virtuellen Praktikum profitiert, hängt daher nicht nur stark von der eigenen Motivation sondern auch von der eigenen Disziplin ab. Dazu ist es wichtig, sich eine räumliche Umgebung zu schaffen, die möglichst wenig ablenkt. Gleichzeitig ist es hilfreich, sich eine klare zeitliche Struktur für die Arbeit vorzugeben und dabei unbedingt zu trennen zwischen Arbeits- und Freizeit. Wenn dies nicht gelingt und Arbeit und Freizeit ständig ineinanderfließen, kann leicht das unbefriedigende Gefühl aufkommen, man arbeite immerzu und habe keine Freizeit. Nicht zuletzt ist es umso wichtiger, soziale Kontakte zu pflegen, wenn der tägliche persönliche Kontakt mit den Kolleg/-innen im Home Office wegfällt.

Die Praktikumsbetreuer/-innen  – zum Teil auch die Fachstudienberater/-innen – beraten und unterstützen ihre Studierenden bei Fragen rund ums Praktikum. Sie sind auch Ansprechpartner bei Schwierigkeiten, z.B. wenn ein Pflichtpraktikum wegen des Coronavirus abgebrochen oder ins Home Office verlegt werden musste. In der Regel wird man versuchen, Lösungen zu finden, damit den Studierenden keine weiteren Nachteile entstehen.  Bei den juristischen Staatsexamensstudiengängen und den Lehrämtern geben das Landesjustizprüfungsamt und das Kultusministerium vor, wie in der Corona-Sondersituation mit studienbegleitenden Praktika verfahren werden soll.