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Career Centre

Praktika

Praktika sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Beruf, der zu Ihnen passt. Sie helfen, die Möglichkeiten zu erkennen und auszuloten, die die eigene akademische Qualifikation in der Arbeitswelt eröffnet. Sie gewähren aber auch Erfahrungen in der Arbeitswelt und tragen dazu bei, sich über die eigenen beruflichen Wünsche klarer zu werden. Nicht zuletzt können Kontakte geknüpft werden, die beim späteren Berufseinstieg hilfreich sein können.

Der Mehrwert von Praktika

Es ist generell sinnvoll, Praktika zu absolvieren – auch wenn diese im Studiengang nicht vorgeschrieben sind. Damit der Einblick in die Praxis jedoch die gewünschten Einsichten und Erkenntnisse erbringen kann,  kommt es entscheidend darauf an, sich über die eigenen Ziele dabei klar zu werden und es entsprechend sorgfältig auszuwählen: So sollte ein Praktikum die Gelegenheit geben, zu zeigen, was man kann. Es sollte aber möglichst auch solche Aufgaben und Tätigkeiten bereithalten, anhand derer man die eigenen Fragen zur Berufsorientierung überprüfen kann.

Von der Auswahl und Vorbereitung bis zur Durchführung und Nachbereitung

Sowohl bei der Auswahl und Vorbereitung des Praktikums, als auch in der Praxisphase selbst und in deren Nachbereitung hilft es sehr, das Gespräch mit Dozenten und anderen Studierenden zu suchen.
Zum einen, um das geeignete Praktikum auszuwählen. Zum anderen, um persönliche Erkenntnisse und Erfahrungen in einen breiteren Zusammenhang stellen und dadurch aussagefähigere Schlüsse ziehen zu können.

Die folgenden Informationen zum Thema Praktikum dienen der Orientierung und werden kontinuierlich erweitert.

Netzwerkpartner "Transfer im Praktikum"

Fast alle Studierenden machen Praktika –als Pflichtveranstaltung ihres Studiums oder als freiwillige Orientierungsmöglichkeit. Gerade bei letzterem können sich unsere Studierenden im Career Centre nicht nur bei der richtigen Auswahl und zeitlichen Planung ihres Praktikums beraten lassen, sondern finden können sowohl auf unserer Homepage als auch in diversen Veranstaltungen wichtige Fragen rund um deren Organisation klären.

Seit über drei Jahren begleitet das Career Centre in diversen Tagungen das von der Mercator Stiftung geförderte Projekt „Potentiale studentischer Praktika besser nutzen – ein bundesweites Desiderat in der Hochschulbildung“. Ziel hierbei war die Entwicklung eines interaktiven Modells zur Förderung der Transferkompetenz in einem Praktikum – übertragbar auf andere Universitäten. Das Modell entwickelt das Praktikum zu einem Lehr-Lern-Instrument und berücksichtigt dabei die Perspektiven von Studierenden, Lehrenden und Arbeitgeber*innen.

Folgende Materialien, Leitfäden und E-Learning Angebote stehen Studierenden, Lehrenden, Beratenden und Arbeitgebern nun hier zur Verfügung, die unser Career Centre gerne weiterempfiehlt.

Häufige Fragen zum Praktikum in Zeiten des Coronavirus

Auch ein Praktikum zu absolvieren ist in Zeiten der Corona-Pandemie schwieriger geworden. Zum Teil sind solche Praxiserfahrungen aber auch aktuell möglich – vor Ort unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen z.B. in den Laboren der Universität, oder von zu Hause aus, aus dem Home Office, als sogenanntes Remote Praktikum, virtuelles oder digitales Praktikum.

Möglich sind Praktika zur Zeit vor allem in Feldern, die gut digital im Home Office bearbeitet werden können, z.B. in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Marketing oder auch in Anwaltskanzleien. In Arbeitsbereichen, in denen der persönliche Kontakt für die Tätigkeit wichtig ist, sind Praktika nach wie vor mit Einschränkungen zu realisieren.

Die Nachteile des Praktikums aus dem Home Office liegen auf der Hand: Man lernt die Kollegen und ihre Arbeitsbereiche nicht persönlich kennen, ist situationsbedingt weniger eingebunden in das Team und sozial zurückgezogener. In machen Erfahrungsberichten wird beklagt, dass sowohl Einarbeitung als auch Kommunikation schwieriger seien. Ein gravierender Nachteil kann unter Umständen auch sein, dass man im Remote Praktikum eher auf einen engeren eigenen Tätigkeitsbereich beschränkt und konzentriert ist und darüber weniger Einblick nehmen kann in die  vielschichtigen Aufgaben und Abläufe im Arbeitsalltag  eines Unternehmens – was an sich ein zentrales Erkenntnisinteresse eines Praktikums ist. Ob trotzdem ein guter Einblick möglich ist, hängt – so besagen es Erfahrungsberichte – sehr davon ab, wie weit es im Einzelfall gelingt, den Arbeitsalltag in die Virtualität zu übertragen, z.B. durch tägliche Online-Meetings mit dem ganzen Team, konstanten Austausch, eine gelebte Feedback-Kultur und indem die Kolleg/-innen bereit sind, stets ansprechbar zu sein. 

Wenn ein derartiger kollegialer Austausch praktiziert wird, kann ein Remote Praktikum durchaus eine Erfahrung sein, die für die Zukunft rüstet: Zum einen, indem man einen komplett digital vermittelten Arbeitsalltag kennengelernt und ein Unternehmen in Krisenzeiten erlebt hat. Erfahrungsberichte besagen unter anderem auch, dass die Studierenden im Home Office besser gelernt hätten, ihre Zeit selbständig einzuteilen und auf Probleme eigenständig zu reagieren. Des Weiteren könnten auch eine Reihe praktischer Vorteile angeführt werden: Man kann bei Unternehmen an anderen Orten in Deutschland oder weltweit ein Praktikum absolvieren ohne umziehen zu müssen. Wenn es keine strikte Anwesenheitspflicht gibt, können Praktikum und Studium eventuell leichter miteinander vereinbart werden. Unter Umständen wird der Berufseinblick z.B. für junge Eltern erleichtert.

Ein gutes Praktikum zeichnet sich dadurch aus, dass man die Ziele, die man damit verbindet, verwirklichen kann (siehe dazu auch: FAQ: Was zeichnet ein gutes Praktikum aus?) Dabei könnte zu den individuellen Zielen aktuell auch das Interesse hinzu kommen, bereits als Praktikant/-in für die Zukunft Einblicke und Erfahrungen sammeln, wie ein digital vermittelter Arbeitsalltag aussehen und gelingen kann. Für die Entscheidung, ob ein Praktikum im Home Office absolviert oder lieber verschoben werden soll, ist dann abzuklären, welche der wichtigen Ziele im Remote Praktikum umgesetzt werden können. Dabei ist aber auch zu bedenken, dass ein Praktikum nie punktgenau auf die eigenen Ziele zugeschnitten sein kann.

In Ausnahmesituationen wie der Corona-Pandemie ist es noch wichtiger als sonst, das Praktikum vorausschauend zu suchen und vorzubereiten. Als Schlagwörter für die Stellensuche für ein Praktikum im Home Office werden Schlagwörter wie Remote Praktikum, virtuelles oder digitales Praktikum verwendet. Dabei kann es auch sein, dass Praktika derzeit zunächst als Remote Praktika ausgeschrieben werden, mit dem Abflauen der Pandemie aber vor Ort fortgesetzt werden können.  Angesichts der noch unklaren allgemeinen Lage erscheint es sinnvoll, rechtzeitig vor einer Bewerbung mit dem möglichen Praktikumsgeber telefonisch oder per Mail Kontakt aufzunehmen um z.B. zu erfragen, wie das Praktikum konkret angedacht ist, ob eine Bewerbung möglich und sinnvoll ist – und bis wann man voraussichtlich mit einer Antwort rechnen kann.

Auch die Bewerbungsgespräche werden zurzeit meist online geführt. Neben dem Gespräch an sich ist hier wichtig, dass man über den Bildschirm ein Erscheinungsbild sowohl von sich selbst als auch von der eigenen räumlichen Umgebung präsentiert, das einem Vorstellungsgespräch entspricht. Und da bei einem Remote Praktikum auch viel von der Technik abhängt, ist es ebenfalls wichtig, dass diese beim Vorstellungsgespräch gut funktioniert. So sollte vorab möglichst sichergestellt werden, dass der Interviewer rechtzeitig den Skype Benutzernamen kennt, das Mikrofon gut funktioniert und auch das Bild klar und von guter Helligkeit ist.

Die Tagesgestaltung ist der Praktikantin/dem Praktikanten im Home Office oft selbst überlassen. Wie produktiv man ist, wie sehr man vom virtuellen Praktikum profitiert, hängt daher nicht nur stark von der eigenen Motivation sondern auch von der eigenen Disziplin ab. Dazu ist es wichtig, sich eine räumliche Umgebung zu schaffen, die möglichst wenig ablenkt. Gleichzeitig ist es hilfreich, sich eine klare zeitliche Struktur für die Arbeit vorzugeben und dabei unbedingt zu trennen zwischen Arbeits- und Freizeit. Wenn dies nicht gelingt und Arbeit und Freizeit ständig ineinanderfließen, kann leicht das unbefriedigende Gefühl aufkommen, man arbeite immerzu und habe keine Freizeit. Nicht zuletzt ist es umso wichtiger, soziale Kontakte zu pflegen, wenn der tägliche persönliche Kontakt mit den Kolleg/-innen im Home Office wegfällt.

Die Praktikumsbetreuer/-innen  – zum Teil auch die Fachstudienberater/-innen – beraten und unterstützen ihre Studierenden bei Fragen rund ums Praktikum. Sie sind auch Ansprechpartner bei Schwierigkeiten, z.B. wenn ein Pflichtpraktikum wegen des Coronavirus abgebrochen oder ins Home Office verlegt werden musste. In der Regel wird man versuchen, Lösungen zu finden, damit den Studierenden keine weiteren Nachteile entstehen.  Bei den juristischen Staatsexamensstudiengängen und den Lehrämtern geben das Landesjustizprüfungsamt und das Kultusministerium vor, wie in der Corona-Sondersituation mit studienbegleitenden Praktika verfahren werden soll.

Häufige Fragen zum Praktikum

Praktika sind inzwischen unverzichtbare Stationen im Lebenslauf. Sie können in verschiedener Hinsicht Orientierung bieten:

  • Sie können helfen, die Potentiale der eigenen akademischen Qualifikation in der Arbeitswelt zu erkennen und auszuloten.
  • Sie erlauben, das Arbeitsleben für einen begrenzten Zeitraum kennenzulernen und Erfahrungen rund um den Arbeitsmarkt, Unternehmen und Tätigkeitsfelder zu sammeln. Die Praxiserfahrung kann die eigene Selbständigkeit fördern und eventuell vorhandene Ängste – z.B. im um Umgang mit Kollegen – abbauen helfen.
  • Durch die konkrete Mitarbeit tragen Praktika dazu bei, sich über die eigenen beruflichen Fähigkeiten und Neigungen klarer zu werden.
  • Sie bieten die Gelegenheit, sich praktisch zu erproben in Bereichen, die später vielleicht als Beruf in Frage kommen.
  • Die Praxiserfahrung kann die bereits im Studium erworbenen Kompetenzen erweitern und ergänzen.
  • Die Praxiserfahrung kann dazu beitragen, im Anschluss mit mehr Motivation und vielleicht auch neuen Schwerpunktsetzungen zu studieren.
  • Ein Praktikum bietet die Möglichkeit, sich gut zu präsentieren und sich Vorgesetzten und Kollegen für künftige Stellenbesetzungen zu empfehlen.

Um ein passendes Praktikum zu finden, sollte man sich vorab klar werden, welche Ziele man mit diesem verfolgen möchte. Dieses Wissen trägt nicht nur dazu bei, die passende Stelle zu finden. Es hilft auch, während des Praktikums auf diese Ziele hinzuarbeiten und die Praxiszeit vor diesem Hintergrund zu bewerten. Folgende Fragen können bei der Klärung helfen:

  • Welche meiner Kompetenzen, die ich aus dem Studium mitbringe, möchte ich im Praktikum erweitern?
  • Welche Kompetenzen möchte ich zusätzlich oder ergänzend zum Studium erwerben?
  • Möchte ich während des Praktikums ganz spezielle Aufgaben ausüben?
  • Möchte ich eine bestimmte oder eine für mich neue Branche kennenlernen?
  • Wie kann mich das Praktikum meinem Berufswunsch näher bringen?
  • Möchte ich mein Praktikum unbedingt bei einem großen Unternehmen mit bekanntem Namen und vielen Mitbewerbern absolvieren oder kann es auch eine kleinere Firma sein, die mir wahrscheinlich einen breiteren Tätigkeitsbereich bieten kann?

Zu bedenken ist aber auch, dass ein Praktikum nie punktgenau auf die eigenen Ziele zugeschnitten sein kann. In jedem Arbeitsbereich gibt es z.B. auch einen größeren Anteil an täglicher Routine – aber auch diese gilt es während eines Praktikums kennenzulernen.

Ein gutes Praktikum macht aus, wenn ich mehrere Ziele, die ich damit verbinde, verwirklichen bzw. offene Fragen klären kann.

Voraussetzung dafür ist auch, das passende Unternehmen auszuwählen. Informationen über Firmen finden sich in der Regel auf den Internetseiten der Unternehmen, aber auch bei Netzwerken wie XING oder LinkedIn.

Generell ist wünschenswert, dass das Praktikum ein breiteres Spektrum an Tätigkeiten eröffnet – gerne auch mit einem eigenen kleinen Projekt – und nicht nur aus einer leicht erlernbaren Aufgabe besteht, die dann durchgängig verrichtet wird. Während des Praktikums selbst sollte möglichst frühzeitig festgelegt werden, welche Aufgaben übernommen werden sollen, in welchem Team man arbeitet und wer Ansprechpartner und Vorgesetzte sind.

Die meisten deutschen Firmen bieten Praktika an. Daher ist es sinnvoll, sich nicht nur auf ausgeschriebene Stellen zu bewerben sondern auch initiativ. Dabei benötigen größere Firmen in der Regel mehr Zeit als kleinere, um die Bewerbung zu prüfen.

Häufiger gibt es kurz vor den Semesterferien auch noch kurzfristige Praktikumsangebote, für die sich eine Bewerbung lohnt. Weitere Infos zur Gestaltung des Anschreibens und des Lebenslaufs finden Sie hier: https://www.uni-wuerzburg.de/career/links-materialien/bewerbungstipps/

Ob und wie viel Gehalt für ein Praktikum bezahlt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Mindestlohngesetz (MiLoG). Dieses enthält in §22 spezielle Regelungen, wann ein Praktikum mit dem Mindestlohn vergütet werden muss und wann nicht.

Nach Mindestlohn zu vergüten sind:

  • freiwillige studienbegleitende Praktika, die mehr als drei Monate dauern;

Nicht nach Mindestlohn zu vergüten sind:

  • freiwillige studienbegleitende Praktika von weniger als drei Monaten Dauer;
  • Pflichtpraktika im Rahmen der Studienordnung;

Ob und in welcher Höhe im Fall des kürzeren freiwilligen Praktikums und des Pflichtpraktikums ein Praktikumsgehalt bezahlt wird, hängt vom Arbeitgeber und eventuell auch vom eigenen Verhandlungsgeschick ab.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet eine Mindestlohn-Hotline und weitergehende Informationen zu Fragen des Mindestlohns im Praktikum unter: https://www.bmas.de/DE/Themen/Arbeitsrecht/Mindestlohn/mindestlohn-praktikum.html

 

Ein schriftlicher Praktikumsvertrag ist vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben, ist aber wünschenswert, da er Sicherheit für beide Vertragsparteien schafft. Folgende Punkte sollten u.a. in den Vertrag aufgenommen werden:

  • Name und Anschrift der Vertragsparteien
  • Art des Praktikums (freiwillig oder Pflicht)
  • Beginn und Dauer des Praktikums
  • Ort des Praktikums
  • Beschreibung des Praktikums mit möglichst konkreten Angaben zu Aufgaben und Tätigkeiten der Praktikantin/des Praktikanten.
  • Festlegung der Arbeitszeiten (täglich und wöchentlich; laut Arbeitszeitgesetz maximal 5 Tage in der Woche und maximal 10 Stunden pro Tag – bei 30 Minuten Pause pro Tag)
  • Gegebenenfalls Höhe der Vergütung (Mindestlohn oder ggf. separate Vereinbarung)
  • Urlaubsanspruch (In der Regel 2 Urlaubstage pro Monat bei freiwilligem Praktikum; kein rechtlicher Anspruch bei Pflichtpraktika)
  • Angaben zu Kündigungsfristen
  • Angaben zu Pflichten des Unternehmens (Aufgaben, Haftungsfragen, Vertraulichkeit, Erstellung eines Praktikumszeugnisses)
  • Angaben zu Pflichten der Praktikantin/des Praktikanten (Einhalten von Vorschriften, Stillschweigen, Verhalten bei Krankheit/Verhinderung)

Kurzfristige Veränderungen im Unternehmen können dazu führen, dass es zu Abweichungen vom Praktikumsvertrag und den dort festgelegten Aufgaben und Tätigkeiten kommt. In aller Regel erscheint es sinnvoll, flexibel auf den Veränderungsbedarf zu reagieren und auch in dieser Situation möglichst viel für sich selbst zu lernen. Dies gilt allerdings nicht, wenn sich abzeichnet, dass die Praktikantin/der Praktikant vorsätzlich als billige Arbeitskraft für nicht vereinbarte unqualifizierte Tätigkeiten eingesetzt werden soll.

Je nachdem, ob es sich um ein Pflicht- oder freiwilliges Praktikum handelt, gelten unterschiedliche Regelungen:

  • Bei einem Pflichtpraktikum, das von der Studienordnung vorgeschrieben ist, sind keine Sozialabgaben zu entrichten – selbst wenn ein Praktikumsgehalt gezahlt wird.
  • Für ein freiwilliges Praktikum müssen Beiträge für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entrichtet werden wie bei anderen studentischen Beschäftigungen auch. Davon ausgenommen sind Praktika, die nur in den Semesterferien ausgeübt werden und auf maximal drei Monate im Jahr begrenzt sind und auch Praktika, für die während des Semesters nicht mehr als 20 Stunden in der Woche gearbeitet wird. Zu beachten ist jedoch: Wer mehr als in diesem Rahmen angegeben arbeitet, verliert die vergünstigte Einstufung als Studierender bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei einem sogenannten Minijob mit einem Gehalt bis zu 450 Euro pro Monat übernimmt der Arbeitgeber die Abgaben ganz – in Form von  Pauschalen.

Praktikanten sind grundsätzlich über die gesetzliche Unfallversicherung versichert – bei Unfällen am Arbeitsplatz und auf dem Weg zur und von der Arbeit. Für den Versicherungsschutz macht es keinen Unterschied, ob es sich um ein Pflicht- oder freiwilliges Praktikum handelt, eines mit oder ohne Bezahlung.  

Sowohl Unterforderung durch unqualifizierte Tätigkeiten als auch Überforderung durch Aufgaben, auf die man nicht vorbereitet ist, können sich während des Praktikums als Problem erweisen – ebenso wie eine unzureichende Einarbeitung, Mobbing, Überschreitung der Arbeitszeiten oder Ähnliches.

Sollte es zu solchen Problemen kommen, sollte man – nach einer gewissen Zeit des Beobachtens –  das Gespräch mit dem Ansprechpartner oder Vorgesetzten suchen und dabei am besten auch schon Verbesserungsmöglichkeiten vorschlagen können.

Wenn gravierende Probleme auftauchen – Nichteinhaltung von Vereinbarungen, unqualifizierte Tätigkeiten, schwieriges Betriebsklima oder Probleme mit der Gesundheit – kann das Praktikum abgebrochen bzw. gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. In gravierenden Fällen kann fristlos gekündigt werden. Bei schwerwiegenden Vorfällen wie z.B. Diebstahl während des Praktikums kann auch das Unternehmen fristlos kündigen.

Insbesondere beim Pflichtpraktikum hat eine vorzeitige Kündigung negative Auswirkungen für die Studierenden, da sie damit das betreffende Modul nicht bestehen, das ein Praktikum von bestimmter Dauer vorsieht. Das vorzeitige Beenden eines freiwilligen Praktikums hingegen führt in der Regel nicht zu Nachteilen für die Studierenden und ihren Studienverlauf. Gleichwohl sollte man auch hier, wenn man sich mit dem Gedanken trägt, das Praktikum vorzeitig zu beenden, der Fairness halber das Unternehmen frühestmöglich informieren.

Praktikumszeugnisse belegen berufspraktische Erfahrungen und sind daher wichtige Bestandteile für spätere Bewerbungen. Generell ist zu unterscheiden zwischen einer einfachen Praktikumsbe­schei­ni­gung und einem qualifizierten Praktikumszeugnis.

Die einfache Bescheinigung muss für Pflichtpraktika erstellt werden und bestätigt meist in knapper Form – z.B. als Nachweis für die Hochschule – dass das Praktikum wie vereinbart absolviert wurde. Ein qualifiziertes Praktikumszeugnis beschreibt darüber hinaus, welche Aufgaben die Praktikantin/der Praktikant übernommen hat, und bewertet die erbrachte Leistung.

Generell aber haben nach §109, Abs. 1 der Gewerbeordnung alle Arbeitnehmer – also auch Praktikanten – nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis mit Angaben zu mindestens Art und Dauer der Tätigkeit. Des Weiteren kann der Arbeitnehmer „verlangen, dass sich die Angaben darüber hinaus auf Leistung und Verhalten im Arbeitsverhältnis (qualifiziertes Zeugnis) erstrecken“. Im Hinblick auf die Bedeutung des Zeugnisses für die weitere berufliche Entwicklung sollte man sich zumindest bei längeren Praktika mit dem Arbeitgeber auf ein qualifiziertes schriftliches Zeugnis verständigen und dies möglichst bereits im Vertrag festhalten.

Folgende Angaben sind in der Regel Bestandteil eines qualifizierten Praktikumszeugnisses:

  • Namen der Praktikantin/des Praktikanten
  • Praktikumszeitraum
  • Beschreibung der ausgeübten Tätigkeit
  • Beschreibung der Leistung
  • Bewertung der Leistung
  • Beschreibung und Bewertung des Verhaltens
  • Schlussformulierung – ggf. mit Dank an den Arbeitnehmer und Empfehlung für künftige Arbeitgeber
  • Unterschrift des Zeugnis-Ausstellers

Das Zeugnis sollte insgesamt einen guten Einblick in das Praktikum mit Stellenbeschreibung und Übersicht über die Aufgabenbereiche geben. Besondere Kenntnisse oder auch Soft-Skills sollten aufgeführt werden. Wenn das Praktikum den Vereinbarungen entsprechend absolviert wurde, sollte das Zeugnis günstig ausfallen und darf dem beruflichen Fortkommen nicht schaden. Auf versteckte Negativ-Formulierungen ist zu achten. Siehe dazu z.B.: https://www.jobware.de/Ratgeber/Der-Geheimcode-im-Arbeitszeugnis.html

Generell kann es hilfreich sein, dem Arbeitgeber einen eigenen Formulierungsvorschlag für das Zeugnis anzubieten. Dieser eröffnet zum einen die Möglichkeit, auf solche Aspekte näher einzugehen, die für die eigene berufliche Entwicklung wichtig sind. Zum anderen entlastet der eigene Vorschlag den Arbeitgeber.

Praktische Erfahrungen während des Studiums sind auch im Ausland möglich. Wer im Studium Auslandserfahrung in Form eines Praktikumsaufenthaltes sammelt, kann damit bei potenziellen Arbeitgebern punkten.

Denn: Personaler schätzen, dass man sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden kann, verschiedene Perspektiven kennen gelernt hat und mit unterschiedlichen Kulturen umgehen kann.

Die wichtigsten Informationen zu Fördermöglichkeiten sowie eine Praktikumsbörse für internationale Praktika bietet das Servicezentrum International Affairs der Universität Würzburg. Hier finden Sie auch Informationen über Fördermöglichkeiten mit Erasmus+: https://www.uni-wuerzburg.de/international/studieren-im-ausland/praktika/