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    Alumni Uni Würzburg - eine starke Gemeinschaft

    Beim Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde

    22.08.2018

    Professorin Michaela Fenske hat den Lehrstuhl im Jahr 2017 übernommen und setzt neue Akzente. Mit der Neubesetzung des Lehrstuhls entsteht in Würzburg gerade ein Schwerpunkt im Bereich der „multispecies ethnografie“. In diesem Zusammenhang forscht unsere Professorin im Rahmen eines DFG-Projekts an Wölfen.

    Das neue Lehrstuhlteam

    Warum ist das Fach Europäische Ethnologie ein wichtiges Fach?

    Wir suchen Antworten auf unsere Fragen in den konkreten Alltagen von Menschen im Zusammenhang mit anderen Lebewesen sowie der Umwelt, in der sie leben. Europäische EthnologInnen möchten verstehen, wie unterschiedliche AkteurInnen Kultur gestalten. Wir wollen wissen, wie gesellschaftlich Prägendes zustande kommt. Dabei versuchen wir vertraut Geglaubtes kritisch zu hinterfragen. Wir fragen uns z.B. warum gerade so viele Menschen für oder gegen die Aufnahme von Geflüchteten in Deutschland demonstrieren oder was es mit der Popularität von Selfies auf sich hat.

    Die Antworten auf unsere Fragen finden wir dort, wo menschliche Praktiken stattfinden: Der Diskurs um die sogenannte „Flüchtlingskrise“ eröffnet bspw. Fragen nach Identität und Heimat, Inklusion und Exklusion und führt uns in aktuelle Wahlprogramme, zur #metwo-Debatte, in Landtage, Unterkünfte für Geflüchtete, zu Demonstrationen und zu historischen Diskursen um Rassismus, Radikalisierung oder Kolonialismus, die uns häufig weit in die Vergangenheit zurückführen.

     

    Wo liegt der wissenschaftliche Fokus des Lehrstuhls?

    Mit der Neubesetzung des Lehrstuhls entsteht in Würzburg gerade ein Schwerpunkt im Bereich der „multispecies ethnografie“, also der Ethnografie der Beziehungen von Menschen mit anderen als nichtmenschlichen Lebewesen in ihrer jeweiligen Umwelt. Hierzu zählt bspw. das DFG-Projekt „Die Rückkehr der Wölfe. Kulturanthropologische Studien zum Prozess des Wolfsmanagements in der Bundesrepublik Deutschland“. Am Würzburger Lehrstuhl geht es aber nicht nur um die Effekte, die die Wölfe setzen. Im WiSe 17/18 erforschten Studierende der EEVK und der Museologie beispielsweise gemeinsam Mensch-Bienen-Umwelt-Beziehungen. Aus diesem Studienprojekt ist eine Ausstellung entstanden, die aktuell auf der Landesgartenschau in Würzburg zu sehen ist.

    Unser Lehrstuhl widmet sich auch weiteren Schwerpunkten, z. B. der Materialisierung von Kultur, die wir z.B. in der Kulturerbe Forschung, durch die Analyse von Dingen, aber auch anhand von Mode und (Geschlechts-)Körpern erforschen. Wer in Würzburg studiert, kann sich mit Kulturen des Raums beschäftigen und sich mit historischen wie aktuellen Medien- Kommunikation- und Populärkulturen auseinandersetzten: In Lehre und Forschung arbeiten wir bspw. zu Jugend- und Szenenkulturen, Jugend- und Reformbewegungen, über Nahrungskultur, Spiel, populären Erzählungen oder der Anthropologie des Politischen.

     

    Was ist besonders an Würzburg?

    Mit dem neuen Schwerpunkt „Multispecies Studies“  bzw. „Anthropology beyond the Human“ rückt die Verbundenheit von Menschen und anderen Lebensformen verstärkt in das Arbeitsfeld des Lehrstuhls. Dabei stellt sich auch die zentrale Frage der Geisteswissenschaften neu: wie wollen wir (zusammen) leben?

    Spätestens seit den 1970er-Jahren bestimmte historische wie gegenwartsbezogene Alltagskulturforschung den Würzburger Lehrstuhl. Hierbei steht und stand der Raum Würzburg, Unterfranken, Franken im Fokus. Aktuell knüpfen wir an Fragen zu (vergangenen) Glaubensvorstellungen, Religiosität und Spiritualität ebenso an wie an der in Würzburg überaus erfolgreichen Erforschung narrativer Kultur (klassisch: Erzählforschung).

    Gegenwärtig zeichnet sich der Würzburger Lehrstuhl dadurch aus, die große Bandbreite kulturwissenschaftlicher Arbeitsfelder über ein breit aufgestelltes Team widerzuspiegeln.  Im WiSe 2018/19 können Studierende bspw. Kurse zu Computer- und Videospielen, „Volkspoesie“, Frauenprotestbewegungen, der Genese der Ökologie, lebensreformerischen Siedlungsprojekten, zu „living history“ und „reenactment“ oder zur Wissens- und Wissenschaftsgeschichte belegen. Außer methodischen und theoretischen Kursen bietet der Würzburger Lehrstuhl auch praxisbezogene Lehre an: Hier werden Weblogs erarbeitet, Interviews geführt, eigenständig ethnografisch geforscht, Ausstellungen konzipiert und realisiert und der Umgang mit unterschiedlichen Quellen, der Film- oder Fotokamera geübt.

     

    Inwieweit betreffen die Erkenntnisse des Lehrstuhls den Alltag der Bürger?

    Wir wollen wissen, wie und warum Menschen so handeln, wie sie es tun. Wir interessieren uns für das, was sie erfahren, wie ihre Lebenswelten aussehen. Damit sind die Alltage der BürgerInnen zentral für Forschung und Lehre an unserem Lehrstuhl. Die Erkenntnisse, die wir aus diesen ziehen, erklären Details alltäglichen Lebens, die im Alltag selbstverständlich erscheinen, routiniert und habitualisiert ablaufen.

    Damit leistet die Analyse der Alltagskultur einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Gesellschaft sowohl in ihren Möglichkeiten, aber auch mit Blick auf die Herausforderungen, denen sie sich zu stellen hat. Die historische Perspektive der Europäischen Ethnologie ermöglicht im Wissen um die Möglichkeiten und Zwänge menschlichen Zusammenlebens, eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt. Erst dadurch wird Zukunft gerade auch als „gutes“ Leben für Viele gestaltbar.


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