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Alumni-Newsletter

Alumni Statements aus Washington

25.01.2021

In Amerika wurde am 20. Januar 2021 der neue Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden und seine Vizepräsidentin Kamala Harris ins Amt eingeführt. Nach den schwierigen Tagen vor der Inauguration und der Stürmung des Kapitols wird in den deutschen Medien berichtet, dass Washington einer Festung glich. Wir fragen Alumni der JMU in Washington.

Nationalkathedrale Washington am 20.01.21, Foto: Kristina Romeyke Womack
Nationalkathedrale Washington am 20.01.21, Foto: Kristina Romeyke Womack

Kristina Romeyke Womack, Anglistik und Amerikanistik, Washington 
Am Tag der Inauguration wachten wir auf mit gemischten Gefuehlen von einerseits Erleichterung, dass der lange erwartete Tag endlich da war, und andererseits Bedenken, ob alles friedlich verlaufen wuerde. Sehr bald waren Freude und Hoffnung auf eine bessere Zukunft aber die ueberwiegenden Gefuehle. Wir waren froh, dass das Militaer da war, um unsere wunderschoene Stadt und unseren Praesidenten zu beschuetzen. Wir folgten den Wuenschen unserer Buergermeisterin und des Festkommittees, und schauten uns wegen der Sicherheitsvorkehrungen und wegen der Coronapandemie die Festlichkeiten vom Fernseher zu Hause aus an. Als wir die Zeremonie im Fernsehen verfolgten, Sektglas und Kaeseplatte standen auch bereit, wurden viele von uns ungewoehnlich emotional. Jeder war sich des historischen Moments bewusst: die erste Frau als Vizepraesidentin. Die innere Anspannung, welche sich ueber vier Jahre aufgebaut hatte, zu welchen verrueckten und schrecklichen Nachrichten man mal wieder aufwachen wuerde, fiel ploetzlich weg. Ein friedlicher und wunderschoener Tag mit hoffnungsvollen Reden und tollen kuenstlerischen Auftritten fand sein Ende dann in einem beeindruckenden Feuerwerk am spaeten Abend, welches wir auch von unserem Fenster aus verfolgen konnten. Man kann wieder stolz darauf sein, in einer der aeltesten Demokratien der Welt zu leben. Anbei noch ein Foto der Nationalkathedrale in meiner Nachbarschaft, welche fuer den Anlass festlich beleuchtet war.

Dr. Elisabeth Schwille, Psychologie, Washington
Der Tag begann für mich persönlich damit, nach Marine One Ausschau zu halten, dem Hubschrauber des Präsidenten, der Mr. Trump zum letzten Mal über die Stadt zur Joint Base Andrews flog. Bei den letzten Wahlen war Washington DC zu mehr als 90% demokratisch - ich vermute, ich war nicht die einzige, die erleichtert in den Himmel geschaut hat. Mein Mann und ich haben etwas verschlafen mit unserem Kaffee in der Hand auf dem Balkon getanzt.

Die Stadt ist ruhig, aber die Präsenz der Nationalgarde allgegenwärtig. Auch wenn ich mich hier, etwa 2 km östlich vom Capitol, jederzeit sicher gefühlt habe, wird einem mulmig zumute, so viele bewaffnete Menschen in Camouflage auf der Straße oder im Park zu sehen. Und ja, man geht aktuell nicht mehr so viel auf die Straße. Es wurde dringend dazu aufgefordert, in den Tagen um die Inauguration Zuhause zu bleiben. Wer kann, der folgt dem Rat. Wer ins Auto steigen muss, plant viel Zeit ein: die Brücken über die beiden Flüsse im Osten und Westen der Stadt sind nur zum Teil oder in bestimmte Richtungen geöffnet.

Während wir die Feierlichkeiten zur Inauguration also am Fernseher verfolgen, ist die Stadt in einem eigenartigen Zustand: angespannt und irgendwie auch völlig normal - oder besser: Pandemie-normal. Mein Eindruck ist, dass wir erst nach einer Weile merken werden, wie schwer die letzten Wochen auf der Stadt und ihren Bewohnern gelastet haben. Nämlich dann, wenn es uns mehr und mehr dämmert: Gott sei Dank! Nun ist's vorbei mit der Übeltäterei.

Dr. Bernhard Fleck, Physik, Washington
Da wir leider dieses Jahr nicht auf der National Mall mit unseren amerikanischen Freunden feiern konnten, haben wir live am Fernseher mitverfolgt, wie der vier Jahre währende Albtraum endlich ein Ende genommen hat, und wir alle, besonders auch hier in Washington DC, können endlich wieder leichter atmen.

Robin Köpke, Wirtschaftswissenschaften, Washington
Es war ein ganz besonderer Tag, den hier viele lange erwartet hatten. Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm und der Tag verlief letztendlich sehr friedlich. Die Militärpräsenz war uns schon von den Protesten der vergangen Monate vertraut und wir haben den Tag wie die meisten hier in Sicherheit zu Hause verbracht.

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