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    Zwischen Macht und Ohnmacht: Wasser als Ressource und Deutungskategorie - Griechen und Nicht-Griechen in klassischer und moderner Zeit

    Datum: 31.01.2022, 18:15 - 19:45 Uhr
    Kategorie: Ringvorlesung
    Ort: online
    Veranstalter: Würzburger Altertumswissenschaften (WAZ)
    Vortragende*r: Dr. Dr. Christopher Schliephake

    Am 31.01.2022 um 18:15 findet im Rahmen der Ringvorlesung "'Macht euch die Erde untertan!' - Neue Perspektiven auf den antiken Antagonismus zwischen Mensch und Umwelt" das Webinar "Zwischen Macht und Ohnmacht: Wasser als Ressource und Deutungskategorie - Griechen und Nicht-Griechen in klassischer und moderner Zeit" statt.

    Ringvorlesung "Macht euch die Erde untern!" - Neue Perspektiven auf den antiken Antagonismus zwischen Mensch und Umwelt
    Ringvorlesung "Macht euch die Erde untern!" - Neue Perspektiven auf den antiken Antagonismus zwischen Mensch und Umwelt

    Das Verhältnis der Menschen zur Natur dürfte schon immer von Ambivalenzen geprägt gewesen sein. Einerseits bot sie ihnen Nahrung und alles andere, was sie zum Überleben brauchten, andererseits wartete sie mit vielen Gefahren auf, die ihre Existenz bedrohten. Vieles spricht dafür, dass das Ergreifen wirksamer Schutzvorkehrungen nach und nach die Utopie unserer Spezies befördert hat, die Natur beherrschen und in Zaum halten zu wollen.

    Wenn wir uns heute angesichts massiver globaler Umwälzungen des Klimas schwer damit tun, die notwendigen Gegenmaßnahmen zu ergreifen, dann ist das offenbar nicht zuletzt dem kulturellen ‚Gepäck‘ zuzuschreiben, das wir mit uns tragen. Aufklärung tut not! In diesem Wintersemester möchte das WAZ daher einen kleinen Beitrag zur Bewusstseinsbildung leisten, indem es seine Ringvorlesung dem Themenkomplex Geoarchäologie und Umweltgeschichte widmet. Geographen und Altertumswissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten werden zu Wort kommen und exemplarische Einblicke in die frühen Stadien kultureller Eingriffe in die Natur geben.

    Inhalte des Vortrags

    In einem der ältesten erhaltenen griechischen Prosatexte, Herodots „Historien“, spielt Wasser als lebensspendende (sowie als zerstörerische) Ressource eine zentrale Rolle. Dabei hat das Element Wasser aber Dimensionen, die weit über seine biologischen oder physiologischen Funktionen hinausweisen: wie der Vortrag aufzeigen soll, strukturiert Wasser die „Historien“ bzw. die von Herodot beschriebene Welt in einem geographischen, sozialen und kulturellen Sinn. Herodot bezieht sich oftmals auf den Umgang mit Wasserressourcen, um auf den technologischen Fortschritt, die sozialen Strukturen sowie die religiöse Weltsicht der Zivilisationen seiner eigenen Zeit einzugehen.

    Wie der Vortrag zeigen soll, hängen Fragen der Macht (und Ohnmacht) im Angesicht der Natur nicht nur mit Formen des jeweiligen technologischen oder sozialen Umgangs mit natürlichen Ressourcen zusammen, sondern auch mit der kulturellen Wahrnehmung von dem jeweils Eigenen und Fremden. Vor allem Fragen der Bewässerung und der Hydrologie haben im diachronen Vergleich dazu beigetragen, den Typus des „orientalischen Despotismus” zu begründen (der sich zugleich aus neuzeitlichen Erfahrungen des europäischen Kolonialismus und Imperialismus speiste). Der Vortrag wird der Frage nachgehen, inwieweit und ob moderne Konzepte der Imperialismusforschung diese problematische Rezeptionsgeschichte, die mit Herodot ihren Anfang nahm, weiterführen. Zugleich sollen dabei jüngere Forschungsansätze, wie die Environmental Humanities, angesprochen werden, die die bisherigen Forschungen in wichtigen Punkten ergänzen und problematisieren.

    Teilnahme

    Der Vortrag findet digital statt und beginnt um 18:15 Uhr. Um Zugang zum Webinar zu erhalten, klicken Sie bitte auf den dafür eingerichteten Link auf unserer Homepage:

    www.uni-wuerzburg.de/forschung/waz/startseite/

    Weitere Bilder

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