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    Wertvolles Archiv für die Chorforschung

    19.08.2010

    Für ein Projekt der Chorforschung erhält die Universität Würzburg eine wertvolle Sammlung als Leihgabe. Originale Schriftstücke bedeutender Komponisten sind ebenso darunter wie Materialien zur Geschichte des Chorwesens in Deutschland.

    Eine wertvolle musikhistorische Sammlung kommt als Leihgabe an die Universität Würzburg. Bei der Unterzeichnung des Leihvertrages (von links): Uwe Klug, Leiter des Justiziariats der Universität, Herbert Meier, Geschäftsführer der Stiftung „Dokument
    Eine wertvolle musikhistorische Sammlung kommt als Leihgabe an die Universität Würzburg. Bei der Unterzeichnung des Leihvertrages (von links): Uwe Klug, Leiter des Justiziariats der Universität, Herbert Meier, Geschäftsführer der Stiftung „Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens“, Universitätspräsident Alfred Forchel und Musikpädagogik-Professor Friedhelm Brusniak. Foto: Robert Emmerich

    Notenmanuskripte und Briefe von Robert Schumann, Franz Liszt und Johannes Brahms. Eine Liedkomposition, von Franz Schubert selbst aufgeschrieben und signiert. Außerdem historische Vereinszeitschriften, Sängerzeitungen und Festschriften aus dem Bereich des Chorwesens: Rund 3.000 handschriftliche und gedruckte Quellen zählt die Sammlung, die der Universität Würzburg bis Ende 2012 als Leihgabe überlassen wird. Sie birgt herausragende kultur-, literatur- und musikgeschichtliche Zeugnisse aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, so Musikpädagogik-Professor Friedhelm Brusniak.

    Die Leihgaben stammen von der Stiftung „Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens“ aus Feuchtwangen. „Wir möchten die Sammlung erstmals wissenschaftlich aufarbeiten lassen und sie damit auch aufwerten.“ Das sagte Stiftungsgeschäftsführer Herbert Meier bei der Unterzeichnung des Leihvertrages am 18. August in Würzburg.

    Material aus dem früheren Nürnberger Sängermuseum

    Ein Teil der Sammlung stammt aus dem Deutschen Sängermuseum, das von 1925 bis 1945 im Nürnberger Katharinenbau zu Hause war. Von den damals vorhandenen rund 30.000 Quellen sind heute nur noch zehn Prozent erhalten. Der Rest gilt als verschollen oder wurde im Krieg vernichtet.

    Die Bestandsreste des Nürnberger Museums hat Professor Brusniak von 1989 bis 1999 in Köln, Essen und Trossingen ausfindig gemacht und für das Feuchtwanger Dokumentations- und Forschungszentrum zusammengetragen. In dieser Zeit baute er das Zentrum als wissenschaftlicher Leiter auf.

    Deutscher Chorverband gab Projekt in Auftrag

    „Ich bin sehr glücklich, dass ich das Material im Auftrag des Deutschen Chorverbandes nun auch wissenschaftlich bearbeiten darf“, so Brusniak. Auch Universitätspräsident Alfred Forchel freut sich über das Projekt, weil hier eine „gewachsene Stärke“ zum Wohl der Universität genutzt wird.

    In Kürze wird die Sammlung von Feuchtwangen nach Würzburg transportiert. Hier findet sie vorübergehend eine Heimat in der Universitätsbibliothek und in den Räumen des Instituts für Musikforschung in der Residenz.

    Archivalien erstmals wissenschaftlich erfasst

    Friedhelm Brusniak wird die Geschichte des vereinsmäßig organisierten deutschsprachigen Laienchorwesens aufarbeiten, und zwar von dessen Anfängen um 1800 bis in die Gegenwart. Für das erste Teilprojekt stellt ihm der Deutsche Chorverband Fördermittel von 20.000 Euro zur Verfügung. Erstmals sollen dabei die Archivalien des Deutschen Sängermuseums wissenschaftlich erfasst und dokumentiert werden.

    Geschichte des Deutschen Chorverbands

    Auch die Geschichte des Deutschen Chorverbands wird unter der Leitung von Brusniak untersucht. Die wichtigsten Quellen dafür findet er ebenfalls in der Leihgabe aus Feuchtwangen: Sie enthält einen in den 1960er-Jahren vom Deutschen Sängerbund und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände aufgebauten Bibliotheksbestand mit Vereinsschrifttum und Forschungsliteratur.

    Jubiläumsjahr zum 150. Geburtstag

    Erste Ergebnisse will der Deutsche Chorverband in seinem Jubiläumsjahr 2012 der Öffentlichkeit präsentieren. Dann wird es 150 Jahre her sein, dass der Vorläufer des Verbands gegründet wurde, der Deutsche Sängerbund. Dieser fusionierte 2005 mit dem Deutschen Allgemeinen Sängerbund zum jetzigen Deutschen Chorverband. Der ist mit über einer Million Mitgliedern der größte nationale Chorverband der Welt und der mit der längsten Tradition in Deutschland.

    Das Präsidium des Deutschen Chorverbandes und dessen Präsident Henning Scherf fördern das Würzburger Forschungsprojekt als wichtigen Beitrag zur internationalen Chorforschung.

    Informationen über die Stiftung

    Die Stiftung „Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens“ mit Sitz in Feuchtwangen wurde Ende 1999 gegründet. Zu den Stiftungszwecken zählt neben der Unterstützung des Sängermuseums „die Vermittlung, Bewahrung und Erhaltung bedeutender Zeugnisse des kulturellen Erbes im Bereich des Chorgesangs für künftige Generationen.“

    Gründungsmitglieder waren der Deutsche Sängerbund (heute Deutscher Chorverband), der Fränkische Sängerbund, Mitglieder der Industriellenfamilie Kurz aus Feuchtwangen und ein Förderverein.

    Kontakt

    Prof. Dr. Friedhelm Brusniak, Lehrstuhl für Musikpädagogik der Universität Würzburg, T (0931) 31-84843,
    friedhelm.brusniak@uni-wuerzburg.de

    Herbert Meier, Geschäftsführer der Stiftung „Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens“, T (09131) 80830,
    tax@herbert-meier.de

    Links

    Deutscher Chorverband

    Stiftung „Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens“

    Von Robert Emmerich

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