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    Teamworker tun sich im Physikstudium leichter

    03.06.2008

    Sie gehört zu den Letzten; er zu den Ersten. Ihn hat es aus dem hohen Norden hierher verschlagen; sie ist in Unterfranken aufgewachsen. Doch eines haben Till Steinbring und Nadine Wolf gemeinsam: Beide studieren an der Uni Würzburg Physik; und beide würden ihre Entscheidung jederzeit weiterempfehlen.

    Nadine Wolf und Till Steinbring im Labor der Technischen Physik. (Foto Gunnar Bartsch)
    Nadine Wolf und Till Steinbring im Labor der Technischen Physik. (Foto Gunnar Bartsch)

    Till Steinbring ist noch ziemlich neu in Würzburg; vor wenigen Wochen ist er ins zweite Semester gekommen. Der Physikstudent gehört damit zum ersten Jahrgang, der an der Julius-Maximilians-Universität den Bachelorabschluss anstrebt. Seit dem vergangenen Wintersemester hat das Diplom im Zuge des Bologna-Prozesses in den Naturwissenschaften ausgedient; die letzten Diplomstudierenden werden in wenigen Jahren die Hochschule verlassen. Gut möglich, dass Nadine Wolf eine von ihnen sein wird. Sie steht gerade im sechsten Semester und gehört damit zu der „aussterbenden Gattung“ zukünftiger Diplomphysiker und -physikerinnen. Trotz der unterschiedlichen Abschlüsse unterscheidet sich der Aufbau des Studiengangs nur geringfügig – zumindest in den ersten Semestern. Und da wird den Studierenden einiges abverlangt.

    Guter Kontakt zu den Dozenten

    „Den Traum vom schönen Studentenleben mit abends lange ausgehen und morgens spät aufstehen sollten sich Physikstudenten abschminken“, sagt Till Steinbring. Einführungsveranstaltungen, Grundpraktika, ein Mathe-Vorkurs ließen dafür einfach keine Zeit. Verärgert oder enttäuscht sind die beiden deshalb allerdings nicht – ganz im Gegenteil. „Die Praktika in den ersten Semester sind in Würzburg fachlich und didaktisch hervorragend“, sagt Nadine Wolf. Dank der Studiengebühren können die Teilnehmer dort mit modernster Technik arbeiten; teilweise sei die Ausstattung besser als in so manchem Forschungslabor. Außerdem sei das Verhältnis zwischen Dozenten und Studierenden in Würzburg besonders: „Es herrscht eine familiäre Atmosphäre, man kennt sich, und die Professoren grüßen einen persönlich“, sagt Nadine Wolf.

    Rund 1200 Studierende sind aktuell an der Uni Würzburg in der Fakultät für Physik und Astronomie eingeschrieben; 87 für den Bachelorstudiengang „Physik“, 452 für das Diplom. Die Übrigen streben den Beruf des Physiklehrers an, sitzen gerade an ihrer Doktorarbeit oder haben sich für eines der besonderen Angebot der Fakultät entschieden: Den Masterstudiengang FOKUS Physik, der ein forschungsorientiertes und zeitlich komprimiertes Studium der Physik ermöglicht, das besonders auf die Anforderungen einer wissenschaftlicher Laufbahn oder einer hoch qualifizierten Tätigkeit in der Industrie vorbereitet. Oder die „Nanostrukturtechnik“, einen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang in einem Schlüsselbereich für zukünftige Entwicklungen der Ingenieur- und Naturwissenschaften mit weitreichendem Anwendungspotenzial, das von der Nanoelektronik für zukünftige Computergenerationen über Nanopartikel in der Energietechnik und Mikrosensoren bis zu biomedizinischen Anwendungen reichen. Das Verhältnis von Männern zu Frauen ist naturwissenschaftlich-klassisch und beträgt 992 zu 227.

    Frauen brechen deutlich seltener ab

    Dass der Frauenanteil in den Naturwissenschaften relativ niedrig ist, sollte nach Wolfs Meinung keine Abiturientin abschrecken: „Die Erfahrung zeigt, dass Frauen deutlich seltener abbrechen “, sagt sie. Ihren Einstieg in die Physik fand die Studentin unter anderem über die Vorlesungsreihe „Physik am Samstag“, die schon seit 2001 von der Fakultät organisiert wird. Diese Veranstaltung richtet sich an Schüler, Lehrer und Interessierte. In ihrem Mittelpunkt stehen Vorträge zur Physik in Würzburg, Ergebnisse aktueller Projekte aus Forschung und Technologie und Erläuterungen zum Verständnis komplexer physikalischer Vorgänge. Darüber hinaus bietet sich dort die Chance, bei einem Kaffee ungezwungen mit Professoren, Doktoranden und Studierenden ins Gespräch zu kommen. „Aber natürlich habe ich auch in den aktuellen Rankings nachgelesen, welche Uni in Frage kommt“, sagt Nadine Wolf.

    Das gute Abschneiden der Universität Würzburg in den einschlägigen Hochschulrankings hat auch für Till Steinbring den Ausschlag bei der Wahl seines Studienortes gegeben. So schneidet die Uni im Hochschul-Ranking der Zeitschrift Focus in den Fächern Biologie, Medizin, Psychologie und Physik hervorragend ab. In diesen Fächern befindet sie sich jeweils in der Spitzengruppe deutscher Universitäten. Darüber hinaus hat ihr das Gütersloher Centrum für Hochschulentwicklung CHE erst vor kurzem bescheinigt, dass die Uni bei der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern hervorragend aufgestellt sei. Sie sei „europaweit eine der Topadressen für den Forschernachwuchs“, so die Aussage des Rankings.

    Teamworker tun sich leichter

    Teamworker sollten Physikstudierende sein. „Man braucht eine Gruppe, mit der man arbeiten und reden kann“, sagt Steinbring. Einen Freundeskreis zu finden, sei in Würzburg kein Problem. „Das fängt schon im Mathe-Vorkurs an“, sagt der Student. Dies Angebot ist zwar freiwillig; Nadine Wolf rät aber dringend zum Besuch: „Der Kurs bereitet sehr gut auf die Anforderungen des Studiums vor“, sagt sie. „Außerdem hebt er alle Abiturienten und Abiturientinnen auf das hiesige Niveau“, ergänzt Steinbring. Ohne den Kurs  ist der Start ins Studium wesentlich komplizierter, weiß er. Dort hat Steinbring übrigens auch die Gruppe gefunden, mit der noch heute gemeinsam Übungsaufgaben bearbeitet.

    Seit einem Jahr befindet sich Nadine Wolf im Hauptstudium – und ist begeistert. Fasziniert sei sie von der Möglichkeit, in einer Arbeitsgruppe „richtig zu forschen“. Volkswirtschaftslehre hat sie als Nebenfach belegt. Mit dieser Kombination sieht sie sich „gut gewappnet“ für das Leben nach der Uni. „Physik ist so vielfältig, und die Ausbildung in Würzburg ist so gut – da muss ich mir keine größeren Sorgen um die Zukunft machen“, sagt sie. Bis dahin ist es für Till Steinbrück noch ein weiter Weg. Und mit dem Bachelor wird der noch nicht beendet sein. Steinbrück ist sich sicher, dass er auf alle Fälle noch den Master draufsatteln wird.

    Bewerbung und Schnupperstudium

    Mehr Informationen zu den Studiengängen der Fakultät für Physik und Astronomie gibt es im Internet. Die Online-Bewerbung für das Wintersemester startet Ende Mai und ist bis 15. Juli möglich.

    Wer unverbindlich in diesen oder andere Studiengänge der Uni Würzburg hineinschnuppern möchte, kann das beim uniweiten Schnupperstudium tun, das vom 2. Juni bis 4. Juli läuft. Das Programm steht im Internet hier.

    Von Gunnar Bartsch

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