piwik-script

English Intern

    Systemakkreditierung: Ein Kraftakt mit Nutzen

    15.09.2015

    Im Herbst 2015 wird die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) einen Antrag auf Systemakkreditierung stellen. Mit der heutigen Ausgabe des einBLICK geht eine mehrteilige Serie an den Start, die dieses Großprojekt und dessen hohe Bedeutung für die Uni verständlich machen soll.

    Alle Veröffentlichungen zum Thema Systemakkreditierung werden in Zukunft dieses Logo tragen. Die Buchstaben "p,d,c,a" stehen für "plan-do-check-act". Der PDCA-Qualitätskreislauf verdeutlicht das Ziel eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, das d
    Alle Veröffentlichungen zum Thema Systemakkreditierung werden in Zukunft dieses Logo tragen. Die Buchstaben "p,d,c,a" stehen für "plan-do-check-act". Der PDCA-Qualitätskreislauf verdeutlicht das Ziel eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, das dem Qualitätsmanagement zugrunde liegt. (Grafik: Uni Würzburg)

    Eine Artikelserie, Interviews und Filmbeiträge mit der projektverantwortlichen Vizepräsidentin Andrea Szczesny: Mit zahlreichen Informationsangeboten will die Universität Würzburg ihren Mitgliedern in den kommenden Wochen verdeutlichen, was genau Systemakkreditierung ist, wie das Verfahren abläuft und vor allem was seine Chancen und Vorteile für die Uni sind.

    Zum Hintergrund: Mit der Einführung des Bachelor- und Mastersystems hat die Politik die Hochschulen dazu verpflichtet, ihre Studiengänge in einem speziellen Akkreditierungsverfahren prüfen zu lassen. Auf diese Weise sollen Qualität und Vergleichbarkeit des Studienangebots sowie die gegenseitige Anerkennung von Prüfungsleistungen sowohl national als auch international gewährleistet sein.

    Zwei Wege zur Akkreditierung

    Zwei Wege stehen der Universität offen, wie sie der Forderung nach einer Akkreditierung ihres Studienangebots nachkommt. Sie kann zum einen durch eine Programmakkreditierung jeden einzelnen Studiengang von einer Agentur akkreditieren lassen. Hierbei wird überprüft, ob der jeweilige Studiengang fachlich-inhaltlich, strukturell sowie hinsichtlich seiner Berufsrelevanz bestimmten Mindestanforderungen genügt. Das ist enorm aufwändig und extrem teuer – vor allem, wenn man weiß, dass eine einmal erteilte Akkreditierung nur für fünf beziehungsweise sieben Jahre gilt, und die Universität Würzburg rund 190 Bachelor- und Master-Studiengänge im Angebot hat.

    Oder sie kann sich für das Verfahren der Systemakkreditierung entscheiden. Hierbei muss sie nachweisen, dass sie über ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) verfügt, das die hochschulweite Einhaltung definierter Standards in Studium und Lehre garantiert. Genau diesen Weg der indirekten Akkreditierung hat die Universität Würzburg eingeschlagen und damit ihre Eigenverantwortung in den Vordergrund gestellt: Das Gütesiegel Systemakkreditierung attestiert der JMU, dass sie selbst in der Lage ist, die Qualität ihrer Lehre kontinuierlich zu überprüfen und weiter zu entwickeln.

    Ein Stück Autonomie für die Uni

    „Hinter der sperrigen Bezeichnung ‚Systemakkreditierung‘ steht ein großes Stück Autonomie, denn wir können künftig unsere Studiengänge selbst akkreditieren – ohne Begutachtung durch externe Agenturen“, fasst Universitätspräsident Alfred Forchel zusammen. Die Voraussetzung für das Gelingen der Systemakkreditierung an der JMU sieht er erfüllt. „Die erforderliche Infrastruktur ist vorhanden: Die notwendigen Gremien existieren, die Rollen sind verteilt, ein internes und externes Berichtswesen ist auf den Weg gebracht. Nun gilt es, die vorhandenen Mechanismen auf unsere Qualitätsziele auszurichten und miteinander zu verzahnen“, so Forchel.

    Natürlich beschäftigt sich die JMU schon seit vielen Jahren mit der Qualität von Studium und Lehre. Die Entscheidung der Universitätsleitung, den Antrag auf Systemakkreditierung zu stellen, wurde in die Zielvereinbarung mit dem bayerischen Wissenschaftsministerium aufgenommen. Die erforderlichen Instrumente und Prozesse zur Qualitätsentwicklung sind an der JMU größtenteils vorhanden und etabliert. Ein Team arbeitet aktuell daran, diese gegebenenfalls anzupassen und miteinander zu verknüpfen, um ein Qualitätsmanagementsystem mit dem Ziel der Systemakkreditierung zu entwickeln, das perspektivisch auch auf Fächer mit Staatsexamen angewendet werden soll.

    Eine große Herausforderung für alle Beteiligten

    Der Entwurf ist weitestgehend abgeschlossen. Die Herausforderungen liegen in der Umsetzung: Andrea Szczesny meint dazu: „Uns ist bewusst, dass wir gerade jetzt beim Aufbau des Systems allen Beteiligten in den Fakultäten und der Verwaltung viel abverlangen, wenn es darum geht, die maßgeblichen Instrumente festzulegen, zu erproben, weiterzuentwickeln und vor allem nachhaltig zu leben“. Die Verknüpfung mit weiteren Großprojekten der Uni wie die Implementierung eines neuen Campus-Management-Systems bringen nach Szczesnys Worten zusätzliche Herausforderungen mit sich. „Da sind viele Hände und Köpfe am Werk und setzten sich über das normale Maß hinaus dafür ein, dass wir gemeinsam weiterkommen. Dafür sage ich Danke! Gerade wegen der geschilderten Komplexität“, so die Vizepräsidentin.

    Spielraum für die unterschiedlichen Fachkulturen

    Auch Wolfgang Riedel sieht die gesamte Hochschule zur Mitarbeit aufgerufen. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen und auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten“, so der für Studium und Lehre zuständige Vizepräsident an der JMU. Grundlegende Voraussetzung für die Systemakkreditierung und die qualitative Weiterentwicklung von Studium und Lehre ist nach Riedels Worten, dass die gesamte Universität - das heißt Universitätsleitung, Verwaltung und Fakultäten - ein universitätsweites Verständnis von Qualität in Studium und Lehre entwickelt und auch lebt. „Hierfür müssen sich die Beteiligten einerseits auf gewisse Standards einigen, andererseits bleibt genügend Spielraum für die Anliegen der unterschiedlichen Fachkulturen. Dies wiederum erfordert eine Kultur der Offenheit und des Austauschs“, so Riedel. Gerade daher gelte es umso mehr, das Projekt Systemakkreditierung transparent zu machen, um alle Beteiligte mit ins Boot zu nehmen.

    Vorteile der System- (SAK)  im Vergleich mit der Programmakkreditierung (PAK)

    • Deutlich geringere direkte Kosten: Systemakkreditierung (SAK) ca. 60.000  Euro, Programmakkreditierung (PAK) bis zu 15.000 Euro pro Studiengang.
    • Kontakt mit nur einer Agentur (SAK) statt mit wechselnden Agenturen (PAK).
    • Bei der SAK investiert die Uni durch den Aufbau eines QMS in die eigenen Strukturen, bei der PAK wird bei den Agenturen Know-How aufgebaut.
    • Bei der SAK werden die Fakultäten im Vergleich zur PAK durch die Verwaltung entlastet.
    • Gezielte Weiterentwicklung des eigenen Profils.
    • Stärkung der Kommunikations- und Qualitätskultur.

    Übersicht der Zuständigkeiten im Projekt Systemakkreditierung an der Uni Würzburg als PDF-Dokument des Referats A3.

    Kontakt

    Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung der Uni Würzburg:
    http://www.qm.uni-wuerzburg.de/startseite/

    E-Mail: qualitaetsmanagement@uni-wuerzburg.de

    Von Esther Knemeyer Pereira

    Zurück