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    Starkes Bündnis für doppelten Abi-Jahrgang

    05.03.2010

    Im Jahr 2011 verlassen gleich zwei Abiturjahrgänge die bayerischen Gymnasien. In Würzburg steht ein starkes Bündnis bereit, um den Übergang der Schüler an die Universität zu optimieren.

    Beratung von Studierenden in der Unibibliothek Würzburg.
    Mit einer sehr guten Betreuung und Beratung an der Uni Würzburg kann auch der doppelte Abiturjahrgang rechnen, der 2011 die Gymnasien verlässt.

    Rund 4300 Schüler des letzten G9-Jahrgangs an unterfränkischen Gymnasien erhalten im April 2011 ihre Abiturzeugnisse. Im Juni folgen etwa 3800 Schüler aus dem ersten G8-Jahrgang. Das verlangt verstärkte Anstrengungen: Die Universität muss ein zusätzliches Platzangebot, zusätzliches Personal und ein adäquates Studienangebot vorhalten. Für die Arbeitsagentur wird der Beratungsbedarf deutlich zunehmen, die Schulaufsicht wird mit Fortbildungen für Lehrkräfte und speziellen Seminaren an den Schulen ihren Beitrag leisten.

    Diese Herausforderungen wollen die Beteiligten gemeinsam angehen. Alfred Forchel, Präsident der Universität Würzburg, Eugen Hain, Leiter der Würzburger Arbeitsagentur, und Michael Hunger, stellvertretender Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in Unterfranken, haben darum eine enge Kooperation vereinbart.

    Raumangebot der Uni wächst deutlich

    Kann die Uni Würzburg die doppelten Jahrgänge schultern? „Ja“, sagt Präsident Alfred Forchel. „Der Stand der Vorbereitungen an der Universität ist gut. Mehr Studierende erfordern mehr Personal und ein erweitertes Raumangebot. In beiden Bereichen wird es erhebliche Erweiterungen geben. Wir werden auch 2011 allen Studienanfängern ein hochwertiges Studienangebot machen.“

    Mit dem Bau neuer Lehrveranstaltungsgebäude wurde schon begonnen. Allein zwei große Bauvorhaben sind auf dem Hubland-Campus in Arbeit: ein Bau mit drei Hörsälen mit 600 bzw. 200 Plätzen sowie 24 Seminarräumen; dazu ein hochmodernes Praktikums- und Laborgebäude für Studierende der Naturwissenschaften. Hinzu kommen weitere Baustellen, beispielsweise am Wittelsbacherplatz und bei den Gebäuden der Chemie und Pharmazie.

    Glücksfall Leighton-Gelände

    Auf dem Leighton-Gelände bezieht die Uni 39 Hektar – was den bisherigen Hubland-Campus flächenmäßig fast verdoppelt. Auf der neuen Fläche stehen drei große Schulen mit weit über 50 zukünftigen Seminarräumen, Wohngebäude und eine große Kinderbetreuungseinrichtung zur Verfügung. Ein Teil dieser Gebäude mit mehr als 10.000 Quadratmetern Nutzfläche wird bis zum Sommersemester 2011 für universitäre Zwecke nutzbar gemacht.

    Personal und Studienplätze

    Für den Ausbau der Lehrkapazität zur Betreuung der zusätzlichen Studienanfänger stellt der Freistaat Bayern rund 230 Stellen für verschiedene Bereiche der Universität zur Verfügung. Insgesamt 3300 zusätzliche Studienplätze werden an der Universität Würzburg bis zum Sommersemester 2011 geschaffen. Das entspricht – unter Berücksichtigung der Verteilung des Studienanfangs auf die Jahre 2011 und 2012 – mehr als dem erwarteten Bedarf für den doppelten Jahrgang. Außerhalb der durch eine Zulassungsbeschränkung reglementierten Fächer stehen damit viele Studiengänge zur Verfügung, die aus heutiger Sicht gute Studienchancen für alle Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs im Einzugsgebiet der Universität Würzburg sicherstellen.

    Maßnahmen an den Gymnasien

    Die Studien- und Berufsorientierung findet an den Schulen ihren Platz in den Lehrplänen der neu gestalteten gymnasialen Oberstufe. In den so genannten P- und W-Seminaren werden auch Themen bearbeitet, welche die Universität und die Berufsberatung in Zusammenarbeit mit den Schulen anbieten.

    Ebenfalls von Bedeutung ist die Weiterentwicklung internetbasierter Informationssysteme, die den Übergang von der Schule ins Studium und in den Beruf begleiten. Der Ministerialbeauftragte hat dafür die Internet-Plattform www.uebergaengegestalten.de um einen Bereich erweitert, der vielfältige Möglichkeiten beim Übergang vom Gymnasium an die Hochschulen vorstellt.

    In Abstimmung mit dem Ministerialbeauftragten bietet die Universität zudem an, in unterfränkischen Gymnasien Informationsveranstaltungen zum doppelten Abiturjahrgang durchzuführen. Dabei sollen mit Schülern, Lehrern und Eltern die bayernweiten Regelungen und spezifische Punkte in Würzburg besprochen werden.

    Um den Übergang von der Schule zur Universität noch besser zu gestalten, wird zurzeit ein Kooperationsmodell zwischen Universität und Gymnasien entwickelt. Ziel ist es, auf verschiedenen Feldern eine feste Basis der Zusammenarbeit zu schaffen.

    Arbeitsagentur baut Beratungsangebot aus

    Die Absolventen der Abiturjahrgänge von 2011 sollen qualitativ und quantitativ ähnliche Beratungsangebote erhalten wie frühere Jahrgänge. Im Fokus stehen dabei die Standortbestimmung und sich hieraus ergebende berufliche Optionen. Vor- und Nachteile werden in Beratungsgesprächen abgewogen, Präferenzen, Alternativen und Lösungsvorschläge erarbeitet – um gemeinsam die bestmögliche Lösung für die Ratsuchenden zu finden. Neutralität und Freiwilligkeit kennzeichnen das Beratungsangebot.

    Die Berufs- und Studienberatung der Arbeitsagentur trägt dem steigenden Gesprächsbedarf Rechnung, indem sie die Präsenzzeiten der Berater an den Schulen erhöht. Das fünfköpfige Team der Abi-Beratung wurde um eine Stelle aufgestockt, um fachliche und organisatorische Standards sicherzustellen.

    Wie G8 und G9 an die Hochschulen verteilt werden

    Wie bringt man zwei Abiturjahrgänge möglichst reibungslos an die Hochschulen? Indem man sie auf zwei Semester verteilt.

    Der erste G8-Jahrgang liegt dabei im normalen Zeitplan: Die Absolventen können alle Fristen und Termine einhalten und somit zum Wintersemester 2011 regulär ins Studium starten.

    Um den letzten G9-ern einen ähnlich reibungslosen Beginn zu ermöglichen, hat Bayern Sonderregeln erlassen: Die Schüler erhalten bereits im Dezember 2010 ein Zeugnis über die ersten drei Halbjahre der Kollegstufe. Damit können sie sich an bayerischen Hochschulen bewerben. Im April 2011 bekommen sie dann die Bestätigung über das bestandene Abitur und Anfang Mai ihr reguläres Zeugnis. Auf diese Weise können sie schon im Sommersemester 2011 ihr Studium aufnehmen.

    Neue Studienangebote zum Sommersemester

    In der Vergangenheit starteten die Studiengänge in Würzburg überwiegend zum Wintersemester. Mit Blick auf die doppelten Abiturjahrgänge hat die Universität nun große Anstrengungen unternommen, um auch für die Sommersemester ein breites Fächerangebot zu präsentieren.

    Viele Studiengänge starten bereits zum Sommersemester 2010. Noch im März will die Uni das endgültige Angebot festlegen; der aktuelle Stand findet sich in ihrem Internet-Auftritt.

    Studienstart im Sommer 2010

    Vorläufiges Studium als neue Option

    Und wenn der reguläre Start ins Wunschstudium doch nicht im Sommer möglich ist? Dann bietet die Universität die Möglichkeit, ein vorläufiges Studium aufzunehmen.

    Das ist ein ideales Angebot: Die Uni erhebt dafür keine Studienbeiträge, das Semester wird nicht auf die reguläre Studiendauer angerechnet, und trotzdem können die Teilnehmer in bestimmten Veranstaltungen Prüfungen ablegen und Credit Points sammeln, die ihnen später angerechnet werden.

    Hochschulinformationstag HIT im Oktober

    Der Hochschulinformationstag HIT, den die Agentur für Arbeit federführend organisiert, findet in diesem Jahr vom 5. bis 7. Oktober statt. Über 6000 Schüler von Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen aus den Agenturbezirken Würzburg, Schweinfurt und Tauberbischofsheim können sich an diesen drei Tagen über die Studienangebote von 70 bis 80 Hochschulen und Universitäten informieren.

    Zusätzliche Abiturienten als Chance begreifen

    Universität, Arbeitsagentur und Schulaufsicht sind sich einig: Es muss gelingen, den doppelten Abiturjahrgang 2011 als Chance und nicht als Belastung zu betrachten. Die diesmal „überreich“ vorhandenen klugen Köpfe müssen optimal gefördert werden – alles Andere wäre angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels fatal für die Volkswirtschaft. Hier liegt auch für den Hochschulstandort Würzburg eine im wahrsten Wortsinn „einmalige“ Chance.

    Von Dr. Georg Kaiser

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