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    Staatsminister: Wissenschaftsstandort Würzburg ausbauen

    20.07.2007

    Um die Beziehungen zwischen Bayern, Franken und der Würzburger Universität drehten sich die Festansprachen bei der Eröffnung der Ausstellung „Vom neuen zum modernen Bayern“. Die Schau ist vom 21. Juli bis 16. September im Lichthof der Universität am Sanderring zu sehen.

    Bei der Eröffnung der Bayern-Schau (von links): Universitätspräsident Axel Haase, Bürgermeister Adolf Bauer, Staatsminister Eberhard Sinner und Regierungspräsident Paul Beinhofer. Foto: Robert Emmerich
    Bei der Eröffnung der Bayern-Schau (von links): Universitätspräsident Axel Haase, Bürgermeister Adolf Bauer, Staatsminister Eberhard Sinner und Regierungspräsident Paul Beinhofer. Foto: Robert Emmerich

    Im Jahr 2006 wurde die Bayerische Verfassung 60 Jahre alt, die Erhebung Bayerns zum Königreich jährte sich zum 200. Mal. Auf dieses Doppeljubiläum nimmt die Wanderausstellung Bezug. Erstmals wurde sie Ende 2006 in der Bayerischen Staatskanzlei gezeigt. Nach Stationen in der Oberpfalz und Mittelfranken ist sie nun also in Würzburg angekommen. Hier wurde die Schau in Zusammenarbeit mit der Regierung von Unterfranken und dem Staatsarchiv durch das Modul „Land mit Charakter: Unterfranken“ und durch Exponate aus der Region ergänzt. Darunter ist auch der Kleinstsatellit UWE-1, der erste deutsche Pico-Satellit, gebaut vom Team um Professor Klaus Schilling am Lehrstuhl für Technische Informatik der Universität.

    Mehr als andere Städte in Bayern definiere sich Würzburg über Wissenschaft und Kultur, sagte Regierungspräsident Paul Beinhofer. Darum sei auch ihm die Vergrößerung der Universität ein Anliegen, und er müsse seinem Vorredner für dessen klare Worte danken: Eberhard Sinner, Leiter der Staatskanzlei und Bayerischer Staatsminister, hatte sich zuvor im Namen der Staatsregierung zum Ausbau des Wissenschaftsstandortes Würzburg bekannt. Der Abzug der US-Armee im Herbst 2008 aus den Leighton Barracks am Hubland sei „eine Jahrhundertchance, die wir nutzen werden“, so Sinner. Bekanntlich strebt die Universität eine Erweiterung auf das Kasernengelände an, das in direkter Nachbarschaft zum Hubland-Campus liegt.

    Womöglich erfährt Würzburg als Stadt der Wissenschaft noch eine weitere Aufwertung. Sinner verwies auf das Regierungsprogramm Bayern 2020: „Da werden wir viel Geld in die Hand nehmen. Wir wollen fünf neue Fraunhofer-Institute nach Bayern holen, und da könnte Würzburg ein Standort sein.“

    Zur Expansion der Hochschule auf das Areal der US-Kaserne gebe es überhaupt keine Alternative, sagte Universitätspräsident Axel Haase: „Wir brauchen Platz, um moderne Themen der Forschung umzusetzen und diese dem Nachwuchs zu vermitteln. Das war in den vergangenen Jahrhunderten so und das wird in Zukunft nicht anders sein!“ Zuvor hatte er kurz die Universitätsgeschichte der vergangenen 200 Jahre geschildert und damit gezeigt, „dass unsere Universität die Expansion im Programm hat“.

    Die gemeinsame Geschichte von Bayern und der Würzburger Uni habe schon begonnen, bevor Bayern 1806 zum Königreich erhoben wurde. Denn bereits 1802 wurde die Universität dem Kurfürsten von Bayern unterstellt. Die folgenden Umstrukturierungen von Friedrich Karl Graf von Thürheim machten aus der damals noch katholischen Universität eine säkularisierte Hochschule. Es kam auch zur Neuberufung zahlreicher namhafter Professoren, „der bekannteste von ihnen war wohl der Philosoph Schelling“, so Haase. Und es kam zu einem ersten bedeutenden Anstieg der Studentenzahlen – von circa 550 auf 730 im Winter 1804/05.

    Nach dem Friedensvertrag von Pressburg 1805 jedoch wurde Würzburg dem habsburgischen Großherzog Ferdinand von Toskana zugeschlagen. In dieser Zeit sei die Universität weitgehend entmündigt worden, was sich dem Präsidenten zufolge auch deutlich in den Studentenzahlen widerspiegelte: Die gingen bis 1814 wieder auf knapp 250 zurück.

    Dann aber wurde Würzburg erneut und diesmal endgültig bayerisch. Nur sieben Jahre später waren schon wieder rund 720 Studenten an der Universität eingeschrieben: „Von nun an ging es kontinuierlich bergauf.“, so Haase. Die Uni Würzburg habe also in ihrer Entwicklung zu einer modernen, leistungsstarken Universität sehr davon profitiert, dass sie damals zu Bayern kam.

    Plakat der Ausstellung Die festliche Eröffnung der Ausstellung fand im Audimax am Sanderring statt. Konzipiert wurde die Schau vom Haus der Bayerischen Geschichte und der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns. Die multimediale Präsentation, die auch Einblicke in Archivalien des Staatsarchivs Würzburg ermöglicht, bietet 200 Jahre bayerische Geschichte in zahlreichen Facetten. Der Schwerpunkt allerdings liegt auf der Darstellung des „modernen Bayern“: Die Ausstellung will nämlich den Besuchern den Weiterentwicklung vom überwiegend agrarisch geprägten Nachkriegsbayern zum heutigen „High-Tech-Land und Spitzenstandort“ transparent machen.

    Öffnungszeiten: 21. Juli bis 16. September, Montag bis Freitag von 7.00 bis 20.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 10.00 bis 20.00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Führungen jeweils sonntags um 11.00 und um 15.00 Uhr. Kostenlose Gruppenführungen können angemeldet werden unter der Telefonnummer (0931) 37-2650 oder per E-Mail an http://www.vom-neuen-zum-modernen.bayern.de/fuehrungen@wuerzburg.de

    Mehr Informationen zur Ausstellung finden sich im Internet unter der Adresse www.vom-neuen-zum-modernen.bayern.de

    Von Robert Emmerich

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